Projektion

  • Ersteller Ersteller Mrs. Jones
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Da will dir doch jemand etwas in die Schuhe schieben, denkst du. Du bist dir sogar sicher, doch woher weisst du das so genau? Also, nehmen wir der Einfachheit halber mal an, es ist so - wie gehst du mit diesem Fakt um? Ignorierst du es? Was tust du?
Ist es dir im Gegenzug auch schon mal passiert, dass du etwas für Projektion gehalten hast, obwohl es gar keine war? Wie bist du dahinter gekommen? Und dann - wie hast du dich nun verhalten?

Berichte gern von deinen Kämpfen, gern auch für eine gute Sache. Erzähle uns vom Kapitulieren, wenn dir danach ist.

Jeder Beitrag ist willkommen!

:)
Bleib ehrlich. Bleib im Gleichgewicht.
Das sind zwei Grundsätze, die, wenn ich sie lebe, mich über solche Situationen nur schmunzeln lassen.

Oft ist es so, dass wir uns in eine Position drängen lassen, in der wir meinen, uns rechtfertigen zu müssen. Selber schuld, in einem solchen Fall!
Sich Gedanken darüber zu machen, ob das jetzt Projektion ist oder nicht, macht nur Sinn, wenn es in nachdenklich ernster und nicht defensiver Haltung geschieht.
 
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Es ist aber nicht alles immer "Spiegelung" in/bei einem gegenüber, auch das muss klar sein.
Mer kanns freilich übertreiben und ALLES als Spiegelung, Reflektion, Absorbierung etcpp benennen, abtun....
Bloss ob dann dabei noch ne "normale" Kommunikation möglich ist, bezweifle ich stark.

Doch, es hat auch sehr positiven Einfluss auf die Kommunikation. Weil wenn ich meine Spiegelungen erkenne, merke, welche Gefühle eine Aussage bei mir auslöst, dann finde ich auf der einen Seite meine Themen, auf der anderen Seite kann ich auch Emotionen besser abfangen, wenn ich erkennen kann, was mein Anteil ist und was beim Gegenüber ist. Nicht umsonst sind alle therapeutisch arbeitenden ja zur Selbsterfahrung verpflichtet. Und auch dem Otto Normalverbraucher schadet's halt nicht, wenn er ein bisschen selbstreflektierter wird. Was ja wiederum auch das Erkennen von Projektionen erleichtert.
 
Jetzt kommt mein Senf :)

  • Spiegelung: ich sehe etwas, das tatsächlich da ist, in einer anderen Person und reagiere unangemessen darauf.

    Beispiel: ich sehe, dass jemand extrem wütend auf jemand anderen ist. Eine angemessene Reaktion mag Verwunderung und ggf. Neugier sein, ich kann versuchen herauszufinden was da los ist. Es kann auch erhöhte Achtsamkeit sein, um möglicherweise jemanden vor übergriffigen Handlungen zu bewahren.

    Eine spiegelnde Reaktion wäre, automatisch mit starker Ablehnung auf diese Wut zu reagieren, allein aus dem Grund, dass ich Wut als etwas unschickliches oder bedrohliches empfinde. Eine andere spiegelnde Reaktion wäre, sofort demjenigen zu Hilfe zu eilen, der die Wut abbekommt, ohne vorher zu prüfen, ob die Gefahr besteht, dass jemand verletzt wird und ohne zu prüfen, ob die Wut nicht vielleicht angemessen ist und auch angemessen ausgedrückt wird.

  • Projektion: ich habe ein Bedürfnis nach einem Gefühl, kann aber selbst dieses Gefühl nicht fühlen, weil ich es verdränge. Ich meine dann dieses Gefühl in anderen zu erkennen, obwohl mein Gegenüber dieses Gefühl gar nicht hat. ODER ich habe ein übersteigertes Gefühl, auf das ich so fokussiert bin, dass ich es immer wieder in anderen wahrzunehmen meine, obwohl andere es gar nicht fühlen.

    1. Beipiel: ich möchte geliebt werden, kann mich aber selbst nicht lieben. Aus dem Bedürfnis nach Liebe kann sich eine übersteigerte Liebeswahrnehmung ergeben, die dazu führt, dass jede nette Geste als er*sie-liebt-mich verstanden wird.

    2. Beispiel: ich hasse mich so sehr, dass ich davon ausgehe, dass jeder andere Mensch das auch tut. Jede Kritik und jedes Verhalten, das nicht meinem persönlichen so-geht-man-mit-Menschen-um-Empfinden entspricht, nehme ich persönlich und als Beweis dafür, dass die Person mich nicht mag bzw. mich hasst.

Etwas zu spiegeln oder zu projizieren ist menschlich. Wer selbstreflektiert und heile genug ist, merkt es und kann entsprechend versuchen herauszufinden, was da im eigenen Inneren los ist.

Wer nicht reflektiert, agiert die Spiegelung oder Projektion weiter aus dem verqueren Bauchgefühl heraus aus. Das kann nötig sein, um einen inneren Abstand zu den eigenen Wunden zu bekommen. Manchmal ist es besser, sich die eigenen Verletzungen nach und nach anzusehen statt sie alle auf einmal beackern zu wollen.
 
Und... die Liebe?

Die Liebe als eigenständiges Etwas, das unabhängig von lebenden Individuen existiert gibt es nicht. Wie @KingOfLions schon schrieb, ist das Gefühl der Liebe etwas, das das Bedürfnis eines Individuums erfüllt (oder eben unerfüllt bleibt).

Wenn schon so Begriffe wie "Spiegeln" oder "Projektion" (was aus meiner Sicht praktisch gegensätzliche Begriffe sind) werden, dann repräsentiert Verliebtheit (dieser biochemische Sturm, der, ausgelöst von wenigen "Triggern" des Objekts der Begierde, einem buchstäblich die Sinne vernebelt) am ehesten Projektion. Die eigenen Wünsche, Erwartungen und Bedürfnisse werden auf das Zielobjekt projiziert und man ist außerstande, das Gegenüber in seinem menschlichen Sein (mit allen Unpässlichkeiten) zu erkennen.
 
  • Projektion: ich habe ein Bedürfnis nach einem Gefühl, kann aber selbst dieses Gefühl nicht fühlen, weil ich es verdränge. Ich meine dann dieses Gefühl in anderen zu erkennen, obwohl mein Gegenüber dieses Gefühl gar nicht hat. ODER ich habe ein übersteigertes Gefühl, auf das ich so fokussiert bin, dass ich es immer wieder in anderen wahrzunehmen meine, obwohl andere es gar nicht fühlen.
  • Introjektion: das eigene Gefühl wird auch in einem anderen erkannt, aber durch die Identifikation mit dem Gefühl in dem Gegenüber entsteht in dem Gegenüber das Gefühl mitsamt Bildern bis zu eingebildeten Erinnerungen.
Liebe ist, wenn man sich gegenseitig gut kennt und miteinander identifizieren kann. Ins Gegenüber hineinversetzen kann. Weiß was der andere denkt und fühlt und warum.
Das wäre meiner Meinung nach also auch mehr, als den Spiegelneuronen bisher zugetraut wird. Eben weil der Introjektion meiner Meinung nach zu wenig Beachtung geschenkt wird, obwohl sie auch oft vorkommt.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Na ja, Du findest es ja so "erschreckend", wenn ich die Liebe auf ihre real-psychologischen Wurzeln zurückführe ...
Ich finde vor allem erschreckend, dass du sie darauf reduzierst.
Aber brauchen tut man sie deswegen noch lange nicht, das habe ich nirgendwo geschrieben.
Sondern es bleibt meine subjektive Sicht darauf, die du getrost bei mir lassen kannst.
 
so gesehen sind Projektionen nichts anderes als die eigenen Anteile der Unwissenheit
was man auf seinen gegenüber überträgt
was einem gegen über dann sehr schwer fällt
ich mach Bei sowas wenn ich es merke Auflösungen
wenn ich merk es hackt sich gerade mal wieder ein ich spür das mit einen Kopfdruck oder Nackendruck
dreh ich mich ein paar mal um den Kreis in die Erdachse ein.
Dann wird es leichter wieder

oder so wie es Tiere machen einfach mal richtig durchschütteln.
hört sich vielleicht doof an.Ist mir nur leider so gezeigt worden.

und hat mir schon so viel geholfen

ich denke da hat auch so jeder seine Methode das an zunehmen

what ever
 
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Spiegelung: ich sehe etwas, das tatsächlich da ist, in einer anderen Person und reagiere unangemessen darauf.
Mit dieser "unangemessenen Reaktion" hast du die Spiegelung in die Nähe der Projektion gerückt. Aber wie der Name schon sagt ist der Spiegel doch eher ein ganz neutraler Beobachter. Deshalb sehe ich die Spiegelung einfach nur in der Art und Weise, wie eine Reaktion abläuft und dass man in jeder kommunikativen Reaktion die Aktion eines Gegenübers erkennen kann, wie es in dem volkstümlichen Spruch "wie es in den Wald hineinruft......" zum Ausdruck kommt.

LGInti
 
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