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Wie angepaßt und normal muß jeder sein und wieviel Fremdes können wir ertragen?

Dieses Thema im Forum "Allgemeine Diskussionen" wurde erstellt von Ereschkigal, 17. September 2004.

  1. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    27. Juni 2003
    Beiträge:
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    Ort:
    Zürich
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    Naja, auch nicht alle. Aber viele von ihnen.
    Definitionssache, würd ich sagen. :)

    (Mein Vater hat aufgrund Kinderkrankheit seit seiner Jugend an Verkrüppelungen an Händen und Beinen zu leiden und ist daher Teilinvalide. Es ist beschämend zu sehen, wie oft die Menschen automatisch annehmen, er wäre deshalb gleichzeitig deppert. SO geschieht Ausgrenzung, und es ist verdammt hart, auf diese Weise ausgeschlossen zu werden.)
     
  2. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    26. Januar 2004
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    2.220
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    bei Köln
    Lieber fckw, hallo @all

    Dem kann ich nur zustimmen.

    @tenshi, aber es kann auch nicht sinnvoll sein, einfach ohne Konzept und Ausbildung der Lehrer Behinderte in die Hauptschule zu stecken. Dadurch wird auch keine Integration erreicht. Um so etwas zu verwirklichen, ghört ein erfahrener Erwachsener an die Stelle des Lehrers im Zweifelsfall mit Unterstüzung von weiteren Betreuungspersonen, der in der Lage ist mit solchen Situationen umzugehen.

    Da möchte ich ein Beispiel aus dem Kindergarten meines Sohnes bringen. Ein Nachbarskind, war behindert. Dieses Kind könnte sehr agressiv sein und furchtbar stören. Wenn er in der Kindergartengruppe war, war er das liebste Kind der Welt. Vielleicht hat er manchmal durch seine Ungeschicklichkeit jemanden anderen weh getan oder etwas herunter geworfen, aber ein liebevolles Grenzen setzen von der Erzieherin, die ihn so wie er war akzeptiert hat und eben wußte, daß er nicht "böse" ist, sondern seine Kräfte nicht immer kontrollieren könnte, hat die Situation entschärft.

    Da habe ich gesehen, wie wichtig es gerade bei behinderten Kindern ist, wie mit ihnen umgegangen wird. Die Achtung im Umgang spielt aber für alle Kinder eine Rolle.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  3. Rawir

    Rawir Mitglied

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    Berlin
    Die Erfahrung, die ich so mit "geistig Behinderten" gemacht habe, ist die, daß

    a) eben jene Menschen ein unglaublich weites Herz haben. Die Spontanität, mit der sie leben - und vor allem Freude zeigen - ist enorm! Wenn ich ehrlich bin, war ich auf diese Fähigkeit immer ein bischen eifersüchtig.

    b) ich dennoch immer einen Knoten im Magen verspürte. Wahrscheinlich ist es absolut menschlich, das, was man nicht kennt oder versteht, erstmal abzulehnen und kritisch zu untersuchen, bis man dann sagen kann "Ja" oder "Nein". Also ich brauchte diesen Abstand. Und inzwischen bin ich mir über mich selbst soweit klar, daß mich geistige Behinderung sehr viel mehr anspricht als abstößt. Ich glaube, es gibt keinen besseren Zugewinn für eine Gruppe von Kindern (z.B. einer Schulklasse), als die Anwesenheit von geistig und körperlich behinderten Kindern in dieser Gruppe... zumal "normale" Kinder unter Leitung eines guten Pädagogen wirklich lernen können, damit umzugehen und über diesen "Knoten im Magen" hinauszuwachsen.

    Ich habe eine Bekannte, deren "körperliche Behinderung" (wenn man es überhaupt so nennen kann) ist, daß sie nur etwa 1,2 Meter groß ist. Na und? Muß man da unbedingt "über sie hinwegsehen"? Nöö. Statt dessen kann man sich doch einfach auf den Boden setzen und mit ihr dann Aug in Aug reden. Ich sehe da wirklich kein Problem, mich für sie und für ein interessantes Gespräch "kleiner zu machen". Aber ich musste eine solche Einstellung erst lernen. Und daran scheitert es wahrscheinlich bei so sehr Vielen der "Normalos".

    Rawir
     
    Walter gefällt das.
  4. akutenshi

    akutenshi Sehr aktives Mitglied

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    @rawir: ich stimme dir zu dass kinder dabei viel lernen. ich bin auch völlig dafür das körperlich behinderte in den klassen sitzen. stört ja keinen wenn der im rollstulz sitzt oder sonst was. aber bei einer geistigen behinderung finde ich das nicht. ich meine damit auch wirklich wesentliche geistige behinderungen. solange ein kind dem unterricht folgen kann stört es auch nicht - kann es das aber nicht mehr, dann stört es die klassengemeinschaft sehr wohl weil es den lernerfolg aller anderen beeinträchtigt. sicher: eine gruppe ist nur so stark wie ihr schwächstes glied. netter spruch - in der realität ist das mitunter ein todesurteil! in einer schulklasse geht es um förderung: wenn ich ein kind habe dass mehr aufmerksamkeit braucht als alle anderen bekommen die anderen ungerechter weise weniger förderung. für mich geht es um chancengleichheit!

    für mich heißt geistige behinderung, dass das kind von seinen geistigen fähigkeiten her nicht in der lage ist dem normalen schulunterricht zu folgen. wieso schicke ich es dann in eine normal klasse? "normale" kinder müssen die klasse wiederholen - solche kinder werden einfach 4jahre durchgeschleift und fertig. integration heißt auch dass alle gleich behandelt werden - gleiche rechte für alle. das wichtigste recht in meinen augen ist heutzutage das recht auf eine ordentliche schulbildung weil ohne diese ist es heute fast unmöglich aus seinem leben etwas zu machen in finanzieller hinsicht. unser schulsystem verschlechtert sich - studienbeitrag, auflösung von sonderschulen. das ist eine fehlende bereitschaft geld in die bildung zu investieren! die auflösung der sonderschulen war kein schritt zur integration, denn die kinder haben eigene lehrer, eingene gruppen - die sind nicht teil der klasse und können es auch nicht sein solange sie die bildung der anderen behindern.
     
  5. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

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    Hallo Ihr Lieben,

    ich denke, daß es schon notwendig ist bei der Bildung den Schwächeren eine wirkliche Chance zu geben. Eine Verwandte ist Sonderschullehrerin und sie erzählte mir, was sie so mit den geistig Behinderten üben, z.B. Fahrplan lesen, Fahrkarte kaufen, Bus und Bahn fahren, einkaufen gehen, sich was kochen ...

    Die Aufnahmekapazität des Verstandes von geistig Behinderten ist eine ganz andere. Und demensprechend sollte man sie auch fördern, damit sie als Erwachsene ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Wenn man das von der reinen Kostenseite ansieht, ist ein geistig Behinderter, der weit unter seinen Möglichkeiten bleibt ein großer Kostenfaktor, den er wird später betreut. Je weniger er kann, desto mehr Betreuung braucht er. Außer wir führen Zustände wie im Dritten Reich ein oder beginnen die Menschen nur zu verwahren.

    Bei körperlichen Behinderten ist es etwas ganz anderes. Solange sie dei Fähigkeit zur Kommunikation haben, sollten sie in die normale Schule integriert sein. Aber es muß eben auch jemand da sein, der beim aufs Klo gehn oder etwas ähnlichem hilft. Man kann einen Behinderten nicht in eine Klasse stecken und dann davon ausgehen, daß er integriert wird. Als erstes muß ihn die Lehrkraft integrieren. Es muß offen darüber gesprochen werden, daß jeder Stärken und Schwächen hat und so jemand darf nicht abgestempelt werden. Wenn seine Behinderung so gering ist, daß sie kaum auffällt, ist es für den Behinderten auch sehr schwer, denn bestimmte Dinge sind für ihn viel schwieriger als für die anderen.

    Liebe Grüße
    Ereschkigal
     
  6. fckw

    fckw Sehr aktives Mitglied

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    Wenn es in der Schule nur um Ausbildung ginge, dann würde ich dir Recht geben, Tenshi. Dann müsste sichergestellt sein, dass die Schüler auch dem Unterricht folgen können. Es geht jedoch nun mal nicht nur ausschliesslich um Ausbildung. Es geht um viel mehr, beispielsweise um das Erlernen, wie eine Gruppe zusammenarbeiten kann, speziell eine Gruppe, in welcher alle ihre Stärken und Schwächen besitzen. In der Realität wird man immer wieder tausendmal am Tag mit Situationen konfrontiert, in manche Gruppenmitglieder einiges schwächer sind in gewissen Belangen als andere. Es kann nicht die Lösung sein, die schwächeren Mitglieder auszusondieren, sondern die Gruppe muss lernen, wie sie die Schwächeren nicht bloss mittragen kann, sondern deren spezifische Stärken gar nutzen kann. Das heisst Zusammenleben, und nicht Aneinandervorbeileben.
    Das greift zu kurz, weil Gerechtigkeit nicht definierbar ist.

    Zum Beispiel gibt es Situationen, in welchen wir es gerecht empfinden, wenn jeder genau gleich viel von einer Sache erhält.
    Es gibt aber auch Situationen, in welcher wir es als gerecht empfinden, wenn jeder nach seinen spezifischen Bedürfnissen von einer Sache erhält (zum Beispiel darf jeder eine Uniform in seiner eigenen Grösse tragen, statt dass eine Einheitsgrösse eingeführt wird, obwohl dann einige "mehr Uniform" erhalten als andere).
    Wiederum in andern Situationen halten wir es für gerecht, dass Leistung entsprechend entlöhnt wird. Wer viel geleistet hat, soll viel erhalten. In diesem Falle muss dann noch geklärt werden, worin die Leistung eigentlich besteht.

    Das sind nur einige Beispiele, und es gibt noch weitere und Kombinationen davon. Es ist gerade bei einem abstrakten Gut wie "Bildung" nicht klar, was denn eigentlich gerecht sein soll. Ich persönlich finde es beispielsweise unfair mir gegenüber, dass ich nie die Gelegenheit hatte, in der Schule mit geistig Behinderten auch bloss mal einen Nachmittag zu verbringen. Man kann das ebenfalls als ein Recht, nämlich ein soziales Recht!, betrachten.
     
  7. Ereschkigal

    Ereschkigal Sehr aktives Mitglied

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  8. Mara

    Mara Guest

    okay. sagen wir jeder 3. *lol*

    nein, ist schon so. wie bei tieren. sie sind uns hilflos ausgeliefert. sie sind wehrlos wie kinder ...

    so meinte ich das. an den schwachen erkennen wir immer, wer wir sind.

    na, ob man das vergleichen kann? wenn dein vater innerlich ein programm laufen hat, das sich "ich bin deppert" nennt, wird er im außen auch nur solche behandlung wahrnehmen und erfahren. sehr wahrscheinlich hat er das bereits in jungen jahren eingeimpft bekommen. die menschen reagieren auf unsere programmierungen. is nu mal so ...

    ich kenne auch körperlich behinderte die "ich bin würdevoll und liebenswert" ausstrahlen und auch dementsprechend behandelt werden ... ;)
     
  9. Mara

    Mara Guest

    ja - aber auf die kann sie doch pfeifen, oder ? wenn nur von 100 menschen, die ihr begegnen immer einer ist wie du, ist sie ein glücklicher mensch ...

    davon abgesehen: wären wir alle mit behinderten in der schule gewesen, hätten wir keine knoten zu lösen. dann wäre das genauso normal wie alles andere. wir hatten als erste klasse in einer normalen schule eine rollstuhlfahrerin, einfach weil sie von heute auf morgen im rollstuhl sass und wir alle uns dafür eingesetzt haben, das sie bei uns bleiben konnte. es wurde genehmigt unter der bedingung, das wir uns um sie kümmerten. es hat reibungslos funktioniert und der rollstuhl war für uns so normal wie der stuhl auf dem wir anderen sassen ... und wir haben auch gelernt mit ihrem schmerz umzugehen, mit ihrer situation klarzukommen und auch mit unseren eigenen gefühlen, wie angst ... ich weiß das es uns damals sehr zusammengeschweißt hat als klasse ... es war auf jeden fall ein zugewinn. als etwas anderes hat das nie jemand gesehen ...

    ich glaube kinder sind da viel selbstverständlicher als erwachsene ...
     
  10. Mara

    Mara Guest

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    vielleicht nennt man sie ja deshalb "behinderte" ... ?

    ich gehe doch davon aus, das in solch gemischten klassen auch dementsprechendes personal vorhanden ist. und tenshi, unterschätz kinder nicht. die werden mit solchen situationen viel schneller fertig als erwachsene. ich weiß das wir einige störenfriede hatten, die nicht behindert waren (obwohl man da bei manchem drüber streiten könnte ;) ) und die haben wir uns schon zurechtgebogen ... das konnte der klassenverband viel besser als die lehrer ...

    und ich vermute doch auch mal, das nicht die allerschwersten fälle in die normalen klassen integriert werden. ich kenne es nur aus kindergärten und da funktioniert das reibungslos ...
     
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