Hass-Postings: "Dagegen halten - Mund aufmachen" - Anja Reschke

Fremder Leute Eigentum zu verteilen oder zu verlangen, zu "teilen", ist schnell gesagt. Wenn's einen selber trifft, ist es aber bei den meisten mit der ach so sozialen Einstellung ganz schnell vorbei. Dann gibt's tausend Ausreden... Sozial ist man immer nur auf Kosten anderer...

LG
Grauer Wolf[/QUOTE]

Top, einer Meinung.(y)
 
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Wer den (kalten) Verstand einschaltet, gilt als gefühlskalt oder Nazi oder beides zugleich. Dauerbetroffenheit ist angesagt und politisch korrekt: Macht eure Herzen weit und liefert euer Einkommen am besten gleich mitsamt der Wohnung ab, um jedem Illegalen zu helfen...

LG
Grauer Wolf
Es gibt weder einen kalten noch warmen Verstand, nur Logik. Gefühle bringt uns da näher.
 
Genau das Video habe ich gerade auf Focus-Online angesehen und nachdem ich die Einleitung gelesen hatte, dachte ich dass sie bloß den verbalen Hammer auspacken, was m.A.n. eher nicht hilfreich ist. Aber ist echt ne gute Mischung aus verbalem Hammer aber auch clever.

Was ich momentan echt extrem finde ist, dass die mediale Meinung für Toleranz mit Flüchtlingen und hart gegen jene die mit Stimmungsmache aller Art gegen Flüchtlinge auffallen, tendenziell eher das Gegenteil dessen bewirkt was konstruktiv wäre. Zumindest was die Berufsmedien angeht, wäre mir eine objektivere Berichterstattung lieber, anstatt die ganzen Nachrichten über jene Idioten die in sozialen Netzwerken Hasspostings bringen und dann gefeuert werden oder was auch immer. Das ist zwar trauriger Alltag, sollte aber m.A.n. keine großartigen Artikel wert sein. Die Stimmung wird gerade extrem aufgeheizt, bzw. geschieht das eigentlich schon seit Pegida, wird aber immer noch extremer... Der Umgang mit dem Thema ist oft alles andere als klug wie ich finde.

Ich verstehe schon was Du meinst.

Hier im Thread wird auch von allen beteuert, keine rechtsradikale Gesinnung zu haben und Neonazis ebenso zu verabscheuen. Ich bin da durchaus geneigt dem zu glauben und anzunehmen, dass sich viele hier nur deswegen nicht lautstark von Nazis distanzieren, weil das eben als schon bestehender Konsenz angenommen wird, über den man sich nicht mehr zu äußern braucht.

Einige der angesprochenen Probleme sind auch durchaus real und einige Ängste zumindest nachvollziehbar. Ich will hier auch keine absolut ungebremste und ungeregelte Einwanderung haben (die gibt es meiner Ansicht nach auch noch nicht). Gefahren durch mögliche islamistische Terroristen sind mir auch durchaus bewusst. Ich will hier auch nicht die Sharia eingeführt sehen. Über solche Ängste/Probleme kann man sachlich reden.

Ein Problem ist aber nunmal auch, dass Neonazis ins gleiche Horn blasen. Und die machen das in keinster Weise irgendwie differenziert. Die greifen dann das Schreckgespenst des "Wirtschaftsflüchtlings" auf, was auf den ersten Blick sogar noch nachvollziehbar klingen mag... beim genaueren Nachfragen stellt sich dann aber heraus, dass sie klammheimlich in fast allen Flüchtlingen dieses Schreckgespenst sehen. Da wird dann auch in jedem Moslem klammheimlich ein potentieller Islamist, Frauenunterdrücker oder ähnliches gesehen (Irgendwie muss ich mit den mesiten Moslems, die ich persönlich näher kennenlgelernt habe im Laufe meines Lebens, ziemlich viel Glück gehabt haben). Durch solche Stimmen wird Pegida und die Menschen, der der Asylpolitik kritisch gegenüber stehen, unterwandert. Und es ist nicht immer leicht zu unterscheiden, ob da gerade jemand mit angebräunter Gesinnung oder verständlichen differenzierten bedenken redet/schreibt.

Pegida wurde vom rechten Pack voll übernommen, und die meisten "nur Besorgten ohne braune Gesinnung" - wenn ich sei mal so nennen darf - haben sich abgewendet. Sie haben den Fehler gemacht, dass sie nicht schon am Anfang klarstellten, dass sie zwar besorgt sind, aber braunem Gedanken-"Gut" dennoch kein Sprachrohr und Platz bieten wollen.

Dabei gäbe es einfache und effiziente Möglichkeiten um den Zustrom zu regulieren, z.b. schlagt Barbara John vor, dass Flüchtlinge aus unsicheren Herkunftsländern an einer europäischen Botschaft im Heimatland den Asylantrag stellen. Dort wird geprüft und bescheinigt und dann können die Leute einreisen - ohne Schleuser und Todesmarsch.

Sorry, das ist ein Vorschlag, der an Naivität kaum zu überbieten ist. Wie soll das laufen?

"Ihr Antrag wird geprüft... in 4 Wochen halten sie bescvheiod. So lange werden sie sicher noch Verfolgung, Folter, Todesbedrohung etc. aushalten." :ironie:

Alle anderen, aus sicheren Ländern, kommen freiwillig her und hier werden sie umgehend zurückgeschickt. (...)

Und hier klingt wieder "Wirtschaftsflüchtling" an. Was genau soll das sein? Die Herkunft alleine - sichere vs. unsichere Länder - entscheidet das jedenfalls nicht.

http://www.proasyl.de/de/home/gemeinsam-gegen-rassismus/fakten-gegen-vorurteile/

ProAsyl schrieb:
Richtig ist: Ein Großteil der Asylsuchenden erhält einen Schutzstatus.

Niemand setzt sich leichtfertig nachts in ein marodes Boot, wissend, dass der Tod droht. Niemand setzt alles aufs Spiel, lässt alles los – die Heimat, Besitz, Familienangehörige, vielleicht sogar Kinder – und das alles nur in der Hoffnung auf den Bezug von Sozialleistungen. Wer Asyl sucht, kämpft oft ums Überleben. Weil im Herkunftsland Krieg herrscht, Verfolgung droht, Diskriminierung an der Tagesordnung oder die eigene Existenz permanent in Gefahr ist.

Im Jahr 2014 kamen 39.300 der Asylsuchenden in Deutschland aus dem syrischen Bürgerkrieg – sie stellten damit fast ein Viertel aller Asylanträge. Rund 13.000 Flüchtlinge flohen aus Eritrea, wo eine brutale Militärdiktatur herrscht, die Regimekritiker auf unbestimmte Zeit in geheimen Gefängnissen verschwinden lässt. Krieg, kriegsähnliche Zustände und brutale Gewalt trieben 2014 auch tausende Menschen aus Afghanistan (9.000 Asylanträge in Deutschland), Somalia (5.500) und Irak (5.300) in die Flucht. Wenn das Asylbundesamt (BAMF) die Asylanträge dieser Menschen nicht aus formalen Gründen zurückweist, sondern inhaltlich prüft, sind die Anerkennungschancen hoch: Die bereinigte Schutzquote lag 2014 für Afghanistan bei 68 %, Somalia bei 74 %, Irak bei 89 %, Eritrea bei 99 % und Syrien bei nahezu 100 %.

Zu den Hauptherkunftsländern im Jahr 2014/2015 gehören auch eine Reihe von Balkanstaaten: Serbien (2014 rund 17.200 Asylanträge), Albanien (7.900), Kosovo (6.900), Bosnien und Herzegowina (5.700) sowie Mazedonien (5.600). Die Anerkennungschancen liegen nahe Null, seit das Asylbundesamt politisch verordnete Schnellverfahren für die Balkanflüchtlinge durchführt und drei Länder gesetzlich als „sichere Herkunftsstaaten“ eingestuft sind – eine fragwürdige politische Entscheidung (s. folgenden Punkt).

Das Flüchtlingsrecht erkennt nicht alle Fluchtgründe als Asylgründe an. Dennoch erhalten insgesamt fast die Hälfte der Asylsuchenden nach inhaltlicher Prüfung durch das Asylbundesamt einen Schutzstatus: 2014 waren es 48,5%, im ersten Halbjahr 2015 genau 49,1%. Ein Teil der Abgelehnten ist danach noch mit einer Klage vor Gericht erfolgreich.

Sowie (gleich Quelle)

ProAsyl schrieb:
Richtig ist: Populisten machen Stimmung gegen Flüchtlinge.

Viele Asylsuchende kommen derzeit aus den Balkanstaaten Albanien, Kosovo u.a. In der Öffentlichkeit scheint das Urteil schon gefällt: Bei den Balkanflüchtlingen handele es sich nicht um „echte“ Flüchtlinge, sondern um Personen „ohne Schutzbedarf“. In der Realität ist die Sache so einfach nicht.

Insbesondere Roma sind massiven Bedrohungen ausgesetzt: Die EU-Kommission hat festgestellt, dass Roma in allen Balkanstaaten einer Rundum-Diskriminierung unterliegen, die sie daran hindert, ein normales Leben zu führen: Sie erhalten keine Wohnungen und leben deshalb in Slums, oft sogar ohne Strom und Heizung. Sie haben kaum Zugang zu Bildung, zu Arbeit, zu Gesundheitsversorgung. Nach Angaben der serbischen Regierung haben 30 Prozent der Roma in Serbien kein sauberes Trinkwasser, 70 Prozent keinen Zugang zur Kanalisation. Laut UNICEF haben Roma-Kinder eine um ein Drittel geringere Chance, das erste Lebensjahr zu überstehen als andere Kinder. Immer wieder werden Roma Opfer rassistischer Gewalt. (Alle Quellen im PRO ASYL-Gutachten)

Generell sind die Staaten, die aus dem jugoslawischen Bürgerkrieg hervorgegangen sind, noch heute von massiven Problemen und politischen Spannungen geprägt. Ein Beispiel: Zur „Stabilisierung“ des Kosovo schickt Deutschland aktuell rund 700 Soldaten in den Kfor-Einsatz – fast genauso viele wie nach Afghanistan. Die individuellen Fluchtgründe von Balkanflüchtlingen können in ihrem Zusammenwirken durchaus zur Asylanerkennung führen. Doch sie werden in Deutschland gar nicht mehr gewissenhaft geprüft. In Schnellverfahren werden die Anträge regelmäßig als „offensichtlich unbegründet“ eingestuft und abgelehnt. Die absehbare Folge dieser Politik – eine Anerkennungsquote nahe Null – wird von einigen Politikern populistisch als „massenhafter Missbrauch“ den Betroffenen untergeschoben.

Andere Staaten sehen genauer hin: In der Schweiz erhielten 2014 rund 37 % der serbischen und 40% der kosovarischen Antragsteller einen Schutzstatus. Finnland gewährte 43% der Flüchtlinge aus dem Kosovo Schutz. In Frankreich wurden 20% und in Belgien 18% der Schutzsuchenden aus Bosnien und Herzegowina, in Großbritannien 18% der albanischen Asylsuchenden als schutzbedürftig eingestuft.
 
Ich habe diese Doku nicht gesehen und extra erwähnt, dass @Loop davon erzählt hat.
Aber sie wird sehr beruhigt sein, wenn sie das liest.


Für mich hat Graz im Vergleich zu Wien eine wesentlich höhere Lebensqualität, aber das ist nicht das Thema hier.

Das war in Deutschland, @Greenorange , die Mitarbeiterin der Tafel hat es gesagt.
In Deutschland sind sehr wohl Menschen hungrig, es wird auch von verschiedenen Organisationen beklagt, daß viele Kinder hungrig in der Schule sitzen müssen, weil die Eltern es sich nicht leisten können, ihnen was mitzugeben. Die Tafeln haben das entschärft, genauso wie diese Speisungen, aber wenn jetzt bei den Tafeln wieder weniger Essen da ist, wird es wieder mehr Hunger geben.
 
@all
ein sehr interessanter Bericht, in dem mal ganz deutlich aufgezeigt wird, was schiefläuft.
Denn da läuft was schief, was kurioserweise viele nicht wahrhaben wollen. Bei so einem Problem muß man auch den Verstand einschalten um alles zu schaffen. Mit nur "ja ich heiße alle Menschen lieblich willkommen" ist es nicht getan und einer "wer dagegen ist ist ein böser Nazi und muß beschimpft und bekämpft werden"- Haltung

Nun, ich heiße NICHT alle Menschen hier lieblich willkommen. Ich will hier z.B. auch nicht die Sharia eingeführt sehen, was einige ja zu befürchten scheinen. Ich sehe durchaus mögliche gute Gründe für Ausweisungen. Und in meinen Augen ist auch nicht sofort jeder ein Nazi, der die aktuelle Lage kritisch beäugt.

Fakt ist allerdings auch, dass Menschen mit angebräunter Gesinnung ins gleiche Horn blasen. Das spricht auch noch nicht a priori gegen dieses Horn in Gänze. Die Menschen mit angebräunter Gesinnung missbrauchen es aber. Ich brachte schon mehrafch das Beispiel, wie der Begriff "Wirtschaftsflüchtling" dann gedehnt und verwendet wird... möglichst schwammig formuliert, so dass die Argumentation anfänglich noch oberflächlich betrachtet vernünftig erscheinen mag.

Hier im Thread wurde schonmal angedeutet, dass unter den Moslems, die hier leben, ein paar versteckte Islamisten dabei sein können.

Da kann ich erwidern, dass so einige der Menschen, die Sätze sagen, die mit "Ich bin kein Nazi, aber ..." beginnen, wohl wirklich keinen Nazis sind, sich darunter dann aber doch auch so einige Menschen mit angebräunter Gesinnung "verstecken" können. Und zumindest mir fällt es nicht immer leicht dazwischen alleine aus den Äußerungen zu unterscheiden, bzw. ich glaube auch, die Grenzen dazwischen sind fließend. Ich sehe die Menschen dann auch mit dem Grundsatz "in dubio pro reo" - d.h. ich nehme von niemandem hier im Thread an, wirklich angebräunte Gesinnung zu haben, obwohl mir so einige Äußerungen dann doch unangenehm auffallen.
 
Wer den (kalten) Verstand einschaltet, gilt als gefühlskalt oder Nazi oder beides zugleich. Dauerbetroffenheit ist angesagt und politisch korrekt: Macht eure Herzen weit und liefert euer Einkommen am besten gleich mitsamt der Wohnung ab, um jedem Illegalen zu helfen...

LG
Grauer Wolf

Mit kaltem Verstand kannst Du ja wohl kaum Dich selbst meinen. Mehr "Ich-Gerede" über Blümchen und Wälder, Hunde und Familie, Camping und Lagerfeuer-Romantik geht wohl kaum. ;)

Und Du kannst auch schlecht den Mob meinen der sich vor Flüchtlings-Unterkünften zusammenfindet um traumatisierte Menschen auf ihre Art "willkommen" zu heißen.

Mein Eindruck ist eher, dass jene die den kalten Verstand einschalten und nüchtern über Ursachen und mögliche Lösungen, realistische Ansätze nachdenken, als "Gutmenschen" kategorisiert werden. Denn genau darüber wollen viele einfach nicht nachdenken... Ursachen. Die Ursachen dafür das so viele Menschen aus ihren Heimatländern fliehen, und zwar egal ob es lebensbedrohliche Ursachen wie Kriege sind oder "nur" ökonomische Ursachen, und die Ursachen für den Hass... denn m.A.n. sind die Flüchtlinge nur die Sündenböcke auf denen sich die Wut entlädt die in ganz anderen Bereichen ihren Ursprung hat. Würde darüber mal nüchtern und mit kaltem Verstand nachgedacht, würden die Menschen vor Banken und Kanzleramt stehen, würden sich nicht bieten lassen wie von jenen verarscht werden die vom Chaos profitieren... und sie würden sich nicht gegen jene aufhetzen lassen denen es noch weit beschissener geht.
 
In Deutschland sind sehr wohl Menschen hungrig, es wird auch von verschiedenen Organisationen beklagt, daß viele Kinder hungrig in der Schule sitzen müssen, weil die Eltern es sich nicht leisten können, ihnen was mitzugeben.
Niemand kann mir erzählen, daß kein Geld für ein Schulbrot vorhanden ist! Und süßer Dreck aller Art von Milchschnitten bis Zuckerwassertrinkpäckchen gehört eh nicht in die Schultasche...

LG
Grauer Wolf
 
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Gerede" über Blümchen und Wälder, Hunde und Familie, Camping und Lagerfeuer-Romantik geht wohl kaum. ;)
Von Blümchen habe ich nie geredet, von Romantik auch nicht. Und meine Wertmaßstäbe bezüglich eines möglichst naturnahen Lebens und Familie stehen nicht zur Disposition. Gerade letzteres läßt mich so argumentieren, wie ich's tue. Und ich begreife nicht, wie jemand die Interessen der eigenen Familie hinter die anderer stellen kann, und das tut man, wenn man ungezügelter, illegaler Migration und ihren Folgen/Kosten das Wort redet...

LG
Grauer Wolf
 
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