Da trifft was davon einen Nerv bei mir, zum Beispiel. Ich erinnere mich daran, welche Widerstände ich in mir zu besiegen hatte, als man mir erklärt hatte, die tibetische Lehrtradition beruht darauf, daß du eine Beziehung zu irgendeinem oder besser gesagt deinem Lehrer aufbaust. Das war wahnsinnig mühsam. Das ist nämlich bei mir so ein Punkt. Ich krieg die Krise, wenn ich auch nur den Hauch einer Anbetung eines Lehrers, eines Personenkults, mitkrieg. Unerträglich, furchtbar, nicht zu machen, geht nicht. Da bin ich weg (das hab ich damals übrigens gemeint damit). Das sitzt ganz tief in mir drin. Eines Lehrers dankbar gedenken, ohne weiteres. Und sogar ein Bild in die gewisse heilige Ecke stellen, warum nicht, als Erinnerung, wie einen Wegweiser. Auch Hochachtung empfinden, ohne Probleme. Aber wehe da kommt irgendso eine Sauce dazu, von wegen seine göttliche Liebe ist in mich geströmt oder so, da werd ich auf der Stelle unausstehlich. Warum das so ist... kann ich nicht sagen.
Es war dann für mich eine sehr große Erleichterung, zu erleben, daß mit der Verehrung des Lehrers in meinem Fall tatsächlich gemeint ist, ich solle Hochachtung vor der inneren Natur haben und keineswegs vor der Person. Und eben in reiner Form seiner Tätigkeit gedenken, die mich mit einer lebendigen Tradition verbindet.
Also Widerstand spüre ich da sehr viel in mir. Es ist aber nicht Furcht vor Kontrollverlust, zumindest soweit ich das spüren kann. Es ist etwas anderes. Es ist mein tiefstes Empfinden, daß ich keinen Vermittler zwischen mir und dem Göttlichen in mir brauche, es kann mich einer aufwecken, es kann mir einer den Weg zeigen, aber niemals will ich den Lehrer BRAUCHEN, um irgendwas erleben zu können. Ich möcht das pur und direkt...
Super! Danke für Deine Gedanken. Kann ich alles sehr gut nachfühlen! Sehr gut sogar. Ich hab mir immer gesagt, ich brauche weder Jesus noch sonst einen Mittler, mit Gott kan man direkt reden! Und das stimmt auch!!! Das würde ich bis heute nicht zurücknehmen wollen! Dieses Ding mit *ich bin die Tür* oder *durch mich kommst Du zum Vater* funktioniert bei mir überhaupt nicht.
So. Und jetzt kommt das Ding mit Deiner Erleichterung.

) Dazu würde ich gern, sehr gern erzählen, wie es in meinem Fall zu der Annäherung mit Baba kam. Ich werde wahrscheinlich gleich unterbrochen, so in etwa 10 Minuten, dann mach ich einen Cut und setze den Bericht später fort. Ok?
Ich arbeitete also bei THALAMUS, einer Heilpraktikerschule, in der Verwaltung. Da hatte ich u.a. auch mit der Raumvermietung zu tun und als ich einen Raum vermieten wollte, fragte ich dann meine Chefin: wer ist denn Donnerstag abends in Raum x? Sie sagte: Da sind die Sai Babas drin. Und ich: Die Sai Babas? Was soll das denn sein? Wieder so ein Guru?
Das war also mein erster Kontakt mit dem Namen überhaupt. Da ich schon so manchen Guru besucht hatte, wenn mal einer in Köln war und Satsang gab, bin ich schon hingegangen, aber ich konnte nie nachvollziehen, wieso die Menschen manchmal so hingebungsvoll zu ihm oder ihr hingezogen waren. Ich fand die immer beeindruckend und auch besonders, aber das wars dann auch.
Nunja, es vergingen also ein paar Wochen, als dann einer zu mir in die Verwaltung kam und wir in ein Gespräch kamen. Irgendwann fragte ich nach dem Buch, das er unter der Achselhöhle trug, und es eins über Baba. Ich nickte nur verständnisvoll *grins* und machte weiter im Text.
Es vergingen erneut ein paar Wochen, als eine Freundin, die ich zwar noch nicht lange kannte aber sehr mochte, zu mir zog, weil sie sich in einer für sie unerträglichen Wohnsituation mit ihrem Freund befand. Sie wollte also in meiner Wohnung dann eine neue suchen. Da ich gerne spirituelle Bücher las, und diesen Abend keinen Bock mehr drauf hatte, sondern einen stinknormalen Roman lesen wollte, ging ich in ihr Zimmer und schaute mir ihr Bücherregal an. Mit schiefem Kopf las ich Buchtitel, faßte mal hier mal da hin, und dann fiel mir eins auf die Füße. Der Titel: "Sai Baba, das moderne Wunder." Ach! Hatte die auch was von Baba. Na, sowas. Ich schätzte ihre Spiritualität und das bewog mich, darin zu lesen. Ich las also die ersten 10 Seiten und legte das Buch angewidert wieder zurück ins Regal. Ich dachte: Also ich glaub ja schon viel, aber SOWAS glaub ich nicht!
Nagut, also es vergingen abermals ein paar Wochen - wenn ich so zurückdenke, würde ich den Rhythmus in 3 Wochen-Wellen sehen - da rief mich ein Freund an. Den kannte ich schon 10 Jahre. Was Gurus betraf, waren wir uns einig. Da fragte der mich plötzlich: "Haste nicht Lust, mit nach Indien zu Sai Baba zu fahren?" "Sai Baba? Den kenn ich doch gar nicht! Was soll ich denn da? Also zu Shantimayi, das würd ich vielleicht überlegen, aber Baba? Wie kommste denn auf den jetzt?" Dann erzählte er mir von einem Buch, in dem er gelesen hatte und was ihn so sehr bewegt hatte.
Naja, wieder ein paar Wochen später hatte dieser besagte Freund einen Umzug. Ich also hin zum Helfen, Kartons schleppen und so weiter. Dan
so. Schluß ... bis später!

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