Zitat von Magdalena:
Heute halte ich das Urteilen darüber, ob das Böse im Menschen sei (natürlich im anderen, nie in einem selbst), für eine unzulässige Anmassung, sorry Magdalena.
Was wir aber in jedem Falle zu klären haben, ist die Frage, in wieweit durch Worte und Taten ein Schaden verursacht wurde. Anhand des Schadens ist eine Bewertung von gut, weniger gut oder schlecht sinnvoll. Dabei halte ich, im Gegensatz zu manchen Forenkolleginnen und -kollegen, ein Schwarz-Weissdenken wie bei den Ying-Yang-Symbolen, hierbei nicht für sehr hilfreich. Nie ist etwas nur gut oder nur schlecht. Die Zwischentöne sind es, die die Musik ausmachen.
Hans Joachim
Ich versteh immer noch nicht, woher dieses vehemente Leugnen von Böse heutzutage kommt und schön reden wollen.
Ich war mein Leben lang ein Opfer und es hat sehr lange gedauert, bis ich eingesehen habe, dass jeder nur so viel Opfer ist wie er Täter ist und als ich das erkannt habe, habe ich begonnen, das Böse in mir zu erkennen und erst seither lässt das Opfer-Dasein nach und das Täter-Dasein.
Man vergesse nicht das Böse, das dadurch wächst, indem man keine Grenzen setzt.
Das passive böse sein- das wird gar nicht anerkannt als böse.
Das Opfer, das sie sind, erkennen irgendwie alle leicht, aber den dazugehörenden Täter, den vertuschen alle hinter einem verleugnenden: wir-wollen-doch-nicht-werten-Watte-Spiritualismus.
Das läuft für mich nicht mehr. Jeder, der das Böse in sich verleugnet oder nach sonst wohin schiebt, ist eben nicht bereit zur wirklichen Selbsterkenntnis.
Und der das Böse in sich erkannt hat, der wird es auch nicht mehr verleugnen wollen, denn das genau ist das Peinliche.
Also erkenne ich nach einem Satz eines jeden über dieses Thema, ob er ehrlich ist oder nicht. Jeder, der ehrlich ist, steht zu dem Bösen, das er in sich erkannt hat und dann steht zur Frage, in wie weit er es bis jetzt veredeln konnte.