... überlagerten sich gerade die Bilder von Esau und Kain bei mir ...
mangels Wissens meinerseits hab ich da mal gegoogelt :
Esau und Jakob waren Zwillinge von Isaak und Rebecca, Esau war der Erstgeborene.
Demnach dürfte er - soweit ich das verstehe - ein gutes Weilchen nach Kain und Abel das Licht der Welt erblickt haben.
Aber ich will nicht abschweifen, sondern den zugesagten Auszug aus Friedrich Weinreb´s ´ Der Weg durch den Tempel ´ ( elfter Vortrag, Seite 225 ff Thauros Verlag A D 2000 ) einstellen.
Allerdings habe ich gemerkt, daß dieser Asuzug fast aus dem Zusammenhang gerissen wirkt und nur eine Erklärung dessen
andeutet, worauf wir bei der Erörterung der Bedeutung der
Gnade Gottes gestoßen sind.
Hier nun das Zitat :
…, dass das Opfer Kains etwas ist, an dem nicht der ganze Mensch beteiligt ist. Der Mensch als solcher bleibt außerhalb, … Wie die Schöpfung diese zwei mal drei Tage, so hat auch der Mensch diese doppelte Drei in sich. Das ist nicht nur eine Wiederholung, sondern es geht auch darum, in der zweiten Dreiheit lebendig, anders zu werden, da die erste Drei¬heit noch nicht das ganze Leben geben konnte - nur bis zu den Pflanzen. Wir müssen versuchen, dies auf unser eigenes Leben zu übertragen und uns bewusst zu werden, dass wir sehr häufig nur das Opfer Kains bringen, weil wir an der einen Seite stehen blei¬ben, Zuschauer bleiben und nicht als Teilnehmer ins Ganze mit einbezogen sind. Teilnehmer kann man nur mit dem Opfer Abels sein, das auch das Tier zum »korban« darbietet. Wenn nicht auch das Tier Gott nähergebracht wird, das heißt, als »korban« dient, mit allen unseren Erfahrungen, mit unserer ganzen Existenz hier, ist es kein wirkliches »korban«; dann steigt der Rauch, wie er¬zählt wird, nicht empor. Dann entsteht auch Neid, der sich beim Menschen oft in Unruhe, Unzufriedenheit und Unlust äußert. Es braucht kein Neid auf jemand Bestimmten zu sein, sondern wir sind schon neidisch auf die Möglichkeit, die ja trotzdem da ist.
Wir fühlen uns auf dem Weg, der uns gewiesen wird, >mitgenommen<, betäuben uns damit, verhalten uns ruhig und denken, dass es nichts Anderes gibt und niemand etwas Anderes kennt. Dann entsteht in der Welt, was man die Kain-Kultur nennt. Denn Kain tötet seinen Kern, sein Wesen.
Der Mensch, das ist Kain und Abel gemeinsam, aber mit Kain bleibt nur das Äußere,
die Umhüllung übrig, und dann kommt das »na wenad«, das >unstet und flüchtig<
( I. Mose 4,12 ).
Dann bekommt der Mensch diesen Ortsveränderungstrieb, dieses Hin- und Herrennen. Man sagt dann zwar, man sei sehr zufrieden, habe viele Bücher gelesen, sei durch viele weise Menschen einge¬weiht oder habe auf andere Art viele Erfahrungen gemacht, doch es ist dann das Kainsmal da, das daraufhinweist, dass man aus innerer Unruhe so handelt. Dieses Zeichen äußert sich zum Beispiel darin, dass man alles tut, um den Tod zu verdrängen und als unhygienisch aus der Gesellschaft zu verbannen, dass man von einer Krankheit zur anderen lebt, dass man zum Spielball der Ereignisse wird, dass man den Baum des Lebens nicht kennt, der, ins bittere Wasser ge¬bracht, die Zeit wieder süß macht.
Das bedeutet also, dass wir eine ganz besondere Einstellung zu dem, was hier >Tier< heißt, gewinnen müssen. Die Achtung vor dem Tier außerhalb von uns ist selbstverständlich. Das Tier ist das erste Leben des Menschen, außerdem ist es ein Geheimnis, wir wissen nicht, woher es kommt. Das gilt auch für unsere Einstellung zum Tier im Wesentlichen. Was hat es damit für eine Bewandtnis? In der Zeit bis zur Sintflut ist die Nahrung für den Menschen nur das Pflanzliche, das, was aus der Erde hervorkommt,
nicht die »nefesch chajah«, 50-80-300-8-10-5, die >lebende Seele<. Das Pflanzliche heißt »nefesch zorneach«, 50-80- 300-90-40-8, >wach¬sende Seele<, wie Sie bereits wissen.
Es wird erzählt, dass diese Menschheit, die die Pflanze zu sich nimmt, zu Grunde geht. Es ist eine andere Menschheit wie die nach der Sintflut, von der es heißt, dass es niemals mehr ein »rnabui« ge¬ben wird. Dieser totale Übergang von der einen Welt zur anderen findet nicht mehr statt. Wir könnten die Zeit bis zur Sintflut fast mit der Zeit der ersten drei Tage vergleichen, und die Zeit danach mit den zweiten drei, wobei danach auch der Übergang vom sech¬sten zum siebten Tag stattfindet, was sogar auch schon den Über¬gang zum achten Tag in sich birgt … Zitatende