Snowden hatte doch recht
Sollten sich die Hinweise bestätigen, müssten wohl auch die leidenschaftlichsten Freunde Amerikas Edward Snowdens Enthüllungen glauben. Seine Informationen zeichnen das Bild einer von keinerlei Schranken gebändigten Spionage-Industrie. Sie ist eines Rechtsstaates unwürdig: So gehen Strauchdiebe miteinander um. So verhalten sich stalinistische Diktaturen, nicht aber Verbündete, Partner und Freunde in der Familie der Demokratien. Die Zuspitzung der Affäre hat eine unfreiwillig komische Note: Die Kanzlerin forderte bei Obama die Antworten auf Fragen ein, die Berlin schon vor Monaten gestellt habe. Bemerkenswert. Denn Kanzleramtsminister Pofalla hatte die NSA-Affäre im Sommer für beendet erklärt ohne stichhaltige Informationen zu besitzen. Er hat jetzt nur noch die Hohnlacher auf seiner Seite.