Hast Du Dir jetzt eigentlich die Dokus (die
erste von 2021 und die
3-teilige Doku von 2025) angeschaut oder nicht?
Oder geht es Dir hier bloß darum, Contra zu geben?
Ich lese generell viel lieber Artikel als dass ich TV schaue oder auch Videos im Netz (letzteres wurde auch noch mehr nicht der Fall, weil ich sehr lange bis vor ein paar Monaten begrenztes Internetvolumen hatte), aber eigentlich wollte ich das Thema hier tatsächlich nicht zu einem Dauerdiskussionsthema machen, aber das passiert wohl so, wenn man skeptischer in Bezug auf den Sinn der medialen Vorverurteilung hier ist, als eine Mehrheit.
Aus meiner Sicht sind diese Situationen, wo Eltern und Patienten Stress mit einem Arzt/Therapeut oder auch Lehrer usw. haben (und bei Eltern mit Kindern mit großen Problemen ist das zu erwarten, da es dann oft nicht gelingt die Probleme zu lösen, und irgendwer muss immer schuld sein), sehr häufig zu komplex für mediale Vorverurteilungen, und sieht für mich hier nicht anders aus, und bei dem ständigen Verweis auf seine Erziehungsratgeber handelt es sich mehr um Kulturkampf, als dass das mit dem Prozess erst einmal wirklich was zu tun hätte überhaupt, zumindest a priori nicht.
Da es mir eigentlich um den Prozess ging, und nicht darum zu verteidigen, was er da vorschlägt, gibt es auch keinen Grund
@Joey einzeln auf die Punkte weiter zu antworten, auch weil er jetzt auch nichts mehr weiter verlinkte zu den angeblichen "Phantasiediagnosen", welche relevant gewesen wären, aber ok, vielleicht findet sich was in der Doku, und es wird in den Dutzend Artikeln verschwiegen, was merkwürdig wäre, wo die meisten Artikel so klar darauf aus sind, die Position zu vertreten, dass er schuldig sei...
So oder so führt eine Diskussion mit Leuten, die auf den medialen Zug aufspringen dazu, dass man (ich jetzt) in Diskussionen in eine Rolle gedrängt wird, die wiederum zu positiv erscheint. Es kann natürlich sein, dass da wo Rauch ist (kritische Eltern und Patienten) auch Feuer ist, die Anzahl an Patienten pro Zeit sind eventuell so hoch, dass eine gewissenhafte diagnostische Arbeit schwierig scheint, und man könnte seine Aussagen in seinen Büchern mit einer Motivation verknüpfen wollen Kinder ruhigstellen zu wollen, aber das muss auch demonstriert werden. Ich würde persönlich zum Beispiel sagen, dass es eine gute Sache ist, wenn Eltern zumindest AUCH Freunde der Kinder sind (kontra seinen Ideen), aber weiß nicht ob wir was gewinnen würden, wenn der Staat übergriffig gegenüber den Erziehungsmethoden von Eltern werden sollte, sofern die Sache nicht umgekehrt klar ist, wie dass es Körperverletzung usw. wäre. Das endet niemals gut. Am Ende haben wir jedenfalls eine pluralistische Gesellschaft, und Winterhoff bezieht sich übrigens auch noch auf Freud, der von den Nazis verfolgt wurde, nicht etwa Johanna Haarer zum Beispiel, auch
@Nithaiah . Nazivergleiche sind letztlich sowieso weit hergeholt, außer dass beide "autoritär" sind, und noch nichts gelesen, dass er Nazis zitiert hätte und/oder sich auf sie berufen.
Es ist eigentlich wie immer bei mir, ich mag solche medialen Kampagnen eigentlich nie, ich lasse mich davon auch generell nicht beeindrucken, erst recht wenn die "Smoking Gun" aus meiner Sicht fehlt. Aber ok, wenn da nicht so viel Gegenrede gekommen wäre im Thread, hätte ich es bei dem einen Beitrag gelassen. Ich denke schlicht, dass es unfair ist, und Unschuldsvermutungen in Bezug auf Gerichtsprozesse selbst auch moralisch widerspricht. Ich würde deshalb nicht darauf wetten wollen, dass das Gericht alle Anklagepunkte ablehnt, aber wie gesagt, nicht gesehen, dass uns das belegt wurde bisher. Wenn seine Schuld belegt wird, dann konkret weil Experten die Diagnosen und Behandlungen im Detail auseinandernehmen.
Oder verlinkt eben die "Fantasiediagnosen", wer immer hier schon so sicher ist, denn ob zweifelhafte Diagnosen zutreffen oder nicht, kann ich umgekehrt nicht wissen von meinem Sofa aus. Dass "nicht für Kinder zugelassen" ein definitives Problem ist (so wie ständig impliziert wird medial), hatte ich ja schon widerlegt. Und die Anzahl von Eltern/Patienten, die sich anschließen ist ebenfalls nicht wirklich so belastend. Simpel, wenn dein Kind/Angehöriger in Behandlung war, und es entweder nicht zur Gesundheit oder/und zu Nebenwirkungen führte, dann willst du auch zurecht wissen wollen, ob ein Arzt dem bereits etwas vorgeworfen wird, tatsächlich etwas falsch machte. Und wir wissen, dass nicht alles erfolgreich behandelt werden kann in diesem Bereich. Das ist rational, dass Eltern das tun, muss aber nichts heißen notwendig. Gesundheit ist auch in der Schulmedizin oder Psychiatrie konkret keine Garantie, und Nebenwirkungen kommen vor.
Nun ja, wurde wieder viel zu viel Text, dafür dass ich auch nicht umgekehrt schon überzeugt bin, dass er unschuldig ist. Aber ok, ich denke, dass das so schlicht nicht laufen sollte medial und gesellschaftlich. Und das sehe ich konsequent so.