Soll Griechenland raus aus Euro...

Griechenland raus aus Eurozone?

  • Ja

    Stimmen: 72 66,1%
  • Nein

    Stimmen: 23 21,1%
  • Weiß nicht

    Stimmen: 14 12,8%

  • Umfrageteilnehmer
    109
Schönen Samstag, @Condemn (ich denke über deine zeilen noch nach)
schaust du dir das video vielleicht an? (ist deutsch - und ganz wenig nuschel :))
...ich glaube es lohnt sich. (mit deiner zeit gehe ich achtsam um. auf mich wirkst du aktiv und interessiert.
aber gehirngewaschen sind wir leider alle. Und dass wirs abstreiten - daran erkennt man es :D)

Ich behaupte gar nicht das ich nicht manipuliert bin... Aber, selbst wenn ich manchmal vielleicht auf eine Art formuliere als sei ich von etwas sehr überzeugt, einfach weil ich keine Lust habe ständig Relativierungen einzubauen, gibt es nicht so viel das ich für 100% sicher halte bzw. halte ich immer die Möglichkeit offen das es anders sein kann als ich es annehme oder aber ich weiß sogar sicher, dass da weit mehr sein muss als ich durchschauen kann.

Und wenn es um das Federal Reserve System geht, das Finanzsystem insgesamt, dann ist das m.A.n. ein Fakt. Es wird auf diesem Erdball vermutlich keine 50 Menschen geben die das System wirklich kennen. Das Beziehungsgeflecht dahinter, das Geflecht aus unterschiedlichen Interessen, ist schon wahnsinnig komplex. Und ich glaube, dass es NULL Personen gibt die dieses System ökonomisch vollkommen berechnen können. Das ist auch nicht zwingend nötig um gewisse Ziele zu erreichen, v.a. wenn es darum geht von einer bewusst angerichteten Destruktivität zu profitieren... da es ja deutlich leichter ist Destruktivität zu verursachen. Aber der bedeutendste Punkt ist: Ich denke viel mehr in Dynamiken als in Personen. Die Personen sind austauschbar, selbst jene die sehr viel Macht haben. Die Dynamiken sind entscheidend und nicht so variabel wie viele glauben. Und niemand hat mehr Einfluss auf diese Dynamiken als umgekehrt... selbst der mächtigste Mensch auf diesem Planeten ist Teil der Dynamiken, kann nicht nur agieren sondern muss immer auch reagieren. Selbst der mächtigste Mensch oder die mächtigste Gruppe ist nicht vollkommen sicher... Sie haben es alle mit anderen Kräften zu tun. Kein noch so mächtiger Bankier kann sich z.B. wirklich sicher sein ob er nicht schon lange im Fokus von Geheimdiensten ist... und zwar viel intensiver als Regierungs-Chefs oder wer auch immer.

Wenn man das durchdenkt, entsteht eine extrem hohe Komplexität im Detail und es ist m.A.n. nicht möglich eine einzelne Interessengruppe auszumachen die wirklich die Fäden in der Hand hat. Ich glaube z.B. auch nicht die Theorie das die USA von Israel aus gesteuert werden. Die jüdische Lobby ist in den USA sehr stark und es stimmt das viele mächtige Menschen in den USA Juden sind. Aber erstens nicht ausschließlich und zweitens heißt das absolut nicht das deren Loyalität vor allem Israel gilt oder der jüdischen Community. Es gibt eine Vielzahl anderer mächtiger Gruppierungen die nicht jüdisch sind.

Und überall herrschen gegenseitige Abhängigkeiten und die Machtverhältnisse sind ja auch nicht fix sondern dynamisch ... das was dann immer wieder unter dem Strich steht, die konkreten Auswirkungen, sind zum Teil geplant, zum Teil misslungen und zum Teil auch unberechenbar. Das ist ökonomisch der Fall und es ist geostrategisch nicht anders und beides hängt sehr eng zusammen. Aber zu glauben, manches davon sei irrelevant, etwa Politik.. ist wirklich falsch. Die Politik ist sogar sehr aufschlussreich, auch wenn die bedeutenden Entscheidungen woanders getroffen und der Politik aufgezwungen werden. Politik ist einigermaßen sichtbar, das andere wird immer unsichtbar sein.

Das Video das Du verlinkt hast ist ja z.B. eher Geostrategie, das von gestern war FED. Die Geostrategie des Westens, v.a. der USA, ist schon komplex aber relativ bekannt schon seit Jahrzehnten und auch relativ berechenbar weil es klare Zwänge gibt, v.a. im Energiebereich. Das Federal-Reserve-System ist ne ganz andere Nummer.
 
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Auf welcher Basis bilden wir uns eigentlich ein Urteil? Kennt hier irgendjemand einen Griechen, der vor Ort unter der Krise leidet? Wer von uns hier, die wir hier und anderswo so sachkundig über dieses Thema disktutieren hat Wissen aus erster Hand, was es bedeutet, in dieser Krise zu leben?
 
[....Der Witz dabei ist ja im Grunde die Frage: Können die Schätzungen was möglich ist tatsächlich so weit auseinanderliegen? Nein... Deutschland weiß dass 50 Milliarden totale Illusion sind. Der Fonds ist v.a. ein politisches Werkzeug... Druck auf Griechenland aber auch Argumente wegen der Innenpolitik, im Sinne von "Ihr könnt Zustimmen, denn wir schicken ja nicht einfach nur Geld für nix sondern für harte Gegenwerte".


Die anderen Konflikte werden mit Frankreich und Italien sein... die wollen nämlich auch nicht brav einfach nur sparen und dabei zugucken wie opossitionelle und teilweise extreme Kräfte Zulauf bekommen. Der Konflikt ist nicht aufzulösen, denn wenn Deutschland zu nachgiebig ist laufen der CDU sogar die eigenen Leute davon...

Wie ich finde, wieder super lesenswerte Seiten!

Zukunftswerkstatt Griechenland
Gabriela Simon 26.07.2015
Im Konflikt mit der griechischen Regierung testete die Eurogruppe ihre Strategie des Finanzkriegs und kreierte das EU-Modell einer kontrollierten Demokratie...]

*Hier auf der 5. Seite ist ein sehr informativer Vorschlag um den Konflikt lösen zu können--->

Ein Rettungsprogramm für die Demokratien in Europa
[...Zwischen Griechenland und den Steuerzahlern der Eurozone droht ein scheinbar unlösbarer Konflikt zu eskalieren. Dabei gibt es seit Jahren ein von verschiedenen Ökonomen befürwortetes Konzept, mit dem sich eine Gesamtlösung für die europäischen Schuldenprobleme erreichen lässt, ohne dabei Steuerzahler oder private Gläubiger zu belasten.

Man würde dabei den Vorzug nutzen, dass die Euroländer in ihrer eigenen Währung verschuldet sind. Die Kernidee ist, dass die EZB einen relevanten Teil der Staatsschulden der gesamten Eurozone übernimmt und für einen längeren Zeitraum zins- und tilgungsfrei in ihrer Bilanz belässt.

Der Syriza-Ökonom John Milios hat zusammen mit zwei weiteren Wirtschaftswissenschaftlern ein konkretes Modell dafür ausgearbeitet. Demnach würde die EZB alle Staatsschulden der Eurozone kaufen, die 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) übersteigen. Sie würde diese Staatsanleihen so lange zins- und tilgungsfrei halten, bis ihr Wert - durch Wirtschaftswachstum und Inflation - auf 20 Prozent des BIP des jeweiligen Landes gesunken ist. Dann würden die Staaten diese Anleihen zurückkaufen. Nach einer entsprechenden Modellrechnung würde Deutschland seine Anleihen nach 17 Jahren, Frankreich nach 28 Jahren, Griechenland nach 58 Jahren und Italien nach 60 Jahren zurückkaufen.

Entgegen einer verbreiteten Vorstellung, kann die EZB nicht Pleite gehen, und die Steuerzahler müssen auch nicht für ihre Verluste geradestehen. Die EZB ist Herrscherin über das Eurogeld. Sie kann im Prinzip jeglichen Verlust durch Geldschöpfung ausgleichen oder einfach in ihrer Bilanz stehen lassen. Sie müsste diesen Prozess lediglich so gestalten, dass sich die Inflationsrate im gewünschten Bereich bewegt. Theoretisch kann die EZB diese Staatsanleihen auch endlagern oder in Lauf der Jahrzehnte auf Null abschreiben. In einer solchen Variante wäre allerdings der "moral hazard" wohl zu groß.

Seit Monaten betreibt die EZB ein umfangreiches Aufkaufprogramm für Staatsanleihen, in dem sie insgesamt mindestens 1,2 Billionen Euro ausgeben will. Ziel dieser Aktion ist es, Geld in den Markt zu pumpen, um die Inflation auf zwei Prozent zu hieven. Es wäre viel sinnvoller, wenn die EZB mit einer solchen Aktion Eurostaaten entschulden würde. Sie würde damit fiktives Kapital aus dem Verkehr ziehen, Luft aus der Finanzblase ablassen und die Länder der Eurozone aus dem Alptraum der Überschuldung befreien. Die europäischen Demokratien hätten wieder Luft zum Atmen, die Vorherrschaft Deutschlands wäre weniger erdrückend und alternative Politikansätze könnten nicht mehr einfach im Keim erstickt werden.
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45520/4.html
 
Wie ich finde, wieder super lesenswerte Seiten!

Zukunftswerkstatt Griechenland
Gabriela Simon 26.07.2015
Im Konflikt mit der griechischen Regierung testete die Eurogruppe ihre Strategie des Finanzkriegs und kreierte das EU-Modell einer kontrollierten Demokratie...]

*Hier auf der 5. Seite ist ein sehr informativer Vorschlag um den Konflikt lösen zu können--->

Ein Rettungsprogramm für die Demokratien in Europa
[...Zwischen Griechenland und den Steuerzahlern der Eurozone droht ein scheinbar unlösbarer Konflikt zu eskalieren. Dabei gibt es seit Jahren ein von verschiedenen Ökonomen befürwortetes Konzept, mit dem sich eine Gesamtlösung für die europäischen Schuldenprobleme erreichen lässt, ohne dabei Steuerzahler oder private Gläubiger zu belasten.

Man würde dabei den Vorzug nutzen, dass die Euroländer in ihrer eigenen Währung verschuldet sind. Die Kernidee ist, dass die EZB einen relevanten Teil der Staatsschulden der gesamten Eurozone übernimmt und für einen längeren Zeitraum zins- und tilgungsfrei in ihrer Bilanz belässt.

Der Syriza-Ökonom John Milios hat zusammen mit zwei weiteren Wirtschaftswissenschaftlern ein konkretes Modell dafür ausgearbeitet. Demnach würde die EZB alle Staatsschulden der Eurozone kaufen, die 50 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) übersteigen. Sie würde diese Staatsanleihen so lange zins- und tilgungsfrei halten, bis ihr Wert - durch Wirtschaftswachstum und Inflation - auf 20 Prozent des BIP des jeweiligen Landes gesunken ist. Dann würden die Staaten diese Anleihen zurückkaufen. Nach einer entsprechenden Modellrechnung würde Deutschland seine Anleihen nach 17 Jahren, Frankreich nach 28 Jahren, Griechenland nach 58 Jahren und Italien nach 60 Jahren zurückkaufen.

Entgegen einer verbreiteten Vorstellung, kann die EZB nicht Pleite gehen, und die Steuerzahler müssen auch nicht für ihre Verluste geradestehen. Die EZB ist Herrscherin über das Eurogeld. Sie kann im Prinzip jeglichen Verlust durch Geldschöpfung ausgleichen oder einfach in ihrer Bilanz stehen lassen. Sie müsste diesen Prozess lediglich so gestalten, dass sich die Inflationsrate im gewünschten Bereich bewegt. Theoretisch kann die EZB diese Staatsanleihen auch endlagern oder in Lauf der Jahrzehnte auf Null abschreiben. In einer solchen Variante wäre allerdings der "moral hazard" wohl zu groß.

Seit Monaten betreibt die EZB ein umfangreiches Aufkaufprogramm für Staatsanleihen, in dem sie insgesamt mindestens 1,2 Billionen Euro ausgeben will. Ziel dieser Aktion ist es, Geld in den Markt zu pumpen, um die Inflation auf zwei Prozent zu hieven. Es wäre viel sinnvoller, wenn die EZB mit einer solchen Aktion Eurostaaten entschulden würde. Sie würde damit fiktives Kapital aus dem Verkehr ziehen, Luft aus der Finanzblase ablassen und die Länder der Eurozone aus dem Alptraum der Überschuldung befreien. Die europäischen Demokratien hätten wieder Luft zum Atmen, die Vorherrschaft Deutschlands wäre weniger erdrückend und alternative Politikansätze könnten nicht mehr einfach im Keim erstickt werden.
http://www.heise.de/tp/artikel/45/45520/4.html


Das ist wirklich ein sehr interessanter Artikel. Man sollte ihn aber auf jeden Fall ganz lesen, denn der Auszug den Du zitierst ist zwar ein interessantes Konzept, im Gesamt-Artikel geht es aber v.a. darum wie die Agenda insgesamt aussieht, das es letztlich kein Interesse an einer sinnvollen Lösung "fürs Ganze" geben soll. Finanzpolitik wird ja nicht mehr nach ökonomisch rationalen Regeln gemacht, sondern gezielt eingesetzt um viel weitreichendere Interessen durchzusetzen.

Abgesehen davon: Der von Dir zitierte Vorschlag würde auch einige potentielle Probleme bereithalten... Denn entweder würde so etwas ebenfalls mit weitreichenden Machtverschiebungen einhergehen, also etwa das die EZB ebenfalls im Gegenzug Auflagen macht und damit in die nationale Politik der Staaten eingreift, oder aber umgekehrt, korrupte Regierungen würden das als Freifahrtschein nehmen um sich weiterhin ziemlich ungehemmt zu verschulden. Es würde auch, genau wie jetzt, so oder so zur Spaltung führen, da z.B. Deutschland rebellieren würde wenn Italien sofort wieder neue und hohe Schulden anhäuft, da Deutschland die höchste EZB-Beteiligung hat. Da so eine "Entschuldungs-Strategie" über Jahrzehnte laufen müsste, würde sie als Bedrohung wahrgenommen. Und das Problem ungleicher wirtschaftlicher Kraft bei gleichem Wechselkurs würde nicht gelöst. Heißt: Die Südländer müssten sich weiterhin hoch verschulden um den Lebensstandard zu erhalten. Letztlich würde das, genau wie jetzt auch, auf Inflationierung hinauslaufen.

Ich glaube, das wäre ebenfalls keine Lösung sondern auch nur eine Verschiebung. Besser als das was jetzt läuft und mit mehr Potential wenn alle am selben Strang ziehen würden. Aber das wird nicht passieren, eben wegen der großen Unterschiede.

Was der Artikel auch ganz gut beschreibt ist das was ich vorher schon mal sagte: Eine Zentralbank muss gar nicht konkret in Privathand sein um genau so zu agieren als wäre sie es. Die Entmachtung der Demokratien funktioniert durch das grundlegende Design des Finanzsystems schon fast automatisiert. Das ist ein schleichender Putsch und es braucht noch ne ganze Weile bis "zurückgeputscht" wird. Aber das kommt auch irgendwann... davon bin ich absolut überzeugt. Allerdings wird das dann auch nicht nett, da es vermutlich keine demokratischen Systeme sein werden die sich die Macht zurückholen. Im Bestfall Typen wie Tsipras an der Spitze, aber denkbar ist als Reaktion auch Sozialismus als Diktatur.

Aber... das ist ferne Zukunftsmusik. Irgendwann wird es aber eine Reaktion geben.
 
Soll Griechenland raus aus dem Euro?

Schon vor Jahren war die Mehrheit dafür.

Und jetzt ist diese Mehrheit sicher noch größer geworden.
 
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