spiritualitaet und sex

  • Ersteller Ersteller armagoddon
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Liebe Kinny, und ich kenne evangelische Pfarrer, die sich haben scheiden lassen. ;)
Du wirst lachen, ich auch. Warum denn auch nicht. Sind ja auch nur Menschen, gottseidank.

Du verstehst worauf ich hinauswill. Es hängt die seelsorgerische sowie auch die spirituelle Güte eines Priesters nicht unbedingt damit zusammen, ob er eine Frau haben darf oder nicht.

Eines allerdings wird mir in letzter Zeit immer deutlicher sichtbar. Worin der Sinn, der ursprüngliche Sinn all dieser Zölibatsgebote liegen könnte. Aber der hängt nicht ursächlich mit dem Sex zusammen, der in einer Partnerschaft gelebt werden könnte. Da gehts um ganz etwas anderes, um Verstrickungen ganz anderer Art, deren Ursache nicht in einem erfüllten lustvollen Leben zu suchen ist.
 
Hallo Kinny! :)

Du wirst lachen, ich auch. Warum denn auch nicht. Sind ja auch nur Menschen, gottseidank.
Ja. :)

Kinnarih schrieb:
Du verstehst worauf ich hinauswill. Es hängt die seelsorgerische sowie auch die spirituelle Güte eines Priesters nicht unbedingt damit zusammen, ob er eine Frau haben darf oder nicht.
Nicht unbedingt: Du sagst es! Es gibt immer zwei Seiten einer Medaille. Man muss beide sehen... :) Der Glaube eines Priesters soll halt andere "Früchte" tragen, als der von seinen Mitmenschen.

Kinnarih schrieb:
Eines allerdings wird mir in letzter Zeit immer deutlicher sichtbar. Worin der Sinn, der ursprüngliche Sinn all dieser Zölibatsgebote liegen könnte. Aber der hängt nicht ursächlich mit dem Sex zusammen, der in einer Partnerschaft gelebt werden könnte. Da gehts um ganz etwas anderes, um Verstrickungen ganz anderer Art, deren Ursache nicht in einem erfüllten lustvollen Leben zu suchen ist.
Ja und Nein! Sex ist keine Sünde! Aber die Fixierung darauf kann zu Problemen führen:

Wenn wir jetzt vom Zölibat nach katholischem Verständnis reden kommt eine Menge zusammen: historische Kontinuität, Glaube und Aberglaube, Erfahrungswerte, etc. etc. etc.

Beispiel:

Blut galt im Altertum als ein ganz besonderer Lebens-Saft! Man wurde mit der Berührung des Menstruations-Blutes nach jüdischem Verständnis unrein. D.h. unfähig sakramentelle Handlungen durchzuführen. Frauen sollten daher keine Berührung mit dem Hochheiligsten haben und Männer durften mit ihren Frauen während der Periode nicht schlafen. Der Verzehr von Blut war strengstens verboten! Dies war aus jüdischer Sicht notwendig, um sich von Fruchtbarkeitskulten und der Vielgötterei umgebender Völker abzuwenden. Aber es gibt kein Gebot, welches besagt: Du sollst keinen Sex haben! Ganz im Gegenteil: Rabbis waren sogar verheiratet. (Hatten aber auch strenge Richtlinien einzuhalten!!!)

Der katholische Glaube sieht sich durchaus in der Kontinuität zum jüdischen. Aber es gibt auch ein paar Unterschiede: In der Eucharistie ist der Leib Jesu Christi (=Gott) nach katholischem Verständnis zugegen. Die Wandlung ist ein hochheiliger Vorgang, der durch nichts "beschmutzt" werden sollte. Hier ist es nur dem katholischem Priester (und Diakon) als "eingeweihten" vorbehalten, das "Blut" Jesu zu trinken.

Liebe Grüße :kiss4:
Toffifee
 
Hi zusammen

Das Zölibat bei katholischen Priestern, Möchen und Nonnen ist logisch, da Sex sowieso nur zum Kindermachen erlaubt ist nach katholischem Glauben. Sex einfach so geht ja auch für normale Katholiken nicht, wenn sie sich streng an ihre Religion halten. Deshalb wird ja auch die Pille nicht erlaubt, da damit Sex ohne Kinderzeugung impliziert wird, was ja nicht sein darf.
 
Sagen wir es so: Der Trainer muss nicht die meisten Tore schießen, aber doch gut Fußball spielen können und auch fit bleiben darin. :clown:
Entscheidend ist vielmehr, dass die Spieler, besser noch die ganze Mannschaft, der Verein idealerweise glauben, dass ihr Trainer ein guter Fußballspieler ist. Er könnte das selber durch Hinweise auf seine Karriere untermauern, das ist dann ein erschaffener Kausalzusammenhang, die conclusio, die die Glaubensgemeinschaft aus seinen Aussagen zieht. Faktisch spielt er ja gerade nun nicht mehr gut, sonst wäre er nicht Trainer.

Womit wir beim institutionalisierten Zölibat wären... :)

LG Loge33
 
Hi Loge

Mein Bruder war früher auch in einer guten Fußballmannschaft. Jetzt nicht mehr, aber das heißt nicht, dass er überhaupt nicht mehr Fußballspielen kann. Wenn Du eine Ahnung davon hättest, wüsstest Du, dass man sowas nicht verlernt, das ist wie Radfahren. Sogar ich hab meine in der Schule gelernten Kniffe nicht verlernt.

Und ich denke, ein Pfarrer wird sowas auch nicht "verlernen". gg
 
Hi Loge

Mein Bruder war früher auch in einer guten Fußballmannschaft. Jetzt nicht mehr, aber das heißt nicht, dass er überhaupt nicht mehr Fußballspielen kann. Wenn Du eine Ahnung davon hättest, wüsstest Du, dass man sowas nicht verlernt, das ist wie Radfahren. Sogar ich hab meine in der Schule gelernten Kniffe nicht verlernt.

Und ich denke, ein Pfarrer wird sowas auch nicht "verlernen". gg
Persönlich funktioniert es meistens über Erfahrung.

LG L:clown:ge33
 
:) Man wird nicht zwangsläufig spirituell, wenn man seinen Sexualtrieb unterdrückt. Dieser Weg mag auf einige wenige zutreffen, aber nicht auf die Mehrheit! Gerade die Unterdrückung der Sexualität ist ein sehr schwerer Eingriff in die Intimsshäre und die Persönlichkeit eines Menschen, der katastrophale Folgen für die Psyche haben kann.

Zunächst einmal möchte ich dir ein Kompliment machen. Du schreibst oft sehr gute Beiträge. Allerdings bin ich nicht immer mit deinen Beiträgen einverstanden. Ich würde gerne oft den einen oder anderen Punkt mit dir diskutieren, aber es fehlt mir mitunter die Zeit dazu.

Nun aber zu diesem Beitrag. Ich habe es schon so oft gesagt, dass das Wort "Unterdrückung" die falsche Bezeichnung für das freiwillge Zölibat ist. Ich frage mich, wie oft ich das noch sagen soll, damit ihr es endlich versteht? Wer unterdrückt mich denn? Ich lebe freiwillig enthaltsam und das sehr wohl überlegt und aus guten Gründen. Und dasselbe trifft wohl auf alle Mönche und Nonnen zu. Keiner zwingt irgendeinen Mönch oder irgendeine Nonne zum Zölibat. Sie können jederzeit vom Zölibat zurücktreten. Aber sie wollen es gar nicht, wahrscheinlich, weil die meisten Mönche und Nonnen die Sexualität längst abgelegt haben. Für die Mönche und Nonnen und für viele enthaltsam lebende Laien ist die Sexualität überhaupt kein Thema mehr. Sie haben keinerlei sexuelles Begehren. Die Sexualität ist eigentlich nur ein Thema der Menschen, die regelmäßig Sex haben. Wie lange können sie denn ohne Sex leben? Die Realität ist doch, dass mindestens 90 Prozent aller Männer mehr oder weniger sexsüchtig sind. Und das wird von den meisten Menschen als vollkommen normal betrachtet. Das ist es aber nicht, sondern es ist eine Form der Sucht. Von Unterdrückung kann also überhaupt nicht die Rede sein, weil die Entscheidung enthaltsam zu leben, freiwillig ist.

Es ist auch nicht richtig, wenn du sagst, dass der enthaltsam lebende Mensch nicht zwangsläufig spirituell wird, denn er wird tatsächlich zwangsläufig spirituell. Es findet eine Orientierung in religiöse Richtung statt. Ich merke es sehr deutlich an mir. Früher habe ich gegen die Kirche rebelliert und nun kann ich mich sogar mit dem katholischen Kirchentag anfreunden. Was mich allerdings hindert an Gott zu glauben, ist meine Vernunft, denn niemand weiß, ob es einen Gott gibt. Und ich denke, die Vernunft sollte unsere oberste Instanz sein, denn sonst können wir beliebige Annahmen treffen. So können wir ebenso die Annahne treffen, das Universum sei vom Satan erschaffen. Diese Aussage hat genau so viel Gewicht, wie die Aussage, das Universum ist von Gott erschaffen. Weil wir darüber aber in Wirklichkeit keine Aussage treffen können, sollten wir uns einer Aussage enthalten. Ist derjenige, der glaubt, die Welt sei von Gott erschaffen, also wirklich spirituell oder einfach nur leichtgläubig und hilfesuchend? Welche Beweggründe treiben ihn an, so etwas zu glauben? Das zu untersuchen, wäre bestimmt auch sehr interessant.

Und eigentlich ist die Frage nach der Spiritualität auch gar nicht so wichtig. Was wollen wir denn? Wollen wir spirituell sein und an Gott glauben oder wollen wir einfach nur glücklich und zufrieden sein? An Gott zu glauben ist ganz einfach. Das machen nämlich sehr viele Menschen und zwar besonders die Menschen, die in Not sind, die von Krankheiten gezeichnet sind. Sie wenden sich an den lieben Gott und hoffen dadurch geheilt zu werden. Und geschieht das? Nein, in den meisten Fällen geschieht es nicht. Sie mögen zwar spirituell (gottgläubig) sein, aber hilft ihnen das irgendwie, glücklicher zu sein? Ich glaube kaum.

Es kommt nämlich gar nicht so sehr darauf an, spirituell zu sein, sondern in erster Linie kommt es darauf an, sein Leben sehr bewusst zu leben. Und Bewusstsein zu schaffen ist ein sehr schwerer und mühseliger Weg, den die meisten Menschen gar nicht auf sich nehmen wollen oder können, weil ihnen dazu der Mut und das Wissen fehlt. Und diese Menschen flüchten sich dann in die Religion, sie werden spirituell. Was nützt es aber, wenn ich mich aus meiner Not heraus an Gott wende, aber mein Leben ganz genau so unbewusst weiterlebe wie bisher? Was nützt es, wenn ich täglich bete oder in die Kirche gehe, aber täglich meine sexuellen Energien vergeude, die nämlich für mein Unglücklichsein verantwortlich sind, weil mit dem Verlust der sexuellen Energie ebenfalls die Lebensenergie und die Lebensfreude verloren gehen.
 
@opti
ich finde deine beiträge interessant, ich hoffe du verzeihst das ich immer nur dir antworte :)
ich glaube, dein einziger eigentlicher fehler ist, das du davon ausgehst, das andere so sind wie du.
"Und ich denke, die Vernunft sollte unsere oberste Instanz sein,"
nicht die vernunft, ein eigenes individuum sein. individuum = anders wie andere sein. der unterschied ist aber erst nicht mehr wichtig, wenn wir sterben, aber so weit bist du noch nicht. denn wenn wir keine individuen wären, könnte jeder in meinem dasein rumpfuschen (also ist es gut so, so wie es ist). ich bin was ich bin, das sollte jeder sagen (irgendwann kommt man nicht umhin, es zu sagen)
je mehr du dich versuchst abzuheben, desto mehr pfuschst du rum, weil du kein eigenes individuum sein willst, sondern direkt ein gott und das bist du nicht. ein gott kann man ERST sein, wenn man sein eigenes individuum lebt. gott (wenn es einen gibt) gibt einen menschen der sich selbst lebt, mehr macht wie jemanden, der nicht versucht sich selbst zu leben. das warum stellt sich nicht, wenn man erkennt, das gott (wenn es einen gibt) gar nicht anders kann. dabei ist es auch pups, mit was du dich identifizierst, solang du es auch wirklich sein wirst, ist es ok. und bei einem bin ich mir sicher, deine missionierungsversuche rühren nicht daher, das du ein eigenes selbstseinwollendes individuum sein wirst. du willst gleich sofort an die quelle, aber da gibt es ein paar unbedachte hindernisse.
 
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:)Aber ein Mensch der die oder die "eine" Wahrheit erkannt hat, wird versuchen nach dieser Wahrheit zu leben. Ein Mensch der ganz in Gott lebt und ihn liebt, also erfüllt ist von Spiritualität, wird zunehmend andere Bedürfnisse als weltliche Interessen entwickeln. Macht, Geld, Ruhm, Anerkennung und unter anderem Sexualität d.h. weltliche Dinge werden zunehmend uninteressanter. Das ist ein Prozess, eine Entwicklung! (Man wird nicht Priester durch ein Diplom oder geheimnissvolle Rituale, sondern durch Be-ruf-ung.)

Damit sagst du eigentlich aus, dass derjenige, der weiterhin die weltlichen Dinge in den Vordergrund stellt, nicht von Spiritualität erfüllt ist. Ich würde dir zustimmen, aber ich würde es anders ausdrücken, denn ich würde sagen, dass er ein sehr unbewusster und oberflächlicher Mensch ist. Man muss außerdem kein Priester sein, um erleuchtet zu werden. Der einzige Weg sich der weltlichen Dinge, speziell der Sexualität, zu enthalten, ist das Zölibat. Es gibt keinen anderen Weg, denn jede sexuelle Aktivität regt die sexuellen Begierden erneut an und schürt die sexuelle Verhaftung. Hat man dies einmal erkannt und hat man die negativen Folgen der Sexualität und die positiven Möglichkeiten der Enthaltsamkeit erkannt, dann ist man bereit, auf die Sexualität zu verzichten. So haben es alle Weisen, Heiligen, Yogis, Mönche, Nonnen u.a. gemacht, selbst die Tantriker.

Und hier liegt das Missverständniss, lieber opti!!! Hoch-Spirituelle Menschen (z.B. Dalai-Lama oder Jesus Christus oder...) mögen zwar keine weltlichen Interessen mehr haben, aber die Umkehrung dieser Beobachtung ist eine nicht notwendige Bedingung!!!

Ich frage mich, woher du eigentlich wissen willst, dass derjenige, der enthaltsam lebt, nicht auch spiritueller wird? Ich denke, man kann es nur beurteilen, wenn man es selber ausprobiert hat. Andernfalls ist es nichts als eine Vermutung. Und weil du in deinem Beitrag auch die Spiritualität erwähnst, sei doch einmal die Frage gestellt, welches denn die Quelle der Spiritualität für die Christen ist? Es ist die Bibel. Und was sagt die Bibel zur Keuschheit? Lies doch bitte einmal sehr genau nach, was in der Bibel über die Keuschheit steht. Die Mehrheit der Christen hat nicht einmal Ahnung davon, wie oft in der Bibel von der Keuschheit die Rede ist. Sie glauben, gute Christen zu sein, sie glauben, die Bibel zu kennen, aber ignorieren alle Aussagen über die Keuschheit oder kennen sie nicht einmal.
 
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