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Das Uhrwerk Orange Problem

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von FIST, 19. Dezember 2008.

  1. FIST

    FIST Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2004
    Beiträge:
    25.988
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    Seit gegrüsst oh meine Einzigen Freunde

    Ihr kennt sicher das Buch/den Film Uhrwerk Orange? wenn nicht, ein Kurzer Abriss

    Die Geschichte handelt in einer Unbestimmten Zukunft in London vom Jugendlichen Alex (16 Jahre alt) in einer Heruntergekommenen Plattenbausiedlung. Seine Hobbies sind unter anderem: Raub, Vergewaltigung, Diebstahl, Prügeleien und andere schöne Dingen. Die Verbrechen die er im Buch begeht: Raubüberfall in einem Kiosk, Zusammenschlagen eines Rentners, Einbruch, Körperverletzung und Vergewaltigung, Vergewaltigung zweier Minderjährigen Mädchen, Prügelei mit einer anderen Gang und zuletzt Mord (bzw Todschlag).

    Er wird dann von seinen Freunden Verraten und kommt ins Gefängniss, wo er das Arschkriechen lernt. Er wird für eine Psychologische Methode ausgewählt, die es ihm Verunmöglicht Böses auch nur zu denken und schon der Gedanken an Gewalt bei ihm Übelkeit und Schwächeanflälle verursachen.

    Er wird entlassen. Und damit fangen die Probleme, auch Ethischer Natur im Buch erst richtig an. Alex ist, zwar nicht im Geiste, aber in den Taten ein Heiliger geworden, Freundlich, zuvorkommend, Demütig, unauffällig. Er landet aber in einer Welt, die nicht Nett ist. Er wird zuerst vom Rentern und seinen Freunden Verprügelt, wird dann von Polizisten "gerettet", die sich als ehemaliger Erzfeind und ein ehemaligen Freund herausstellen (also ebenfalls ehemalige Vergewaltiger, Möder, Gewalttäter, Räuber) und prügeln Alex fast zu tode. Im Delirium landet er bei dem Mann, dessen Frau er vergewaltigt hat (die darauf hin gestorben ist) und ihn zum Krüppel geschlagen hat. Dieser Mann sieht in Alex eine Chance für einen Politischen Kampf (hier weicht das Buch entscheidend vom Film ab, denn im Film Erkennt der Mann Alex als Vergewaltiger seiner Frau, im Buch nicht). Für sienen Politischen Kampf aber muss Alex sterben... Nach dem Alex sich umbringen wollte, wird er auf Kösten der Regierung (dieselbe Regierung die Schläger als Polizisten Einstellt und die "Gehrinwäsche" bei Alex beführwortet) geheilt, die Politischen Aktivisten die gegen die Regoerung kämpften Hingerichtet und Alex mit einem Job versorgt.

    Die Quintesenz des Buches ist, ausgesprochen vom Gefängnisspfarrer, dass der Mensch die Freie Wahl haben muss, selbst wenn die Freie Wahl bedeutet, das schlechte zu wählen.

    Alex wird diese Freie Wahl genommen, er ist nicht freiwillig ein Anständiges Mitglied der Gesellschaft, sondern nur auf Zwang. Weiter ist das Problem, das er Jede Fähigkeit zum Selbstschutz verliehrt und der Grausamkeit der Gesellscahft hilflos ausgeliefert wird (denn immerhin ist ja Alex Gewalttätgkeit nicht einfach so da, sondern er entstammt ja selber einer Brutalen Gesellschaft...) Das Buch geht soweit, dass die Täter/Opferrollen komplett vertauscht werden... Die Menschen, denen Alex vor seiner Inhaftierung Gewalt anwendet, entpuppen sich als nicht minder Gewalttätig als Alex selber, und sie geniessen es, Alex zu Misshandeln, weil sie wissen, dass er sich nicht wehren kann.

    Soweit der Film, dessen desillusionierende Ansicht lautet: die Menschheit als gesammtes ist Grausam, Gewalttätig und Verkommen.

    Das Buch geht ein Schritt weiter: Alex lebt nach seiner Heilung wieder sein Altes Leben aus Gewalt, Sex und Raub... aber es macht ihm immer weniger Spass... Er trifft auf einen alten Freund der nun Verheiratet ist und ein vollkommen normales Leben führt, was in Alex ebenfalls den Wunsch weckt, sich zu verlieben und ein normales, friedliches Leben zu führen.

    Soweit das Buch, dessen etwas optimistischere Ansicht lautet: der Mensch hat in sich selber die Möglichkeit, sich zum Positiven zu Wandeln.

    Die Fragen des Buches/Filmes lauten

    - was ist gerechtigkeit?
    - welchen Stellenwert hat der Freie Wille?
    - darf man einen Menschen dazu zwingen, etwas zu denken was der Mensch nicht denken will?
    - wo ist die Trennlinie zwischen Opfer und Täter

    lG

    FIST
     
  2. 5teve23

    5teve23 Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    23. Februar 2006
    Beiträge:
    6.420
    Ort:
    über-all
    is ma grad viel zu ernst :stickout2:

    a andres mal vl ;)
     
  3. ~Kaji~

    ~Kaji~ Guest


    Okay, hier schreibst Du es noch mal. Denke, nun verstehe ich, was Du im anderen Thread meintest.

    Ich denke, der Mensch darf/muß/kann die freie Wahl haben. Denn mit dieser Wahl wählt er auch die daraus folgenden Konsequenzen, muß zwangsläufig die Verantwortung übernehmen.


    Dann bringt es nichts, da nicht aus eigenem Willen heraus, bzw. lebt er auf eine Weise, die er selbst für sich nicht verstanden hat.

    D.h. eine Therapie oder Eingliederung, müßte anders vonstatten gehen, als Zwang. Klar, wenn ein Verbrechen geschieht, weiß jeder, daß dieses geahndet wird. Und kennt auch die Folgen. Dann hat ein Mensch wieder die Wahl, durch Gefängnisaufenthalt zu lernen, in Therapien etwas zu erfahren, oder nicht. Je nachdem, wie er sich innerlich entscheidet, wird sich sein Schicksal erneut entfalten. Macht er ähnliche "Fehler" nochmal? Zwingen kann man ihn leider nicht.




    Tun sie es aus Rache? Hätten sie es auch getan, wenn Alex ihnen nichts angetan hätte?


    Könnte ich nicht beantworten.


    Einen doch recht großen, würde ich meinen. Da alles selbst erfahren werden muß, was man anders nicht lernen kann, oder möchte. Dabei muß es ja nicht gleich um Grausamkeiten gehen. Welcher Jugendlicher hört schon gerne auf seine Eltern oder allgemein auf Erwachsene? Diese sehen vielleicht, daß er/sie in sein/ihr Unglück rennt. Dem Jugendlichen fehlt diese Lebenserfahrung, er muß sie erst durchleben. Andererseits mag es auch "einsichtigere" junge Menschen geben, die nicht erst im Abgrund landen müssen. Was unterscheidet den einen vom anderen?


    Das dürfte nur schwer möglich sein. Es sei denn, es wird tatsächlich Hirnwäsche angewandt. Fragt sich, inwieweit diese tagtäglich angewendet wird, über Medien, Werbung, die Meinung der Masse (die wieder aus der werbung usw. entsteht). (hatten wir ja schon in einem anderen Thread)

    Ansonsten gilt auch hier wieder: jeder ist für seine Gedanken selbst verantwortlich. Auch wenn es ein wenig gemein ist.

    Könnte ich auch nicht beantworten.

    Kaji
     
  4. Nehemoth

    Nehemoth Guest

    Hier fängt es an. Hatte Alex jemals eine freie Wahl? Bei Alex zeigt sich von Anfang an eine starke Neigung zu Tollschock, Kroffi und Ultrabrutale (oder so) - nun liegt doch diese Neigung den Entscheidungen zugrunde. Die Neigung lenkt die Gedanken, sie macht die Gedanken fast ebenso unfrei wie die "Therapie" später. Verstehst du das unter "Wille", eine Grundeinstellung des Hirns, auf die das Individuum recht wenig Einfluss hat. Alex hatte nie die Wahl, einem Penner alle Knochen zu brechen oder nicht. Seine Wahl bestand höchstens darin, entweder dem einen oder dem anderen Penner die Knochen zu brechen. Das ist keine Entscheidungsfreiheit.
    Die "Therapie" war natürlich suboptimal, ja. Es wurde ein starker Zwang mit einen noch stärkeren, inkompatiblen übertüncht. Jedesmal, wenn er auch nur an körperliche Gewalt dachte, litt er folglich - auch, wenn es um Notwehr ging. Hier spiegelte sich die Brutalität der Gesellschaft in der Methode der Therapie wider: entweder du kennst keine Gnade, oder dir wird keine Gnade gewährt.

    Nicht unbedingt. Die Ansicht des Buches lautet m.E. einfach, dass auch der größte Bastard milde wird, wenn er sich ausgetobt hat.

    Das hängt vom Zeitgeist ab. Ich vermute, dass davon unabhängige, "göttliche" Gerechtigkeit ein Hirngespinst ist.
    Ist er überhaupt frei? (Transzendierender) Gegenansatz: Ist der Wille wirklich frei, dann ist er es immer. Also sind Eingriffe okay.
    Im Beispiel wird das ja gerade nicht getan: Alex' Gedanken werden nämlich nicht ersetzt, sondern bestraft - das ist eine sadistische Methode, die nicht erlaubt werden darf. Wenn Gedankenmodifikation, dann absolut und schmerzfrei. Wäre es möglich, Neigungen etc. effektiv auszutauschen, Persönlichkeiten zu verändern, ohne dass schmerzhafte Nebenwirkungen auftreten, würde ich antworten: Eindeutig JA! Denn wie gesagt: Ist der Wille frei, ist er es immer. Ist er nicht wirklich frei, ist es nicht schade drum. Es ist doch eine schöne Vorstellung, unglücklichen Menschen gute Laune einzuoperieren... viele Menschen machen das freiwillig: mit Alkohol, Drogen, Speiseeis, Frog Baseball... diese Mittelchen haben alle miteinander unangenehme gesundheitliche Nebenwirkungen. Die Gedankenkontrolle nicht.

    lg Nehemoth
     
  5. FIST

    FIST Neues Mitglied

    Registriert seit:
    16. Februar 2004
    Beiträge:
    25.988
    Die Motivation ist nicht nur Rache. Hier wird Alex zum Werkzeug Politischer Intrigen. Der alte Mann will dadurch, dass sich Alex umbringt die Unmenschlichkeit der Methode anprangern und als Politische Waffe verwenden. Hier zeigt sich auch einen unglaublichen Zynismus in diesem Mann. Um beim Volk auf die Tränendrüse drücken zu können und das Unrecht das Alex angetan wurde anzuprangern, wird er selber zum Mörder (er will ja Alex durch Beethovens 9. Symphonie in den Tod treiben, die Alex bei Alex nach der Behandlung die Selben Symtome auslöst wie Gedanken an Gewalt). Er Handelt nicht aus Rache sondern aus reiner Machtkalkulation (im Film kommt das nicht so durch, im Buch schon.)

    Freie Wahl heisst für mich auch immer, mit den Konsequenzen der Wahl leben zu müssen... Wenn ich mich entscheide im Winter in Kurzen Hosen nach draussen zu gehen muss ich mit der Erkältung die ich davon krieg leben ;)

    Ja hatte er. Er is ja nicht blos irgend ein Mitläufer der nichts Denkt (das ist Doofies Part) - er ist ziemlich Intelligent und dazu ein Anführer. Und er hätte auch genügend Möglichkeiten mit seinem Leben etwas anderes anzufangen... Allerdings kennt man die Vorgeschichte von Alex zu wenig um sagen zu können, was ihn zu dem Macht, was er ist.

    jap... aber weil Gewalttätige Gedanken ihm Schmerzen bereiten, ist er gezwungen an andere Dinge zu denken, dadurch werden die Gedanken trotzdem ersetzt ;)

    in meiner Bibliothek gibt es, neben Uhrwerk Orange noch ein anderes Buch, dass sich mit der Willens und Gedankenfreiheit befasst: 1984. In ihm ist ja Gedankenkontrolle ein Zentrales Moment des Terrors der Partei.

    Das Problem bei "Gedankenkontrolle" is ja: wer gibt vor, was gedacht werden Kann/Darf und wie ehrlich sind seine Motive. Denn in 1984 sind ja die Motive der Partei durch und durch Verkommen. Es geht ihr nicht um die Weiterentwicklung der Menschheit, noch um ein Ethisches Ideal und bassiert auch nicht auf Religiösen Erlösungsvorstellungen... Winston kriegt auf die Frage des warums ja nur die Antwort: weil wir es können

    lG

    FIST
     
  6. sage

    sage Guest

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    @Fist, ersetze Sexualstraftäter durch Nazi, dann diskutieren wir weiter....


    Sage
     
  7. FIST

    FIST Neues Mitglied

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    ich bin auch nicht dafür, dass man Nazis der Gehirnwäsche aussetzen darf, weil auch ein Nazi unveräusserliche Menschenrechte besitzt
     
  8. eva07

    eva07 Neues Mitglied

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    Auch zu lang, denn ich muss weg.
     
  9. eva07

    eva07 Neues Mitglied

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    Na, das wäre ja eine neue Erkenntnis des Herrn Fist!

    Ein Nazi und Menschenrechte? Wo gibts denn das? Ist das nicht hier und überall verboten?

    Ich höre und staune.

    Die Menschin
     
  10. LoneWolf

    LoneWolf Sehr aktives Mitglied

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    Was ist Gehirnwäsche?
    Ich mein, wo beginnt sie?
     
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