Soll Griechenland raus aus Euro...

Griechenland raus aus Eurozone?

  • Ja

    Stimmen: 72 66,1%
  • Nein

    Stimmen: 23 21,1%
  • Weiß nicht

    Stimmen: 14 12,8%

  • Umfrageteilnehmer
    109
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Hach, es gibt ja nichts schöneres, als sich auf einen Sonntag ein Sommerinterview mit Angela Merkel :schmoll:anzuschauen:eviltongu.

Aber sie nimmt ja Rücksicht darauf, das muss man schon sagen. Also sie erschlägt den Zuschauer ja nicht gleich mit unendlich vielen sachlichen Vorgängen und Argumenten, die dann auch noch einen Sinn ergeben müssen. Ne, da ist sie ja erstmal ganz behutsam.

http://www.heute.de/bundeskanzlerin-angela-merkel-im-zdf-sommerinterview-39729302.html

Nur die ,,Aufreger" lassen dann doch nicht lange auf sich warten. Hier sind nur 2 Beispiele:

Frau Schausten: Was macht Sie, Frau Merkel sicher, das damit Griechenland wieder auf die Beine kommt?
Erfahrung kann´s nicht sein.


Frau Merkel: Also von Sicherheit kann man auch noch nicht reden, sondern es macht..es gibt eine gewisse Hoffnung.
Was wir jetzt erlebt haben, zwischen der ersten Sondersitzung als wir die Erlaubnis für die Verhandlungen so zu sagen abgestimmt haben und dem Ergebnis jetzt, ist das die Verhandlungen die griechische Regierung ganz anders gearbeitet hat als in den vergangenen Monaten.
Ich glaube, man hat eingesehen, dass das Land nur auf die Beine kommen kann, wenn auch wirklich Reformen da sind. Aber es bleibt natürlich.. und deshalb wird es auch viele Etappen geben, in denen dieses Memorandum of Understanding, also dieses Abkommen umgesetzt wird, abzuwarten, ob diese Intensität des Arbeitens auch anhält. Und das wird aber auch dringend notwendig sein.
Wenn man Licht am Ende des Tunnels sehen will. Und das geht ja gerade auch um die Menschen in Griechenland, das es ihnen wieder besser geht. ..]


Wenn man die letzten Monate verfolgt hat und mit diesem Thema einigermaßen vertraut ist, kann man nur noch vor Wut an die Decke springen.
Im Grunde sagt sie hier, das sie keinen Plan davon hat, ob das gut geht. Wenn es denn nicht gut gehen sollte, was jetzt schon aufgrund der vielen falschen ,,Reformen" und der unmenschlichen Kürzungspolitik klar auf der Hand liegt, würden die von ihr, Herr Schäuble und Co gestellten Bedingungen dafür nicht die Verantwortung tragen.
Den schwarzen Peter schiebt sie vorsorglich jetzt schon mal der griechischen Regierung unter.
Sie und beinahe jeder andere weiß, das es so nicht funktionieren kann! Nicht umsonst besteht der IWF auf einen Schuldenschnitt oder eine Schuldenerleichterung, weil die Schuldentragfähigkeit so nicht gegeben ist. Selbst der IWF befürchtet, das sich unter diesen Bedingungen so die Schulden noch weiter auftürmen.
(http://www.linksfraktion.de/pressem...derungen-aendern-nichts-konkursverschleppung/)
Und dieses..geht ja gerade auch um die Menschen in Griechenland, das es ihnen wieder besser geht, ist so was von geheuchelt wie nur was. Wenn es hier wirklich um die Menschen gegangen wäre, würde man ihnen nicht per Memorandom of Understanding unter dem Allerwertesten alles wegkürzen und zwangsprivatisieren. Die Handlungen sprechen da doch eine eindeutige und ganz andere Sprache.

Frau Merkel: [....Wir haben ganz harte und auch eindeutige Bedingungen festgelegt, um überhaupt die Verhandlungen zu beginnen.
Und die Monate davor, gab es im Grunde eine Auseinandersetzung darüber, kann auch mit einer neuen Regierung in Griechenland eine solche ,,Rettung" auch ganz anders aussehen, als zum Beispiel in Spanien, Portugal, und Irland? Oder eben nicht.
Und wir als Bundesregierung und auch gerade als Union haben sehr viel Wert darauf gelegt, das nicht in Abhängigkeit von der Frage, wer regiert ein Land jetzt, die Bedingungen verändern können.

Und diesen Kampf, das war ne richtige Auseinandersetzung muss man sagen, der ist dann so abgeschlossen worden, das die Bedingungen jetzt so sind, wie sie bei anderen Ländern auch waren.

Und jetzt hat man ja gesehen, geschlossene Banken, eine unsägliche Situation ja für viele Menschen in ihrem täglichen Leben. Und darauf hin ist jetzt ein Wandel eingetreten. Und dieses Momentum..]


Die demokratisch gewählte Regierung wollte im Rahmen der Bedingungen und mit einem klaren Wählerauftrag der GriechInnen selbst festlegen, wo sie sparen und wie sie gleichzeitig die Wirtschaft wieder ankurbeln werden!
Und als sie sich weigerten, diese fatale Kürzungspolitik weiter fortzusetzen, hat man sie erpresst und ein Run auf die Banken provoziert. Und dann kam noch die ,,Frechheit" eines Referendums hinzu.

Frau Merkel sagt hier nichts anderes als, wer sich weigert ihre Bedingungen, die durch die nicht demokratisch gewählte Troika eingefordert werden, verweigert, dem wird es genauso ergehen. Damit dann ,,der Wandel" eintritt.

Im Jahr 2006 mit dem Sommermärchen der Fussballweltmeisterschaft in Deutschland, war man noch zu Gast bei Freunden*.
Davon ist heute, 9 Jahre später dank dieser menschenverachtenden Politik nicht mehr viel übrig geblieben.
Unteranderem deshalb gehöre ich zu den Menschen in Deutschland, die es nicht tolerieren und akzeptieren können, das sie durch die Gewalt der Erpressung, andere demokratisch gewählte Regierungen versuchen in die Knie zu zwingen.
Und das auch noch weil sie eine nicht funktionierende ,,Politik" beenden will/wollte. -->http://www.nachdenkseiten.de/?p=24910 Ökonomenaufruf
Als Wählerin habe ich meiner Meinung nach die Verantwortung, den Interessenvertretern im eigenen Land daraufhin die rote Karte zu zeigen, wenn andere Menschen dadurch zu Schaden kommen. Und das geschieht nach über 5 Jahren immer noch und zwar verschärft.

Frau Schausten: Und dieser Wandel, ist der auch der Härte von Wolfgang Schäuble zu danken?

Frau Merkel: Der ist der Härte auch vieler anderer Länder zu verdanken, aber auch Wolfgang Schäuble, auch der Bundesregierung insgesamt. Wir haben hier nen klaren Plan gehabt und den haben wir eingehalten.

Frau Schausten: Das war also abgestimmt? ...]
Und so weiter in diesem Interview....

Herr Giegold hat hier dankenswerterweise einiges über die Verhandlung der Eurogruppe ausgeführt.

15. August 2015
Griechenland-Einigung bringt schwere Niederlage für Schäuble. Schuldenerleichterung bleibt notwendig!

Die gestrige Einigung der Eurogruppe auf ein neues Paket verhindert auf absehbare Zeit einen Grexit. Bundesfinanzminister Schäuble musste eine doppelte Niederlage einstecken: Weder konnte er einen Grexit durchsetzen noch die erneute Verzögerung einer Einigung durch eine weitere Brückenfinanzierung. Zur Einigung einige schnelle Anmerkungen:
http://www.sven-giegold.de/2015/gri...euble-schuldenerleichterung-bleibt-notwendig/

Griechenland-HilfeGiegold fordert Schuldenerleichterungen
Der Europaparlamentarier Sven Giegold (Grüne) hat es als größtes Manko des neuen Hilfspakets für Griechenland bezeichnet, dass es keine Zusage für Schuldenerleichterungen gebe. Nur damit könne Griechenland aber dauerhaft im Euro bleiben, sagte Giegold im Deutschlandfunk.

Sven Giegold im Gespräch mit Dirk Müller
http://www.deutschlandfunk.de/griec...chterungen.694.de.html?dram:article_id=328356

Rudolf Hickel
Die Minimax Strategie der Tsipras Regierung:
Das dritte Hilfsprogramm reformieren und ergänzen

http://www.europa-neu-begruenden.de...e-Minimax-Strategie-der-Tsipras-Regierung.pdf

"Wir erzeugen künstlich einen gescheiterten Staat": Harald Schumann über Griechenland und die Zukunft Europas

13.08.2015
http://www.kontext-tv.de/node/482

 
Aber sie nimmt ja Rücksicht darauf, das muss man schon sagen. Also sie erschlägt den Zuschauer ja nicht gleich mit unendlich vielen sachlichen Vorgängen und Argumenten, die dann auch noch einen Sinn ergeben müssen. Ne, da ist sie ja erstmal ganz behutsam.
Hast du schon mal einen Politiker gehört der eine klare, eindeutige Postition bezieht.
Es geht schließlich um Wählerstimmen und um Machterhalt.
Jeder Politiker laviert so gut er kann um echte Postionen herum, das gehört zum Politikergeschäft. Auch Schäuble gestern im ZDF "Was nun..." war ausweicheind und schwammig bis zum Nichtssagenden.
Eine der rühmlichen Ausnahmen ist für mich der Wolfgang Bosbach. Der hat eine klare Haltung, begründet diese und knickt bei Abstimmungen auch nicht ein.
 
Hast du schon mal einen Politiker gehört der eine klare, eindeutige Postition bezieht.
Es geht schließlich um Wählerstimmen und um Machterhalt.
Jeder Politiker laviert so gut er kann um echte Postionen herum, das gehört zum Politikergeschäft. Auch Schäuble gestern im ZDF "Was nun..." war ausweicheind und schwammig bis zum Nichtssagenden.
Eine der rühmlichen Ausnahmen ist für mich der Wolfgang Bosbach. Der hat eine klare Haltung, begründet diese und knickt bei Abstimmungen auch nicht ein.


schäuble gestern:.... was kann man schon von ihm anderes erwarten???

shimon
 
@Gabi0405 , mit diesem ausweichenden und schwammigen bishin zum Nichtssagenden, wie du es treffend formulierst, dürfen wir uns doch aber nicht zufrieden geben!
Diese ,,Regierung":confused: ist unsere Interessenvertretung:X3:! Und diese Interessenvertretung denkt gar nicht daran gemeinsam mit anderen Regierungen politische Lösung für die Menschen zu finden, wie man es jetzt eindrucksvoll erleben konnte. Im Gegenteil, sie hat intensiv daran gearbeitet, die Völker gegeneinander auszuspielen, um sich die Legitimation zu ergaunern diesem Land die Souveränität nehmen zu können. Damit auch D darin ohne grosse Hindernisse schalten und walten kann.

Sie hat uns wahrheitsgemäß zu informieren(!), was unterblieben ist und bei so schwerwiegenden Entscheidungen unsere Zustimmung einzuholen.
Hast du zum Beispiel hier irgendwo das Memorandum of Understanding veröffentlicht gesehen, damit wir uns informieren können? Ich war auf der Seite der Bundesregierung, da war keine Veröffentlichung dieses Abkommens zu finden. Das kann es wohl doch beim besten Willen nicht sein.
Bei Duldung deren Vorgehen, sind wir für diese humanitären Katastrophen mit verantwortlich. Das sollten wir nicht vergessen.
Wie oft ist jetzt das vergangene Wahlverhalten den GriechInnen vorgehalten worden?! Uns wird es da nicht besser gehen.

Aber ich habe schon Politiker gehört, die klar Positionen beziehen. Da gibt es schon noch einige. Aber jetzt fällt mir spontan erstmal Gregor Gysi zum Beispiel ein.
Und danke für den Tip mit dem Interview Schäubles.
Mit Herrn Bosbach hast du wohl recht, das er seine Haltung was die Vergabe der Bankenpakete betrifft, vertreten hat. Allerdings nehme ich ihm es übel, das er die ausbeuterische Politik dermaßen unterstützt und auch mit Falschinformationen nicht gespart hat.
Aber ich rechne es ihm wiederum hoch an, das er mit den Geschehnissen in seiner Partei CDU, als er seine Zustimmung zum Bankenpaket verweigerte, an die Öffentlichkeit gegangen ist und darüber nicht nur informiert, sondern wie du auch schreibst, es auch begründet hat.

Hast du schon mal einen Politiker gehört der eine klare, eindeutige Postition bezieht.
Es geht schließlich um Wählerstimmen und um Machterhalt.
Jeder Politiker laviert so gut er kann um echte Postionen herum, das gehört zum Politikergeschäft. Auch Schäuble gestern im ZDF "Was nun..." war ausweicheind und schwammig bis zum Nichtssagenden.
Eine der rühmlichen Ausnahmen ist für mich der Wolfgang Bosbach. Der hat eine klare Haltung, begründet diese und knickt bei Abstimmungen auch nicht ein.

schäuble gestern:.... was kann man schon von ihm anderes erwarten???

shimon

Shimon, vielleicht magst du dir ja noch mal anschauen, was ich aus dem Interview mit Frau Merkel hier heraus geschrieben habe.
Denn da hat sie schon etwas eindeutiges gesagt.
Es soll überhaupt keine Rolle mehr spielen, wie die Bevölkerungen wählen oder gewählt haben.
Die Bevölkerungen der europäischen Staaten werden, so nach dem Willen der Bundesregierung und gerade auch nach dem Willen der Union(!) wie Frau Merkel es betont, entmachtet! Denn eine Entscheidungfreiheit für einen Politikwechsel soll es nicht mehr geben. Das sind ihre Worte noch von vor 2 Tagen. Die alleinige Entscheidungsgewalt soll somit bei der Troika verbleiben.
Ob die vorgeschlagenden/geforderten Bedingungen zielführend sind oder nicht, ist nach den Worten der Repräsentantin Merkel völlig irrelevant. Eine andere Form der Politik als die Neoliberale soll es nicht geben.

Das kann doch nur Sorgen machen und da kann die Antwort doch nur eindeutiger Widerspruch sein. Denn wer ist sie, die Frau Merkel, die formal das Amt der Bundeskanzlerin bekleidet, das sie sich (und gerade auch die Union) über die Regierungen anderer Länder hinwegsetzen will?!

[...Wir haben ganz harte und auch eindeutige Bedingungen festgelegt, um überhaupt die Verhandlungen zu beginnen.
Und die Monate davor, gab es im Grunde eine Auseinandersetzung darüber, kann auch mit einer neuen Regierung in Griechenland eine solche ,,Rettung" auch ganz anders aussehen, als zum Beispiel in Spanien, Portugal, und Irland? Oder eben nicht.
Und wir als Bundesregierung und auch gerade als Union haben sehr viel Wert darauf gelegt, das nicht in Abhängigkeit von der Frage, wer regiert ein Land jetzt, die Bedingungen verändern können.

Und diesen Kampf, das war ne richtige Auseinandersetzung muss man sagen, der ist dann so abgeschlossen worden, das die Bedingungen jetzt so sind, wie sie bei anderen Ländern auch waren.

Und jetzt hat man ja gesehen, geschlossene Banken, eine unsägliche Situation ja für viele Menschen in ihrem täglichen Leben. Und darauf hin ist jetzt ein Wandel eingetreten. Und dieses Momentum...]


Dies hier war ganz klar auch eine Drohung. Und zwar nicht nur an die Regierungen der anderen europäischen Staaten. Entweder ihr macht mit, oder es wird euch genauso schlecht ergehen, wie es der griechischen Bevölkerung ergangen ist. Die spanischen Parlamentswahlen finden in wenigen Monaten, vorraussichtlich am 20. 12.2015 auch statt. Die Befürchtung, das Podemos gewinnen könnte, hängt beinahe förmlich greifbar in der Luft.
Es wurde hier auch ein unterschwelliger Druck auf die deutsche Bevölkerung ausgeübt.
Und zwar mit diesem Satz hier--> Und jetzt hat man ja gesehen, geschlossene Banken, eine unsägliche Situation ja für viele Menschen in ihrem täglichen Leben. Und darauf hin ist jetzt ein Wandel eingetreten.

Und sie gibt auch zu, das sie ganz klar einen Plan hatten, an den sie sich gehalten haben.
Ein demokratisches, politisches Vorgehen war also definitiv von Anfang an nicht beabsichtigt und damit auch nicht angelegt.
Diese Tatsache und deren Konsequenzen daraus, die muss gedanklich wirklich mal durchspielen.

Und wenn ich hier von Herrn Schumann höre, wie die EZB Griechenland wirklich hätte helfen können, dann ist das für mich nicht nur absurd, wie er sagt, sondern es schockiert einfach nur .
http://www.kontext-tv.de/node/482 (Film)

Harald Schumann, investigativer Journalist (Der Tagesspiegel), Buchautor ("Die Globalisierungsfalle", "Der globale Countdown") und Protagonist der Filme "Staatsgeheimnis Bankenrettung" und "Macht ohne Kontrolle"

Für die Interessierten: Griechenland: Memorandum of Understanding für ein dreijähriges ESM-Programm
Interne Arbeitsübersetzung
http://www.nachdenkseiten.de/upload...nding-fuer-ein-dreijaehriges-esm-programm.pdf

Siehe dazu auch die Schuldentragfähigkeitsanalyse
(erstellt von den europäischen Institutionen)
http://www.nachdenkseiten.de/upload...nalyse-griechenlanddt-arbeitsuebersetzung.pdf
 
Das ist wirklich ein sehr interessanter Artikel. Man sollte ihn aber auf jeden Fall ganz lesen, denn der Auszug den Du zitierst ist zwar ein interessantes Konzept, im Gesamt-Artikel geht es aber v.a. darum wie die Agenda insgesamt aussieht, das es letztlich kein Interesse an einer sinnvollen Lösung "fürs Ganze" geben soll. Finanzpolitik wird ja nicht mehr nach ökonomisch rationalen Regeln gemacht, sondern gezielt eingesetzt um viel weitreichendere Interessen durchzusetzen.

Abgesehen davon: Der von Dir zitierte Vorschlag würde auch einige potentielle Probleme bereithalten... Denn entweder würde so etwas ebenfalls mit weitreichenden Machtverschiebungen einhergehen, also etwa das die EZB ebenfalls im Gegenzug Auflagen macht und damit in die nationale Politik der Staaten eingreift, oder aber umgekehrt, korrupte Regierungen würden das als Freifahrtschein nehmen um sich weiterhin ziemlich ungehemmt zu verschulden. Es würde auch, genau wie jetzt, so oder so zur Spaltung führen, da z.B. Deutschland rebellieren würde wenn Italien sofort wieder neue und hohe Schulden anhäuft, da Deutschland die höchste EZB-Beteiligung hat. Da so eine "Entschuldungs-Strategie" über Jahrzehnte laufen müsste, würde sie als Bedrohung wahrgenommen. Und das Problem ungleicher wirtschaftlicher Kraft bei gleichem Wechselkurs würde nicht gelöst. Heißt: Die Südländer müssten sich weiterhin hoch verschulden um den Lebensstandard zu erhalten. Letztlich würde das, genau wie jetzt auch, auf Inflationierung hinauslaufen.

Ich glaube, das wäre ebenfalls keine Lösung sondern auch nur eine Verschiebung. Besser als das was jetzt läuft und mit mehr Potential wenn alle am selben Strang ziehen würden. Aber das wird nicht passieren, eben wegen der großen Unterschiede.

Was der Artikel auch ganz gut beschreibt ist das was ich vorher schon mal sagte: Eine Zentralbank muss gar nicht konkret in Privathand sein um genau so zu agieren als wäre sie es. Die Entmachtung der Demokratien funktioniert durch das grundlegende Design des Finanzsystems schon fast automatisiert. Das ist ein schleichender Putsch und es braucht noch ne ganze Weile bis "zurückgeputscht" wird. Aber das kommt auch irgendwann... davon bin ich absolut überzeugt. Allerdings wird das dann auch nicht nett, da es vermutlich keine demokratischen Systeme sein werden die sich die Macht zurückholen. Im Bestfall Typen wie Tsipras an der Spitze, aber denkbar ist als Reaktion auch Sozialismus als Diktatur.

Aber... das ist ferne Zukunftsmusik. Irgendwann wird es aber eine Reaktion geben.

Hallo @Condemn , ich wollte dir bescheid sagen, das ich deine Antwort nicht vergessen habe:). Nur brauche ich dafür wieder mal Zeit und Ruhe um dir auch anständig antworten zu können. Und ab Anfang nächster Woche ich sie endlich (Urlaub):D
 
Und so ergeht es der griechischen Oberschicht, die kaum Steuern zahlt.

Und die griechische Regierung kümmert sich da kaum darum, denn auch sie gehört mehrheitlich zur Oberschicht.

So ist das ....


Breite Teile der griechischen Bevölkerung leiden unter der Wirtschaftskrise - für die Oberschicht hat sich hingegen kaum etwas geändert. Sie frönt nach wie vor dem süßen Leben. Eine Fotoreportage.

Mehr dazu: http://www.spiegel.de/wirtschaft/so...eportage-ueber-reiche-in-athen-a-1048736.html
 
Und so ergeht es der griechischen Oberschicht, die kaum Steuern zahlt.

Wieder hetzen!!!!!
Zeig mir ein Land, wo es der Oberschicht (Millionären) nicht besser geht als dem Volk?

Und die griechische Regierung kümmert sich da kaum darum, denn auch sie gehört mehrheitlich zur Oberschicht.

Ach..... sitzt Du in der griechischen Regierung um behaupten was die machen oder auch nicht?....oder ist das wie alles Dein Spiegel-Wissen?


Aha....???? gut das so ein Insider wie Du den vollen Durchblick hat. :ROFLMAO:


Bist Du echt der Ansicht den reichen Deutschen juckt es, wie es der Bevölkerung geht? Die werden mit Hilfe der Regierung nur noch reicher.

Mehr dazu:.....(kein Spiegel-Link) ...... sollte sich doch jeder selbst mal Gedanken machen!

Was mich nur immer wieder wundert, dass genau Menschen wie auch Du, die selbst nicht zu den "Schönen-Reichen-Mächtigen" gehören, auch noch nach unten, auf die ärmeren, treten.
Scheint wohl das Selbstbewusstsein zu stärken, wenn "kleine" noch "kleinere" finden auf die sie eintreten können.
 
Hier kommt endlich meine Antwort auf, wie ich finde deine sehr inspirierende Antwort:).
Das ist wirklich ein sehr interessanter Artikel. Man sollte ihn aber auf jeden Fall ganz lesen, denn der Auszug den Du zitierst ist zwar ein interessantes Konzept, im Gesamt-Artikel geht es aber v.a. darum wie die Agenda insgesamt aussieht, das es letztlich kein Interesse an einer sinnvollen Lösung "fürs Ganze" geben soll. Finanzpolitik wird ja nicht mehr nach ökonomisch rationalen Regeln gemacht, sondern gezielt eingesetzt um viel weitreichendere Interessen durchzusetzen.

Genau das, was du hier ,wie ich finde so richtig geschrieben hast, sickert zwar langsam aber jetzt gewaltig ins Bewusstsein derer, die es immer noch nicht so richtig glauben oder fassen konnten.

Abgesehen davon: Der von Dir zitierte Vorschlag würde auch einige potentielle Probleme bereithalten...]

Das sehe ich genauso wie du. Aber was mir mit diesem wirklich interessanten Artikel wichtig ist zu zeigen, ist, das es immer Lösungsansätze gibt und geben wird!
Sei es nur darum wieder einen Schritt weiter zu kommen, oder etwas wichtiges offensichtlich werden zulassen.
Das es sich wirklich lohnt, am politischen Geschehen teilzunehmen und sich bloß nicht mit der viel zitierten Alternativlosigkeit zufrieden geben muss, oder gar sollte.

Diese Alternativlosigkeit ist jetzt vermehrt mit den monotonen Worten;,,Es wird ein langer harter oder sehr schwieriger Weg werden":cautious::barefoot:, ersetzt worden. (Das ist zur Zeit die bevorzugte psychologische Manipulation. Sie soll uns innerlich zusammen fallen lassen, damit wir uns von dem scheinbar schweren Weg abwenden und u.a. dann Frau Merkel einfach machen lassen. Es soll verhindert werden, da nicht mehr so genau hinzugucken, was da wieder ,,angezettel" werden soll. Und außerdem soll die Erwartung, das politische Ziele erreicht werden, gedämpft, oder praktischerweise gar nicht mehr mit verfolgt werden.)

Denn letztlich sind es die Stimmen aus unserer Gesellschaft, gerichtet an die Adresse der Regierung, die eine gesellschaftliche Bewegung und Richtung ausmacht und die auch gehört werden(!), wenn man denn auch den Mut aufbringen kann sie zu äußern. Was zugegebenermaßen am Anfang einem vielleicht nicht ganz so leicht fällt, was dann aber kurze Zeit später immer leichter wird.
Viele solidarischen Menschen die Gegenaktionen stattfinden lassen, in welcher Form auch immer und die sich weigern die Menschlichkeit und die Demokratie in der Politik unter den Tisch fallen zulassen, nehmen diese Stimmen mit einer riesengroßen Freude und Dankbarkeit auf*.
Mit jeder vernehmbaren Stimme, in Richtung der Interessenvertreter/Politiker steigt die Hoffnung und die Handlungsfähigkeit unserer Gesellschaft enorm*!
Und auf genau diese Handlungsfähigkeit innerhalb unserer Gesellschaft kommt es an.

Wie das gehen und aussehen kann, hat Sascha Lobo am vergangenen Donnerstag bei Illner, wie ich finde einfach nur genial und beeindruckend vorgemacht*. Hier-> http://www.zdf.de/maybrit-illner/maybrit-illner-5990162.html
Herr Lobo hat sich nicht beirren lassen und den Herrn J. Herrmann (CSU) um die Erklärung und Defination des Begriff ,,Asylmissbrauch" gebeten. Dieser Begriff ist unsäglich und wurde natürlich nicht umsonst konstruiert. Denn jeder Mensch der nach D flüchtet, hat ein Recht darauf, hier einen Ayslantrag stellen zu können. Aber die ,,lösungsorientierte und mitmenschlich agierende Regierung", muss jetzt erstmal wieder eine ganz neue Kampagne gegen eine Zielgruppe, nämlich die Menschen auf der Flucht starten. Und mit dem Wort Asylmissbrauch hat man da schonmal einen Anfang gemacht.

Herr Herrmann kam daraufhin zusehends in Erklärungsnot und wurde dank Herrn Lobo ob der Kampagne gegen die Flüchtlinge entlarvt:D.
Dreimal darf man nun raten, in welcher Talk-Show er wieder zu Gast sein wird. Richtig... bei Hart aber Fair:coffee:.

Es wird hier das selbe unmenschliche und diffamierende Verhalten aufgeboten, wie bei den griechischen Menschen zuvor auch schon.
Hier kommt für viele Politiker erschwerend hinzu, (das ist natürlich ironisch gemeint) das man die Menschen auf der Flucht nur schwerlich mit einem Memorandum erpressen kann, nicht wahr Herr Herrmann und Co?

Was ich hiermit sagen will ist, das die anderen 18 Regierungen der Eurozone plus Troika ihre Rechnung beinahe ohne die Einwohner der jeweiligen Staaten machen konnten. Das ist nicht mehr ganz so und die Beobachtungspositionen werden glücklicherweise immer mehr verlassen, zu gunsten der Mitwirkung und der Gestaltung.
Durch die neu gewonnene Hellhörigkeit der Einwohner und der demaskierten Entscheidungsträger, werden die Karten täglich neu gemischt und neue Richtungen vorgegeben. Aber das hattest du an anderer Stelle so ähnlich ja auch geschrieben.

Abgesehen davon: Der von Dir zitierte Vorschlag würde auch einige potentielle Probleme bereithalten... Denn entweder würde so etwas ebenfalls mit weitreichenden Machtverschiebungen einhergehen, also etwa das die EZB ebenfalls im Gegenzug Auflagen macht und damit in die nationale Politik der Staaten eingreift, oder aber umgekehrt, korrupte Regierungen würden das als Freifahrtschein nehmen um sich weiterhin ziemlich ungehemmt zu verschulden. Es würde auch, genau wie jetzt, so oder so zur Spaltung führen, da z.B. Deutschland rebellieren würde wenn Italien sofort wieder neue und hohe Schulden anhäuft, da Deutschland die höchste EZB-Beteiligung hat. Da so eine "Entschuldungs-Strategie" über Jahrzehnte laufen müsste, würde sie als Bedrohung wahrgenommen. Und das Problem ungleicher wirtschaftlicher Kraft bei gleichem Wechselkurs würde nicht gelöst. Heißt: Die Südländer müssten sich weiterhin hoch verschulden um den Lebensstandard zu erhalten. Letztlich würde das, genau wie jetzt auch, auf Inflationierung hinauslaufen.

Ich glaube, das wäre ebenfalls keine Lösung sondern auch nur eine Verschiebung. Besser als das was jetzt läuft und mit mehr Potential wenn alle am selben Strang ziehen würden. Aber das wird nicht passieren, eben wegen der großen Unterschiede.

Das sehe ich auch genauso.
Und da kommt glüchlicherweise Bewegung hinein. Es ist jetzt wenigstens schon mal eine Debatte darüber da.
Ich weiß, das kluge Köpfe zurecht nochmal darauf hinweisen werden, das es nicht am Euro sondern an der falschen Politik liegt. Nur wie man sieht, wird ungeachtet der Leiden die die Menschen zu ertragen haben, an dieser ,,Politik" festgehalten.
Und wenn es so weiter geht wie bisher, zerfällt der Euro sowieso. Also ist die Debatte darüber mehr als notwendig!


http://www.taz.de/Finanzkrise-in-Europa/!5225313/

Oskar Lafontaine
12. August um 02:37 ·
Deutscher Euro zerstört europäische Einigung

„Durchbruch im Ringen um neues Hilfspaket für Griechenland“ – so steht es heute in den deutschen Zeitungen. Hilfspaket klingt gut – tatsächlich geht es um Geld für die Banken bei gleichzeitiger Kürzung der Renten, Anhebung der Mehrwertsteuer und Privatisierung, das heißt Verschleuderung öffentlichen Eigentums. Auch die deutschen Steuerzahler werden wieder mit weiteren Milliarden in Haftung genommen, obwohl seit 2010 bekannt ist, dass Griechenland zahlungsunfähig ist. Die Verschuldung Griechenlands wird weiter steigen, ebenso wie die Arbeitslosigkeit und die Armut....]
https://www.facebook.com/oskarlafontaine

Oskar Lafontaine: Welche Lehren ziehen wir aus der Erpressung der Syriza-Regierung durch die Troika?
http://www.rtdeutsch.com/29760/mein...essung-der-syriza-regierung-durch-die-troika/

Von Ralf Krämer
OXI zur Politik dieser EU
Ein Beitrag von Ralf Krämer in der linken Debatte über Griechenland, den Euro und die Zukunft der Europäischen Union

http://www.neues-deutschland.de/artikel/981975.oxi-zur-politik-dieser-eu.html

Von Martin Höpner
Den linken Euro gibt es nicht
Es gibt keine neutrale Währungsunion, die sich je nach Kräfteverhältnis demokratisch und sozial ausrichten lässt. Martin Höpner über die strukturellen Zwänge, die vom Euro selbst ausgehen
http://www.neues-deutschland.de/artikel/981418.den-linken-euro-gibt-es-nicht.html

Was der Artikel auch ganz gut beschreibt ist das was ich vorher schon mal sagte: Eine Zentralbank muss gar nicht konkret in Privathand sein um genau so zu agieren als wäre sie es. Die Entmachtung der Demokratien funktioniert durch das grundlegende Design des Finanzsystems schon fast automatisiert. Das ist ein schleichender Putsch und es braucht noch ne ganze Weile bis "zurückgeputscht" wird. Aber das kommt auch irgendwann... davon bin ich absolut überzeugt. Allerdings wird das dann auch nicht nett, da es vermutlich keine demokratischen Systeme sein werden die sich die Macht zurückholen. Im Bestfall Typen wie Tsipras an der Spitze, aber denkbar ist als Reaktion auch Sozialismus als Diktatur.

Aber... das ist ferne Zukunftsmusik. Irgendwann wird es aber eine Reaktion geben.

(y)
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Werbung:
Hier ist eine Sendung, die sich anzuschauen wirklich lohnt(y).
Es wird auch gezeigt, wie sehr sich Erwin Schruempf von der Griechenlandhilfe.at engagiert.


Griechenland - Ferien im Pleitestaat. Wohin fließt das Geld der Touristen?

8.7.2015 | 20.15 Uhr | 44:31 min
http://swrmediathek.de/player.htm?show=a5e2b950-25ac-11e5-ac1f-0026b975f2e6

Wer denn spenden kann und möchte, findet hier alles dafür->http://www.griechenlandhilfe.at/

Hinter den Schlagzeilen, Herausgeber Konstatin Wecker
Helfen wir den Menschen in Griechenland!
Außerdem-> http://hinter-den-schlagzeilen.de/2015/08/21/helfen-wir-den-menschen-in-griechenland/

Weitere Möglichkeiten zu spenden gibt es hier:
http://www.nachdenkseiten.de/?p=26941


Hier haben schon über 92.000 Menschen unterzeichnet*.

Kampagnen » Solidarität mit Griechen... » Petition: Schuldenschnit...
Streicht Griechenlands Schulden!
Jahrelang wurde in Griechenland gekürzt, gespart und gestrichen. Die Folgen: Die Wirtschaft brach ein, die Menschen verarmten und die Schulden stiegen weiter. Die sogenannten "Rettungsgelder" flossen großteils an den Finanzsektor. Diese falsche Politik hat die Krise in Griechenland so stark vertieft, dass sich das Land ohne Schuldenerleichterung unmöglich erholen kann.
Die Initiative "Cancel Greek Debt" wird von mehr als 45 Organisationen unterstützt. HIER geht es zur internationalen Seite.

Unterzeichnen auch Sie die Petition:
Schluss mit der Verarmungspolitik - streicht Griechenlands Schulden!

http://www.attac.at/kampagnen/solid...tition-schuldenschnitt-fuer-griechenland.html
 
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