Benutzer des Begriffs unterstellen Personen oder Personengruppen mit betont moralischer Grundhaltung ein fehlgeleitetes beziehungsweise zweifelhaftes Verhalten.
[3] So würde er unter anderem als Modewort seit den 1980er Jahren für Personen verwendet, „die humanistische,
altruistische, auch religiös-mitmenschliche Lebensziele und Argumente höher einschätzen als
utilitaristische und ihr Handeln, ihre Politik, ihr Leben danach ausrichten.“
[4] Der Begriff spielt auch an auf einen möglichen Unterschied zwischen 'gut gemeint' und 'gut gemacht'. Gutmenschen hätten gute Absichten, möchten bestimmte Probleme lösen oder die „Welt verbessern“. Ihre Handlungen und/oder die verwendeten Mittel gelten aber in den Augen derer, die den Begriff Gutmensch negativ verwenden, als zweifelhaft oder unnütz.
Gutmensch wird seit Mitte der 1990er-Jahre auch mit dem Begriff „
Politische Korrektheit“ verbunden und als Anklage verstanden. Im öffentlichen Sprachgebrauch dient er durchweg als eine negativ konnotierte Fremdbezeichnung.