Paranoide Persönlichkeitsstörung

Erich Fried meint geheimnisvoll schleierhaft zur Liebe: "Es ist was es ist!"

Erich Fomm dagegen etwas devot: "Liebe heißt, dass wir uns dem anderen ganz ohne Garantien ausliefern."

Ich sag: "Wenn dieses Ausliefern einseitig passiert, dann kränkelt die Liebe."
 
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Erich Fried meint geheimnisvoll schleierhaft zur Liebe: "Es ist was es ist!"

Erich Fomm dagegen etwas devot: "Liebe heißt, dass wir uns dem anderen ganz ohne Garantien ausliefern."

Ich sag: "Wenn dieses Ausliefern einseitig passiert, dann kränkelt die Liebe."


'Ausliefern' halte ich für ein ungünstig gewähltes Wort.
Ist irgendwie neg. behaftet - oder fühlt sich für mich so an.
Ich würde eher sagen, wenn sich 2 Menschen ohne Maske begegnen können.
Die Maske nicht mehr benötigen, weil es nichts gibt, was geschützt werden muß.
Sein zu dürfen wie man ist.

Aber klar, wenn dies einseitig geschieht, dann kränkelt es in der Beziehung.
Weil die eine Seite seinen 'Schutz' ablegt,
& die andere Seite, dies als Angriffsfläche ausnutzen könnte.
 
Mal kurz ein Schlangenschwanz von Ausserhalb:

Frage schrieb:
Du kannst nur jemanden lieben, wenn du dich selber liebst. Was soll DAS denn bedeuten?!

Jaja, nun schreit mal nicht alle wieder, wie DUMM diese Frage ist. Ich gebe es ja zu, ich kapiers einfach nicht. Wieso ist die Fähigkeit, jemand anderes zu lieben angeblich nur dann gegeben, wenn man sich selber liebt? Heisst es nicht, dass Narzissten niemanden wirklich lieben können? Und was bedeutet das eigentlich, sich selbst zu lieben? Woran merkt man, dass man sich selber liebt? Wer kann es mir erklären? Ist das am Ende nur so Esoterik-Quatsch?

Antwort schrieb:
Dieser Satz ist einfach eine dieser immer auf's neue kritiklos wiederholten "Lebensweisheiten", die in ihrer Einfachheit vielleicht manchmal sogar zutreffend sind, aber, wie Sie ja selber zeigen ("Heisst es nicht, dass Narzissten niemanden wirklich lieben können?") bestimmt keine universellen Wahrheiten darstellen.

Vermutlich ist die Quintessenz: wer mit sich selber nicht klar kommt, wird auch Probleme haben, andere Menschen für sich einzunehmen.

Halten wir doch einfach mal still fest, was Sache ist. Solange immer mehr Menschen nicht mehr wissen und erfahren koennen, was Liebe wirklich ist, wird es ihr so ergehen, dass sie ausstirbt. Und wenn niemand mehr da ist, der sagen oder zeigen kann, nichmal es erklaeren, dann kommt sowas bei raus wie in Frage und Antwort. Noch ist sie nicht ganz ausgestorben, jedoch auf dem besten Wege, es zu werden. Weil auch die Kulanz jener, die es noch wissen und erfahren, so aussieht, zu schweigen und glauben zu lassen, was sie glauben.
 
Unterschiedlich schwere Verwundungen der Seele, unterschiedliche Entwicklungsgeschichten ergeben eine unterschiedliche Fähigkeit, sich vertrauensvoll zu ergeben.

Ein Mensch, der in seinem Leben schwer verletzt wurde und es dennoch schaffen will, sich einem anderen in Liebe auszuliefern, wird das wohl nie ganz ohne Garantien können und womöglich beim geringsten Verdacht auf Enttäuschung zu groben Rundumschlägen fähig sein. Er hat es vielleicht auf Grund eines ausgeprägten Kampfgeistes geschafft, trotz der schweren, länger zurück liegenden Verwundungen, in seinem weiteren Leben die Oberhand zu behalten und schwierigste Situationen zu meistern, aber er hat nie gelernt, einem anderen aus Liebe blind zu vertrauen. Ich glaube, einen solchen Menschen vom Argwohn zu heilen braucht einen Wunderheiler.
 
einem anderen aus Liebe blind zu vertrauen.

Das ist ja der Haken daran. Solange fuer wen auch immer Vertrauen das Liebesspiel bedeutet, zerbricht Liebe. Nur der Zeitraum ist variabel. Wer sich von Vertrauen verabschiedet und Geborgenheit sehen lernt braucht das Vertrauen nicht. Sondern setzt es nur dort ein, wo Erwartungen gehegt werden, was mit Risiko verbunden ist.
 
Das ist ja der Haken daran. Solange fuer wen auch immer Vertrauen das Liebesspiel bedeutet, zerbricht Liebe. Nur der Zeitraum ist variabel. Wer sich von Vertrauen verabschiedet und Geborgenheit sehen lernt braucht das Vertrauen nicht. Sondern setzt es nur dort ein, wo Erwartungen gehegt werden, was mit Risiko verbunden ist.

Ähem....wieso zerbricht Liebe mit Vertrauen? Um Geborgenheit zu erleben vertraue ich doch....kann diesem Gedankengang nicht folgen.
 
Wer sich von Vertrauen verabschiedet und Geborgenheit sehen lernt braucht das Vertrauen nicht.

Klingt einleuchtend, nur wie lerne ich Geborgenheit sehen, wenn mir das Misstrauen und die Angst vor irrealen Bedrohungen aus dem Umfeld meines Partners den Blick auf seine annähernd 24 Stündige Präsenz an meiner Seite verstellen. Diese selbst imagninierten Bedrohungen nähre ich mit 85% meiner Aufmerksamkeit, mit den restlichen 15% versuche ich, die Geborgenheit sehen zu lernen. Aber gerade dann, wenn ich kränkle und ihn normalerweise bräuchte, ekle ich ihn am ärgsten von mir fort, weil es mir bis dato noch nicht gelungen ist, die Geborgenheit zu sehen. OHNE VERTRAUEN meinerseits WIRD DAS NICHTS und mein Partner kann nicht mehr tun, als er getan hat. Er kann nicht 48 Stunden an meiner Seite präsent sein und selbst wenn er das vollbrächte, das würde mir nicht reichen, die Geborgenheit zu sehen.

Ich habe eine Theorie, vermute, das ist so, weil ich sie überhaupt nicht wirklich will. Zwar will ich die Liebe erleben, will mich temporär auch mal ein wenig geborgen fühlen bei dem Mann an meiner Seite, wie es sich für eine schwache Frau gehört, aber das erscheint mir manchmal eher wie eine vergängliche Laune; in Wahrheit habe ich mein ganzes Leben gekämpft wie ein Raubtier, habe mich keiner Verwundung und keiner Niedergeschlagenheit lange ergeben, bin nach Niederschlägen und Attacken, an denen andere zerbrochen sind, aufgestanden und auf einem geraden Weg weitergegangen. Immer wieder und wieder. Ich BRAUCHE in Wirklichkeit KEINE GEBORGENHEIT, denn ich BIN EINE KAMPFMASCHINE, von Kindesbeinen an im Überlebenskampf trainiert. Es entspricht nicht meiner Natur, mich dauerhaft geborgen zu fühlen.

Und trotzdem suche ich sie manchmal, die Liebe und die Geborgenheit.

Ich versteh mich selber oft nicht, ich glaub manchmal, ich bin eine schwierige Frau :winken1:


Aber geh schatzi, mach dir keinen Kopf, alles halb so wild :mad2:
 
Zuletzt bearbeitet:
Ähem....wieso zerbricht Liebe mit Vertrauen? Um Geborgenheit zu erleben vertraue ich doch....kann diesem Gedankengang nicht folgen.

Nein. Ich zitiere dir jetzt mal den Text dazu, vielleicht hilft er dir, zumindest "mich" zu verstehen.

Und immer wieder Vertrauen schrieb:
Wieso will immer wieder vertraut werden, wenn es um Liebe geht und sich dann enttäuscht beweinen, wenn das Vertrauen fehlschlug?


Wenn du Vertrauen gibst, dann befindest du dich nicht in liebender Geborgenheit, entweder aus deiner oder des anderen Richtung. Mit dem Vertrauen gibst du Macht ab. Nicht Liebe. Denn Liebe ist nur dort wo Geborgenheit ist.

Beispiel 1

Da ist ein Mensch, herzensgut, sympathisch, liebevoll, unschuldig, eine gute Seele. Und doch ist der Mensch wie er ist. Redselig, lustig, freundlich und sich nie einer Schuld bewusst, weil er es nicht versteht, nicht verstehen kann, dieses Ansinnen nicht in sein Gehirn dringt, weil es zu schwierig für einen solchen Menschen ist, Geheimnisse zu machen, zu haben oder für sich zu behalten.

Ein liebenswürdiger Mensch, nicht wahr? Und doch darf man ihm nicht "vertrauen". Es ist unmöglich. Trotz aller Liebe nicht, weil er eben anders ist, ein aus Liebe bestehender Mensch, der keine Geheimnisse haben kann und es wäre zu kompliziert und alle Liebe würde ihn verlassen, wenn er sich mit Geheimnissen zu lernen plagen müsste.

Jeder, der einem solchen Menschen, welches Motiv, welche Situation es auch sei, Vertrauen gibt, befindet sich nicht in liebender Geborgenheit. Weil er in dem Moment, wo er das Vertrauen gibt, nur an sich selbst denkt und nicht an das Wesen des anderen Menschen, dem hinterher sogar meistens die Schuld aufgeladen wird, weil er ein anvertrautes Geheimnis weitererzählte.

Beispiel 2

Wenn da nun ein Mensch ist, mit dem man viele Jahre zusammen gelebt hat, und sich in liebender Geborgenheit glaubt, fehlt etwas Wichtiges. Die Gewissheit, dass der Partner ebenfalls in liebender Geborgenheit lebt. Es wird geglaubt, es wird vertraut. Mit anderen Worten, es wird Macht übergeben. Ein Mensch, der Geheimnisse für sich behalten kann und auch selbst welche hat, dem braucht man kein Vertrauen geben, wenn beide wissend in liebender Geborgenheit leben. Der Machtfaktor tritt ein, wenn der Partner nicht in liebender Geborgenheit lebt sondern mit vielen Taten, auch unterschiedlicher Art, zeigt, dass er unzuverlässig in Lebensdingen ist. Und sei es nur Ehrlichkeit oder Wahrheit. Je stärker vertraut wird, umso größer wird die Macht des Partners, dort wo Geborgenheit fehlt. Denn wo Geborgenheit ist, befinden sich Wahrheit, Ehrlichkeit, Offenheit unter Liebenden, die Geheimnisse für sich behalten können. Es bedarf keines Vertrauens.

Wo Vertrauen notwendig ist, liegt die Gewissheit begründet, dass weder Liebe noch Geborgenheit auf beiden Seiten vorhanden sind, maximal nur auf einer Seite, wenn Unwissenheit vorhanden ist.


Wer dem Partner vertrauen will, darauf sogar hofft, hat seine Liebe nicht.

Denn Geborgenheit ist der Schlüssel der partnerschaftlichen Liebe und nicht Vertrauen. Vertrauen ist nur dort angebracht, wo das Wissen vorhanden ist, dass ein Risiko eingegangen wird, mit dem Bewusstsein, dieses Risiko zu verlieren.
 
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Ich BRAUCHE in Wirklichkeit KEINE GEBORGENHEIT, denn ich BIN EINE KAMPFMASCHINE, von Kindesbeinen an im Überlebenskampf trainiert. Es entspricht nicht meiner Natur, mich dauerhaft geborgen zu fühlen.

Und trotzdem suche ich sie manchmal, die Liebe und die Geborgenheit.

Ich versteh mich selber oft nicht, ich glaub manchmal, ich bin eine schwierige Frau :winken1:

Du wirst das zwar jetzt nicht gerne lesen, doch du bist zumindest mir sehr sehr aehnlich. Ich jedoch habe versucht, mir das selbst zu erklaeren, weil die meisten Erklaerungen anderer nur die Erklaerungen anderer sind. Ich muss es erfassen koennen, um mit was auch immer was anfangen koennen, und wenn das nicht klappt denke ich selbst drueber nach, selbst wenn mir die Gesellschaft oder Allgemeinheit Dinge an den Kopf wirfst, die sie selbst nicht verstehen sondern nur regelmitziehend nachreden.
 
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