NTE-Forschung: Bewußtsein ohne Körper

Hi Amanda ich nochmal :)

ich nenne es *Vertikalzeit*, es gibt Threads darüber ...
Vertikalzeit? Mhh, jooo ... also mir fehlt da etwas der Bezug für Was diese Form der Zeit gilt. "Zeit" in reiner Energie mit eigenen Naturgesetzen muss anders strukturiert sein als "Zeit" für Materie. Den Thread "Vom Wesen der Zeit" habe ich angefangen, finde ihn bis jetzt weniger informativ weil es sich immer nur auf Menschen und deren Wahrnehmung bezieht, wir uns aber mindestens eine Ebene Höher bewegen. Ich geh aber gleich noch weiter schmökern. :D

Dazu müßte man wohl multidimensional oder interdimensional denken können (und dort gibt es wohl eine andere Logik als die unsere .....)
Das dürfte, hoffe ich, nur ein Teil der Wahrheit sein. Multidimensional bedeutet ja mit mehr Freiheitsgraden und somit mit mehr Möglichkeiten zu arbeiten. Unsere Logik dürfte dort nicht versagen, sondern dürfte nur unvollständig sein. Wissenslücken eben.

freut mich, daß Du meinem Denkansatz partiell zustimmst (und daß Du mich mit Einstein in einem Satz erwähnst, ohwei ....)
Lach, ja warum denn nicht zustimmen? Sinnvolle Gedanken bekommen immer meine Zustimmung. Und jeder, der sich auf diesem Level bewegt macht Bekanntschaft mit Eini, das bleibt einfach nicht aus. Der Mann hat schlicht zu viel Grundsätzliches erkannt als das man an ihm vorbei kann. *schulterzuck*

LG
Trekker
 
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Nachtrag:

Ich habe den Thread "Vom Wesen der Zeit" mittlerweile durch, finde ihn sehr interessant, speziell weil man dort viel von den Ansichten der Leute erfährt. Diese Ansätze und Gedankengebäude sind schön zu lesen. Leider trifft es nicht genau den Punkt, auf den ich hinaus wollte und der mich schon einige Zeit beschäftigt. Mein Ziel ist dabei weniger die Auswirkungen der Zeit auf den Menschen, sondern mehr die grundsätzliche Funktionsweise und -wenn möglich- das Formulieren einer Gesetzmässigkeit.

Jedoch würde diese Diskussion den Rahmen dieses Thread sprengen und daher lasse ich es. :) Sobald mir eine zündende Idee kommt werde ich sie zur Diskussion stellen.
 
Hallo,

vorweg nochmal: Ich glaube durchaus an ein Weiterleben der Seele nach dem Tod. Dennoch will ich diese Wikipedia-Diskussion aus der Sicht eines Skeptikers betrachten. Vielleicht hilft es, noch Schwächen in der Argumentation aufzuführen.


Wikipedia schrieb:
Gleich zu Amfang gilt es, zwei Aussagen richtigzustellen, die er tätigt. Woerlee behauptet:

Zitat:

"Ihr Anästhesist hat den Schlaf sicher mit Lachgas (Stickstoffoxid) aufrecht erhalten, möglicherweise zusammen mit einem Gas wie Isofluran oder Enfluran, die beide damals häufig benutzt wurden. Da Pam Reynolds während der Operation mehrmals bei Bewusstsein war, vermute ich jedoch, dass weder Isofluran noch Enfluran als zusätzliche Anästhetika verwendet wurden. Ohne Einsatz dieser Gase aber ist es wahrscheinlicher, dass der Patient während der Operation erwacht, und genau das geschah mit Pam Reynolds."

Eine dreiste Behauptung. Abgesehen davon, daß er sich hier in eine Kette von Vermutungen über die verabreichten Betäubungsmittel ergeht, gibt er bei der entscheidenden Aussage, Pam Reynolds sei während der Operation bei Bewußtsein gewesen und das gleich mehrmals, keine Quelle an. Wie auch - es ist schlicht eine Erfindung von ihm. Im dokumentierten OP-Bericht von Sabom (Michael Sabom, Light and Death, Zondervan 1998) findet sich keine einzige Stelle, die auch nur die Vermutung eines möglichen Erwachens nahelegen könnte. Woerlee kannte diesen Bericht beim Abfassen seines Essays, er zitiert Sabom zweimal am Anfang. Es ist das Ergebnis seiner Kombinationskette aus Vermutungen, die, wenn sie so formuliert wäre:

"Vermutlich war Pam Reynolds während der Operation mehrmals bei Bewußtsein, ohne daß die Anästhesisten es merkten..."

legitim gewesen wäre, in der sprachlichen Form einer Tatsachenbehauptung aber den Eindruck erweckt bzw. erwecken soll, Pam Reynolds sei mehrmals erwacht und dann wieder betäubt worden. Das aber ist eine klare Falschaussage.

Die Behauptung, das Pam Reynolds während der OP mehrmals leicht bei Bewusstsein war, ist ja das Hauptargument von Woerlee. Darauf stützt sich alles. Anstelle hier die Rhetorik zu bemängeln, sollte viel besser auf das Argument, und sei es auch nur als Vermutung oder Behauptung aufzufassen, eingegangen werden. Die Vermutun, dass Reynolds während der OP wach war, und ihre Wahrnehmungen so entstanden, liegt nahe. Die Frage ist, wie weit sich ihre Wahrnehmungen zeitlich lokalisieren lassen. Z.B. Wieviele der von ihr beschriebenen Wahrnehmunegn stammen nachweislich aus der Zeit, in der ihr Körper blutleer und abgekühlt war? Die Frage zu klären wäre viel interessanter, als die Rhetorik von Woelee anzugreifen.

Tommy schrieb:
Pam Reynolds verglich die Säge mit einer *elektrischen Zahnbürste*. Da gibts schon einige markante Unterschiede. Woerlee aber sagt "Zahnarztbohrer", weil das gut in seine konstruierte Assoziationskette paßt: Zahnarztbesuch von Pam- kennt das Geräusch eines Bohreres - die Betäubung versagt, sie ist bei Bewußtsein- hört das Geräusch der Knochensäge - assoziiert damit "Zahnarztbohrer"- und voila: NTE geklärt. Wenn diese Assoziationskette zwingend sein sollte, hätte Pam vermutlich auch den Vergleich mit einem Zahnarztbohrer gebracht.

Ich weiß nicht, wie sich eine Knochensäge anhört, noch, wie sie genau aussieht. Zwischen einem Zahnarztbohrer und einer elektrischen Zahnbürste gibt es aber doch erhebliche Gemeinsamkeiten. Die menschliche assoziationsfähigkeit ist unberechenbar. Von einem Geräusch auf eine Bohrer zu schließen, eine Form vor Augen zu assoziieren, und dabei an eine elektrische Zahnbürste zu denken, ist zwar nicht zwingend, aber durchaus möglich. Woerlee schreibt ja auch nirgends, dass diese Assoziation zwingend ist, sondern nur, dass sie so möglich ist, dass sich Reynolds Wahrnehmungen zwanglos damit erklären lassen.

Wikipedia schrieb:
"I thought the way they had my head shaved was very peculiar. I expected them to take all of the hair, but they did not. (Ach so, wie erklärt Woerlee übrigens diese Beobachtung? Wie kann jemand wissen, daß die eigenen Haare seltsamerweise nicht vollständig abgeschnitten wurden? Kann man das fühlen, daß noch ein paar Haare übrig sind auf dem Kopf? Eine Out-of-body-Beobachtung darfs ja nicht sein, laut Woerlee). ...

Ja, man kann fühlen, wieviele Haare sich noch auf dem Kopf befinden. Das ist wirklich nicht schwer. Die Kopfhaut ist die niedrigere Temperatur nicht gewohnt, da die Luft direkt drankommt, so dass es sich an genau der besagten Selle kälter anfühlt. Desweiteren ist die Haut durch das rasieren meist leicht gereizt, was man auch fühlt. Das beides klappt schon merklich, wenn man sich wie ich nur unregelmäßig den Bart entfernt.

Wikipedia schrieb:
...The saw thing I hated the sound of looked like an electric toothbrush and it had a dent in it, a groove at the top, where the saw appeared to go into the handle, but it didn`t. And the saw had interchangeable blades, too, but these blades where in what looked like a socket wrench case."

(M.Sabom, a.a.O. S.41)

Wirklich beachtlich. Ich weiß wie gesagt weder wie sich so ein Ding anhört noch wie es genau aussieht. Aber sicher, dass man aus dem Geräusch nicht ein wenig auf das Aussehen assoziieren kann? Wenn die Klingen austauschbar sind... so ein Austausch hört man. Wie sicher kann man auch sein, dass sie niemals so ein Ding gesehen hat?

Wikipedia schrieb:
Seine Erklärung der NTE ist noch fantastischer, als die Idee einer OBE auf den wirken mag, der nie davon gehört hat.

Das finde ich leider nicht. Er zeigt eine durchaus plausible Möglichkeit auf, wie Reynolds Wahrnehmung ohne OBE erklärt werden können. Sie könnte bei Bewusstsein gewesen sein. Sie könnte gespürt haben, dass sie nur teilrasiert war, und sie könnte aus dem geräusch und wagen Erinnerungen auf das richtige Aussehen der Knochensäge assoziieren können.

Viele Grüße
Joey
 

Kann ich bestätigen,

alles dicke, dicke eingepackt erstmal bevor es losgeht, Sterilität ist das Alpha und das Omega, nee sorry, das A und O.

Also, diese Instrumente mal eben so zu assoziieren, halte ich für eher unwahrscheinlich, die sind doch sehr speziell in ihrer Beschaffenheit und Aufmachung und sollte man nicht selbst mal am neurochirurgischen OP-Tisch gestanden haben, hat man auch garantiert keine Assoziation dazu, bestimmt nicht.

:)
 
Hallo,

Die Behauptung, das Pam Reynolds während der OP mehrmals leicht bei Bewusstsein war, ist ja das Hauptargument von Woerlee. Darauf stützt sich alles. Anstelle hier die Rhetorik zu bemängeln, sollte viel besser auf das Argument, und sei es auch nur als Vermutung oder Behauptung aufzufassen, eingegangen werden.

Hallo Joey,

Es ist ja eben kein *Argument*. Ein *Argument* stützt eine Behauptung, bei Woerlee bleibt es bei der bloßen Behauptung, die in Form einer Tatsachenfestellung getätigt wurde ("Da Pam Reynolds mehrmals bei Bewußtsein wahr"). Für diese Behauptung gibt es bei Woerlee kein einziges stützendes Indiz. Was wäre denn ein Anhaltspunkt dafür, daß es so gewesen sei? Die VEP-Überwachung zeigte kein Erwachen an, auch die Beobachtung der Patientin ncht. Auf welches Argument sollte ich denn deiner Meinung nach eingehen? Es gibt bei Woerlee dafür kein Agument, es bleibt bei der bloßen Behauptung.

Die Vermutun, dass Reynolds während der OP wach war, und ihre Wahrnehmungen so entstanden, liegt nahe
.

Wieso liegt das denn nahe? Nenne mir ein einziges Fakt, das diese Vermutung *nahelegen* könnte. Das einzige, was dies nahelegen könnte, ist die vorgängige materialistische Glaubensannahme, daß Bewußtsein nicht ohne Gehirn existieren könnte. Eine Vorurteilstruktur also, aus der nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf, gefolgert wird, Pam müsse also bei Bewußtsein gewesen sein.

Die Frage ist, wie weit sich ihre Wahrnehmungen zeitlich lokalisieren lassen. Z.B. Wieviele der von ihr beschriebenen Wahrnehmunegn stammen nachweislich aus der Zeit, in der ihr Körper blutleer und abgekühlt war? Die Frage zu klären wäre viel interessanter, als die Rhetorik von Woelee anzugreifen.

Dazu kopiere ich am besten eine Passage des von Trekker gebrachten Links:

Diese Erzählung spiegelt sehr genau den tatsächlichen Verlauf der Operation wieder, wie Dr. Sabom an hand der Aufzeichnungen feststellen konnte. Sie hatte die Knochensäge gesehen, mit der ihr Schädel geöffnet worden war. Sabom war über die Beschreibung sehr erstaunt, weil er selber nicht wusste, wie diese Säge aussieht. Sie beschrieb es wie eine elektrische Zahnbürste, was er lächerlich fand. Daraufhin forderte er vom Hersteller ein Foto mit kompletter Beschreibung an. Sabom war erstaunt als er das Bild sah, denn es ähnelte sehr einer Zahnbürste. Dr. Spetzler glaubt nicht, das Pam es von Beobachtungen aus dem Operationssaal her wissen kann. Zitat: „Da waren die Geräte für sie einfach nicht sichtbar. Die Bohrer und die anderen Sachen waren abgedeckt oder eingepackt. Sie werden nicht aufgedeckt oder ausgepackt bevor der Patient nicht vollständig eingeschlafen ist. Das ist notwendig, um die Umgebung steril zu halten.“

Ich denke, daß hier die Faktenlage, die du immer noch für ungeklärt hältst, klar gegen Woerlees bloße Behauptung spricht.

Ja, man kann fühlen, wieviele Haare sich noch auf dem Kopf befinden. Das ist wirklich nicht schwer. Die Kopfhaut ist die niedrigere Temperatur nicht gewohnt, da die Luft direkt drankommt, so dass es sich an genau der besagten Selle kälter anfühlt. Desweiteren ist die Haut durch das rasieren meist leicht gereizt, was man auch fühlt. Das beides klappt schon merklich, wenn man sich wie ich nur unregelmäßig den Bart entfernt.

Okay, das sehe ich ein. Wäre tatsächlich eine mögliche Alternativerklärung.

Wirklich beachtlich. Ich weiß wie gesagt weder wie sich so ein Ding anhört noch wie es genau aussieht. Aber sicher, dass man aus dem Geräusch nicht ein wenig auf das Aussehen assoziieren kann? Wenn die Klingen austauschbar sind... so ein Austausch hört man. Wie sicher kann man auch sein, dass sie niemals so ein Ding gesehen hat?

Du klammerst dich an Strohhalme, Joey. :) Wenn nicht einmal der Chirugenkollege Bescheid wußte und sich erst die Unterlagen besorgen mußte, wie sollte eine Sängerin wissen, wie diese Knochensäge aussieht? Es sei denn, man würde annehmen, daß sie in ihrer Freizeit Kataloge mit chirugischen Instrumentarien studiert, sozusagen als Hobby. Könnte sie gesehen, gehört haben? Dazu noch einmal die Aussage vom ausführenden Operateur im der BBC-Doku:

Zitat Dr. Spetzler: „In diese Phase der Operation kann niemand etwas beobachten oder hören. Es ist unvorstellbar dass in dieser Phase normale Sinne wie das Gehör funktionieren. Abgesehen davon steckten Ohrhörer für die Klick-Tests in ihren Ohren. Es gab für sie keine Möglichkeit die Gespräche über ihr Gehör wahrzunehmen.“


Meine Kritik an Woerlee ist eben die, daß er frei und kontrafaktisch daherphantasiert und in seinem Aufsatz nicht die geringsten Indizien bringen kann, die für seine Deutung sprechen. Stattdessen zieht er es vor, mangelnde Argumente mit Hilfe unseriöser Rhetorik zu ersetzen: bloße Vermutungen in der vollmundigen Art von Tatsachenbehauptungen zu verkleiden.
 
Also mit den Fakten zum Fall Reynolds kann man ja verschieden umgehen, wie wir ja gesehen haben. Das Problem ist wie immer die Bewertung und die Glaubwürdigkeit. Aus diesem Grund würde ich mal gerne anders rum rangehen.

- Es war die aller erste Stillstand-OP überhaupt.
- Man hat für diesen Versuch nur die Besten auf ihrem Gebiet genommen, die verfügbar waren.
- Pams Kopf war Blutleer und der Körper auf rund 10 - 15° C abgekühlt.
- Der todesähnliche Zustand dauerte über eine Stunde
- Alles wurde penibel genau aufgezeichnet.
- Die Zeugen waren alles Profis auf ihrem Gebiet.

So sieht das alles erstmal aus. Um Pams Erfahrungen auf Gehirnfunktionen zu reduzieren müssten folgende Geschehnisse eintreten oder eben nicht eintreten:

- Der Anästesist hatte eine einzige Aufgabe während der ganzen OP, die ist auf den Klick-Test zu achten, also aufs EEG zu sehen ob sich was tut UND auf andere Stoffwechselfunktionen zu achten, die es über eine Stunde nicht gab. Er müsste ja total unfähig sein wenn ihn da etwas entgangen wäre, denn jede Aktion des Gehirns hätte er sehen müssen, lange bevor sie das Bewusstsein zumindest teilweise wieder erlangt. Denn genau dafür gibt es ja die Klick-Tests und die Überwachung.

- Die angesprochene Fehlerquote beim Narkosemittel ist auch dem Arzt bekannt und bei einer solch ungewöhnlichen OP hat er bestimmt alles 1000x geprüft. Wie gesagt Zeit genug hatte er.

- 15° Körpertemperatur alleine verlangsamen allen und jeden Stoffwechsel im Körper so stark, das ich es fast für unmöglich halte, das jemand bei Bewusstsein sein kann oder kommen kann.

- Hinzu kommt, das die Abkühlung des Körpers Prinzipbedingt lange vor der Öffnung des Schädels und dem Ablassen des Blutes begonnen haben muss. Schockfrost hätte nur Gewebeschäden hervor gerufen, was bei einer so extrem riskanten OP als zusätzlicher Risikofaktor bestimmt auszuschliessen ist.

- Das Gespräch zwischen den Ärzten wegen der Beinarterien muss also zwangsläufig zu einem Zeitpunkt gewesen sein, an dem der Körper bereits abgekühlt war. Auch wenn die 15° Zieltemperatur vielleicht noch nicht erreicht war, so macht dieser Punkt zusammen mit der Betäubung ein Wach-Bewusstsein sehr unwahrscheinlich bis unmöglich.

- Sämtliches Blut wurde für die OP aus dem Kopf abgelassen. Blut aber ist die Grundvoraussetzung für Stoffwechsel im Gehirn. Vom Sauerstoffgehalt mal ganz abgesehen.

- Sämtliche Instrument incl. der Knochensäge blieben laut Aussage von Dr. Spetzler abgedeckt oder eingepackt bis kurz vor ihrem Einsatz. Die Sterilität soll auf diese Weise gewahrt bleiben.

- Sämtliche Geräte waren zur Lebenserhaltung waren während der OP bestimmt nur auf Stand By und nicht im Betrieb. Warum auch, sie wurden lange nicht gebraucht.

- Im OP-Saal lief ein ganzes Team von Ärzten herum. Keiner hat während der OP irgendwas beobachtet oder eine Reaktion gespürt, die auf Wach-Bewusstsein hindeutet.

- Alle Ärzte hätten während der OP-Zeit zweifelsfrei den Tod von Pam Reynolds nach allgemein gültigen Regeln bestätigt und wären damit auch im Recht gewesen.

Schaut man sich alleine diese Argumente an und führt sich die Zusammenhänge vor Augen, so kann man nur zu einem Schluss kommen: Die Erfahrungen von Pam Reynolds wurden während der OP nicht mit ihrem Gehirn gemacht. Man kann nun über die Wege zu dieser Erfahrung streiten, aber das Gehirn fällt nach menschlichem UND ärztlichem Ermessen aus. Auf Grund der ganzen Überwachung und Zeugen vor dem Beginn der OP bis nach ihrem Ende ist dieser Fall so ungewöhnlich. Es gibt keine Lücken. Selbst der anwesende Operateur Spetzler kann sich dies alles nicht erklären und er war dabei.

Man kann nur gegen diesen Fall argumentieren wenn man alle anwesenden Ärzte für unfähig in ihrem Job hält oder wilde Vermutungen an den Haaren herbei zieht. Der offensichtliche Erfolg dieser OP spricht eine andere Sprache und für die ausgezeichnete Qualifikation der beteiligten Ärzte. Alle waren Profis und Spitze auf ihrem Gebiet. Keiner hat geschlafen und keinem ist etwas aufgefallen. Die OP war ein totaler Erfolg, nur die "Nebenwirkungen" waren unerwartet.

Dies alles kann man nur umgehen mit dem Spruch "Was nicht sein kann, was nicht sein darf". Aber das ist ein Problem in den Köpfen anderer, die keine Beweise zulassen können, weil ihr Weltbild ernsthaft unter Druck geraten würde. Also gehen sie hin und verleugnen alles, was da ist. Das erinnert mehr an Religion und Fanatismus als an gesunden Menschenverstand. Für dieses Unvermögen das Offensichtliche anzuerkennen haben Psychologen einen Begriff geprägt, den man wohl in Zukunft immer mit anbringen muss.

Ich persönlich bin überzeugt, das die Darstellung Fehlerfrei ist und keiner gelogen hat. Bewerten muss das jeder selbst. Man kann auch darüber streiten, wie diese Erfahrungen zustande gekommen sind. Klar ist für mich zumindest, das es nicht über Pams Gehirn erfahren wurde. Die Erklärungen von Sabom und Fenwick zu überzeugend für einen Zweifel.

Plädoyer beendet. :)

LG
Trekker
 
Kann ich bestätigen,

alles dicke, dicke eingepackt erstmal bevor es losgeht, Sterilität ist das Alpha und das Omega, nee sorry, das A und O.

Also, diese Instrumente mal eben so zu assoziieren, halte ich für eher unwahrscheinlich, die sind doch sehr speziell in ihrer Beschaffenheit und Aufmachung und sollte man nicht selbst mal am neurochirurgischen OP-Tisch gestanden haben, hat man auch garantiert keine Assoziation dazu, bestimmt nicht.

:)

Sicher? Ich finde schon, dass die Assoziation Zaharztbohrer oder Zahnbürste ganz gut passt. Assoziationen oder Beschreibungen als Beweis zu verwenden ist auch schwierig, eben weil Assoziationen sich nicht berechnen lassen, und sie oft genug einfach stimmen, auch, wenn viele Sinneseindrücke unterdrückt sind. An dem Geräusch kann man sicher ersehen, dass das Ding nicht hin und her geht, wie man von einer Säge erwarten würde, sondern sich wohl dreht. Aus diesen Sinneseindrücken kann man so einiges entnehmen...

Viel interessanter zu ermitteln wäre, wie viele ihrer verifizierbaren Wahrnehmungen aus der Zeit stammen, während der sie blutler und abgekühlt war.

Viele Grüße
Joey
 
Es ist ja eben kein *Argument*. Ein *Argument* stützt eine Behauptung, bei Woerlee bleibt es bei der bloßen Behauptung, die in Form einer Tatsachenfestellung getätigt wurde ("Da Pam Reynolds mehrmals bei Bewußtsein wahr"). Für diese Behauptung gibt es bei Woerlee kein einziges stützendes Indiz. Was wäre denn ein Anhaltspunkt dafür, daß es so gewesen sei? Die VEP-Überwachung zeigte kein Erwachen an, auch die Beobachtung der Patientin ncht. Auf welches Argument sollte ich denn deiner Meinung nach eingehen? Es gibt bei Woerlee dafür kein Agument, es bleibt bei der bloßen Behauptung.

Wieso liegt das denn nahe? Nenne mir ein einziges Fakt, das diese Vermutung *nahelegen* könnte. Das einzige, was dies nahelegen könnte, ist die vorgängige materialistische Glaubensannahme, daß Bewußtsein nicht ohne Gehirn existieren könnte. Eine Vorurteilstruktur also, aus der nach dem Motto: Es kann nicht sein, was nicht sein darf, gefolgert wird, Pam müsse also bei Bewußtsein gewesen sein.

Die Tatsache, dass sie Erinnerungen hatte, lassen sich auch dadurch erklären, dass sie bei Bewusstsein war. Mehr sagt Moerlee nicht. Natürlich kann es auch so erklärt werden, dass sie ihren Körper verlassen hat. Es gibt nur nach der Ansicht von Woerlee keinen Anlass davon auszugehen. Das hat nichts mit Vorurteilen zu tun. Das ist wissenschaftliche Methodik. Ehe man ein neues Phänomen (in diesem fall "Seele verlässt Körper") annimmt, muss versucht werden, es mit bekanntem Wissen zu beschreiben. Das hat Woerle mehr oder weniger schlüssig getan. Es besteht also nach seiner Ansicht kein Grund von der Annahme abzuweichen, sie hätte den Körper nicht verlassen. Und aus wissenschaftlichem Standpunkt hat er damit so lange Recht, bis sich damit ein konkreter Widerspruch ergibt. Das ist aber leider nicht der Fall.

Dazu kopiere ich am besten eine Passage des von Trekker gebrachten Links:

Ich denke, daß hier die Faktenlage, die du immer noch für ungeklärt hältst, klar gegen Woerlees bloße Behauptung spricht.

Wann wurde der Schädel aufgesägt? Wenn ich mich richtig an diverse Artikel erinnere, war sie zu dem Zeitpunkt noch nicht blutleer und abgekühlt. Das Aufsägen des Schädels war zwar Teil der OP, um den Körper aber möglichst lange "am Leben" zu erhalten, wurde das Blut erst abgelassen und der Körper abgekühlt, als es wirklich notwendig war, d.h. als das Aneurisma operiert wurde.

Du klammerst dich an Strohhalme, Joey. :)

Nein. Ich glaube ja an ein Weiterleben nach dem Tod und an eine Seele. Ich wäre wirklich sehr glücklich, wenn es mir auch bewiesen werden könnte. Ich weiß aber, was ein Beweis ist, und vor allem, was kein Beweis ist. So lange es auf "natürlichem Weg" zu erklärbar ist, und so keine Widersprüche entstehen, besteht nicht die Notwendigkeit von einer Seele auszugehen. Und das hat Woerlee gezeigt.

Wenn nicht einmal der Chirugenkollege Bescheid wußte und sich erst die Unterlagen besorgen mußte, wie sollte eine Sängerin wissen, wie diese Knochensäge aussieht? Es sei denn, man würde annehmen, daß sie in ihrer Freizeit Kataloge mit chirugischen Instrumentarien studiert, sozusagen als Hobby. Könnte sie gesehen, gehört haben? Dazu noch einmal die Aussage vom ausführenden Operateur im der BBC-Doku:

Dennoch bleibt die Aussage, dass man vom Geräusch auf einiges schließen kann. So z.B. darauf, dass es sich wohl eher um einen Bohrer als um eine Säge handelt, dass Assoziationen an irgendetwas Zahnärztliches erlaubt sind etc.

Meine Kritik an Woerlee ist eben die, daß er frei und kontrafaktisch daherphantasiert und in seinem Aufsatz nicht die geringsten Indizien bringen kann, die für seine Deutung sprechen. Stattdessen zieht er es vor, mangelnde Argumente mit Hilfe unseriöser Rhetorik zu ersetzen: bloße Vermutungen in der vollmundigen Art von Tatsachenbehauptungen zu verkleiden.

Über die Rhetorik kann man streiten. Alles, was Woerlee getan hat ist darzulegen, wie die Erlebnisse von Reynolds sich ohne "Seele verlässt den Körper" erklären lassen. Und das Bild, was er zeichnet, Aufwachen während der Anästhesie, Assoziation von Geräuschen etc. finde ich leider sehr plausibel (wie gesagt: ich wäre wirklich froh, wenn es anders wäre). Unplausibel wäre es erst, wenn in der Beschreibung von Reynolds verifizierte Ereignisse wären, die wirklich während der blutleeren und abgekühlten Phase geschehen sind. Und die gibt es nicht. Das Blut wurde soweit ich weiß erst abgelassen, nachdem der Schädel aufgebohrt wurde, oder während dessen.

- Es war die aller erste Stillstand-OP überhaupt.

Soweit ich weiß nicht... aber das ist nicht wichtig.

- Man hat für diesen Versuch nur die Besten auf ihrem Gebiet genommen, die verfügbar waren.

Auch den besten Ärzten passieren fehler. Auch dem besten Anästhesisten entgehen Dinge, wenn der Klick-Test versagt, und der Körper fixiert ist (was bei Gehirnoperationen gerne gemacht wird)

- Pams Kopf war Blutleer und der Körper auf rund 10 - 15° C abgekühlt.

Nich während der gesammten OP, sondern nur während der Zeit, in der es unbedingt notwendig war.

- Der todesähnliche Zustand dauerte über eine Stunde
- Alles wurde penibel genau aufgezeichnet.
- Die Zeugen waren alles Profis auf ihrem Gebiet.

Darum wieder meine Frage: Zu welchem Zeitpunkt der OP wurde das Blut genau abgelassen, und gibt es verifizierte Erinnerungen von Reynolds während dieser Zeit?

So sieht das alles erstmal aus. Um Pams Erfahrungen auf Gehirnfunktionen zu reduzieren müssten folgende Geschehnisse eintreten oder eben nicht eintreten:

- Der Anästesist hatte eine einzige Aufgabe während der ganzen OP, die ist auf den Klick-Test zu achten, also aufs EEG zu sehen ob sich was tut UND auf andere Stoffwechselfunktionen zu achten, die es über eine Stunde nicht gab. Er müsste ja total unfähig sein wenn ihn da etwas entgangen wäre, denn jede Aktion des Gehirns hätte er sehen müssen, lange bevor sie das Bewusstsein zumindest teilweise wieder erlangt. Denn genau dafür gibt es ja die Klick-Tests und die Überwachung.

Woerlee beschreibt in seinem Artikel, dass der Klick-Test auch nicht 100% sicher ist.

- Die angesprochene Fehlerquote beim Narkosemittel ist auch dem Arzt bekannt und bei einer solch ungewöhnlichen OP hat er bestimmt alles 1000x geprüft. Wie gesagt Zeit genug hatte er.

Die Fehlerquote bezog sich aber auch auf die Tests, wie tief die Narkose gerade ist.

- 15° Körpertemperatur alleine verlangsamen allen und jeden Stoffwechsel im Körper so stark, das ich es fast für unmöglich halte, das jemand bei Bewusstsein sein kann oder kommen kann.

Völlig richtig. Aber sie war nicht während der gesammten OP blutleer und kalt. Dieser Zustand wurde so kurz wie möglich gehalten. Zum Aufbohren des Schädels ist das z.B. nicht nötig.

- Hinzu kommt, das die Abkühlung des Körpers Prinzipbedingt lange vor der Öffnung des Schädels und dem Ablassen des Blutes begonnen haben muss. Schockfrost hätte nur Gewebeschäden hervor gerufen, was bei einer so extrem riskanten OP als zusätzlicher Risikofaktor bestimmt auszuschliessen ist.

Nein. Gewebeschäden würden durch Schockfrosten entstehen, wenn sie auf unter Null Grad abgekühlt worden wäre. 15 Grad sind da noch weit drüber. Ich weiß nicht, wie lange das genau dauert; soweit ich weiß, war sie aber nicht die ganze OP in diesem Zustand. Die chemischen Reaktionen im Körper verlaufen zwar arg verlangsamt ab, so dass der Körper einige Zeit lang so lebensfähig gehalten werden kann, dennoch gibt es auch hier Grenzen, so dass man das nur so kurz wie möglich anstellt.

- Das Gespräch zwischen den Ärzten wegen der Beinarterien muss also zwangsläufig zu einem Zeitpunkt gewesen sein, an dem der Körper bereits abgekühlt war. Auch wenn die 15° Zieltemperatur vielleicht noch nicht erreicht war, so macht dieser Punkt zusammen mit der Betäubung ein Wach-Bewusstsein sehr unwahrscheinlich bis unmöglich.

Da spekulierst Du jetzt ("das muss lange vorher geschehen sein"... was Ihr Woerlee vorwerft). Im OP-Protokoll muss doch irgendwo stehen, wann das Blut abgelassen wurde, und wann der Körper welche Kerntemperatur (auf die kommt es dabei an) hatte. Ich gehe davon aus, wass Woerlee das Protokoll auch genau studiert hat, so dass er weiß, zu welchen Zeitpunkt sie wirklich blutleer und kalt war.

- Sämtliches Blut wurde für die OP aus dem Kopf abgelassen. Blut aber ist die Grundvoraussetzung für Stoffwechsel im Gehirn. Vom Sauerstoffgehalt mal ganz abgesehen.

Nochmal: Wann genau während der OP?

- Sämtliche Instrument incl. der Knochensäge blieben laut Aussage von Dr. Spetzler abgedeckt oder eingepackt bis kurz vor ihrem Einsatz. Die Sterilität soll auf diese Weise gewahrt bleiben.

Ja, dann hat sie sie nicht gesehen. Eine korrekte Assoziation aus den Geräuschen ist dennoch möglich.

- Sämtliche Geräte waren zur Lebenserhaltung waren während der OP bestimmt nur auf Stand By und nicht im Betrieb. Warum auch, sie wurden lange nicht gebraucht.

Keine Ahnung. Wozu ist dieser Punkt wichtig?

- Im OP-Saal lief ein ganzes Team von Ärzten herum. Keiner hat während der OP irgendwas beobachtet oder eine Reaktion gespürt, die auf Wach-Bewusstsein hindeutet.

Wie denn, wenn die Augen verklebt und der Körper fixiert ist? Oft kann der Patient sich auch durch die doch noch teilweise wirkende Narkose nicht bewegen.

- Alle Ärzte hätten während der OP-Zeit zweifelsfrei den Tod von Pam Reynolds nach allgemein gültigen Regeln bestätigt und wären damit auch im Recht gewesen.

Ja, aber wann war das? War das vor oder nach dem Aufsägen des Schädels?

Schaut man sich alleine diese Argumente an und führt sich die Zusammenhänge vor Augen, so kann man nur zu einem Schluss kommen: Die Erfahrungen von Pam Reynolds wurden während der OP nicht mit ihrem Gehirn gemacht.

Das hängt sehr entscheidend davon ab, wann die Kerntemperatur abgesenkt wurde, und wann das Blut abgelasen wurde. Soweit ich mich an Berichte erinnere, geschah beides nachdem der Schädel aufgesägt wurde.

Ich persönlich bin überzeugt, das die Darstellung Fehlerfrei ist und keiner gelogen hat. Bewerten muss das jeder selbst. Man kann auch darüber streiten, wie diese Erfahrungen zustande gekommen sind. Klar ist für mich zumindest, das es nicht über Pams Gehirn erfahren wurde. Die Erklärungen von Sabom und Fenwick zu überzeugend für einen Zweifel.

Davon gehe ich auch aus. Woerlee unterstellt auch nirgendwo irgendjemandem einer Lüge. Er zeigt nur einen plausiblen Weg, wie die Erlebnisse ohne "Bewusstsein außerhalb des Körpers" erklärt werden können. Die Plausibilität würde mit dem Zeitpunkt des Abkühlens und Auspumpens fallen. Wann war das genau?

Viele Grüße
Joey
 
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Hi

Es war die aller erste Stillstand-OP überhaupt.
Soweit ich weiß nicht... aber das ist nicht wichtig.
Laut BBC war es die erste.

Auch den besten Ärzten passieren fehler. Auch dem besten Anästhesisten entgehen Dinge, wenn der Klick-Test versagt
Diese Möglichkeit besteht durchaus. Die Frage ist nur, in wievielen Prozent der Fälle? Und ob der spezielle Anästhesist so unfähig war, das er es nicht gemerkt hat. Ziemlich viele Wenns....

und der Körper fixiert ist (was bei Gehirnoperationen gerne gemacht wird)
Jetzt vermutest du.

Pams Kopf war Blutleer und der Körper auf rund 10 - 15° C abgekühlt.
Nich während der gesammten OP, sondern nur während der Zeit, in der es unbedingt notwendig war.
15° Körpertemperatur alleine verlangsamen allen und jeden Stoffwechsel im Körper so stark, das ich es fast für unmöglich halte, das jemand bei Bewusstsein sein kann oder kommen kann.
Völlig richtig. Aber sie war nicht während der gesammten OP blutleer und kalt. Dieser Zustand wurde so kurz wie möglich gehalten. Zum Aufbohren des Schädels ist das z.B. nicht nötig.
Da stimme ich nicht zu. Abkühlung in geringem Umfang kommen bei schweren OPs immer mehr in Mode weil die Sterblichkeitsrate sinkt. Negative Erfahrungen durch das Abkühlen gibts so weit ich weiss nicht.

Darum wieder meine Frage: Zu welchem Zeitpunkt der OP wurde das Blut genau abgelassen, und gibt es verifizierte Erinnerungen von Reynolds während dieser Zeit?
Laut ihrer Aussage bei BBC war Pam bereits in ihrem Zimmer weg und ist erst nach der OP wieder erwacht - mit den Erinnerungen an die NTE. Ich habe gerade vorhin den deutschen Film Jenseitsreisen bekommen, in dem ihr Fall auch ausführlich beschrieben wird. Gesehen habe ich ihn noch nicht, weiss daher nicht, ob dort weitere Informationen enthalten sind. Ich kenne hauptsächlich die BBC Explosiv Berichte.

Woerlee beschreibt in seinem Artikel, dass der Klick-Test auch nicht 100% sicher ist.
Die Fehlerquote bezog sich aber auch auf die Tests, wie tief die Narkose gerade ist.
Nichts was der Mensch tut ist 100%. Die Frage ist nur die Wahrscheinlichkeit der Anhäufung so vieler "Zufälle" wie sie Woerlee beschreibt.

Gewebeschäden würden durch Schockfrosten entstehen, wenn sie auf unter Null Grad abgekühlt worden wäre. 15 Grad sind da noch weit drüber.
Ja korrekt. Mein Begriff "Schockfrosten" bezog sich auch mehr auf Stellen wie "Gefrierbrand" in der Tiefkühltruhe, die durch zu schnelles Abkühlen punktuell entstehen könnten. Die Abkühlung muss ja trocken erfolgen und da sind die Kontaktflächen immer etwas in Gefahr.

Da spekulierst Du jetzt ("das muss lange vorher geschehen sein"... was Ihr Woerlee vorwerft).
Das stimmt an diesem Punkt, weil mir das Buch von Sabom mit den OP-Bericht noch nicht vorliegt. Tommy gab mir den Tipp und ich habs mit bei Ebay gesorgt, nur noch nicht bekommen.

Sämtliche Instrument incl. der Knochensäge blieben laut Aussage von Dr. Spetzler abgedeckt oder eingepackt ...
Ja, dann hat sie sie nicht gesehen. Eine korrekte Assoziation aus den Geräuschen ist dennoch möglich.
Hier kommt das selbe Argument dagegen: Wie wahrscheinlich ist dies?

Sämtliche Geräte waren zur Lebenserhaltung waren während der OP bestimmt nur auf Stand By und nicht im Betrieb
Keine Ahnung. Wozu ist dieser Punkt wichtig?
Ganz einfach: Wenn ihr Herz angehalten wurde, ihre Lunge nicht arbeitet, wie kommt es dann ohne Maschinen zu Stoffwechselaktivität im Gehirn. DAS ist ja die Grundvoraussetzung für Wach-Bewusstsein und Erleben laut Woerlee.

Wie denn, wenn die Augen verklebt und der Körper fixiert ist? Oft kann der Patient sich auch durch die doch noch teilweise wirkende Narkose nicht bewegen.
Und der Anästhesist war so unfähig das er dies nicht bemerkt hat? Und auch kein anderer Arzt aus dem Team? Wieder die Frage wie wahrscheinlich das ist?

Alle Ärzte hätten während der OP-Zeit zweifelsfrei den Tod von Pam Reynolds nach allgemein gültigen Regeln bestätigt und wären damit auch im Recht gewesen.
Ja, aber wann war das? War das vor oder nach dem Aufsägen des Schädels?
Während der einen Stunde und acht Minuten in der Pams Kreislauf und Gehirntätigkeit auf Null war.

Schaut man sich alleine diese Argumente an und führt sich die Zusammenhänge vor Augen, so kann man nur zu einem Schluss kommen: Die Erfahrungen von Pam Reynolds wurden während der OP nicht mit ihrem Gehirn gemacht.
Das hängt sehr entscheidend davon ab, wann die Kerntemperatur abgesenkt wurde, und wann das Blut abgelasen wurde. Soweit ich mich an Berichte erinnere, geschah beides nachdem der Schädel aufgesägt wurde.
Irrtum. Das würde allenfalls das Gespräch wegen der Beinarterie und die Form der Säge erklären. Alle anderen Beschreibungen z.B. des OP-Saals und die Ereignisse mit bereits Verstorbenen erklärt dies nicht. Denn selbst wenn man all Beschreibungen der OP auf ein mögliches Wach-Bewusstsein abwälzt erklärt das alles noch nicht die anderen Erinnerungen. Selbst wenn das alles Halluzinationen waren, bleibt die Frage wie sie entstanden und wie sie gespeichert wurden.

Woerlee unterstellt auch nirgendwo irgendjemandem einer Lüge. Er zeigt nur einen plausiblen Weg, wie die Erlebnisse ohne "Bewusstsein außerhalb des Körpers" erklärt werden können.
Also ich denke immer noch, das er nur krampfhaft einen Ausweg sucht um nicht von seinem Weltbild abrücken zu müssen. Dabei ist völlig egal was wir beide darüber denken, er kann damit nicht leben und kann es nicht akzeptieren. Man muss sich auch ein paar Gedanken zu den Konsequenzen so einer Veränderung im Weltbild machen. Es kann nämlich gut sein, das Woerlee zu den Leuten gehört, die ihr ganzen Leben auf einmal als Sinnlos empfinden, nur weil sich eine der Rahmenbedingungen verändert. Ich kann mir gut vorstellen, das dies Woerlee eine wortwörtlich Höllenangst einjagt.

LG
Trekker
 
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