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Rolf Hagen

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von fckw, 6. November 2008.

  1. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
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    Das Interview im Magazin des Tages-Anzeigers mit Rolf Hagen, einem verurteilten Mörder, scheint mir sehr lesenswert zu sein. R. Hagen ist insofern aussergewöhnlich, dass es sich um einen Menschen komplett ohne Empathie handelt. Vorsicht, das Interview ist nur schwer verdaulich.

    Hier die Links:
    Teil 1
    Teil 2
    Teil 3

    Gibt's dazu Stimmen? Meinungsäusserungen? Reaktionen?
     
  2. cultbuster

    cultbuster Neues Mitglied

    Registriert seit:
    11. Februar 2008
    Beiträge:
    5.503
    Ort:
    Villingen
    Sollte man Rolf Hagen etwas einheizen, vielleicht ist er dann nicht mehr so kalt ?
     
  3. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Ich denke, das trifft den Sachverhalt nicht wirklich. Der Mann scheint nicht gefühlskalt zu sein, sondern gefühllos.
     
  4. cultbuster

    cultbuster Neues Mitglied

    Registriert seit:
    11. Februar 2008
    Beiträge:
    5.503
    Ort:
    Villingen
    Dann müßte man ihm zeigen wie sich schöne Gefühle von schlechten Gefühlen und diese von garkeinen Gefühlen unterscheiden, er könnte dann eine Osho Love bombing Sitzung mitmachen,
    oder er müßte "Gefühls-Tabletten" bekommen.
     
  5. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
    Beiträge:
    3.288
    Ort:
    Milchstraße
    Hallo FCKW,

    ich wollte, bevor ich hier losschreibe, noch von dir wissen, worum es dir thematisch besonders geht. Geht es dir vor allem um die Persönlichkeit Rolf Hagens oder geht es dir auch um den gesellschaften Umgang mit ihm, z.B. "WIE" er in dem Artikel per stereotypen Bildern beschrieben wird und dass er dann per Testosteron-Blocker angeblich «vom Mann zum Mensch zu werden» soll? DAs sind aus meiner Sicht beides sehr interessante Themen, sie ergänzen sich auch, gehen aber letztlich doch auch in ganz verschiedene Richtungen.

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  6. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
    Beiträge:
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    Also ich finde diesen Abschnitt hier so toll - ich muss ihn hier einfach reinposten:

    Ich finde das so interessant, dass Hagen hier doch derartige Gefühle (mittlerweile?) zeigt. Er möchte richtig stellen, dass er das Kind nicht vergewaltigt hat und auch nicht das Bajonett an eine andere STelle gestoßen hat. Das zeugt doch immerhin von einem Moral-Empfinden. :)

    Er hat aus seiner Sicht das Kind eben NUR erwürgt und hat 24- zugestochen: "fertig". :)

    Und toll finde ich, dass der Kollege das dann auch "akzeptiert" hat. Anscheinend entsteht im Gefängnis ja dann doch eine Art gemeinschaftliche Moral.

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  7. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Mir ist ehrlich gesagt auch noch nicht völlig klar, worum's mir geht. Strafjustiz und die Behandlung eines Menschen wie Hagen ist natürlich ein interessantes Thema für sich, interessiert mich hier aber nicht in erster Linie.

    Was mich hauptsächlich interessiert ist diese Persönlichkeit. Aber natürlich nicht als "er" sondern als "ich". Was unterscheidet mich von Rolf Hagen? Wie kommt es, dass nicht jedermann so ist? Und wie ist er überhaupt? Und wie bin ich denn in Wahrheit, wenn ich schon in Anspruch nehme, so nicht zu sein?

    Und am wichtigsten: Ist Rolf Hagen nicht in gewisser Weise ein "Prototyp" - das radikale und konsequent zuende gedachte Monster eines Menschen, zu welchem eine eindeutige Tendenz in dieser unserer Gesellschaft besteht? Was steckt wirklich da dahinter?
    Ist Rolf Hagen ein "nutzenmaximierender Homo Oeconomicus"? Ein Soziopath? Ein skrupelloser "Wissenschaftler"? Oder ist er nur ein Zufallsprodukt, das gemäss statistischen Gesetzen immer mal wieder vorkommen muss?
     
  8. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
    5.803
    Ja, aber dem entgegen stelle ich die Aussage (ich glaube in Teil 3), wo er gewissermassen "bedauert", dass ihm die Tat nicht einmal sexuelle Lust gebracht hat. Ergo war sie "umsonst".
     
  9. Energeia

    Energeia Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. März 2006
    Beiträge:
    3.288
    Ort:
    Milchstraße
    Lieber FCKW,

    ok, dann schnappe ich mir jetzt erst einmal eine deiner folgenden Fragen heraus und posaune mal so meinen ersten Eindruck hier in das Forum hinein.

    Also ich habe hier gleich mehrere Einwände.
    1. besteht hierzu nicht erst in unserer "modernen Gesellschaft" die Tendenz, Vielmehr wurde im gesamten Abendland im "zwischenmenschlichen Bereich" - ich klammere hier Kriege aus - sicherlich in keinem Jahrhundert zuvor so human miteinander umgegangen, wie in der Gegenwart - auch wenn uns diese Tatsache immer wieder erschrecken mag. Noch vor 30 Jahren schlugen Lehrer die Schüler in der Schule, war körperliche Gewalt absolut "normal" in Familien. Im Abendland wurde eigentlich erst im Verlauf des 16-18 Jh. so etwas wie Kindheit "entdeckt", zuvor wurden Kinder wie ERwachsene und Gegenstände behandelt. Sexueller Missbrauch, Gewalt, Todschlag, all das gabe es - wenn man von Kriegen absieht - im alltäglichen Umgang miteinander viel mehr in den vorherigen Jahrhunderten.
    2. HAgen ist für mich persönlich überhaupt nicht "das radikale und konsequent zuende gedachte Monster eines Menschen". Derartige Fälle scheint es mir sehr oft zu geben. Und ich persönlich finde beispielsweise den Fall Jürgen Bartsch , der seine Opfer - 8-, 11-,12-,13-jährige Kinder - alle zerhackte und zerstückelte, "gruseliger".
    Jürgen Bartsch empfand jedoch nach der Tat auch Mitgefühl. Das finde ich insgesamt sogar noch erschreckender, dass ein Mensch der auch wirklich mitfühlen kann - und zwar extrem - auch zu solchen Taten fähig ist.
    3. Aus meiner Sicht ist er dennoch kein Zufallsprodukt, das gemäss statistischen Gesetzen immer mal wieder vorkommen muss. Ich glaube nicht, dass hier rein biologische Faktoren ausreichen. Natürlich ist die Gesellschaft daran beteiligt und ist die Tat letztlich ein Resultat unserer gesellschaftlichen Organisation. In einer anderen GEsellschaft hätte er vielleicht noch 20 Menschen mehr ermordet oder man hätte ihn sofort "erkannt" und zuvor therapiert und es wäre in der Kindheit nicht zu derartigen Verletzungen gekommen.
    4. Soweit ich es bis jetzt sehe, habe ich das Gefühl, dass er wesentliche Teile seiner Persönlichkeit abspalten musste. Dies hatte zur Folge, dass er kein Mitgefühl mehr empfinden konnte und extreme Anreize brauchte, Genuß zu empfinden.

    Dies erst einmal als ersten Input.

    Liebe Grüße,
    Energeia
     
  10. Nithaiah

    Nithaiah Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. November 2004
    Beiträge:
    5.048
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    Hallo Energeia,

    Ich hab jetzt die Hagen Interviews noch nicht angeschaut, das muss ich dann machen, wenn ich sie auch verdauen kann. Aber mit dem Fall Jürgen Bartsch habe ich mich ausführlich beschäftigt.

    Bartsch war in der Tat sehr intelligent und hypersensibel. Wenn man sich allerdings seine Biografie anschaut, dann wird man sehen, dass bei ihm so ziemlich alles falsch gemacht wurde, was man nur an einem Menschen falsch machen kann. Man kann davon ausgehen, dass er dazu noch besonders darunter gelitten hat, gerade aufgrund der hohen Sensibilität. Wer weiß, vielleicht wäre aus ihm nicht so ein brutaler Serienmörder geworden, wenn er weniger sensibel gewesen wäre - da er nun ja schon so einen katastrophalen Lebenslauf haben musste. Und umgekehrt hätte aus ihm etwas wirklich Gutes werden können, wenn er nicht diese Umstände hätte erleben müssen. Da hätte seine Sensibilität gute Früchte tragen können.

    Warum ein Mensch zum Mörder wird, hängt von diversen Faktoren ab, das weiß man inzwischen.

    LG Nithaiah
     
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