mein lieber topper harley!
eines wollte ich noch gesagt haben:
ich habe mich sehr wohl mit karma beschäftigt, mir ist auch bewusst dass soetwas wie karma enstehen kann
ABER findest du es nicht verwerlich etwas nicht zu tun, da man ansonsten ein schlechtes karma ansammelt??
ist es nicht noch viel egoistischer zu sagen: oh mein gott, ich will nicht dass MIR das und jenes passiert, also mache ich das lieber nicht...
ist das nicht pure berechnung??? ein schmutziges geschäft, nicht aus liebe sondern reinem egoismus?? da fällt mir ein wort ein: SCHEINHEILIG ^^
naja bin gespannt was du darüber denkst!
lg natty
Hallo natty,
Es geht im Leben darum ein positives Leben zu führen und üble Dinge zu unterlassen. Und ich denke, jeder Mensch tut das nach seinen eigenen Ermessen, so gut er eben kann. Das ist auch eine Sache die von den Heiligen immer wieder gelehrt wurde und man findet in allen spirituellen Schriften Hinweise und Regeln, wie man sein Leben führen sollte. Im Buddhismus gibt es z.B. den 8fachen Pfad, der eine Art Verhaltensempfehlung darstellt. Folgende Punkte werden da genannt:
1. Die rechte Erkenntnis (Verstehen kosmischer Gesetze, die 4 edlen Wahrheiten)
2. Das rechte Denken
3. Die rechte Rede
4. Das rechte Handeln
5. Die rechte Lebensführung (rechter Lebenserwerb)
6. Das rechte Streben (nach spirituellen Dingen; nach dem Göttlichen)
7. Die rechte Achtsamkeit (Bewusstsein in allen Lebensbereichen; der Weg der Selbsterkenntnis)
8. Die rechte Versenkung (Meditation)
Bei Punkt 1 geht es insbesondere um das Verstehen der Karmalehre ... dass Leben leiden bedeutet und der Mensch sich höheren Ebenen zuwenden muss, um kein Leid zu verursachen. Leben geht immer nur auf Kosten von anderem Leben. Das widerspricht dem Prinzip der göttlichen Liebe und des SEIN-Dürfens.
Die Punkte 2,3,4 sind ganz wesentliche Säulen des 8fachen Pfades und wurden im vollen Bewusstsein aufgestellt, dass der Mensch an alles gebunden ist was er denkt, spricht oder tut. Es geht also darum das zu säen, was man ernten möchte. Sicherlich muss man auch gleichzeitig an der eigenen Wahrhaftigkeit arbeiten, sodass man mit den Dingen, die man tut/nicht tut in innerlichem Einklang steht.
Punkt 4, das rechte Handeln, verbietet das Töten aller Lebewesen! Jetzt mal ganz ehrlich. Was ist denn Abtreibung? Kann ich mir das Recht nehmen das gottgegebene Leben eines anderen Menschen zu beenden? Jetzt glauben vielleicht viele hier, es ist super und ein richtiger Hilfsdienst, wenn ich ein behindertes Kind abtreibe. Aber wie primitiv ist doch diese Einstellung ... unterstellt man doch der Schöpfung sie hätte einen Fehler gemacht! Was die Natur ohne den Eingriff des Menschen selber regeln würde verfälscht der Mensch mit seinen Handlungen und zieht dabei einen Teil der Verantwortlichkeit auf sich. Deswegen wird er leiden müssen, weil er es besser zu wissen ... das kommt aus dem Ego ... dem Teil das kein Vertrauen kennt.
"ich mache das nicht, weil ich will nicht, dass mir das passiert." ... und "das ist doch scheinheilig und pure berechnung" ...
Natürlich! Aber dieses Verhalten kann auch bei fehlender Wahrhaftigkeit sinnvoll sein. z.B. ich springe nicht über den Bach, weil ich weiß, dass ich diese 5 m nicht schaffe. Das ist natürlich egoistisch, aber dennoch sagt man jetzt nicht zu mir ich wäre scheinheilig. Warum nicht? Weil jeder die Konsequenzen vor Augen hat! Die karmischen Wirkungen treten nicht so unmittelbar auf und uns fehlt dann meist die Zuordnung.
Letztlich lässt sich alles auf die Kernaussage reduzieren:
=> Ich muss mich zuerst selbst retten/selbst verändern um anderen Menschen wirklich helfen zu können, denn alles andere ist Illusion. Wie in der Bibel steht: Was passiert wenn ein Blinder einen Blinden führt? Sie fallen beide in die Grube ... deswegen muss ich alles daran setzen Licht zu sehen. Dann kann ich Blinde führen ...
Worauf du hinauswillst: Wenn ich anderen Menschen bewusst helfe, weil ich weiß, dass ich später einmal die Früchte ernten werde, so ist das auch nicht ganz optimal. Deshalb heisst es, dass wir nicht an den Ergebnissen unserer Taten verhaftet sein sollen. Wir sollen nichts erwarten! Das ist aber nicht so einfach
Wenn ich etwas tue, dann soll ich es der Arbeit willen oder der Menschen willen oder des Schöpfers Willen tun ... weil sich eben in diesem Moment diese Arbeit vor mir auftut. Dann nehme ich das an und tue es einfach ... und gebe mein Bestes bzw. lasse IHN über mich wirken.
lg
Topper