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Astrologie und systemische Aufstellungen

Dieses Thema im Forum "Astrologie" wurde erstellt von sternja, 25. Januar 2014.

  1. sternja

    sternja Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Oktober 2006
    Beiträge:
    5.190
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    Nun denn, eigener Thread. :)

     
  2. sternja

    sternja Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    19. Oktober 2006
    Beiträge:
    5.190
    Hallo Jake,

    ich denke das könnte stimmen mit der Dynamik im System, wenn man sich zu sehr auskennt in der Astrologie.

    Bei der Aufstellung im Seminarzentrum war eine weitere Astrologin anwesend, die unsere Leiterin mitgebracht hat, welche auch schon einige Aufstellungen gemacht hatte. Aber diese erzähle mir, dass es auch schon vorkam, dass der Vater durch den Mond und die Mutter durch die Sonne repräsentiert war, was man aber erst im Laufe der Aufstellung herausfand. Diese Astrologin konnte sich also von fixen Vorstellungen, wie etwas zu sein hat offenbar lösen.

    Bei den Aufstellungen mit den damaligen Freundinnen, hatte keiner Ahnung von Astrologie außer ich.
    Ich hab die Planeten nach HK an ihre jeweiligen Plätze gestellt und die ausgebildete Aufstellerin hat die Aufstellung gemacht.
    Das hat prima funktioniert.
    Kein Problem für die Dynamik scheinbar. Da ist wirklich viel passiert.

    Aber, ich war einige Zeit später bei einer gelernten und praktizierenden Astrologin mein eigenes HK aufstellen. Und mein erster Eindruck von "ob das so wirklich sein soll" war als sie plötzlich meinte: "Der Saturn steht ja auch für den Vater."
    Was auch auffällig war, besagte Dame war nur im Kopf, nicht im Gefühl. Das hat man gemerkt. Mir hat diese Aufstellung auch nicht wirklich irgendwas gebracht.

    Somit ist es wie du sagst. Ein System in ein anderes pressen zu wollen, ist vermutlich nicht sonderlich ratsam, geschweige denn gewinnbringend.

    LG :)
     
  3. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
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    Beiträge:
    5.379
    Ort:
    Graz
    Ich find's ja im Grund toll, dass da auch unbefangen experimentiert wird. Zumal es bei solchen Experimenten nicht darum geht, einem leidenden Menschen auf Lösungswege zu verhelfen, sondern darum, die Kompatibilität von Methoden zu untersuchen (wenn es darum geht). Experimente haben für mich aber nur dann einen Sinn, wenn sie auch kritisch begleitet werden und wenn die Resultate auch ggf. "falsifiziert" werden dürfen (natürlich nicht im streng naturwissenschaftlichen Sinn bei diesem Metier).

    Ich habe es auch so erlebt, dass im Verlauf der Horoskop-Aufstellung die zunächst durch Planeten symbolisierten Elemente dann Zuordnungen erhielten, die einen "Sitz im Leben" des Aufstellenden hatten – wie Du es mit Vater, Mutter etc. beschrieben hast *). Damit wandelt sich dann die Horoskop- zur Familienaufstellung ... was ja durchaus etwas bringen mag, denn wenn ich davon ausgehe, dass weder Astrologie noch Aufstellerei völlig daneben sind, dann muss sich in beiden, bezogen auf eine aktuelle Situation, ja auch ähnlich Strukturiertes abbilden. Das bedingt dann aber auch die Freiheit, wie es in einer Familienaufstellung üblich ist, die Positionen der RepräsentantInnen umzuordnen, zu verschieben, bis eine gelöstere Wahrnehmung des Bildes möglich wird – und damit fall ich dann vollends aus dem astrologischen Kontext, denn die Sterne kann ich ja nicht so verschieben, wie ich's gern hätte.

    Das wäre dann der Schritt aus den Kontext-Parametern (Astrologie) in die Muster-Modifikation, in die lösende Bewegung (Aufstellung). Hier die astro-systemischen Rahmendaten, dort die aktuelle Verwirklichungsform, die so nicht im HK steht.

    Ich kenne auch viele Aufstellungsformen (und schätze sie nicht), in denen das Aufstellen in ähnlicher Weise wie die Astrologie als Orakel betrieben wird. Man möchte wissen, "wie es wirklich war" oder "warum es so gekommen ist" – und das ist sehr viel öfter die Suche nach Schuldigen und Sündenböcken, die Ausrede, nicht in die eigene Verantwortung für sich selbst einzusteigen. Dahinter steht eine grundlegend in die Irre führende Annahme – Steve de Shazer hat das auf den Punkt gebracht: "Wenn ich die Ursachen eines Problems beschreibe – was habe ich dann damit gelöst?" Das ist plakativ und angreifbar, aber tendenziell halte ich es für richtig. Es geht um den Unterschied zwischen systemischem und kausalem Denken. Wittgenstein: "Der Glaube an den Kausalzusammenhang ist der Aberglaube". Varga von Kibéd: "Eine Lösung ist umso systemischer, je mehr sie auf kausale Begründungsmodelle verzichten kann."

    Wenn ich in einer Aufstellung nur reinschaue, was sich da an möglichen Problem-Entstehungslinien aufzeigen lässt, bleibe ich in der Problemtrance befangen. Spannend wird es dort, wo durch behutsame Umordnung dessen, was sich da zeigt, die scheinbaren Kausalbezüge geradezu ausgehebelt werden und sich oft buchstäblich im Handumdrehen neue Perspektiven einstellen, neue "Ordnungen" ... verbunden mit gezielten Ritualen, die das Kleben am alten Muster lösen und die Hinwendung zu Schritten auf dem Lösungsweg andeuten helfen, und verbunden mit Tests von Alternativen, die sozusagen eine Qualitätssicherung in der Aufstellung erlauben. Der Rückblick hat da einzig und allein den Sinn, eine Fokussierung auf den aktuellen Ausgangspunkt zu ermöglichen, eine realistische Basis zu gewinnen und vielleicht auch bisher nicht Gesehenes, Verdrängtes hereinzunehmen und die eine oder andere Refokussierung vorzunehmen ... immer mit der Ausrichtung auf vorne, auf Zukunft, auf Kommendes und Lösendes.

    Das kann ich auch in der Horoskopdeutung tun, wenn ich es entsprechend angehe. Wenn ich auf diese affirmativen Fixierungen verzichte, die in der Regel viel mehr mit den Projektionen des Deutenden zu tun haben als mit dem Anliegen des Klienten, und stattdessen gemeinsam mit dem Klienten erarbeite, wie er das HK erlebt, wie er die Strukturen des HK als sein individuelles Muster umsetzt und erlebt. Und dann kann ich über Potenziale sprechen, über in der Zeitqualität wahrzunehmende Prioritäten bei Lösungsvarianten etc. ... im Großen und Ganzen bleibt das aber Kopfsache, von den hypnosystemischen Trance-Effekten abgesehen, die sich bei einem solchen Gespräch ohnedies einschleichen können, vor allem, wenn es mit Gläubigen geführt wird. (Da gibt es viel Lesens- und Lernenswertes bei Gunther Schmidt).

    Aufstellungen sind vergleichsweise gesamthafte, ganzheitliche Erlebnisse, die eine unmittelbare Wahrnehmung von modifizierten Mustern erlauben – ich bekomme, wenn's gut geht, mit, wie sich die Lösung anfühlt. Und ich kann, wenn's gut geht, schon sozusagen auf dem Lösungsweg die Aufstellung verlassen – oder aber ich habe doch eine Ahnung davon bekommen, wohin es gehen könnte und ob es sich lohnt, aus der Problemtrance auszusteigen, wenn schon nicht sofort, dann bald einmal ...

    Für mich sähe eine vernünftige Kombination von Astrologie und Aufstellerei so aus, dass ich zum Beispiel in einem Vorgespräch mit einem Klienten dessen Anliegen auch unter Einbeziehung der astrologischen Daten bespreche und dann mit ihm prüfe, wie es weitergehen soll und was er sich von diesem oder jenem Weg erwarten darf – Auftragsklärung also. Und wenn es dann auf Aufstellung hinauslaufen sollte, dann wäre die nach den Regeln dieser Kunst zu vollziehen, je nach dem zu wählenden Aufstellungsformat. Wie gesagt, wie beim Essen: Den Himbeersaft nicht als Sauce zum Schnitzel kippen, sondern das eine auf dem Teller und das andere im Glas lassen. Im Magen verbindet es sich ohnedies ;-)

    Hauptargument allerdings für mich: Wenn ich beginne, in einer Aufstellung das gestellte HK-Bild umzuordnen, um zu einem Lösungsbild zu gelangen, verlasse ich den Boden der Astrologie. Wenn ich das nicht tue, verlasse ich die Methodik des Systemischen Stellend.


    *) (Im übrigen ist es für mich ja auch in der HK-Deutung durchaus legitim, bei MO und SO die Zuordnungen Mutter/Vater zu tauschen. Wie ich überhaupt weniger gern von fixen "Be-Deutungen" ausgehen, sondern eher schaue, welche elterlichen Qualitäten sich wie im HK zeigen ... und dann bin ich schon weit weg von SO und MO im engeren Sinn und spiele mehrstimmig auf einem Klavier mit mehreren Tasten)
     
  4. Dilbert

    Dilbert Sehr aktives Mitglied

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    D-Südpfalz
    Für mich ist beides, die Astrologie und das Aufstellen, systemisch.

    Die Astrologie ist eher archetypisch, Familienmitglieder eher Erscheinungsformen des Archetypus. Drum würde ich mich hüten mit fixen Zuweisungen zu agieren.

    Der Lösungsansatz läge eher im Freiheitsgrad der Analogie.

    D.
     
  5. Greenorange

    Greenorange Guest

    ich befasse mich schon lange mit dem Thema des Einflusses, der ein bestimmter Therapeut, Arzt auf Patienten ausübt, damit auch mit den Aspekten, die konstruktiv, anregend oder verstörend z.B. wirken, wirken können und vergleiche dann mit einem anderen Heiler (meine hier als Überbegriff für alle diesbezüglichen) Berufe).

    Vergleiche auch Radices der Pädagogen, die mir zur Verfügung stehen, mit denen der Schülern, mit ähnlichem Ansatz.


    Denke, die Therapeuten spielen mit ihren Radices eine gravierende Rolle bei der Entwicklung der Sitzung. Hab auch die Momentaufnahmen der Erkenntnisse erlebt, die nach der Ende der Vorstellung, wie Lichter im Theater, einfach ausgingen, erloschen sind.
    Als Beobachterin bei Systemischen Aufstellungen kann mir für die Methode mit astrologischer Begleitung nur Bereicherung vorstellen.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 26. Januar 2014
  6. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    Da stimm ich zu – Synastrie ist da interessant. Wie ja überhaupt in der Kommunikation – à la Watzlawick: "Wer in mir spricht mit wem in dir?"

    Und Döbereiner weist irgendwo einmal auf die HK-Unterschiede bei Freud, Adler, Jung hin, die allesamt unterschiedliche ACs in unterschiedlichen Elementen hätten (oder waren es die Sonnenzeichen? Müsst ich jetzt nachschlagen ...) ... und entsprechend unterschiedliche Fokussierungen des Unbewussten und unterschiedliche Lehrgebäude konstruiert hätten. Na gut, "konstruiert" hat der Döbi nicht gesagt ... ;-)
     
  7. sternja

    sternja Sehr aktives Mitglied

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    Hallo Jake, hallo @all :)

    Meine astrologische Aufstellung

    Mein Anliegen:
    Mein Wunsch meine Fähigkeiten und Talente produktiv umzusetzen und was es ist das mich kurz vor dem Ziel immer Gründe finden lässt, dass es nicht geht.

    Aufstellerin: Gut werfen wir einen Blick ins HK. Venus Quadrat Uranus und Opposition Saturn.
    Suchen Sie sich doch bitte eine Venus, einen Uranus und einen Saturn.

    Gesagt, getan.

    A. an die Stellvertreter: Wie fühlen Sie sich selbst und zueinander?

    Einstimmige Antwort: eigentlich ganz gut, neutral.

    A: Stellen Sie sich doch bitte vor jeden Stellvertreter und sagen Sie was Sie fühlen.
    Venus: neutral
    Uranus: etwas unruhig
    Saturn: stabil

    (war in dem Falle auch nicht sonderlich hilfreich, dass ich selbst astrologisch bewandert war, weil ich mich dabei selbst fragte ob das nun wirklich Gefühl oder Verstand war)

    A: Stellen Sie sich doch bitte in die Mitte und fühlen Sie zu welchen dieser 3 Sie sich am meisten hingezogen fühlen.

    Ich schließe die Augen, versuche den Verstand wegzulassen und wirklich nur zu fühlen, stelle mich zu Saturn.

    A: Gut. Saturn steht ja auch für den Vater. Was war mit Ihrem Vater?

    Mein erster Gedanke: Nicht schon wieder die alte leidige Geschichte.
    Mein 2. Gedanke: warum Saturn Vater? Aber gut...

    Ich erzähle die alte leidige Geschichte in kürzester Kurzform.

    A: Gab es einen Todesfall in der Familie ihres Vaters.

    Ich: Ja mein Bruder.

    A: ich meinte eher in der Herkunftsfamilie Ihres Vaters.

    Ich: Ja sein Bruder.

    A: Mögen Sie erzählen?

    Ich: Der jüngste der 4 Buben sollte später die Werkstatt meines Großvaters übernehmen, weil er der fleißigste von allen war, der der sich selbst am meisten mit dem Beruf identifizieren konnte. Mit 21 Jahren starb er an einem selbst verschuldeten Autounfall, den genauen Hergang kenne ich nicht.

    A: Suchen Sie sich doch bitte jemanden aus, der den Bruder Ihres Vaters darstellt.

    Es folgt ein Lösungssatz, den „mein Vater“ an „seinen Buder“ richtet, den ich sinngemäß wiedergebe, da ich mich an den genauen Wortlaut beim besten Willen grad nicht erinnern kann:
    „Du bist gestorben. Vielleicht hab ich dich, ohne es zu wollen, durch Trauer und Schuldgefühle festgehalten. Ich löse dich und mich jetzt davon.“

    Der Bruder wird gefragt, ob er bereit ist „zu gehen“ und geht.

    A. wendet sich wieder mir zu, gibt mir einen Stein mit den Worten: Der Stein symbolisiert all das, was ihrem Vater gehört und welches Sie für ihn auf sich geladen haben. Können Sie den Stein abgeben?

    Ich: Ja.
    Es folgt ein Lösungssatz: Ich bin ich, Du bist Du, ich gehe meinen Weg, du gehst den deinen. Usw...
    Ich gebe den Stein ab.

    A: Denken Sie es ist nun in Ordnung für Sie oder möchten Sie noch ein weiteres Ritual machen?

    Ich: Ich sehe keine Notwendigkeit, da ich mit diesem Thema bereits vor einiger Zeit abgeschlossen habe.

    A: Gut dann wenden wir uns wieder den Planeten zu, stellen Sie sich zu Uranus. Uranus wie fühlen Sie sich?

    U: Alles ok.

    A zu mir: Wie fühlen Sie sich mit Uranus?

    Ich: Etwas ruhiger.

    Weiter zur Venus: Venus, wie fühlen Sie sich?

    V: Ich frage mich schon die ganze Zeit, warum Sie mich nicht ansieht, mir eher ausweicht. Das schmerzt mich und macht mich traurig.

    A.: zu mir: Was lösen diese Worte in Ihnen aus?

    Ich: Ich möchte sie umarmen.

    A.: Dann tun Sie es.

    Wir umarmen uns.

    A.: Ist es so in Ordnung für Sie?

    Ich: Ich denke schon.

    A.: Gut dann entlassen Sie die Personen aus Ihren Rollen und bedanken Sie sich.

    Gesagt, getan.

    A.: Können Sie für sich ein Fazit benennen?

    Ich, etwas fragend und verwirrt: Alles wird gut. ? .

    A.: Na bei so vielen Planeten in Schütze ganz bestimmt.

    ********************************

    Ich möchte mich nun auf keinen Fall beschweren oder großartig werten, wir alle sind am Lernen und ich weiß nicht wieviele Aufstellungen besagte Aufstellerin bereits gemacht hat, sie ist ja in erster Linie praktizierende Astrologin. Und der Preis für diese Aufstellung war weit unter dem was andere dafür verlangen.

    Aber wenn ich mir selbst die Frage stelle ob ich in Anbetracht auf:

    und dem Anliegen welches ich zu Beginn eigentlich in den Raum stellte, eine Lösung oder gefühlsmäßige Veränderung für mich mitnehmen konnte, dann muss ich das verneinen.

    LG
    Stern
     
  8. Arnold

    Arnold Sehr aktives Mitglied

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    Hallo sternja,

    Ich bin mit diesen Aufstellungen ganz gut vertraut, weil wir bei unserer Beraterausbildung dieses Thema auch angegangen sind. Und wir haben erst hinterher die entsprechenden Horoskope angesehen und versucht, darin den roten Faden zu finden. Das Thema ist sehr komplex, aber ich bin der Ansicht, dass man diese Familienmodelle sehr wohl im Horoskop des Betreffenden aufspüren kann! Als Familie als solche kann man durchaus zunächst im Horoskop auf die Stellungen von Saturn, der Sonne und dem Mond achten, ebenso auf darin vorhandene Aspekte!

    Aber es ist wie gesagt sehr komplex und immer eine sehr individuelle, persönliche Angelegenheit, so dass man aufpassen muss, keine Schablonen zu schaffen! Zum Beispiel - Ein Mond im elften Haus. Da kann es sein, dass die Erzieher an das Kind sehr hohe Erwartungen setzt, und im elften Haus geht es fix zu, so dass sich der Mond in so einer Struktur eingesperrt oder wie ein Sandwich vorkommen kann. Ebenso kann es sein, dass mit dieser Stellung das Kind eine "Prinzessin auf der Erbse" abgeben kann und die ganze Familie tyrannisiert! Es geht daher besonders darum, dass man hinterfrägt, und nur so findet man dann auch den roten Faden einfacher, sobald der Betroffene sich dazu äußert, wie er dies empfunden hat.

    In der Astroszene finden wir ja sehr viele konstruktive Ansätze, unterschiedliche und vielfältige Methoden, wobei ich mich auf eben meine Methode spezialisiert habe, die des API oder Huberschule. Dieses Familienmodellt fällt ebenso unter das erweiterte Thema "Die Persönlichkeit und ihre Integration." Astrologisch gesehen steht hier die Sonne als der Vater, Saturn als Mutter und der Mond als das Kind. Diese Zuteilung ist meiner Erfahrung sehr stimmig, wobei es selten sich mit Saturn und Sonne hinsichtlich der Eltern verdrehen kann. Eine Mutter kann sehr maskuline Züge in sich tragen und da wäre die Sonne in der Zuordnung die Mutter. Oder, ein Mann ist feminim, dann könnte er der Part des Saturn sein. Aber das Kind ist immer der Mond, und dieser ist besonders für die ersten 24 Lebensjahre ausschlaggebend!

    Jetzt kann man zum Beispiel die räumliche Betrachtung dieser drei Hauptplaneten vornehmen! Da kann die Sonne im zehnten Haus stehen, was aussagt, dass der Vater in der Hierachie die Hosen anhatte. Oder die Sonne steht im zwölften Haus und Saturn in neun.....man sieht, wie die Mutter in der Familie die soziale Verantwortung trägt, der Vater nicht oder nicht immer anwesend war. Besonders die Aspekte dieser drei Hauptplaneten zueinander geben ebenso sehr stimmigen Aufschluss über eine grundsätzliche Situation.

    Da muss man genau hinsehen, aber mit einem Quadrat von Saturn zum Mond sieht man schon die herausfordernde Energien zwischen Mutter und Kind. Oder, ein Pluto im vierten Haus kann in der Kindheit etwas drückendes, bedrohlich oder betrübliches Anzeigen wie ein Vater als Haustyrann, oder einer, der sein Wohnzimmer mit Waffen an der Wand ausgeschmückt hat...

    Hinzu kommt die Altersprogression, mit der man ebenso rasch den Zeitpunkt etwaiger Frühprägungen ausmachen kann. Frühprägungen sind, sobald diese innnerhalb der ersten zwölf Lebensjahre vonstatten gegangen ist. Da braucht man nur zu schauen, wie die ersten zwei Häuser im Horoskop besetzt sind.

    Oder, jemand hat eine Opposition von Saturn mit der Sonne, ein Quadrat, dann sieht man, wie man als Kind unter den Diskrepanzen der Eltern zu leiden hatte..man war unter dem Tisch, und oben sind die Teller geflogen! Ich bin der Meinung, dass diese Hubermethode besonders gut geeignet ist, um solche Themen angehen zu können. Klar, ein Pluto kann auch ein Aspekt des Vaters sein, aber auch des Opas oder einer Person, die der Familie nahe gestanden ist. Uranus kann die Oma abgeben, Mars den Bruder und Venus die Schwester. Wenn man all diese Entsprechungen im Horoskop nicht erkennen könnte, hätte ich schon längst die Astrologie in die Ecke gestellt. Aber dem ist nicht so! Es gibt auf diesen Planeten kein anderes Instrument, dass den kosmischen Fingerabdruck eines Menschen so beschreiben könnte, als wie es die Astrologie vermag!

    Alles liebe!

    Arnold
     
  9. sternja

    sternja Sehr aktives Mitglied

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    19. Oktober 2006
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    Hallo Arnold, :)

    ich hab mich ja auch schon intensiver mit API befasst und sehr viel stimmiges gefunden. Mein Problem ist halt ich kann mich nicht entscheiden, denn für mich ist "objektiv" betrachtet alles stimmig irgendwie und vielleicht auch daher mein Drang immer alles irgendwie zusammenbringen zu wollen. Aber da hast jetzt was gesagt, denn "alles zusammenbringen", geht in dem Fall nicht. Entweder ich sehe den Mond als Mutter oder eben Saturn, jetzt mal so rein astro-logisch betrachtet. Spezialisieren war grad ein ganz wichtiges Stichwort für mich. Denn es bringt ja nix, wenn man zwar überall bescheid weiß, aber keins davon erwählen will, weil das ja bedeuten würde, man würde einem den Vorzug geben. Ich mag mich nicht festlegen, da ist der Haken. Es ist immer wieder verblüffend für mich zu welchen Erkenntnissen man kommt durch einfachen Austausch. Dankeschön für den Anstoss. :)

    Natürlich stellt sich mir jetzt die Frage, wie die Aufstellung verlaufen wäre, wenn sie gesagt hätte "Saturn ist die Mutter". Und ich denke tatsächlich da wäre Brauchbareres für mich rausgekommen. Aber den Faden kann ich jetzt auch so weiterspinnen. Erstmal.

    Und ja, erst die Aufstellung und dann ins HK schauen ist vermutlich wirklich ein guter Ansatz, weil man damit die "Vorgefasstheit" von vorherein ausschließt.

    LG
    Stern
     
  10. jake

    jake Sehr aktives Mitglied

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    Liebe Sternja,

    (mein Rechtschreibprogramm möchte daraus automatisch "Sternjahr" machen) ... das, was Du da beschreibst, hat in meinen Augen weder mit Astrologie noch mit einer systemischen Aufstellung zu tun ... das liest sich wie das zusammenhanglose Abarbeiten von ein paar Elementen, die in Horoskop oder Aufstellung vorkommen, das Aufsagen von ein paar Sätzen und das Platzieren von Ritualen, denen das vorherige tiefe Erleben und Empfinden abgeht. Wundert mich nicht, dass sich bei Dir anschließend kaum etwas getan hat.

    Die Crux bei der Sache ist, dass sich praktisch jedeR als AufstellerIn gerieren kann, und es ist für Leute, die sich mit der Materie nicht enger befassen, sehr schwer zu beurteilen, wer sein Metier versteht und wer nicht. Selbst wenn jemand, was ich unbedingt rate, sich vorher anschaut, wie der/die AufstellerIn arbeitet, kann aus einer ursprünglichen Begeisterung ein irreführender Eindruck entstehen ... es wirkt ja oft ganz mitreißend theatralisch und emotional aufwühlend, was manche da inszenieren – was hilft das, wenn's unterm Strich nichts bringt oder gar noch verschlimmert. Es ist eine Modesache geworden, und eh es gibt eh kaum noch einen Lebensberater, der nicht bei Gelegenheit ein paar Duplo-Figuren auf ein Brett stellt und das dann Aufstellung nennt. Ich kann nur raten, wenn jemand selbst eine Aufstellung machen möchte, sich zumindest einmal genau zu informieren, ob und wo der/die AufstellungsleiterIn das gelernt hat. Das betrifft im übrigen ja die Auswahl von AstrologInnen ganz genauso, und selbst dann gibt es wenig Sicherheiten.

    Konkret halte ich Dein Anliegen für deutlich genug formuliert, liebe Sternja, um drumherum eine hilfreiche, lösungsorientierte Aufstellung zu beginnen. Die Exploration der Familiengeschichte hätte ich im Vorfeld der Aufstellung, z.B. in der Erarbeitung eines Genogramms in einem einführenden, lösungsorientierten Interview vorgenommen und auf dieser Basis die RepräsentantInnen gewählt, wäre also plus/minus dort eingestiegen, wo's bei Dir aufgehört hat. Dann hätte im Verlauf der Aufstellung getestet werden müssen, ob sich tatsächlich eine systemische Loyalität zeigt zu Deinem früh verstorbenen Onkel oder nicht ... wenn der sich so ohne Weiteres aus der Aufstellung verabschiedet, ist das eher ein Indiz, dass es dort keine sonderliche "Verstrickung" gibt. Ich sehe auch nicht, dass die gestellten Personen irgendetwas über den Ort bzw. über ihr Befinden an dem Ort gesagt haben, auf den sie gestellt wurden ... und ich weiß auch nicht, wie die aufgestellt wurden – denkbare Variante A: wenn sie HK-Faktoren darstellen sollen, dann so zueinander gestellt, wie sie sich auch im HK-Kreis anblicken. Variante B, die übliche: Die/der Aufstellende stellt die RepräsentantInnen sehr gesammelt und seiner Intuition folgend an einen Ort, der als passend empfunden wird. Diese Orte sind bedeutsam als Darstellung der initialen "Unordnung", aus der durch mehrfaches Umstellen (und Rückmeldung von geänderten bzw. nicht geänderten Empfindungen an neuen Orten) eine Um-Ordnung und schließlich eine neue Ordnung entsteht, die Lösungsperspektiven zeigt. Man kann im Laufe einer Aufstellung neue Positionen hinzunehmen, auch eher abstrakte Dinge wie "das, was mich am letzten Schritt hindert" etc., wenn sich zeigt, dass mit dem zunächst aufgestellten Setting keine Dynamik entsteht ... und so weiter und so fort. Das kann schon einmal zwei Stunden oder länger dauern, das ist harte Arbeit, in der von allen Beteiligten große Aufmerksamkeit und Präsenz gefordert ist, das geht emotional tief und manchmal an Grenzen ... und dann ist es gut, einer Leitung vertrauen zu dürfen, die solche Grenzen erkennt und damit umzugehen versteht, die umgekehrt aber auch nicht aus Angst wichtige Prozesse schon frühzeitig abstoppt, bevor sie Wirkung entfalten können.

    Von alldem entdecke ich so gut wie nichts in der Aufstellung, die Du beschriebst, liebe Sternja. Und wie angesichts Deines Anliegens justament VE, SA und UR ins Spiel kommen, wird seine Gründe haben, die vielleicht in Deinem HK liegen; nachvollziehen kann ich auch das nicht.

    Aber danke für Deine ausführliche Schilderung ... es bestätigt mich in meiner Einschätzung, dass ziemlich vieles, was sich "astrologische Aufstellung" nennt, wohl eher ein Etikettenschwindel ist. Wobei ich gern guten Willen unterstellen möchte ... und zugleich an Gottfried Benn erinnert bin: Wenn Kunst vom Wollen käme, würde sie Wunst heißen ...
     
    Zuletzt bearbeitet: 26. Januar 2014
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