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Einsam sterben...

Dieses Thema im Forum "Sterben, Tod, Leben nach dem Tod" wurde erstellt von Hamied, 23. September 2005.

  1. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2005
    Beiträge:
    11.580
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    Uguc
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    Hallo :) ,

    Heute hat uns ein Dozent erzählt, dass er mehrere Monate ein Praktikum in einer Klinik für Innere Medizin gemacht hat.
    Ich konnte nicht fassen, was er da alles erlebt hat.
    Er sagte, dass er sehr viele Patienten mit falschen Diagnosen hatte......beispielsweise stand im Bericht: Patien XY toxische Leberschädigung durch Alkohol....letztendlich hat der Patient aber garnie getrunken, der Befund war schlichtweg falsch. Gerade durch diesen wurden gewisse Patienten auch dem entsprechend behandelt.......frei nach dem Motto: Selber Schuld, der Alki. Jetzt soll er eben mit der Leberzirrhose klar kommen.
    Desweiteren müssen auch viele Krebspatienten dort gewesen sein, im Endstadium.
    Er sagte sie hätten ein Sterbezimmer gehabt, ein leerer, kahler Raum mit einem Einzelbett.
    Dort wurden dann die Patienten hineingebracht, bei denen es keine Hoffnung mehr gab und deren Zeit bald abgelaufen ist.

    Und jetzt kommt der Hammer:
    Wenn ein Patient die Notfallklingel betätigt hat, weil er Schmerzen hatte oder vielleicht auch nur Angst vor dem Sterben wurde lange, lange nicht nach ihm geschaut.......folglich versuchte er es erneut, irgendwann hat sich eine Schwester dann erbarmt und kam zu ihm....der Patient klagte vor Schmerzen....also gab es Morphium.....der Patient klingelte wieder...die Klingel wurde einfach abgestellt....keiner kam und sah nach diesem Menschen..bis er verstorben war. Und das sei kein Einzelfall gewesen.
    So sahen also die letzten Momente von vielen Patienten aus.

    Ich meine man muss sich das mal vorstellen, erst wird man abgestempelt, dann wird man aufgegeben, anschließend abgeschoben und muss auf diese Art sich von der Welt verabschieden?
    Wie Menschenverachtend ist das????
    Zudem spürt man sehr wohl, wenn die innere Uhr abgelaufen ist..und ich glaube keiner möchte einsam und alleine gehen ..ist es da nicht einfach nur selbstverständlich bei einem Menschen zu bleiben, ihm die Angst zunehmen um ihm einen würdevollen Übergang/Abschied/Tod zu ermöglichen?
    Nein, da wird natürlich keine Zeit investiert......welchen Profit hätte man davon......da geht die liebe Arbeitszeit flöten und die ganzen Kosten die durch sowas entstehen.....lieber schön Personal sparen....evtl noch Menschen einstellen, die nur ihren Job machen, nicht aber ihre Berufung...ich kann das nicht verstehen.

    Der Mensch kennt keinen Respekt, keine Würde, keine Achtung, keine (Nächsten-)Liebe..........nicht vor der Pflanzenwelt, nicht vor den Tieren, und nicht einmal vor sich selbst!!!!

    Liebe Grüße
    Hamied :kiss4:
     
  2. xentrixa

    xentrixa Mitglied

    Registriert seit:
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    nähe erlangen
    dafür habe ich keine worte..ich finde es einfach nur sehr traurig und es beschämd einen das diese personen auch menschen sind die die armen alleine sterben lassen..*kopfschüttel*
     
  3. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. Februar 2005
    Beiträge:
    11.580
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    Was ich absolut nicht verstehen kann, ist das sie so kaltherzig handeln.
    Das zeigt doch, dass sie diesen Beruf nicht von Herzen machen. Sondern sie tun nur ihre Arbeit, des Geldes, des Erfolges wegen......denn wenn ich etwas als meine Berufung ansehe, dann gebe ich alles ohne etwas dafür zu erhalten.......dann versuche ich aus tiefster Überzeugung und von Herzen alles zutun um diesem Menschen zu helfen, und wenn es keine Möglichkeit mehr gibt, so liegt es an mir ihm beim Sterben beizustehen.
    Ich verstehe vieles was innerhalb des Sozielen Bereiches abläuft nicht......hier wird meist derart unmenschlich gehandelt......Stellen gestrichen......wie viele ältere Menschen vegetieren in einem Altenheim dahin, ich könnte Geschichten erzählen......mein Freund war Zivi in einem Altenheim und ich habe auch vor mehreren Jahren dort ein Praktikum gemacht.....diese Bilder werde ich nie vergessen.

    Liebe Grüße
    Hamied :kiss4:
     
  4. Romaschka

    Romaschka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. März 2005
    Beiträge:
    5.096
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    Liebe Hamied,
    ich kann deine Gedanken verstehen.

    Ich denke, in Krankenhäusern fällt es schwer, mit dem Tod umzugehen, weil der Kranke im Grunde genommen in das Krankenhaus geht, um gesund zu werden. Das ist die Arbeitsaufgabe der Mediziner und Pfleger dort. Stirbt dort ein Patient, ist es sicher oft wie ein persönliches Versagen der Ärzte, weil ja die moderne Medizin schon sooo viel, ja fast alles, kann.

    Sie sind oft auch einfach von der Ausbildung her nicht auf Sterbefälle vorbereitet.
    Ich kenne eine Krankenschwester, mit der ich mal ihre und die Ausbildung zur Altenpflegerin verglichen habe. Wir Altenpflegeschüler hatten ein 2tägiges Sterbebegleitungs-Seminar mit Mitarbeitern vom Hospiz und einer Ärztin. Und im Religionsunterricht und in Psychologie haben wir über die Erkenntnisse der Forschungen von Elisabeth Kübler-Ross gelesen und gesprochen, was eine großartige Hilfe im Umgang mit dem Tod darstellt.

    Es ist wirklich nicht jedem gegeben, sich an das Thema Tod ranzuwagen. Wobei das grade in medizinischen Berufen so dringend notwendig wäre...
    Aber das Tabu-Thema Tod wird zum Glück immer öffentlicher. Es betrifft jeden von uns und ist leider aus unserer Kultur verbannt worden.

    Wenn ich in einem Krankenhaus solche Zustände, wie du beschreibst, erleben würde, das würde ich nicht auf sich beruhen lassen.

    Bei uns im Pflegeheim sind die Räumlichkeiten für Sterbende auch nicht optimal, aber wir bemühen uns darum. Es wird für die Verwandten ein Rahmen geschaffen, dass sie Abschied nehmen können und auch stunden- oder tageweise am Bett des Sterbenden sitzen können, bis er den Übergang geschafft hat. (bequemer Sessel ins Zimmer, möglichst Einzelzimmer, wenn Doppelzimmer - Sichtschutz aufstellen; Kerze anzünden, Gespräche anbieten, Trost spenden, Getränke fortlaufend bereitstellen und Wunschmahlzeiten ermöglichen, bei starken Schmerzen den Arzt verständigen zur Erhöhung der Medikation...)

    Wenn so jemand klingelt, geht vom Personal IMMER jemand sehr schnell nachsehen. Das ist man einfach dem Menschen schuldig. In unserem Haus spüre ich auch, wie die Mitarbeiter Anteil nehmen und sich kümmern.

    Zum Thema "einsam sterben" mag ich aber noch anfügen, dass es auch Sterbende gibt, die einfach in Ruhe gelassen werden wollen und Besuch sogar wegschicken, weil sie einfach nicht betrachtet werden wollen in ihren letzten Zügen oder weil das Verhalten einiger Verwandten sie zu sehr belastet. Das gibt es eben auch. Man muss da sehr differenziert betrachten lernen...
    Ich wünsche einem jeden das, was er sich auch wünscht.

    liebe Grüße von Romaschka, Pflegerin mit Herz
     
  5. nirak

    nirak Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. September 2004
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    348
    Ort:
    Wo Ich Einst Niederfiel
    Hallo Hamied,

    ich muss mich meiner Vorrednerin anschließen. Es stimmt....Ärzte wollen mit jedem erdenklichen Mittel heilen ...... den Tod an sich akzeptieren sie nur sehr schwer.

    Ich bin Gott sei Dank in den Genuß gekommen die Altenpflegeschule und anschließend die Krankenpflegeschule zu machen,doppelt gemoppelt. :)
    Dadurch wurde mir vieles klarer.

    Vorallem in den Pflegeheimen herrscht auch in der heutigen Zeit noch ein Zustand den man sehr schwer aushalten kann. An wem liegt es......???
    Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken und nicht am Schwanz.....ein altes Sprichwort.
    Es wird überall Persoanl abgezogen,auf einer Station mit 30 oder mehr Pfleglingen arbeiten 2 Schwestern oder Pfleger pro Schicht.......wie soll da ein menschenwürdiges Pflegen möglich sein.
    Dort ist eine Fließbandpflege möglich mehr nicht.

    An mein Praktikum im Pflegeheim erinnere ich mich mit Grauen.......Fußwäsche gab es dort nicht.!!!!!
    Es wurde vorgeschrieben wieviele Inkontinenzhosen pro Tag verwendet werden dürfen. Mitgespielt habe ich im damaligen Schülerstatus nicht......wenn jemand frische Einlagen etc. gebraucht hat,hat er sie auch bekommen.
    Dann liegt es auch an den Menschen generell,an ihrer persönlichen Einstellung und .....so wie ich mich pflege,so pflege ich auch den Menschen der auf mich *angewiesen ist*.

    Das schlimmste Erlebnis waren die letzten 4 Tage meiner Mutter im KH,kurz vor ihrem Tod.
    Menschenwürde.......gab es dort nicht. Alles wurde getan um ihren Körper weiterhin auf Trab zu halten,sie taten NICHTS um ihr Sterben zu erleichtern.
    Sie wurde am Tage ihres Todes noch vollgepumpt mit Infusionen.......es bestand ja in den Augen der Ärzte die Gefahr des *Austrocknens*.
    Ich fand das nur mehr krank,........die Ärzte wollten es nicht wahrhaben das sie am Ende angelangt sind und das sie sterben wird.

    Ich bin froh in einem KH zu arbeiten wo kein Sterbender abgeschoben wird,wo auf die Wünsche der Sterbenden eingegangen wird und wo Menschen noch als Menschen behandelt werden.

    lg
     
  6. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

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    Hallo :) ,

    Ich denke das es primär nicht die Aufgabe eines Arztes ist sich um die Sterbenden zu kümmern, da geb ich euch recht. Jedoch könnte in diesem Bereich in vielen Kliniken mehr getan werden. Im Grunde ist daran das gesamte System unmenschlich und falsch.
    Es gibt beispielsweise die Sterbegleitung, d.h. Personen die speziell für diese Situationen ausgebildet sind. Unter anderem auch die Trauer und Sterbebegleitung der NLP (Neuro Linguistisches Programm). Ich denke gerade diese Bereiche sollten vermehrt integriert und praktiziert werden.
    Ich für meinen Teil möchte jedenfalls nicht, auf diese Weise sterben....und ich hoffe dieser Wunsch wird mir auch erhöhrt :rolleyes:
    Aber es gibt sicherlich Menschen, die alleine Sterben möchten, das gibt es sicher. Jedoch denke ich auch, dass diese sich trotzdem vorher noch verabschieden möchten......in irgendeiner Form. Das kann aber niemand der Morphium verabreicht bekommt damit er ruhig gestellt ist, oder den man einfach links liegen lässt. Man sollte den letzten Wunsch eines Menschen berücksichtigen, das ist meine Meinung. Wenn jemand dann äußert lieber allein gelassen zu werden, ist das völlig in Ordnung.

    Liebe Grüße
    Hamied :kiss4:
     
  7. nirak

    nirak Aktives Mitglied

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    Wo Ich Einst Niederfiel
    Hallo Hamied,

    Ein kleiner Irrtum,auch Menschen unter hohen Dosen Morphinen können sich noch verabschieden. Schmerzfrei ........verabschieden. :)

    lg
     
  8. Hamied

    Hamied Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Ich kenne aber auch viele Menschen, die alles andere als Klar im Kopf von diesem Mittel waren.

    LG
    Hamied :kiss4:
     
  9. Romaschka

    Romaschka Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Ich stimme Nirak zu.
    Wenn Morphium nicht als Bedröhnungsdroge missbraucht wird (Süchtige wollen sich den "Hammer" geben), sondern der Patient mit niedrigen Dosen allmählich auf Verhinderung von Schmerzspitzen eingestellt wird, können oftmals die so Behandelten nach Aushalten langer Schmerzen und damit einhergehender Sprachlosigkeit wegen fehlender Kraft endlich wieder zur Ruhe finden, sich artikulieren und wachen Geistes Abschied nehmen.
     
  10. Katarina

    Katarina Guest

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    Liebe hamied,

    Mein Idealbild von einem Heiler ist sehr wohl, dass er fähig und im Prinzip willens ist, einen Menschen auch beim Sterben zu begleiten. Wenn man Heilen ganzheitlich betrachtet, dann ist es auch ein Muss, einen Menschen, der Angst vor dem Sterben hat und nicht alleine sein möchte, zu begleiten

    Die Misstände, die du sicher zu Recht beklagst, sind ein Ausdruck der Todesangst, den diese Ärzte oder Schwestern/Pfleger haben. Warum wird ein Mensch Arzt, warum will er helfen (lassen will mal das mit dem Arztberuf verbundene Prestigedenken außer acht)? M.E. ist das der äußere Ausdruck des inneren Bedürfnisses, sich selbst helfen zu wollen. Und wenn ich selbst vor dem Tod davonrenne, mich damit nicht konfrontieren möchte, dann wird das Sterben anderer beiseite geschoben. Idealerweise verdienen diese Menschen/Ärzte/Schwestern nicht unser Urteil, sondern unser liebevolles Mitgefühl. Fällt nicht ganz leicht, ich weiß, aber ich denke, dass das letztlich wohl doch konstruktiver ist als die Anklage.

    Liebe Grüße

    Katarina
     
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