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Gesellschaftsinkompatibel?

Dieses Thema im Forum "Psyche & Persönlichkeit" wurde erstellt von DerDaniel, 23. August 2011.

  1. DerDaniel

    DerDaniel Mitglied

    Registriert seit:
    22. Dezember 2006
    Beiträge:
    85
    Ort:
    Wien
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    Hallo ihr Lieben.
    Ich frage mich echt was ich in dieser Gesellschaft zu suchen hab. Ich bin sehr sensibel und kann nicht über mir wichtige Themen reden und dabei ruhig bleiben. Da habe ich schon so manche Freundschaft beendet wegen Diskussionen. Ich halts einfach nicht aus. Die meisten Leute akzeptieren die Dinge die ihnen von Fernsehen & Co vorgesetzt bekommen als DIE Wahrheit und würden mit bisschen selbst denken und bisschen loslassen ihre eigenen Vorstellungen/Meinungen/Wahrheiten haben. Wenn da eine Person davon betroffen ist, die mir wichtig ist, tut das einfach zu sehr weh.

    Ich lasse emotional keine Menschen mehr an mich ran, was sowieso nicht schwierig ist, da ich für die meisten sowieso geisterhaft bin (oder ein Ninja, würde die Internetcommunity sagen). Es wird dauernd auf mich vergessen oder Dinge die ich gesagt habe werden vergessen, dann gibts noch die die einfach den Kontakt abbrechen ohne ein Wort und ich null Ahnung hab was da sein könnte. Ich bin mit 1,73m vielleicht kein Riese aber ich habe schon unzählige Menschen unabsichtlich erschreckt weil sie mich nicht bemerkt haben und ich "auf einmal" da war. Meine Schritte hört man auch selten.

    Fazit: Ich fühl mich total einsam und bin oft mit meiner Gefühlswelt überfordert (manchmal auch mit der anderer).

    Ich versteh nicht wie das möglich ist, dass ich nichtmal eine gleichgesinnte Person kennenlerne, bzw. eine mit der man sich darüber unterhalten kann ohne zu Diskutieren. Ich kratze anscheinend gern an Glaubensgrundsätzen.

    Umso weiter ich mich entwickle, desto weniger Freunde habe ich. So ist zumindest das Gefühl. Keine Freundin zu haben ist ertragbar, bei Freunden wirds dann schon schwierig. Und das nur weil ich mich gesellschaftlich teilweise abgrenze.

    Ich rede außerdem gern um den heißen Brei. Und viel x:

    Habt ihr irgendwelche Ratschläge oder ähnliche Probleme?
     
  2. daway

    daway Neues Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    6.985
    Ort:
    hallo,

    also den beitrag hätte auch ich schreiben können :trost:
    nur ich habs mittlerweile irgendwie akzeptiert nicht im rudel mitzulaufen/rülpsen/pupsen/oder mit anzug und krawatte freundliche nasenlöcher zu machen usw.

    ich mein damit wer nicht den gesellschaftlichen standards enspricht ist nunmal anders...(ein bischen anders sein ist leider oft mit negativen behaftet - hängt vielleicht auch geschichtlich zusammen - hexenverbrennung/kZ's ... spuren dieser menthalitäten sind leider noch reichlich vorhanden - kann aber ebenso wirtschaftliche gründe haben weil da gehts ja auch nicht um kooperation, machen wir uns ein schönes leben dann haben wir alle was davon, sondern um eiskalten wettkampf nach dem motto fressen oder gefressen werden - und die wirtschaft prägt uns nunmal in der geiz ist geil welt - alles hat sein einfluss!)

    anfangs wars auch schmerzhaft für mich, doch mittlerweile hab ich erkannt dass ich im leben lieber meine ruhe haben möchte, als dauernd unter vielen leuten auf albernen partys/bierzelten/formelein oder fussballübtragungen mitzugröllen/mitzusaufen oder mitzualbern...

    irgendwie so nach dem motto - können mich alle mal ...
    vertrauen ist irgendwie ein fremdwort - und immer wenn ich mir dachte gib dir eine chance und lass es zu - bekam ich die rechung dafür ...
    das betrifft ebenso was freundin betrifft wie freunde ...
    ich leben nur noch in den tag oder die nacht - so gehe ich damit um

    und was meine ruhe betrifft so hab ich mir deshalb auch prioritäten gesetzt die ich konsequent umsetze - die da wären - also wenn ich keine ruhe habe dann mach ich besser nichts produktives - denn warum soll ich mich stressen wenn ich genau weiß was meine kreativität und produktivität fördern würde

    hab da schon neg. erfahrung - das kann bis zu verletzung führen die nicht passieren wenn alles ok ist und man bei sich ist, eben seine ruhe hat bei dem was man tut usw.
    das hat bei mir auch sehr stark auswirkung auf den schlafrhytmus ... der schon jahre gestört ist - ich schlafe und stehe auf wenn ich will - werde ich geweckt - kann das fatal sein dann bin ich gratig - eklig usw.
    einen wecker würd ich nach dem ersten morgen zertrümmern - weil ich mir denk wenn ich nicht natürlich aufwache solls auch nicht sein dass ich aufstehe - ausserdem komm ich mir da so aus dem traum gerissen vor dass ich richtig neben mir steh ... naja

    ich bin irgendwie hochsensibel und neige auch oft depressiv zu sein
    ich lenke mich einfach mit komputerspielen ab oder schlafe einfach...
    oder surf auch mal die ganze nacht im internet herum oder les/schreib im forum was ich mir eben denke

    naja und weil das so ist hab ich schonmal um berufsunfähigkeitspension angesucht...
    vielleicht leb ich eines tages mal wieder so das es mir gut geht - ich weiß es nicht - derzeit weiß ich jedoch nicht wie das gehen soll ...

    eigentlich fühl ich mich ganz normal - aber wenn ich mir ein bischen gedanken drüber mach bin ich doch auch sehr inkompatibel - war ich irgendwie schon immer auch ...

    mein erstes anzeichen von inkompatibilität in der gesellschaft war im kindergarten als ich nicht begreifen konnte warum man mädchen und jungs trennt und die nicht zusammen essen dürfen... das war so eins der anfangs aha erlebnisse wo ich mir schon dachte - scheisse was läuft den da verkehrt ... als 4 - 5 jähriger in einer verrückten welt - danach inkompatibilitäten am laufenden band *g*
    schule/freunde/ausbildung/job ja und das geht sogar weiter in richtung medizin und gesundheitswesen wo ich auch nicht so ganz kompatbel bin

    im grunde kommt mir die welt und die gesellschaftlichen werte und deren organisation so verrückt vor - dass ich mich gar nicht wirklich integrieren möchte - es würde mir zuwider laufen - hätte ein schlechtes gewissen - würde mir wohl eher das leben nehmen - und ich dachte mir nö - will leben !!! wobei ich auch schon einige phasen heftigster depression und auch suizid hinter mir hatte ... bin sozusagen auch überlebender

    naja meine medizinische krankengeschichte allein lässt mich gar nicht mehr kompatibel sein - auch wenns mir gut gehen würde - amtlich ein psycho ist wie ein judenstern - ein weiterer grund wo ich mir denke gesellschaftskompatibel ist doch auch krank - die kompatiblen wissens nur nicht - das ist das los und leid der esos, der menschen die sich ein wenig gedanken machen über das was sie tun ... im leben ... hier... und so ... wir wir alle.

    grüße liebe
    daway
     
  3. shido

    shido Guest

    Danke!
    Zwei sehr beeindruckende nachvollziehbare Sichweisen. Mir geht es sehr ähnlich. Ich fragte mich auch schon als Kind, was mit dieser Welt nicht in Ordnung ist und mein Vater sagte dann nur immer:"Glaubst Du die ganze Welt ist bescheuert oder bist nur du es"? Ich sagte trotzig "die Welt" wäre es ........und heute glaube ich es immer noch:).
    Mir geht das socialising in dieser künstlichen aroganten sebstzerstörerischen Gesellschaft sowas vom "am Arsch vorbei"....... ich bin heilfroh das ich meine Ruhe habe!
    Ich habe mich bewusst von Ihr distanziert, mein Handy an die Wand genagelt, bei "stasi" facebook bin ich nicht und wer mich besuchen möchte weiß wo ich wohne......in Indien, hehe........ und weil heutzutage noch kaum jemand sein email privat nutzt habe ich mein Ruhe. Ich muss nur sehr wenig arbeiten, weil ich bei diesem ganzen Konsumscheiss nicht mitmache. Daher lebe ich auch nicht im Luxus, eher auf Sparflamme aber dadurch habe das wertvollste wertvollste Gut der Welt gewonnen! ZEIT zu tun und zu lassen was ich will!
    Ich denke anders als die meisten da draussen, was meinerseits auch voll ok ist. Aber leider haben die Menschen der breiten Masse in der Regel ein unveränderbares Bild von den einzelnen Persönlichkeiten und diese verschlossene Sichtweise lässt den geistigen Entwicklungsdurchbruch der Einzelnen nicht so einfach zu! Daher habe ich mich distanziert! Meine Art zu socializen ist hier im Forum und da kann ich mich oft wunderbar austauschen und dabei anonym bleiben, was brauche ich mehr? Ich kann und mag keinem da draussen meine geistige Sichtweise aufzwingen. Ich glaube das die grosse Veränderung in der Gesellschft erst stattfinden kann, wenn sich jeder nur mal mit sich selber auseinander gesetzt hat und klar erkennen kann wer er ist und was er wirklich will.
    Ich bin zuversichtlich, das es so kommen wird und dann hab ich auch nichts gegen ne fette Party!

    liebe Grüsse von shido
     
  4. DerDaniel

    DerDaniel Mitglied

    Registriert seit:
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    Wien
    Danke für eure Antworten. Tut gut zu hören dass es auch andere gibt denen es so geht.
    Bei mir hats auch im Kindergarten Angefangen, Buben und Mädchen waren nicht getrennt, gespielt wurde aber getrennt. Irgendwann haben sich die Buben alle ihre Spatzis gezeigt, ich bin nur in der nähe gewesen, da wollten sie dass ich auch mitmach, ich hatte aber kein interesse und musste raufen mit dem Oberpimmelzeiger... Heute werd ich einfach nur komisch angesehen wenn ich nicht dabei bin. Da hab ich mir als Mechatroniker überhaupt die falsche Branche ausgesucht. Ich mach gerade ein Praktikum bei der Ottakringer Brauerei, da raucht jeder, trinkt Kaffee, schaut Fußball und trinkt sich regelmäßig an...ausnahmslos. Ich rauch seit einem Jahr nicht mehr, kann wegen meinem Herz nicht viel Kaffee trinken, Fußball interessiert mich nicht, meine antrinkphase hab ich lange hinter mir. Meine Sicht der Welt und meine Ideale unterscheiden sich grundsätzlich vom Großteil der Leute dort.

    Und ich muss noch dazusagen dass sich die ganze Kritik nur an die westliche Gesellschaft und den Kapitalismus richtet. Es gibt ja noch Orte auf dieser Welt wo die Gesellschaft eine andere ist. Einer dieser Orte ist die kleine Insel Yap in Mikronesien. Die Leute dort sind großteils Selbstversorger, nehmen Schulmedizin kaum in Anspruch und hatten in ihrer Kulturgeschichte keinen einzigen Krieger, geschweigedenn Krieg. Weil dort kein Kapitalismus herrscht, ist die Insel wirtschaftlich so schwach, dass kein Interesse von außen herrscht, weder wirtschaftlich noch politisch.
    Wenn ich meine Schulden abbezahlt hab und weiß wie ich meinen Lebensunterhalt verdienen werde, dann gehts ab nach Yap :)

    Das große Problem an dem Plan ist, dass ich mich einfach nicht ins Schulsystem einfügen kann. Ich hab eine Fachschule für Mechatronik/Feinwerktechnik gemacht, bin seit Juni 2007 fertig und kann die Abschlussprüfung nicht machen weil da ein Fach dabei is, das mich nicht im geringsten Interessiert. Ist was wirtschaftliches, hat eigentlich nichts mit dem technischen Beruf zu tun. Jetzt dachte ich daran die Branche zu wechseln und irgendwas im TCM Bereich zu machen, speziell Shiatsu finde ich interessant.

    Was arbeitest du shido?
     
  5. daway

    daway Neues Mitglied

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    Ort:
    so funktioniert die gesellschaft :D
    drogen nehmen von morgens bis abends ...
    regelmäßig bis zum *würg* drogen missbrauchen als ausgleich
    was willst in der brauerei anderes erwarten...

    pass auf das du nicht erneut wie im kindergarten mobbing-opfer wirst weil du anders bist und denkst ... lass dich nicht anstacheln und bleib dir treu so wie du es für richtig findest

    mich hat das immer sehr geärgert als kind (kindergarten/volksschule/hauptschule) dass die gleichaltrigen es toll finden wenn man sich gegenseitig schmerzen zufügt, sich verarscht usw. in der höheren schule hat sich da nur geändert dass nicht mehr geschlägert wurde sondern sich der krieg mehr ins psychische verlagert hat ...

    bei mir warens nicht die pimmelvergleiche
    sondern die in den schritt-tritte ... bis ein lehrer mal das wort ergriffen hat und mal erklärt hat wie dumm dass eigentlich ist wenn wir uns gegenseitig die eier demolieren ... keiner der jungs hat zuhause in der elternstube mitbekommen dass es sich nicht gehört jemand anderen schmerzen zuzufügen - dagegen galt es als angesehen -schrecklich!!!

    das im kiga war so dass ich damals mich mit einem mädchen gut verstand auch zusammen spielte (die jungs waren doof, aggressiv, nervten gerne usw.) aber beim essen musste ich wieder zu den rüpeljungs...

    naja is eh schon vorbei

    grüße liebe
    daway
     
  6. shido

    shido Guest

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    Das ist eine gute Frage...ich bin Allrounder! Meine Eltern haben mich vor 20 Jahren in ein Internat gesteckt, wo ich neben der höheren Handelsschule für Wirtschaft auch das saufen und kiffen gelernt habe, kurzum nur unnötigen Scheiss! Nachdem ich von dem Internat wegen meiner wilden Natur geflogen war habe ich immer und ausschließlich nur als Handwerker in verschiedenen Berufssparten schwarz gearbeitet. Ich konnte mich nie mit Anzug und Krawatte vorstellen, zum Glück ist mir dieses Übel erspart geblieben. Vielleicht lasse ich mir irgendwann mal eine Krawatte tätowieren....nur um der Menschheit Ihre Dummheit zu symbolisieren........
    Zur Bundeswehr musste ich nicht...die haben mich ausgemustert, wegen einer Krankheit die ich mir gewünscht hatte um ausgemustert zu werden. Klingt verrückt, ist aber so. Ich habe dann irgendwann eine Umschulung als Schreiner gemacht und mich danach vom Acker gemacht und bin nach Bombay gezogen um für für Freunde als Produktmanager zu arbeiten. Das war eine gute Erfahrung, aber nicht wirklich mein Ding im Büro zu sitzen Excel Listen in den Computer zu hacken, Quality control zu machen ( in Indien ist das sowas wie Babysitting), den ganzen Export bzw. Transport zu handeln etc. . Ich entschied mich mit meiner Frau nach Goa zu ziehen um dort als Schreiner Fuss zu fassen. Sicherlich ist das kein Job wo man Unmengen an Asche verdient, aber das hat bei mir absolut keine Priorität....... ich mache das jetzt schon seit 8 Jahren und produziere nebenher organische fair trade T-shirts mit gesellschaftskritischen Botschaften, die ich auf Märkten in Goa in der Saison verkaufe. Ansonnsten mache ich Kunstwerke und Mandalas aus Holz mit Schnitzereien und Einlegearbeiten, tue mir schwer meine Sachen an den Mann zu bringen, ich bin kein Geschäftsmann und will auch nicht wie einer denken müssen.......daher bin ich eher naiv, lieb oder dumm und verschenke viel meiner Sachen.......
    Trotz allem habe ich weder Schulden noch ein Bankkonto noch irgendeine Impfung oder Versicherung. Sowas brauche ich nicht! Ich lebe praktisch von der Hand in den Mund wie viele andere Inder und das klappt recht gut! Ich habe zwar Anfangs auch sehr schwere Zeiten gehabt wo ich völligst pleite Brennholz im Dschungel sammeln musste weil ich kein Geld mehr für eine Gasflasche hatte aber diese Erfahrung hat mich nur noch stärker gemacht.

    zum Kapitalismuss....ich frage mich wer kränksten ist?...Die, die Ihn erfunden haben, oder die Ihn am Leben erhalten oder die, die Ihn über sich ergehen lassen?

    liebe grüße aus Goa
    shido




    ____________
     
  7. Frenchie82

    Frenchie82 Mitglied

    Registriert seit:
    7. Januar 2011
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    Europa
    Hallo zusammen,

    vielleicht ist meine Geschichte/ Meinung jetzt das krasse Gegenteil zu Shidos und daways Ansicht und Leben und doch möchte ich gerne was dazu sagen.

    Dieses ich-bin-anders-als-die-anderen kenne ich auch, schon von klein auf. Im Kindergarten gings noch so einigermaßen, in der Grundschule wurde ich - wie man heute auf Neudeutsch sagt - das 1. Mal gemobbt. Für mich "einfach so", weil ich aufs Gymnasium gehen wollte und ein paar meiner "Freundinnen" das doof fanden. Obwohl ich nie eine 1,0-Schülerin oder eine "Streberin" war.
    Doch für mich war das eine schlimme Zeit. Und ich begann da schon - das war in der 4. Klasse - mich zu fühlen als sei ich eben anders als die anderen.
    Als Kind hockte ich oft stundenlang am Strand im Urlaub und hörte Erwachsenen beim Reden zu, auch wenn ich damals noch gar kein Italienisch oder so sprach, doch mit Kindern da reden fand ich einfach nicht spannend genug. So war das immer.
    Im Gymi hatte ich dann das Gefühl, dass die anderen "Probleme" haben, die für mich irgendwie völlig unlogisch waren, also ich fragte mich, wie man denn so ein "Problem" bekommen könne bzw. was man denn daran als "Problem" sehen könne...ich hatte nie diese Probleme, diese berühmten Teeniedreiecksgeschichten oder sonst was, ich hatte mit 11 schon das Gefühl, den anderen 10 Jahre voraus zu sein.
    In der Schule an sich war ich nicht wirklich auffällig, es gab Fächer, in denen ich mich leidenschaftlich reinhängte, in anderen hab ich mir mit Müh und Not eine (dt. - die Schweizer haben ja ein anderes Notensystem) 3 erlernt und wenns Knatsch mal mit einem Lehrer gab, was selten war, dann war das für mich quasi eine Grundsatzdiskussion, so nach dem Motto "wenn, dann aber richtig". War da irrsinnig penibel, was Gerechtigkeit anging.
    Hab mich dann oft auf die Seite der Gemobbten oder der Außenseiter gestellt und komischerweise schadete das nie meinem "Ruf", ich wurde von den anderen Idioten genauso akzeptiert bzw. toleriert. Auch als ich in der Kollegstufe wirklich wohl eine Grenze dahingehend überschritten habe, aber für mich war es richtig und wichtig und es war mir wichtiger als eine gute Note zu haben. Wo mich andere später ansprachen und fragten, wie blöd ich denn sei, dass ich mich auf die Seite bestimmter Leute stelle und selber eins aufn Deckel krieg. Ja, so war ich nun mal.
    Ich war auch extrem konsequent, habe auch Freundschaften beendet, weil meine Prinzipien darin nicht vorkamen. Damit hab ich oft Leuten vor den Kopf gestoßen.
    War das Mysterium, weil ich als einzige von den Mädchen keinen gleichaltrigen Freund hatte und schon gar keinen vom Gymi. Obwohl ich nicht mal die hässlichste war, doch die haben mich nicht interessiert, das wäre mir wie Vergewaltigung jüngerer Leute vorgekommen. Mit 17 dann meinen (späteren) wesentlich älteren Freund kennengelernt. Und alles hat funktioniert, war genauso stinklangweilig oder auch nicht wie das, was meine Freundinnen zu erzählen hatten. Nur dass es bei mir irgendwie nie Drama gab. Naja.
    Dieses gegen-den-Strom-schwimmen wurde mir oft so ausgelegt, als ob ich das absichtlich machen würde, weil ich mich besser fühle als andere. Was aber nicht stimmte. Mir ging es oft sehr sehr schlecht dabei. Und ich war oft wütend auf mich selber und fragte, wieso ich nicht einfach auch so beschissene Popel"probleme" wie meine Schulkameradinnen haben könnte, sondern nein, bei mir musste alles immer total anders sein.
    Dann mit 19/ 20 wollte ich mich zwingen, so eine junge Person zu sein, wie es die ländliche Gesellschaft gerne hätte - und ich war todunglücklich. Wie oft fragte ich mich "WAS machst du hier eigentlich?????" Ein Jahr hielt ich das so aus, danach gabs nen Riesenknall und ich hab mit vielen Leuten gebrochen, doch ich fühlte mich einfach besser, freier, wie ich selbst.
    Klar, ich ging gern weg und war auch viel unterwegs, aber ich trank bis 23 oder 24 keinen Tropfen Alkohol. Hat mich auch nicht interessiert, fand es unmöglich, wie sich v.a. alkoholisierte Mädchen benahmen.
    Und wenn ne 18jährige 3 Maß Bier trinken kann und ohne Schlangenlinien läuft, ja...das fand ich einfach nur entsetzlich.
    Daher wohl u.a. auch die immer älteren Männer, die hatten sich zumindest schon ihre Hörner abgestoßen und mussten sich nicht jedes Wochenende heillos zulaufen lassen. Es war auch nicht so, dass ich mir sagte, es MUSS ein älterer Typ sein. Doch jedes Mal, wenn ich jemanden kennenlernte und wir unterhielten uns super, Frage nach dem Alter ...da war Schock auf beiden Seiten da. Und ich hatte lange lange Zeit Mühe, das zu akzeptieren. Vor allem, weil ich sah, wie meine Eltern damit zu kämpfen hatten: die kleine Tochter und Prinzessin, was macht sie denn da nur? Will sie sich als unterwürfige Sexsklavin entwickeln? Ja...schwierig, zu wissen, dass man seine Eltern enttäuscht und doch nicht mit nem 18jährigen zusammen sein kann, weil man kreuzunglücklich ist. Ich kam mir immer vor wie seine Mutter. Und die Gesprächsthemen waren immer dieselben, egal, ob Gymnasiasten, Haupt- oder Realschüler. Es war für mich einfach sterbenslangweilig.
    Mir sagte mal ne Frau, ich hätte einfach eine sehr weise alte Seele in mir, daher sei das so.... Keine Ahnung, ob das stimmt oder nicht. Hab mich auch nie damit weiter beschäftigt.
    Versteht mich nicht falsch, ich sah und sehe mich überhaupt nicht besser oder toller als die anderen, für mich war das lange ein Konflikt.
    Erst im Studium - was auch nicht so lief bei "normalen" Menschen - als ich allein lebte und merkte, wie sich mein Gehirn, mein Horizont auftat und "plötzlich" wusste, wer ich bin und was ich will, erst da ging es mir besser. Auch da verschwand meine Neurodermitis.
    Wenn ich das so mit euren Geschichten vergleiche, dann ist wohl immer derselbe Nenner, dass man irgendwann mal akzeptiert, dass man eben so ist, wie man ist. Und mir ist es mittlerweile auch sowas von scheißegal, was andere Leute über mich denken.
    Ich bin auch eine ganz schlechte Schauspielerin, wenn ich jemanden nicht leiden kann oder mich jemand schlecht behandelt, dann ist die Person für mich gestorben- Punkt um. Da gibts kein Revival und gar nichts. Mittlerweile bin ich so in mir gereift, dass ich keinen Krieg mit den Leuten anfange, doch ich ignoriere diese Leute und spreche kein Wort mit denen. Die sind mir dann nicht mal ein "Hallo" wert.
    Werd ich auch oft kritisiert deshalb, aber damit kann ich umgehen. Ich denke mir, bei mir weiß man dann zumindest, woran man ist.
    Denke, man kann sich ein Stück weit anpassen, doch man sollte das nur soweit tun, wie man sich dabei wohl fühlt.
    Für mich ist z.B. ausgeschlossen, dass ich zurück nach Bayern gehe und mich dort als Gymnasiallehrerin verbeamten lasse (gut, müsste das Staatsexamen nachholen). So, wie ich momentan mein Leben führe, fühle ich mich wunderbar und es geht mir gut und ich mache das, was mir gefällt.
    Auch wenn mir viele Leute sagen :"Mensch, dann bist du verbeamtet, hast nen tollen lockeren Job, was willst du mehr?!"
    Boah...nein, ich will keine ständige Kontrolle und Überwachung und ich hab gemerkt, dass ich nicht dieser geradlinige Typ bin. Ich will keinen sicheren Job, bis ich tot umfalle. Auch wenn man mich damit für verrückt erklärt. Doch ich will das tun, was MIR gut tut.
    Und trotzdem, Daniel, wenn es nur 1 poplige Prüfung ist, die dich vor einem Abschluss trennt, dann möchte ich dich ermutigen, das durchzuziehen. Du weißt NIE, wofür das mal evtl. gut sein kann. Du kannst doch immer doch das im Esoterikbereich machen, was dich interessiert! Vielleicht kann dir deine jetzige Ausbildung auch dafür mal wichtig sein.
    Und glaub mir, ich hab auch mein Studium durchgezogen und 40% dessen, was ich gelernt habe, hat mich 0 Komma 0000 gar nicht interessiert. Aber mein Studium nach 4,5 Jahren hinschmeißen schien mir genauso dumm.
    Sieh es als Motivation: wenn ich diese blöde Wirtschaftsprüfung (oder was es auch ist) bestehe, dann bin ich frei und kann tun und lassen, was ich will. Meinst du nicht, dass du das schaffen könntest?

    LG, Frenchie
     
  8. Mondblumen

    Mondblumen Guest

    Gesellschaftsinkompatibel - das Wort gefällt mir, das bin ich wohl auch. :D Auch wenn's ja eigentlich gar nicht lustig ist.

    Kann es evtl. auch sein, dass du eine Belastungsstörung hast? Eine Posttraumatische meine ich.
     
  9. reinsch

    reinsch Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    31. März 2006
    Beiträge:
    2.818
    Was macht man bei einer posttraumatischen Belastungsstörung?
     
  10. Mondblumen

    Mondblumen Guest

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    Eine Therapie. Ob die dann hilft, ist allerdings wieder eine andere Frage. Ich kann's dir nicht sagen, reinsch. Hab mir da auch schon Gedanken drüber gemacht, wie's gehen soll, mit dem "wieder belastbarer werden", generell im Leben.

    Manch einem mag es schon helfen, darüber zu reden, über das, was war.
     

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