Muggle
Aktives Mitglied
Da ist kein ES. ES ist nur da, wenn ich da bin. Hier bin.
Das ES ist das Ich-bin-hier.
Aber es gab mal einen Moment, wo ich nicht war, oder nur ich, irgendwie zugleich. Und da war sonst gar nichts.
Zuvor war, erlebte ich alles, wie im Zeitraffer, nicht nur dieses Leben, einfach alles. Alles, alle Möglichkeiten, alles zugleich, zugleich vor in der Zeit, zugleich zurück, wie ein komprimiertes Paket. War irre schnell, das Ganze.
Dann war nichts mehr, oder noch nichts, oder beides zugleich.
Gar nichts, außer mir. Nichts, endloses, weites, weißes Nichts, Stille, Nada.
Alle Gedanken - ausgelöscht. Völliger Reset. Keine Fragen mehr. Keine Antworten mehr. Nichts mehr nötig. Alles da. Nur reines, pures Sein. 100%
War schön. Das Schönste, das ich jemals erlebte.
Ich starb. Erlebte das völlig bewusst. Sah mir selbst beim Sterben zu.
Und danach war ich doch wieder hier.
Was mich ziemlich wunderte. Damals.
Heute auch noch.
Also, wo bin ich jetzt hier? Was, wer bin ich jetzt hier?
Das ist meine Frage. Bin ich jetzt hier, lebe ich, oder bin ich, jetzt, hier tot? Hänge im eigenen Film?
Und das meine ich völlig ernst. Mit der Frage plage ich mich seit Jahren rum.
Keiner weiß es. Ich auch nicht.
Das macht etwas konfus. Mitunter.
Und, wie komme ich jetzt dorthin wieder zurück, wo ich schon war?
Mehr will ich ja gar nicht. Wieder dorthin. Dort bleiben.
Dachte, du wüsstest vielleicht, wie das geht.
Und, wieso erlebe ich sowas, wenn ich dann wieder "rausfalle"?
"Danach" ist echt arg, hier. Wirklich.
Was sonst soll denn jemals an eine solche Erfahrung rankommen?
Nach sowas gibt's nichts mehr, das das toppen könnte. Also macht der Rest ziemlich wenig Sinn. Wie gesagt, wer so stirbt, ist der glücklichste Mensch auf Erden. Nur bin ich anscheinend noch nicht tot, oder hab da wo was verpennt.
Ich habe mein Paradies verloren, und finde es nicht mehr. Mist!
Diese Leere die du beschreibst ist das Sein in seiner puren Form. Alle Objekte die du siehst, siehst du nur, weil es diese "weiße Leinwand" gibt, auf der sie erscheinen können. Es mag für dich ein sehr schönes Erlebnis gewesen sein, aber für mich ist das eigentliche Wunder die Tatsache, dass die Dinge aus dem Nichts heraus erscheinen. Wie kann es sein, dass auf dieser einen weissen Wand, die alles ist, was ist, eine Welt der tausend Dinge hervortritt? Die Zweiheit ist das Wunder, nicht die Nondualität.
Wenn du eine Leere erlebt hast, hast du ja gelebt und wenn du jetzt erlebst, dass du 1000 Dinge um dich hast, lebst du auch. Eigentlich kann man gar nicht tot sein, denn das absolute Nichterleben käme ja der Existenzlosigkeit gleich. Und ein Nichts kann weder lebendig noch tot sein. Ich sage zwar "da ist Niemand", aber die Bilder sind ja trotzdem da und letztlich wüsste ich kein besseres Wort als "Leben" dafür.
Die ganze Geschichte von der Geburt, über das groß werden, das Altern und den Tod ist nur ein Bild auf der weissen Wand. Sie hat keine Vergangenheit - die Geburt - und keine Zukunft - den Tod. Das Verstreichen der Zeit wird "mitgeträumt"! Und zwar Jetzt. Das ist der einzige Augenblick den es gibt.
Das Leben lebt sich einfach. Der Eindruck, dass man als Indiduum irgendeinen Einfluss hat ist Illusion. Wo nur EINS ist kann nichts zweites etwas tun. Aber man kann auch nicht Nichts tun, wenn Tätigkeit angesagt ist. Jede Überlegung etwas zu unternehmen ist bereits Ausdruck des EINEN.
Das ist aber nicht beklemmend, sondern befreiend. Alles ist richtig. Verantwortung is nur Teil des Spiels. Die Unfreiheit des Willens ist Freiheit.