Was ist Wahrheit?

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Vielleicht kann ich da "übersetzen": Wahrheit kann nicht erlangt und nicht erreicht und auch nicht gefunden werden. Man kann sie immer nur annehmen und verstehen.

"Annehmen" hat dabei zweierlei Wortbedeutung: zum Einen das Annehmen, daß die erfahrene Information wahr ist, und zum Anderen aber auch die Annahme, daß die erfahrene Information wahr ist. Annahme im Sinne von "Vermutung", aber eben eine Vermutung, die angenommen wird und daher ab dann keine Vermutung mehr ist, sondern eine "angenommene Wahrheit".


Jetzt ist das Phänomen: wenn ich eine Wahrheit annehme (also nicht ich persönlich, sondern allgemein ein ich, "wir" könnte ich auch schreiben aber ich bin kein Priester), wenn ich also eine Wahrheit annehme dann ergibt sich die Erfüllung der Information in mir selber. Das ist bei Meinungen, die ich annehme, nicht so: Meinungen "erfüllen" sich nicht, sondern sie werden immer Gegenmeinungen hervorrufen und mein Ego auf einem Weg halten. Was ja auch sinnvoll sein kann. Man sagt auch Überzeugungen dazu - aber Überzeugungen sind eben keine Wahrheiten, sondern eben Meinungen.

Wenn ich also eine Wahrheit annehme - es ist egal welche - dann erfüllt sie sich in mir selber. Was heißt das? Sie löst die Meinungen und Überzeugungen ab und es erscheint eine "andere Wahrnehmung" des vorher als falsch Vermuteten. Ganz allein dadurch, daß ich die Wahrheit nicht mehr als falsch vermute, sondern als wahr, entsteht die Möglichkeit, die Meinung und die Überzeugung fallen zu lassen. Was ich dadurch bekomme, ist eine andere "Sicht".


Das ist der Prozeß. Das ist das Phänomen. Wollte ich nur kurz erklären, weil ich las, daß es Verständigungsprobleme gab. Vielleicht konnte ich helfen, vielleicht nicht, auf Wiedersehen.

lg
 
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Hallo Simi,

ich glaube Dir, dass Du diese Erfahrung tatsächlich machst. Und doch bin ich immer sehr skeptisch, wenn jemand von der Wahrheit spricht als etwas, das er erkannt hat. Die absolute Wahrheit, wie soll sie denn erkennbar sein für jemanden, wenn es denjenigen gleichzeitig gar nicht gibt. Oder verstehe ich Dich da falsch oder lese etwas, was Du nicth so erlebst - also nicht Erkennen der Wahrheit von Dir sondern die Wahrheit selbst sein.
Ich spreche vom Sein, Bibo. Es gibt niemanden, der die Wahrheit erkennt, da es weder einen Erkennenden noch etwas Erkanntes gibt. Es gibt nur das Erkennen selbst- und das besteht genau in eben dieser Erkenntnis.

Bibo schrieb:
Wenn wir von der Wahrheit sprechen meinen wir das doch immer Wahrheit in Bezug auf irgendwas, irgendeinen Sachverhalt, das Leben "da draußen" usw.
Ganz genau! Diese Art von Wahrheit ist nicht falsch oder unwahr- sie ist nur relativ, dh sie besteht nur durch den Bezug eines Subjekts (Ich) auf ein Objekt (ein Du oder ein Sachverhalt). Ich spreche von DER EINEN Wahrheit, die absolut ist. Sie gilt für jedermann, ist ewig und unerschütterlich wahr.

Bibo schrieb:
Jetzt sagst Du aber, daß es so jemanden gar nicht gibt. Und da bin ich skeptisch. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, daß es jemanden gibt, der beobachtet, bezeugt, die Wahrheit von einem Sachverhalt sieht. Es ist für mich zu extrem das zu verleugnen, genauso wie es zu extrem wäre zu sagen, es gibt diesen Computer hier nicht. Es gibt ihn schon, aber er ist vielleicht in seiner Natur anders, als er auf den gewohnten Blick aussieht. Also sowohl gibt es ihn, nämlich relativ und von jemandem beobachtet als auch es gibt ihn nicht so, wie wir ihn beobachten sondern wir können ihn ja unendlich in Teile zerlegen und unsere Beobachtung immer weiter bis ins Kleinste teilen, das ist ja unendlich. Aber trotzdem ist das nicht die letzte Wahrheit, oder? Schließlich können wir ja nicht "tatsächlich" bis ins Kleinste beobachten. Wir könne nur annehmen, das tun zu können... Ne? Das Denken geht halt nicht bis ins Unendliche.
Der Computer ist eine schöne Analogie. Natürlich ist der real, er steht doch vor mir. Es geht nicht darum, ihn zu leugnen- es geht um die Bedeutung, die er hat. Mir bedeutet er nichts. Was bedeutet er dir?
Verstehst du, Bibo? Wie wichtig ist dir dein Ich? Wie wichtig bist du dir selbst als Person?

Sich selbst bis in die kleinsten Einzelteile zu zerlegen, ist Alchemie. Ein unerlässlicher Vorgang. Alles, was das Ich ausmacht, wird gesichtet- bis in den verborgensten, dunkelsten Winkel. Das bin ich- als Person. Aber bin ich das? Diese Person, die ich da sehe? Wer ist denn der, der diese Person anschaut und in Einzelteile zerlegt? Bin das Ich? Forschen, Bibo- immer weiter forschen. Wer bist du? Der wichtigste Punkt ist: jede neue Erkenntnis muss (!) umgesetzt werden. Sie muss und soll Einfluss auf das tägliche praktische Leben haben- sonst ist sie wertlos und gerät unter den Einfluss des Ich's, das sie verfälscht.
 
Genau. Es ist, wie Faydit schreibt: die sogenannte "bedingungslose Liebe" funktioniert nicht. Nicht, solange sie sich auf einen anderen Menschen, ein Du, bezieht. Lieben, wirklich lieben, kann der Mensch nur sich selbst.
Schau Simi, und das ist natürlich spirituell absolut fatal für Dich, was Du schreibst.

Ich denke das wird Dir auch immer wieder gespiegelt, daß da ein Mangel ist in der Art, wie Du die Wahrheit interpretierst. Und ich wünsche Dir von Herzen, daß Du entdeckst, daß es im Grunde vollkommen irrelevant ist, Dich selber lieben zu wollen, sondern daß Du Befreiung durch die Liebe anderer Menschen erfährst. Das wünsche ich Dir wirklich von ganzem Herzen, Simi.

lg
 
Schau Simi, und das ist natürlich spirituell absolut fatal für Dich, was Du schreibst.

Ich denke das wird Dir auch immer wieder gespiegelt, daß da ein Mangel ist in der Art, wie Du die Wahrheit interpretierst. Und ich wünsche Dir von Herzen, daß Du entdeckst, daß es im Grunde vollkommen irrelevant ist, Dich selber lieben zu wollen, sondern daß Du Befreiung durch die Liebe anderer Menschen erfährst. Das wünsche ich Dir wirklich von ganzem Herzen, Simi.

lg


^^
Wie erfährst Du denn geistige Befreiung durch die Liebe anderer Menschen?
Sich selbst zu lieben, integriert doch alle Welt und schließt auch keinen Mitmenschen aus.
 
Schau Simi, und das ist natürlich spirituell absolut fatal für Dich, was Du schreibst.

Ich denke das wird Dir auch immer wieder gespiegelt, daß da ein Mangel ist in der Art, wie Du die Wahrheit interpretierst. Und ich wünsche Dir von Herzen, daß Du entdeckst, daß es im Grunde vollkommen irrelevant ist, Dich selber lieben zu wollen, sondern daß Du Befreiung durch die Liebe anderer Menschen erfährst. Das wünsche ich Dir wirklich von ganzem Herzen, Simi.
Aber die Menschen lieben mich doch, Trixi.
Wie kommst du darauf, dass es anders wäre?

Anders gesagt: ich bin jenseits von Spiegeln. Viel zu umständlich. Ich bin, was ich sehe- das ist Effizienz. *lol
 
Aber die Menschen lieben mich doch, Trixi.
Wie kommst du darauf, dass es anders wäre?

Anders gesagt: ich bin jenseits von Spiegeln. Viel zu umständlich. Ich bin, was ich sehe- das ist Effizienz. *lol

Wer könnte sich auch in einem anderen ganzheitlich und vollumfänglich sehen anstatt nur in sich?!
 
Aber die Menschen lieben mich doch, Trixi.
Wie kommst du darauf, dass es anders wäre?

Anders gesagt: ich bin jenseits von Spiegeln. Viel zu umständlich. Ich bin, was ich sehe- das ist Effizienz. *lol

Gäh, Du meinst nicht Selbstliebe im Sinne von ich schau mich im Spiegel an und find mich einfach super im Vergleich zu den anderen. Du meinst mehr, Du schaust in den Spiegel und siehst Liebe und Du schaust zu den anderen und siehst genau dieselbe Liebe. Gell, das meinst Du?

Nur kann man das halt von den Worten ganz falsch verstehen. Es ist vielleicht nicht so geschickt formuliert für manche hier.
 
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Gäh, Du meinst nicht Selbstliebe im Sinne von ich schau mich im Spiegel an und find mich einfach super im Vergleich zu den anderen. Du meinst mehr, Du schaust in den Spiegel und siehst Liebe und Du schaust zu den anderen und siehst genau dieselbe Liebe. Gell, das meinst Du?

Nur kann man das halt von den Worten ganz falsch verstehen. Es ist vielleicht nicht so geschickt formuliert für manche hier.

Oder gleich: Du siehst Gott in allem.
 
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