NTE-Forschung: Bewußtsein ohne Körper

Laut BBC war es die erste.

Ok, möglich.

Diese Möglichkeit besteht durchaus. Die Frage ist nur, in wievielen Prozent der Fälle? Und ob der spezielle Anästhesist so unfähig war, das er es nicht gemerkt hat. Ziemlich viele Wenns....

Es geschehen tag-täglich größere Zufälle. Die Wahrscheinlichkeit kann ich nicht angeben. Du aber auch nicht. Und in diesem fall ist sie auch belanglos. Wahrscheinlichkeiten haben auf eine Einzelmessung keinen Einfluss.

Jetzt vermutest du.

Stimmt, das muss ich gestehen. Ich weiß wirklich nicht, wie fixiert Reynolds war, und welche Lebenszeichen sie hätte von sich geben können. Ich vermute aber, dass es ziemlich wenige sein.

Da stimme ich nicht zu. Abkühlung in geringem Umfang kommen bei schweren OPs immer mehr in Mode weil die Sterblichkeitsrate sinkt. Negative Erfahrungen durch das Abkühlen gibts so weit ich weiss nicht.

Ja, aber wie war es damals?

Laut ihrer Aussage bei BBC war Pam bereits in ihrem Zimmer weg und ist erst nach der OP wieder erwacht - mit den Erinnerungen an die NTE. Ich habe gerade vorhin den deutschen Film Jenseitsreisen bekommen, in dem ihr Fall auch ausführlich beschrieben wird. Gesehen habe ich ihn noch nicht, weiss daher nicht, ob dort weitere Informationen enthalten sind. Ich kenne hauptsächlich die BBC Explosiv Berichte.

Im Zimmer wurden ihr schon die Betäubungsmittel gegeben, die sie zunächst bewusstlos machten, ok. Aber wann wurde sie genau abgekühlt und wann genau wurde ihr das Blut entzogen? Darauf kommt es an. Wann war der Zeitraum, aus dem ein unbemerktes Aufwachen aus der Narkose wirklich unmöglich wird?

Nichts was der Mensch tut ist 100%. Die Frage ist nur die Wahrscheinlichkeit der Anhäufung so vieler "Zufälle" wie sie Woerlee beschreibt.

So groß sind diese Zufälle in Woerlees Augen nicht, und in meinen leider auch nicht. Ich kann zwar keine konkrete Wahrscheinlichkeit angeben, aber es passieren größere Zufälle tagtäglich. Unsere Psyche ist nur trainiert solchen Koinzidenzen eine Bedeutung beizumessen, die unter Umständen gar nicht da ist.

Das stimmt an diesem Punkt, weil mir das Buch von Sabom mit den OP-Bericht noch nicht vorliegt. Tommy gab mir den Tipp und ich habs mit bei Ebay gesorgt, nur noch nicht bekommen.

Ich habe eben lange im Internet gegoogelt und nicht feststellen können, wann genau der Körper abgekühlt wurde und das Blut rausgelassen wurde. Ich vermute sehr stark, dass das erst nachdem der Schädel aufgebohrt wurde geschehen ist. Wenn jemand genaue belegte Informationen darüber hat, würde sie mich sehr interessieren.

Hier kommt das selbe Argument dagegen: Wie wahrscheinlich ist dies?

Wie Wahrscheinlich ist ein Lottogewinn? Sehr unwahrscheinlich, dennoch haben manchmal Leute dieses Glück. Wenn Du einen Stein hochwirfst und er runter fällt. Wie wahrscheinlich ist es, dass er genau auf dem Fleck landet, an dem er landet? Das ist unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn... dennoch passiert's.

Ganz einfach: Wenn ihr Herz angehalten wurde, ihre Lunge nicht arbeitet, wie kommt es dann ohne Maschinen zu Stoffwechselaktivität im Gehirn. DAS ist ja die Grundvoraussetzung für Wach-Bewusstsein und Erleben laut Woerlee.

Weil, wie ich stark vermute, zu dem Zeitpunkt, an dem die Knochensäge zum Einsatz kam, sowohl das Herz noch schlug und die Lungen auch noch arbeiteten. Die Frage bleibt nach wie vor, wann der Körper abgekült und blutleer gemacht wurde, so dass der Stoffwechsel zum erliegen kam.

Und der Anästhesist war so unfähig das er dies nicht bemerkt hat? Und auch kein anderer Arzt aus dem Team? Wieder die Frage wie wahrscheinlich das ist?

Das kommt darauf an, wie groß die Lebenszeichen sind, die der Patient in der Lage ist zu geben. Ich weiß es nicht; Du wahrscheinlich auch nicht. Ich vermute, dass das nicht nur mit der Fähigkeit des Anästhesisten zu tun hat.

Während der einen Stunde und acht Minuten in der Pams Kreislauf und Gehirntätigkeit auf Null war.

Und ich vermute, der Schädel wurde vor dieser Zeitspanne aufgesägt; ebenso fand der von Reynolds gehörte Dialog über den Aderlass auch vorher statt.

Irrtum. Das würde allenfalls das Gespräch wegen der Beinarterie und die Form der Säge erklären. Alle anderen Beschreibungen z.B. des OP-Saals und die Ereignisse mit bereits Verstorbenen erklärt dies nicht.

Die Erinnerungen an die Verstorbenen könnte sie zu jeder Zeit beim Aufwachen geträumt haben. Das ist keine verifizierbare Erinnerung, der ein Zeitpunkt zugeordnet werden kann.

Ich weiß nicht, wie speziell der OP-Saal eingerichtet war, wieviele OP-Säle sie vorher gesehen hat, und wie genau sie die weitere Einrichtung abgesehen von der Knochensäge beschrieben hat.

Denn selbst wenn man all Beschreibungen der OP auf ein mögliches Wach-Bewusstsein abwälzt erklärt das alles noch nicht die anderen Erinnerungen. Selbst wenn das alles Halluzinationen waren, bleibt die Frage wie sie entstanden und wie sie gespeichert wurden.

Beim Aufwachen geträumt?

Also ich denke immer noch, das er nur krampfhaft einen Ausweg sucht um nicht von seinem Weltbild abrücken zu müssen.

Möglich, aber nicht zwingend. Denn aus wissenschaftlichem Standpunkt ist seine Argumentation völlig korrekt. Sie wird erst angreifbar, wenn verifizierte Wahrnehmungen von Reynolds nachgewiesenermaßen während der Zeit stattfanden, in der sie kalt und blutleer war. Das muss nichts mit Dogmatismus zu tun haben. Bei einigen Wisenschaftlern ist so ein erhalten zwar Dogmatismus (Wissenschaft als Ersatzreligion sozusagen), aber bei weitem nicht bei allen, die so argumentieren.

Dabei ist völlig egal was wir beide darüber denken, er kann damit nicht leben und kann es nicht akzeptieren. Man muss sich auch ein paar Gedanken zu den Konsequenzen so einer Veränderung im Weltbild machen. Es kann nämlich gut sein, das Woerlee zu den Leuten gehört, die ihr ganzen Leben auf einmal als Sinnlos empfinden, nur weil sich eine der Rahmenbedingungen verändert. Ich kann mir gut vorstellen, das dies Woerlee eine wortwörtlich Höllenangst einjagt.

Klar, eine so fundamentale Änderung des Weltbildes, ein derart starker Paradigmenwechsel... das verkraftet die Psyche nicht leicht. Dennoch muss das nicht für Woerle gelten. Wie ich schon sagte: Vom Standpunkt wissenschaftlicher Methodik ist sein Artikel sauber. Er zeigt, wie er die Erlebnisse von Reynolds deutet mit Hilfe bekanntem Wissen im Rahmen eines naturalistischen Weltbildes, und er zeichnet ein plausibles Bild. Sein Bild kann angegriffen werden, wenn man ihm falsche Vorraussetzungen nachweisen kann.

Dafür ist wirklich der genaue Zeitpunkt wichtig, wann Pam Reynolds Körper abgekühlt wurde, wann das Blut abgelassen wurde, und wann der körperliche Stoffwechsel zum erliegen kam. Diesen Zeitpunkt muss man mit den verifizierten Erinnerungen von Pam Reynolds vergleichen. Wenn das wirklich alles geschah, bevor der Schädel aufgesägt wurde, wäre Woelee wiederlegt, weil seine Prämisse, dass Pam Reynolds aufgewach ist, dann unmöglich wird. Er geht zum Zeitpunkt der verifizierten Erinnerungen aber nur von einer normalen Narkose aus, von der immer wieder Menschen mittendrin aufwachen... noch nicht einmal notwendigerweise ganz... die Körperlähmung bleibt erhalten, und die Denkfähigkeit ist auch nicht unbedingt voll da.

Viele Grüße
Joey
 
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Hallo Joey :)

Gleich vorweg, ich leihe mir Saboms "Light and Death" noch einmal aus der Bibliothek aus, damit wir es zitierfähig schwarz auf weiß haben, weil dir ja am genauen Zeitpunkt der Abkühlung und der Beobachtungen, die davor bzw. danach gemacht wurden, sehr gelegen ist.

Wie ich schon sagte: Vom Standpunkt wissenschaftlicher Methodik ist sein Artikel sauber. Er zeigt, wie er die Erlebnisse von Reynolds deutet mit Hilfe bekanntem Wissen im Rahmen eines naturalistischen Weltbildes, und er zeichnet ein plausibles Bild. Sein Bild kann angegriffen werden, wenn man ihm falsche Vorraussetzungen nachweisen kann.
Was soll daran "wissenschaftliche Methodik" sein, wenn ich Behauptungen in die Welt setze, ohne auch nur ein einziges Indiz dafür zu liefern, daß meine Ablaufversion den Tatsachen entsprechen könnte? Ein Indiz wäre etwa,

-wenn die VEP-Überwachung tatsächlich eine Unregelmäßigkeit zu verzeichnen gehabt hätte,

- die Patientin hinterher gesagt hätte: "Ja, ich wurde wach, aber es war stockfinster (Augen waren ja abgeklebt, siehe Bild in der Fotogalerie), ich konnte mich nicht rühren, hörte komische Klicks, durch die Klicks hindurch dann aber auch, wie die Schwester zum Arzt sagte (...) Dann hörte ich Geräusche, die so klangen, als ob man meinen Schädel aufsägte" (...) usw.

- wenn eine fehlerhafte Dosierung oder Kombination der Narkosemittel aufgezeigt werden könnte.

Nichts dergleichen findet sich bei Woerlee. Alles, was er zu bieten hat, ist der abstrakte Verweis darauf, daß VEP-Überwachung nie 100%ig sicher sei, Pam also möglicherweise zu dem verschwindenden Prozentsatz der Patenten gehöre, bei denen weder a.die Betäubung, b. noch die VEP-Überwachung der Betäubung funktioniert hätte. Mehr kommt nicht. Und trotzdem fungiert dieser Schuß ins Blaue bei Woerlee als "Faktenbasis", aus der er das NTE-Erlebnis ableitet.

Und ein einschneidendes persönliches Erlebnis war es wirklich, wenn es auch in der Funktionsweise ihres Körpers bedingt war. Dazu beigetragen hatten auch Vorstellungen aus den tiefsten Bereichen ihrer Psyche und die Tatsache, dass sie mehrmals während ihrer Operation bei Bewusstsein war.
Und:

Die Geistestätigkeiten während ihrer Wachphasen waren eindeutig beeinflusst von den Narkotika, ihren Sorgen und den Nachwirkungen ihrer tiefen Körpertemperatur. Deshalb zeigen auch ihre Erinnerungen den Einfluss der Narkosemittel, der gesenkten Körpertemperatur, des chirurgischen Eingriffs, ihren Sorgen und ihrer Persönlichkeit.

Du sagst, ich solle mich nicht auf die Rhetorik Woerlees konzentrieren? Worauf sonst? Er setzt permanent das als "Tatsache" voraus, was doch erst zu beweisen wäre und leitet aus dieser *Tatsache*, die nichts anderes als ein Phantasiegebilde ist, seine Erklärungen ab.

Abgesehen davon, daß das letzte Zitat nun wirklich dem Blödsinn die Krone aufsetzt. Inwiefern zeigen denn die Erinnerungen, die samt und sonders vom anwesenden Personal verifiziert wurde, (die Wiedergabe der Dialoge, die Beschreibung der Midas Rex), den "Einfluß der Narkosemittel"? Wenns so wäre, müßte auch die Wiedergabe der Erinnerungen traumhaft verschmiert sein, also so, wie ein Betäubter seine Umwelt wahrnimmt. Die Beobachtungen von Pam aber waren glasklar und als Beschreibungen von Sachverhalten wirklichkeitsabbildend. Woerlee widerspricht sich hier erneut. Offenbar kann er sich nicht entscheiden, ob er aus Pam eine aus der Narkose Erwachte machen will, die bei Bewußtsein ist und deshalb korrekte Angaben machen kann oder ob Pam dann doch unter dem Einfluß von Narkosemitteln sich irgendeine Geschichte von schwarzen Tunneln, verstorbenen Verwandten, Lchteffekten usw. zusammenphantasiert.

Nun. Angenommen mal, es wäre so. Pam erwacht also unbemerkt aus der Narkose, die Betäubungsmittel haben versagt und die VEP-Überwachung auch. Und angenommen, Woerlees Zusatzbehauptung stimmt auch noch, daß Pam trotz der Ohrtstöpsel hören konnte. Der Operateur Spetzler ist da zwar anderer Meinung:

Zitat Dr. Spetzler: „In diese Phase der Operation kann niemand etwas beobachten oder hören. Es ist unvorstellbar dass in dieser Phase normale Sinne wie das Gehör funktionieren. Abgesehen davon steckten Ohrhörer für die Klick-Tests in ihren Ohren. Es gab für sie keine Möglichkeit die Gespräche über ihr Gehör wahrzunehmen.“
Aber egal, Woelee weiß es ja besser, er bringt ja auch das schlagende Beispiel aus unserer Alltagspraxis, Walkman auf und trotzdem hört man noch was. :) Dann ist mir nach wie vor ein Rätsel, wie aus einem bloßen Geräusch (visuell war nichts drin, wie du weißt, Augen waren mit Tape abgeklebt) eine optisch detaillierte Beschreibung geliefert werden kann. Dir erschent es plausibel, schreibst du immer wieder. Gehen wir zunächst einmal auf die von Trekker angegebene Seite und schauen uns die Fotos 17-20 an.

Jetzt das Pam-Zitat:

Ich erinnere das Instrument in seiner Hand. Es sah aus wie der Griff meiner elektrischen Zahnbürste.

Dazu Bild 17. Griff einer elektrischen Zahnbürste? Aus einem sägenden Geräusch abgeleitet?

Ich hatte angenommen, dass sie den Schädel mit einer Säge öffnen würden. Ich hatte den Begriff Säge auch gehört, aber was ich dann hier sah, erinnerte mich mehr an eine Bohrmaschine.

Wenn Woerlees These stimmen würde, daß Pam akustische Wahrnehmungen gemacht hat, (andere standen ihr definitiv nicht zur Verfügung), aus denen sie optische abgeleitetet hätte, wieso revidiert sie dann das, was sie gehört hat ("Säge") unter Berufung auf einen optischen Eindruck? Und wie bewertest du prinzipiell die wiedergebenen optischen Eindrücke? Wieso kann sie von etwas reden, was sie nach deiner und natürlich auch der Aussage von Woerlee definitiv nicht sehen konnte? Erinnerungsfehler? Täuschungen des Gehirns? Halluzinationen? Wenn ja, wieso stimmen dann diese "Erinnerungsfehler" und "Halluzinationen" auf diese verdammt empirisch gehaltvolle Weise mit den Tasachen überein? Müßte man nicht bei der Annahme, sie hätte all diese schönen optischen Eindrücke aus dem bloßen akustischen Geräusch daherphantasiert, nicht eine gewisse Fehlerquote, und sei sie auch noch so gering, annehmen? Wieso beträgt ihre Trefferquote 100%?

Da waren auch verschiedene kleine Bohrer in einem Kasten, der aussah wie der Werkzeugkasten meines Vaters, als ich noch ein Kind war.
Bild 20. Schau dir das bitte ganz lange und genau an, Joey, und sage mir dann bitte, wie man aus dem bloßen Geräusch diesen "Werkzeugkasten" ableiten kann?

"Eine korrekte Assoziation aus den Geräuschen ist dennoch möglich", sagst du. Wie wahrscheinlich ist die? Und alle anderen Faktoren, die bereits genannt wurden, versagende Betäubungsmittel und VEP-Überwachung, Hören trotz Ohrstöpsel, damit diese Deutung funktioniert?

Wie Wahrscheinlich ist ein Lottogewinn? Sehr unwahrscheinlich, dennoch haben manchmal Leute dieses Glück. Wenn Du einen Stein hochwirfst und er runter fällt. Wie wahrscheinlich ist es, dass er genau auf dem Fleck landet, an dem er landet? Das ist unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn... dennoch passiert's.
Finde ich persönlich ein wenig mager. Und würde bei mir niemals ausreichen, um das Prädikat "saubere wissenschaftliche Methodik" zu verleihen, wie du das bei Woerlee tust, der im Grunde nichts zu bieten hat außer ein "es könnte so gewesen sein" mit Wahrscheinlichkeiten, die im Bereich des Lottogewinns liegen. Ich denke, wenn es nicht um einen solchen brisanten Fall ginge, in dem die materialistische Grundannahme, also im Grunde ein zementietes Weltbild auf dem Spiel stünde, sähe deine Einschätzung einer solchen Argumentation ganz anders aus.

Die Erinnerungen an die Verstorbenen könnte sie zu jeder Zeit beim Aufwachen geträumt haben. Das ist keine verifizierbare Erinnerung, der ein Zeitpunkt zugeordnet werden kann.

Warum nicht gleich: Sie hat sich ihre NTE bereits vor der Operation ausgedacht? Wäre eine "vom Standpunkt wissenschaftlicher Methodik her saubere" Argumentation, weil sie ja in den "Rahmen eines naturalistischen Weltbildes" reinpaßt. Eigentlich müßtest du schon gezwungenermaßen zu einer solchen Annahme greifen, denn: ein Traum kann es mit Sicherheit nicht gewesen sein. Denn das Dumme daran ist, daß dieser *Traum* wie du es nennst, einem Muster folgt wie Zehntausende anderer NTEs auch. Die Traumthese krankt schlicht daran, daß Träume stets mit höchst individuellen Inhalten aufwartet; Trauminhalte folgen einer Logik der Assoziation, Pams *Traum* aber folgt aber einer Struktur, die seit 30 Jahren wohlbekannt, bestens analysiert und mit empirischem Material ohne Ende untermauert ist. Wie wahrscheinlich ist es, daß Pam "beim Aufwachen" diese ganz spezielle Art von Traum träumt, die jeder, der auch nur oberflächlich in Kontakt mit NTE-Forschung gekommen ist, sofort als klassische NTE identifiziert?

Klar jetzt kommt wieder die Sache mit dem Zufallstreffer und dem Lottogewinn. Aber sei mal ehrlich, Joey, fühlst du dich nicht ein ganz klein wenig unbehaglich in dieser argumentativen Lage, wenn du ständig auf ein solches Gummiargument ausweichen mußt?

Ich mein ja nur.
 
Moin,

ich habe den Rest jetzt nur überflogen, aber Joey, Du hast mich ja vorher nochmal direkt angesprochen zur den Assoziationen bezüglich der Instrumente.

Ich möchte da noch einmal ein klein wenig etwas erläutern.

Mit dem Begriff `Säge` bringt man sicher etwas anderes in Verbindung als den Griff einer eletrischen Zahnbürste. Ich würde das jedenfalls tun oder hätte das getan.

Ohne Euch oben jetzt zu zitieren oder auf Details einzugehen, nur ganz kurz etwas zum Ablauf bei Schädelöffnung, ist zwar schon Äonen her, aber ein paar Erinnerungen habe ich noch:

Man darf ja nicht vergessen, daß die Öffnung einer Schädelkarlotte etwas anders vorgenommen wid, als z.B. die Reposition einer Oberschenkelfraktur, denn das Hirn sitzt schließlich direkt darunter.

Somit wird nicht gesägt, so wie man sich das eben gewöhnlich vorstellt, sondern es gibt Bohrmaschinen (sieht aus wie ein Griff einer el. Zahnbürste, nur etwas größer) mit unterschiedlichen Bohrköpfen, mit denen die Schädeldecke angebohrt wird bis nur noch eine winzige Schicht erhalten bleibt, die dann mir einer Zange vorsichtigst weggestanzt wird, so daß die darunter liegende Hirnhaut nicht verletzt wird.

Wenn diese Bohrlöcher also gesetzt sind, wird eine flexible Säge (sieht aus wie eine Art Bindfaden) mit einer Schiene darunter unter größter Vorsicht von Bohrloch zu Bohrloch geführt und dann per Hand ebenfalls von Bohrloch zu Bohrloch gesägt (ist richtig schwere Handarbeit) bis dann alle Bohrlöcher verbunden sind und der Knochen abgehoben werden kann, so daß das Hirn nun freiliegt und der eigentliche Teil der Operation beginnen kann.

So, weitermachen ......

:)
 
Gleich vorweg, ich leihe mir Saboms "Light and Death" noch einmal aus der Bibliothek aus, damit wir es zitierfähig schwarz auf weiß haben, weil dir ja am genauen Zeitpunkt der Abkühlung und der Beobachtungen, die davor bzw. danach gemacht wurden, sehr gelegen ist.

Fein :) Ich bin sehr gespannt.

Was soll daran "wissenschaftliche Methodik" sein, wenn ich Behauptungen in die Welt setze, ohne auch nur ein einziges Indiz dafür zu liefern, daß meine Ablaufversion den Tatsachen entsprechen könnte? Ein Indiz wäre etwa,

Woerlee schaut, was geschehen sein müsste, um die Wahrnehmungen von Reynolds zu erklären ohne, dass ihr Bewusstsein den Körper verlassen hat. Er erklärt die Ereignisse ausschließlich mit bekanntem wissen ohne neue Effekte dazu zu nehmen, aus seinem Weltbild heraus. So seltsam das auch kling, das ist gute wissenschaftliche Methodik. Das Weltbild muss nur verändert werden, wenn sich aus diesem Verfahren direkte Widersprüche ergeben würden.

Es ist möglich, dass Pam Reynolds während der OP wach wurde, zumindest so wach, dass sie einige Sinneseindrücke hatte und diese im Gehirn gespeichert wurden. Es ist möglich, dass das den Anästhesisten nicht auffiel, weil der Klick-Test auch manchmal versagt. Es ist möglich, dass sie einige Geräusche richtig assoziiert hat. etc. Man kann Woerlee jetzt vorwerfen, dass er diese Möglichkeiten als Tatsachen darstellt. Damit greift man aber nur die Schreibweise und nicht die Argumentation an sich an. Und die Argumentation steht und fällt mit der Plausibilität. Wirklich unplausibel wird es erst, wenn ihre verifizierten Wahrnehmungen einem Zeitpunkt zuzuordnen sind, wenn ihr Körper abgekühlt und blutleer war.

-wenn die VEP-Überwachung tatsächlich eine Unregelmäßigkeit zu verzeichnen gehabt hätte,

- die Patientin hinterher gesagt hätte: "Ja, ich wurde wach, aber es war stockfinster (Augen waren ja abgeklebt, siehe Bild in der Fotogalerie), ich konnte mich nicht rühren, hörte komische Klicks, durch die Klicks hindurch dann aber auch, wie die Schwester zum Arzt sagte (...) Dann hörte ich Geräusche, die so klangen, als ob man meinen Schädel aufsägte" (...) usw.

- wenn eine fehlerhafte Dosierung oder Kombination der Narkosemittel aufgezeigt werden könnte.

Nichts dergleichen findet sich bei Woerlee. Alles, was er zu bieten hat, ist der abstrakte Verweis darauf, daß VEP-Überwachung nie 100%ig sicher sei, Pam also möglicherweise zu dem verschwindenden Prozentsatz der Patenten gehöre, bei denen weder a.die Betäubung, b. noch die VEP-Überwachung der Betäubung funktioniert hätte. Mehr kommt nicht. Und trotzdem fungiert dieser Schuß ins Blaue bei Woerlee als "Faktenbasis", aus der er das NTE-Erlebnis ableitet.

Er malt ein Szenario, wie es möglich ist. Darüber, dass er es so als Fakt darstellt, kann man sich streiten, die Grundargumentation erschüttert man damit nicht.

Du sagst, ich solle mich nicht auf die Rhetorik Woerlees konzentrieren? Worauf sonst?

Auf die Argumente selbst. Er zeigt Möglichkeiten, wie es gewesen sein könnte, ohne, dass Pam Reynolds ihren Körper verlassen hat. Diese Möglichkeiten kann man einzeln angehen und entweder bestätigen (was ich schade fände, weil es dann wieder keinen Beweis für ein Jenseits gibt), oder widerlegen (was der fall wäre, wenn Reynolds schon beim Aufbohren des Schädels abgekühlt und blutleer war).

Er setzt permanent das als "Tatsache" voraus, was doch erst zu beweisen wäre und leitet aus dieser *Tatsache*, die nichts anderes als ein Phantasiegebilde ist, seine Erklärungen ab.

Nein. Er geht von einer Annahme aus, die ausschließlich bekanntes Wissen enthält, und er zeichnet damit ein stimmiges Bild. Eine Annahme, die erst noch zu beweisen wäre, wäre, dass Pam ihren Körper verlassen hat. Um das zu beweisen, müssten alle naturalistischen Erklärungen ausgehebelt werden. Dazu müsste z.B. gezeigt werden, dass sie Wahrnemungen zu einem Zeitpunkt hatte, zu dem sie definitiv keine Wahrnehmungen haben konnte.

Abgesehen davon, daß das letzte Zitat nun wirklich dem Blödsinn die Krone aufsetzt. Inwiefern zeigen denn die Erinnerungen, die samt und sonders vom anwesenden Personal verifiziert wurde, (die Wiedergabe der Dialoge, die Beschreibung der Midas Rex), den "Einfluß der Narkosemittel"? Wenns so wäre, müßte auch die Wiedergabe der Erinnerungen traumhaft verschmiert sein, also so, wie ein Betäubter seine Umwelt wahrnimmt. Die Beobachtungen von Pam aber waren glasklar und als Beschreibungen von Sachverhalten wirklichkeitsabbildend. Woerlee widerspricht sich hier erneut. Offenbar kann er sich nicht entscheiden, ob er aus Pam eine aus der Narkose Erwachte machen will, die bei Bewußtsein ist und deshalb korrekte Angaben machen kann oder ob Pam dann doch unter dem Einfluß von Narkosemitteln sich irgendeine Geschichte von schwarzen Tunneln, verstorbenen Verwandten, Lchteffekten usw. zusammenphantasiert.

Beides. Sie hat die verstorbenen Verwandten ja uach nicht im OP-Saal gesehen, während ihr Schädel aufgesägt wurde. Diese Erinnerungen sind in ihrem Kopf auch nicht gleichzeitig. Die Erlebnisse mit Pams verstorbenen Verwandten erklärt Woerlee ja als klassische NTE, für die Gehirnforscher ja meinen, auch gute Erklärungen zu besitzen (wie weit das stimmt, kann ich nicht beurteilen; Da gibt es ja so einige Dispute).

Dazu Bild 17. Griff einer elektrischen Zahnbürste? Aus einem sägenden Geräusch abgeleitet?

Die "Zahnarztbohrer vs. Zahnbürste"-Diskussion hatten wir schonmal. Die menschliche Assoziation ist unberechenbar. Ich würde z.B. dazu eher "Pürierstab" sagen. Was hat sie denn noch beschrieben an dem Ding? Die Farbe, oder nur grob die Form?

Wenn Woerlees These stimmen würde, daß Pam akustische Wahrnehmungen gemacht hat, (andere standen ihr definitiv nicht zur Verfügung), aus denen sie optische abgeleitetet hätte, wieso revidiert sie dann das, was sie gehört hat ("Säge") unter Berufung auf einen optischen Eindruck? Und wie bewertest du prinzipiell die wiedergebenen optischen Eindrücke? Wieso kann sie von etwas reden, was sie nach deiner und natürlich auch der Aussage von Woerlee definitiv nicht sehen konnte? Erinnerungsfehler? Täuschungen des Gehirns? Halluzinationen?

Ich hatte es mal, dass ich morgens von meinem Wecker geweckt wurde, ich aber unbedingt weiter schlafen wollte. Da ich glaubte zu wissen, wo der Wecker stand, griff ich, weiter die Augen geschlossen dahin. Ich ertastete den Wecker, und drückte den entsprechenden Knopf... die Augen weiter geschlossen in Vorfreude gleich weiter schlafen zu können. Der Wecker ging aber nicht aus, egal, wie oft ich den Knopf drückte und fühlte. Ich machte die Augen auf und sah, dass ich nichts in der Hand hatte. Die war nichteinmal in der Nähe des Weckers. Mein Gehirn hat aus den Erwartungen Sinneseindrücke erfunden.

Wenn ja, wieso stimmen dann diese "Erinnerungsfehler" und "Halluzinationen" auf diese verdammt empirisch gehaltvolle Weise mit den Tasachen überein? Müßte man nicht bei der Annahme, sie hätte all diese schönen optischen Eindrücke aus dem bloßen akustischen Geräusch daherphantasiert, nicht eine gewisse Fehlerquote, und sei sie auch noch so gering, annehmen? Wieso beträgt ihre Trefferquote 100%?

Wie genau ist denn ihre Beschreibung? Was hat sie alles beschrieben? Aus dem Geräusch der Knochensäge auf dem Schädel kann man vielleicht schon assoziieren, dass da ein größerer Bohrkopf dran ist. Auch, dass der Stil etwas länger ist könnte man erahnen dadurch, dass man nahe Geräusche auch am Hinterkopf einigermaßen 3D lokalieren kann... d.h. man kann am geräusch den abstand zwischen Motor und Bohrkopf abschätzen. Ja, es sind viele "könntest" und Vermutungen. Wie weit das wirklich klappt, weiß ich nicht. Solange diese Vermutungen aber denkbar bleiben, ist der Fall Pam Reynolds leider kein Beweis für ein Bewusstsein außerhalb des Körpers.

Bild 20. Schau dir das bitte ganz lange und genau an, Joey, und sage mir dann bitte, wie man aus dem bloßen Geräusch diesen "Werkzeugkasten" ableiten kann?

Wie genau hat sie den Werkzeugkasten beschrieben? Sie hörte vielleicht, dass das Sägen aufhörte, jemand zur Seite griff... sie hörte, wie jemand etwas aus dem "Besteckkasten" nahm, es in die Knochensäge einrastete, und dann ging das Sägen mit einem veränderten Geräusch weiter.

Dazu mal eine Frage: Wurde während der OP der Borhkopf ausgetauscht?

"Eine korrekte Assoziation aus den Geräuschen ist dennoch möglich", sagst du. Wie wahrscheinlich ist die?

Kommt drauf an, wie präziese ihre Aussagen wirklich waren.

Und alle anderen Faktoren, die bereits genannt wurden, versagende Betäubungsmittel und VEP-Überwachung, Hören trotz Ohrstöpsel, damit diese Deutung funktioniert?

Ich kann die Wahrscheinlichkeit nicht abschätzen. Wenn ich vermuten müsste, würde ich aber sagen, dass sie zwar sehr klein ist, aber nicht so klein... im Promille-Bereich.

Finde ich persönlich ein wenig mager. Und würde bei mir niemals ausreichen, um das Prädikat "saubere wissenschaftliche Methodik" zu verleihen, wie du das bei Woerlee tust, der im Grunde nichts zu bieten hat außer ein "es könnte so gewesen sein" mit Wahrscheinlichkeiten, die im Bereich des Lottogewinns liegen.

So niedrig sind die Wahrscheinlichkeiten nicht, würde ich schätzen. Aber darüber zu streiten lohnt sich nicht, weil wir beide es nicht wirklich wissen. Weder den Prozentsatz, wie oft Betäubungsmittel versagen, noch wie zuverlässig die VEP-Messung ist, noch wie Schalldicht die Ohrstöpsel, die bei der OP verwendet wurden, wirklich sind.

Ich denke, wenn es nicht um einen solchen brisanten Fall ginge, in dem die materialistische Grundannahme, also im Grunde ein zementietes Weltbild auf dem Spiel stünde, sähe deine Einschätzung einer solchen Argumentation ganz anders aus.

Nein, sähe sie nicht.

Zum einen will ich hier nocheinmal betonen, dass ich an ein Weiterleben nach dem Tod glaube. Und der Fall Pam Reynolds ist für mich das stärkste Indiz, dass das Bewusstsein außerhalb des Körpers existieren kann, neben einer Untersuchung, in der NTE von erblindeten Personen genau untersuchtwurden. Ich bin sehr geneigt, das alles zu glauben.

ABER: Du ahnst ja nicht, wie Wissenschaftler mit Ergebnissen umgehen, auch mit eigenen. Ehe wir die Beobachtung eines neuen Phänomens veröffentlichen, suchen wir geradezu paranoid nach Alternativen, die das Ergebnis auch erzeugen würden anhand bekannter Effekte. Und selbst veröffentlichte Ergebnisse werden von anderen Wissenschaftlern genau unter die Lupe genommen. Auf Tagungen kann es manchmal hoch her gehen. Ich weiß das ziemlich gut, weil ein Ergebnsi von mir kürzlich angegriffen wurde... glücklicherweise konnte ich die Gegenargumente entkräften :)

Wenn ich Schach spiele, überlege ich auch nicht: "Warum ist das ein guter Zug?", sondern: "Warum könnte das ein schlechter Zug sein?" Analog in der Naturwissenschaft und auch hier: Die Frage ist nicht: "Warum deuten die Ergebnisse auf ein neues Phänomen hin?", sondern: "Wie kann ich diese Ergebnisse ohne neues Phänomen erzeugen? Kann ich diese Punkte überprüfen?"

Warum nicht gleich: Sie hat sich ihre NTE bereits vor der Operation ausgedacht? Wäre eine "vom Standpunkt wissenschaftlicher Methodik her saubere" Argumentation, weil sie ja in den "Rahmen eines naturalistischen Weltbildes" reinpaßt. Eigentlich müßtest du schon gezwungenermaßen zu einer solchen Annahme greifen, denn: ein Traum kann es mit Sicherheit nicht gewesen sein. Denn das Dumme daran ist, daß dieser *Traum* wie du es nennst, einem Muster folgt wie Zehntausende anderer NTEs auch. Die Traumthese krankt schlicht daran, daß Träume stets mit höchst individuellen Inhalten aufwartet; Trauminhalte folgen einer Logik der Assoziation, Pams *Traum* aber folgt aber einer Struktur, die seit 30 Jahren wohlbekannt, bestens analysiert und mit empirischem Material ohne Ende untermauert ist. Wie wahrscheinlich ist es, daß Pam "beim Aufwachen" diese ganz spezielle Art von Traum träumt, die jeder, der auch nur oberflächlich in Kontakt mit NTE-Forschung gekommen ist, sofort als klassische NTE identifiziert?

Ja, Du hast Recht; da habe ich sehr schwammig formuliert. Sie hatte eine klassische NTE. Die Begegnung mit den Verstorbenen Verwandten hatte sie aber nicht, als ihr Schädel aufgebohrt wurde. Wie diese Erlebnisse zustande kommen bzw. wie die Gehirnforschung sie erklärt, weiß ich nicht genau.

Klar jetzt kommt wieder die Sache mit dem Zufallstreffer und dem Lottogewinn. Aber sei mal ehrlich, Joey, fühlst du dich nicht ein ganz klein wenig unbehaglich in dieser argumentativen Lage, wenn du ständig auf ein solches Gummiargument ausweichen mußt?

Ich finde den Fall wirklich sehr beeindruckend. Und, wie ich immer wieder schreibe und betone: Ich glaube daran. Ich sehe aber auch die Möglichkeiten, wie es Hirnforscher erklären. Und sie haben in ihrem Vorgehen Recht. Das hat bei weitem nicht bei allen mit Dogmatismus zu tun.

Viele Grüße
Joey
 
Hi @ All,

ich habe gerade in ner Pause die Gelegenheit gehabt den Film Jenseitsreisen (c) 2000 von Joachim Faulstich zu sehen.

Die Bilder und Beschreibungen zu Pam Reynolds sind abweichend. Gesagt wurde folgendes: OP 1991 ? Bluttleer 30 Minuten.sind nötig, aber nach 8 Minuten ist das Hirn tot, daher die Kühlung / Kälteschlaf 15,5° / Hirntätigkeit wurde IMMER lückenlos überwacht, auch im Hirnstamm / 2 Stunden nach Einleitung der Narkose Öffnung des Schädels mit der Säge / Nach 4 Stunden der Stopp des Herzens / Danach wird das Blut abgelassen / Ablassen durch bei Zugänge in beiden Beinen / Dabei sind die Hirnstromkurven konstant auf Null / Es gibt komplette Aufzeichnung

Das sind Notizen, die ich hier reinkopiert hab, also bitte nicht wundern. Die Beschreibung von Pam war detailreicher und der Film insgesamt ist früher entstanden als die BBC Dokumentation. Es rundet das Bild ab und wirft auch keine Widersprüche auf, trotzdem fand ich Jenseitsreisen informativer als BBC.

LG
Trekker
 
Die Bilder und Beschreibungen zu Pam Reynolds sind abweichend. Gesagt wurde folgendes: OP 1991 ? Bluttleer 30 Minuten.sind nötig, aber nach 8 Minuten ist das Hirn tot, daher die Kühlung / Kälteschlaf 15,5° / Hirntätigkeit wurde IMMER lückenlos überwacht, auch im Hirnstamm / 2 Stunden nach Einleitung der Narkose Öffnung des Schädels mit der Säge / Nach 4 Stunden der Stopp des Herzens / Danach wird das Blut abgelassen / Ablassen durch bei Zugänge in beiden Beinen / Dabei sind die Hirnstromkurven konstant auf Null / Es gibt komplette Aufzeichnung.

Also klinisch tod war sie tatsächlich erst, nachdem die Knochensäge zum Einsatz kam. Richtig?

Demnach könnte es sich folgendermaßen abgespielt haben:

  • Narkose wird eingeleitet
  • Schädel wird aufgesägt; Reynolds erwacht halbwegs und assoziiert mit eingeschränkten Sinneseindrücken. Das wird vom Anästhesisten nicht bemerkt.
  • Herz wird gestopt, Körper wird abgekühlt, Blut wird abgelassen. Dabei erlebt Pam Reynolds eine klassische NTE, für die die Hirnforscher auch Erklärungen besitzen wollen (über die man sich streiten kann).

Nun frage ich mich, was diesen Fall groß von anderen NTE unterscheidet. Ok, alles war stärker überwacht. Es gab kontinuierlich Hirnstrommessungen etc. Aber ihre verifizierten Erlebnisse fanden wohl während einer einfachen Narkose statt. Und die klassische NTE unterscheidet sich nicht von anderen NTE. Wir wissen auch nicht genau, wann sie stattfand. Entwedet beim Ablassen des Blutes, oder später beim Wiedererwachen des Gehirns.

Viele Grüße
Joey
 
Hallo Joey:)

Trekker hat den Ablauf wohl korrekt dargestellt, da brauche ich nicht länger warten. In einem amerikanischen Forum wude die Frage ebenfalls aufgeworfen, habe ich im Netz gefunden, und dazu der niederländische Kardiologe Pim van Lommel, der selbst eine aufsehenerregende NTE-Studie 2001 publizierte, über eMail kontaktiert. Er gab folgendes Statement ab:

I have a copy of the book by Michael Sabom with the description of the case of Pam Reynolds, and also a print of her story from her website.
It is the correct that her Out-of-the-Body Experience took place, before she was connected to the heart-lung machine, because she heard the comment of the vascular surgeon, who looked for the necessary artery and vein from the groin, and who found that they were too small.
But I think that they had allready started cooling down her body temperature, because this is a slow process. And she was already deeply narcotized. Also the fact that she saw the instrument, that was used to open her skull, implies that the factual brain surgery had not started yet at that moment in time. However, this does not affect the fact that she did experience the rest of her Out-of-the-Body Experience during the flatline EEG, because she only returned in her (cold!) body during the defibrillation at the end of the surgical procedure used to get her heart going again.

http://forums.randi.org/showpost.php?p=243629&postcount=520

Das beantwortet zugleich auch deine Frage

Nun frage ich mich, was diesen Fall groß von anderen NTE unterscheidet.

Das ist nicht nur die akribische Überwachung und Aufzeichnung von A-Z, sondern die Tatsache, daß Pams NTE während eines künstlich infuzierten Herzstillstands ablief (ich meine jetzt nicht die OBEs, die aber nach wie vor unter materialistischer Perspektive, wie sie Woerlee einnimmt, nur unter Zuhilfenahme von bizarren Erklärungsmustern zu erklären wären).

Tatsächlich kehrt Pam erst nach Abschluß des operativen Eingriffs in ihren Körper zurück, d.h. sie hat ihre NTE während ihres klinischen Todes nach klassischer Definition, während einer Phase also, in der mit Scherheit im blutleeren Gehirn kein Gedanke gedacht werden konnte. Das ist deshalb gegenüber den Vorgänger-Studien ein Novum, weil nun definitiv ausgeschlossenen werden kann, daß trotz EEG-Nullkurve (diese Fälle gabs bereits vorher schon zur Genüge) womöglich eine tiefliegende Gehirntätigkeit stattgefinden könnte, die vom EEG nicht erfaßt werden kann (der Strohhalm der Skeptiker). Diese Möglichkeit ist eigentlich mit dem Pam Reynolds-Fall eliminiert.
 
Hallo Tommy,

danke für Deine Recherchen :) . Ich habe auch ein wenig rumgesucht, war aber lange nicht so erfolgreich. Meine Zeit ist leider auch eher begrenzt (ich verbringe hier im Forum schon fast mehr, als ich mir eigentlich erlauben kann)...

(...) However, this does not affect the fact that she did experience the rest of her Out-of-the-Body Experience during the flatline EEG, because she only returned in her (cold!) body during the defibrillation at the end of the surgical procedure used to get her heart going again.

Welche der verifizierten Erinnerungen stammen denn aus der Zeitspanne des Flatline-EEGs?

Das ist nicht nur die akribische Überwachung und Aufzeichnung von A-Z, sondern die Tatsache, daß Pams NTE während eines künstlich infuzierten Herzstillstands ablief (ich meine jetzt nicht die OBEs, die aber nach wie vor unter materialistischer Perspektive, wie sie Woerlee einnimmt, nur unter Zuhilfenahme von bizarren Erklärungsmustern zu erklären wären).

Was meinst Du mit NTE und was mit OBE? Dem Treffen mit verstorbenen Menschen kann kein Zeitpunkt zugeordnet werden. Das kann zwar durchaus wirklich während ihres klinischen Todes stattgefunden haben (in meinen Augen), aber auch irgendwie und vor allem irgendwann sonst im Gehirn entstanden sein (wie die Hirnforscher das genau erklären, weiß ich nicht).

Tatsächlich kehrt Pam erst nach Abschluß des operativen Eingriffs in ihren Körper zurück, d.h. sie hat ihre NTE während ihres klinischen Todes nach klassischer Definition, während einer Phase also, in der mit Scherheit im blutleeren Gehirn kein Gedanke gedacht werden konnte.

Wie beschreibt Pam den Wiedereintritt? Woher wissen wir, dass ihre Erinnerungen des Wiedereintritts vom Zeitpukt des Operationsendes sind?

Das ist deshalb gegenüber den Vorgänger-Studien ein Novum, weil nun definitiv ausgeschlossenen werden kann, daß trotz EEG-Nullkurve (diese Fälle gabs bereits vorher schon zur Genüge) womöglich eine tiefliegende Gehirntätigkeit stattgefinden könnte, die vom EEG nicht erfaßt werden kann (der Strohhalm der Skeptiker). Diese Möglichkeit ist eigentlich mit dem Pam Reynolds-Fall eliminiert.

Ja, finde ich beeindruckend. Der Skeptiker in mir ist aber noch nicht ganz still. Welche ihrer Erinnerungen, der sich ein Zeitpunkt zuordnen lässt, fand statt, während des Gehirn blutleer war?

Lommel schreibt ja selbst, dass das Gehirn noch Blut hatte und das Herz noch schlug, als der Schädel aufgebohrt wurde, aber der Körper wurde wohl schon runter gekühlt. Als konkrete Erinnerungen sind mir aber nur die Beschreibung der Knochensäge und die Äußerung, dass ihre Adern so eng seien, bekannt.

Viele Grüße
Joey
 
OBE= Out-of-body-Experience.

Natürlich ist die OBE in diesem Fall Bestandteil der NTE; ich meinte damit die Phase, in der Pam Reynolds das Geschehen im OP wiedergibt, also Beobachtungen aus der Vogelperspektive macht.

Wie beschreibt Pam den Wiedereintritt? Woher wissen wir, dass ihre Erinnerungen des Wiedereintritts vom Zeitpukt des Operationsendes sind?


In der NTE von Pam gibt es keinen Konsistenzbruch, d.h. sie kehrt definitiv erst zu dem Zeitpunkt in den Körper zurück, als der Eingriff beendet ist. Aus diesem Ablauf ergibt sich logisch, daß die Tunnel-Passage samt den damit verbundenen Erlebnissen während des klinischen Todes erfolgt ist. Sie hält sich, von unserem Zeitsystem aus gesehen, bis kurz vor dem Moment des Erwachens in dieser anderen Welt auf, was die Zeit während des hypothermischen Herzstillstandes miteinschließt.

Der Zeitpunkt des Wiedereintritts in den Körper ist ziemlich präzise zu verorten:

I didn't want to, but I guess I was late or something because he [the uncle] pushed me. I felt a definite repelling and at the same time a pulling from the body. The body was pulling and the tunnel was pushing ... It was like diving into a pool of ice water ... It hurt! When I came back, they were playing Hotel California and the line was "You can check out anytime you like, but you can never leave." I mentioned [later] to Dr. Brown that that was incredibly insensitive and he told me that I needed to sleep more. [laughter] When I regained consciousness, I was still on the respirator.

http://www.near-death.com/experiences/evidence01.html

Die Ablauflogik der Gesamt-NTE läßt sich ebenso klar aus dem Bericht ersehen:

OBE im OP - Tunnelpassage - Eintritt in eine Welt jenseits des Tunnels - Rückkehr durch den Tunnel in den OP - Wiedereintritt in den Körper.
 
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Natürlich ist die OBE in diesem Fall Bestandteil der NTE; ich meinte damit die Phase, in der Pam Reynolds das Geschehen im OP wiedergibt, also Beobachtungen aus der Vogelperspektive macht.

Ich weiß schon, was eine OBE ist. Die Grenze zwischen OBE und NTE ist nur fließend. Jede NTE wird von einigen auch als OBE bezeichnet. Im Buch "Out of body" von Monroe werden auch OBE in einer Art anderen Welt - also nicht verifizierbare Erlebnisse - als OBE bezeichnet. Demanch kann auch die Begegnung mit verstorbenen Verwandten als OBE bezeichnet werden. Wo Du die Grenze ziehst, war mir nicht klar.

In der NTE von Pam gibt es keinen Konsistenzbruch, d.h. sie kehrt definitiv erst zu dem Zeitpunkt in den Körper zurück, als der Eingriff beendet ist. Aus diesem Ablauf ergibt sich logisch, daß die Tunnel-Passage samt den damit verbundenen Erlebnissen während des klinischen Todes erfolgt ist. Sie hält sich, von unserem Zeitsystem aus gesehen, bis kurz vor dem Moment des Erwachens in dieser anderen Welt auf, was die Zeit während des hypothermischen Herzstillstandes miteinschließt.

Natürlich gibt es da keinen Konsistenzbruch; das behauptet niemand.

Den gibt es aber leider auch nicht, wenn man annimmt, dass die Erinnerungen an die NTE nicht während der Nullinien-EEG-Zeit entstanden, sondern, wie auch immer, später oder früher. Das Erinnerungs- und Zeitgefühl ist schwammig.

Z.B. im Normalfall (wenn die Narkose gut funktioniert) erlebt man eine Operation gar nicht mit... aus der Sicht des Patienten geschieht sie in Null-Zeit. Man bekommt die Atemmaske auf und findet sich plötzlich im Aufwachraum wieder. Ist da ein Konsistenzbruch?

Der Zeitpunkt des Wiedereintritts in den Körper ist ziemlich präzise zu verorten:

http://www.near-death.com/experiences/evidence01.html

Die Ablauflogik der Gesamt-NTE läßt sich ebenso klar aus dem Bericht ersehen:

OBE im OP - Tunnelpassage - Eintritt in eine Welt jenseits des Tunnels - Rückkehr durch den Tunnel in den OP - Wiedereintritt in den Körper.

Ab der ersten Tunnelpassage können wir aber nicht mehr genau sagen, wann diese Erinnerungen entstanden; ob sie nun wirklich während der Flatline-EEG-Phase diese Erlebnisse hatte, oder ob ihr Gehirn irgendwie entweder beim Stillegen oder bei der Wiederaufnahme des Betriebs auf gewisse Weise "gefeuert" hat... das lässt sich leider nicht voneinander unterscheiden.

Viele Grüße
Joey
 
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