Ruhigstellen von Kindern

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Von einem Viertel oder gar Drittel war aber überhaupt nicht die Rede.
Doch, denn es gab ja auch Abweichungen im Ablauf des Experiments.

Im Schnitt bestraften etwa zwei Drittel der Testpersonen mit zunehmenden Stromstößen, wenn es keine Rückmeldung durch das Opfer gab (also, wenn keine Schmerzensschreie etc. vom "Schüler" zu hören waren). Etwa ein Drittel stieg dabei früher aus.

Setzte der Typ im Kittel die Probanden aber keinem Druck aus oder gab es eine Zweitperson im Raum, die sich dem Experiment verweigerte, war die Zahl der Probanden deutlich niedriger, die Stromstöße verabreichen wollte.
Bei Anwesenheit einer sich sträubenden Person fiel der Anteil offenbar sogar auf 10% ab!

Das ist auch im von mir verlinkten Quarks-Beitrag (siehe hier) nachzulesen. Abgesehen davon heißt es dort, dass die Ergebnisse (bis auf ein paar Abweichungen) in verschiedenen Ländern ähnlich ausfielen.

Ergänzend noch dieses PDF (siehe Tabelle auf Seite 3 bzw. 13 oben):

Dort heißt es:

SettingVoltzahl/Prozent
Fernraum ohne akustische und optische Rückmeldung65 Prozent verabreichten 450 Volt
Nahraum mit optischer und akustischer Rückmeldung 40 Prozent verabreichten 450 Volt
Körperkontakt möglich 30 Prozent verabreichten 450 Volt
Fernraum in einem heruntergekommenen Keller 65 Prozent verabreichten 450 Volt
Der „Versuchsleiter“ wurde ans Telefon gerufen und
übergab die Leitung an eine „Vertretung“
Alle Testpersonen („Lehrer“) brachen
bei 150 Volt ab
 
Ich sehe nicht, dass das impliziert, dass es deshalb keinen Narzissmus im Kindesalter gibt, wenn hier gesagt wird dass Narzissmus valide beurteilt werden kann. Winterhoff hat es mit seiner Diagnose auch gerade nicht mit adultem Narzissmus gleichgesetzt.
Er hat allen Kindern die Diagnose "Narzissmus" unterstellt, aber ohne sie über einen längeren Zeitraum und ohne sie in Interaktion mit anderen (Kindern und Erwachsenen) zu beobachten.
Die Diagnose erfolgte nach einem rund 20-minütigen Einzelgespräch.

Narzissmus kann man aber letztlich nur in der Interaktion mit anderen feststellen und das auch nur durch eine längere Phase der Beobachtung.

Winterhoff konnte definitiv keine hinreichende Diagnose erstellen.
Er glaubte nur, dass er es tat, oder gab vor, es zu tun.
 
Doch, denn es gab ja auch Abweichungen im Ablauf des Experiments.

Im Schnitt bestraften etwa zwei Drittel

Ja, aber erst von denen, die nicht vorher die Teilnahme abbrachen. Und das taten die Menschen zum größten Teil, als sie erfuhren, was sie angeblich tun sollten. Bloß wurden sie in der Auswertung nicht erwähnt.
 
Ja, aber erst von denen, die nicht vorher die Teilnahme abbrachen. Und das taten die Menschen zum größten Teil, als sie erfuhren, was sie angeblich tun sollten. Bloß wurden sie in der Auswertung nicht erwähnt.
Wie hoch war dieser Anteil der Probanden, die abbrachen, bevor sie am Experiment teilnahmen?
Und bei welcher Quelle findet man diese Info?
 
Er hat allen Kindern die Diagnose "Narzissmus" unterstellt, aber ohne sie über einen längeren Zeitraum und ohne sie in Interaktion mit anderen (Kindern und Erwachsenen) zu beobachten.
Die Diagnose erfolgte nach einem rund 20-minütigen Einzelgespräch.

Schlimmer noch: Die Diagnose erfolgte schon, wenn die Kinder Angst äußerten, mit ihm alleine zu reden. Und wenn die Eltern dabei auf das Kind eingingen, wurde das auch als "Symbiitische Beziehung" gedeutet.

Weder die symbiotische Beziehung noch Narzismus im Kindesalter sind in den gängigen Diagnosekatalogen enthalten.
 
Wie hoch war dieser Anteil der Probanden, die abbrachen, bevor sie am Experiment teilnahmen?
Und bei welcher Quelle findet man diese Info?

Ich muss später noch einmal im Buch nachschlagen. Der Autor von "Im Grunde gut" bezieht sich darauf. Und der Leiter des Experiments selber äußerte sich in seinem Tagebuch skeptisch über die Aussagekraft - und vermutete, dass diese eher nicht gegeben sei.
 
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Dieser arzt hatte möglicherweise eine etwas abgehobene vision seiner 'pflichten'. Aber es gibt sicher viele verschiedene einzelfälle mit so vielen, teils perfideren mitteln. Ich kenne eine familie die hatte auch schwierigkeiten mit den energieen des kindes, lehnten aber eine behandlung durch solche medikamente strikt ab. Eines tages brachte sie ein arzt auf die idee das kind auf allergieen testen zu lassen und verschrieb ihnen dagegen präparate, die als nebenwirkung einen 'beruhigenden' effekt hatten. Was folgte war eine unangemessen hoch dosierte langzeitbehandlung auch über die allergiesaison hinaus, da diese effekte eine rasche und schnelle abhilfe auch weiterer 'symptome' brachte.
 
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