gern geschehen
sag mal liebe Pyare,
wie siehst du eigentlich meinen Beitrag bezüglich der Ereignisse, die meinem Schwiegervater im August 1994 zu teil wurden.
ich meine damit die Heilung von ihm
Deine meinung dazu, bzw. deine Sichtweise, würde mich auch sehr interessieren.
Alles Liebe durga![]()
Liebe Durga,
was ich jetzt schreibe, meine ich nicht böse. Ich schreibe es unter dem Aspekt der Zugewandtheit.
Was mir auffällt, korrigier mich bitte, falls ich mich täuschen sollte, ist, daß Du keinen eigenen Standpunkt hast. Irgendwie suchst Du den noch.
Was mir auch auffällt, ist, daß Du nicht gerne anecken magst und versuchst, mit jedem irgendwie gut auszukommen.
Schau, in Bezug auf Sai Baba im Besonderen und auch auf so manch andere Dinge im Leben, kannst du nicht zu einem Standpunkt kommen, wenn Du andere nach ihrer Meinung oder Sichtweise fragst.
Wenn man eine Position einnimmt, hat das meist zur Konsequenz, das man hier und da aneckt. Ist die Position wirklich fest, kann man auch die Positionen anderer stehen lassen. Der eine oder andere wird sich an Dir reiben, wenn Du Deine Position vertrittst, das darf er aber auch. Wenn er dann Deine ganze Person als solche in Frage stellt, darf er das auch. Das ändert nichts an Dir und daran, wer Du bist.
Ich habe bei Swami gelernt, daß ich, was seine innere Führung anbelangt, nur verwirrt werde, wenn ich mir meine Erlebnisse von anderen interpretieren lasse, weil ich zu faul bin, nach innen zu gehen.
Oft war es so, daß ich direkt und in sekundenschnelle seine Zeichen verstanden habe, im Herzen, ohne daß ich Worte dafür gehabt hätte. Danach kamen Zweifel, ich fing an darüber zu reden, Fragen zu stellen, und hörte von jedem ne andere Idee.
Du weißt selbst, wie es dort zugeht. Der eine sagt, Baba nimmt jeden dritten Brief - der andere weiß genau, warum er einen nimmt und warum nicht - der nächste kennt sich genau aus, was dies oder das betrifft. Es stimmt alles nicht, weil es stimmt nur das, was in DIESEM einen Moment geschieht, während Du involviert bist.
Bei mir gab es mal eine Situation, die möchte ich gerne beschreiben.
Meine Gruppe hatte ja mal ein Interview. Ein paar Wochen danach stand wieder eine aus unserer Gruppe auf, und ich dachte: Nee, schon wieder eins?
Nachdem ich ein paar andere aus unserer Gruppe aufstehen sah, stand auch ich auf und weil ich spät dran war, rannte ich die ganze Halle entlang, aus Angst, die gehen schon in den Raum und ich bin noch nicht dort angelangt. Bevor ich also umme Ecke renne, um auf die Terasse zu stürmen , steht Sai Baba ungefähr 20 meter von mir entfernt da, macht eine Handbewegung, die mir deutlich zu verstehen gab, daß ich mich bitte entfernen soll.
Währenddessen legte er den Kopf schief, lächelte mich so liebevoll an, und während all das geschah, spürte ich innerlich, wie eine kleine Kugel aus seinem Herz kam. Ich sah sie förmlich die ganzen 20 meter entlang auf mich zufliegen, in mein Herz eintreten und ich spürte auch das Eindringen eben dieser. In dem Moment ergoß sich in meinem Herzen ein solches Glücksgefühl, das sich spontan in meinen ganzen Körper ausbreitete. Ich stand da, wie angewurzelt und war von Glück durchströmt, das mir die Tränen in den Augen standen. Auf Wolke 7 ging ich wieder zurück an meinen Platz.
Ich hatte mein Interview bekommen und ich weiß noch, wie ich später anderen erzählte: SO möchte ich auch NEIN sagen können!
Es stellte sich also heraus, daß die besagte Frau auch noch in einer anderen Gruppe war - also in zwei - und unsere Gruppe sich deshalb fälschlicherweise angesprochen gefühlt hatte. Er hatte sie alle weggeschickt.
Als der Darshan und seine Interviews vorbei waren und ich dann draußen andere Leute traf, kamen die zu mir, um mich zu trösten. Willst Du wissen, was sie gesehen hatten? "Mensch, da hat der Baba Dich aber abserviert!"
"Bor, tut mir leid. DAS war ja ne heftige Handbewegung von Baba. So heftig hätte er Dich auch nicht wegschicken müssen."
"Also manchmal ist der Baba wirklich ausgesprochen streng! So eine wegwerfende Handbewegung. Da hat er Dich ja richtig knallhart abserviert."
Sie hatte nur die Handbewegung gesehen, sich ein Bild gemacht. Sie standen nicht davor, waren nicht drin in der Situation, waren nicht persönlich involviert. Sie hatten sein ungeheuer liebes Lächeln nicht gesehen, und auch nicht, was innerlich geschah. Wie denn auch?
Was also Deinen Stiefvater betrifft, so habe ich dazu keine Meinung. Ich war nicht drin in der Situation, ich kann sie nicht beurteilen. Denn was da innerlich abgeht, ist unsichtbar sogar für den, der gleich nebenan sitzt. Das weißt Du selbst in Bezug auf Deine Erfahrung mit dem Brief.
In Bezug auf Sai Baba im Besonderen muß ich aus eigener Erfahrung darauf hinweisen, daß man nicht weiterkommt, wenn man andere zu Rate zieht. Weder ausgesprochene Pros *grins*, noch neutrale oder Contras.
Eine ganze Vorgeschichte ist eine andere und Swami wird jeden ganz anders behandeln, als jeden anderen! Es ist eine einzigartige, sehr individuelle Vorgehensweise, die letztlich nur der erfassen kann, der von ihm gemeint ist.
Nur so als Hinweis von mir.
LG
Pyare
