Joey
Sehr aktives Mitglied
Laut BBC war es die erste.
Ok, möglich.
Diese Möglichkeit besteht durchaus. Die Frage ist nur, in wievielen Prozent der Fälle? Und ob der spezielle Anästhesist so unfähig war, das er es nicht gemerkt hat. Ziemlich viele Wenns....
Es geschehen tag-täglich größere Zufälle. Die Wahrscheinlichkeit kann ich nicht angeben. Du aber auch nicht. Und in diesem fall ist sie auch belanglos. Wahrscheinlichkeiten haben auf eine Einzelmessung keinen Einfluss.
Jetzt vermutest du.
Stimmt, das muss ich gestehen. Ich weiß wirklich nicht, wie fixiert Reynolds war, und welche Lebenszeichen sie hätte von sich geben können. Ich vermute aber, dass es ziemlich wenige sein.
Da stimme ich nicht zu. Abkühlung in geringem Umfang kommen bei schweren OPs immer mehr in Mode weil die Sterblichkeitsrate sinkt. Negative Erfahrungen durch das Abkühlen gibts so weit ich weiss nicht.
Ja, aber wie war es damals?
Laut ihrer Aussage bei BBC war Pam bereits in ihrem Zimmer weg und ist erst nach der OP wieder erwacht - mit den Erinnerungen an die NTE. Ich habe gerade vorhin den deutschen Film Jenseitsreisen bekommen, in dem ihr Fall auch ausführlich beschrieben wird. Gesehen habe ich ihn noch nicht, weiss daher nicht, ob dort weitere Informationen enthalten sind. Ich kenne hauptsächlich die BBC Explosiv Berichte.
Im Zimmer wurden ihr schon die Betäubungsmittel gegeben, die sie zunächst bewusstlos machten, ok. Aber wann wurde sie genau abgekühlt und wann genau wurde ihr das Blut entzogen? Darauf kommt es an. Wann war der Zeitraum, aus dem ein unbemerktes Aufwachen aus der Narkose wirklich unmöglich wird?
Nichts was der Mensch tut ist 100%. Die Frage ist nur die Wahrscheinlichkeit der Anhäufung so vieler "Zufälle" wie sie Woerlee beschreibt.
So groß sind diese Zufälle in Woerlees Augen nicht, und in meinen leider auch nicht. Ich kann zwar keine konkrete Wahrscheinlichkeit angeben, aber es passieren größere Zufälle tagtäglich. Unsere Psyche ist nur trainiert solchen Koinzidenzen eine Bedeutung beizumessen, die unter Umständen gar nicht da ist.
Das stimmt an diesem Punkt, weil mir das Buch von Sabom mit den OP-Bericht noch nicht vorliegt. Tommy gab mir den Tipp und ich habs mit bei Ebay gesorgt, nur noch nicht bekommen.
Ich habe eben lange im Internet gegoogelt und nicht feststellen können, wann genau der Körper abgekühlt wurde und das Blut rausgelassen wurde. Ich vermute sehr stark, dass das erst nachdem der Schädel aufgebohrt wurde geschehen ist. Wenn jemand genaue belegte Informationen darüber hat, würde sie mich sehr interessieren.
Hier kommt das selbe Argument dagegen: Wie wahrscheinlich ist dies?
Wie Wahrscheinlich ist ein Lottogewinn? Sehr unwahrscheinlich, dennoch haben manchmal Leute dieses Glück. Wenn Du einen Stein hochwirfst und er runter fällt. Wie wahrscheinlich ist es, dass er genau auf dem Fleck landet, an dem er landet? Das ist unwahrscheinlicher als ein Lottogewinn... dennoch passiert's.
Ganz einfach: Wenn ihr Herz angehalten wurde, ihre Lunge nicht arbeitet, wie kommt es dann ohne Maschinen zu Stoffwechselaktivität im Gehirn. DAS ist ja die Grundvoraussetzung für Wach-Bewusstsein und Erleben laut Woerlee.
Weil, wie ich stark vermute, zu dem Zeitpunkt, an dem die Knochensäge zum Einsatz kam, sowohl das Herz noch schlug und die Lungen auch noch arbeiteten. Die Frage bleibt nach wie vor, wann der Körper abgekült und blutleer gemacht wurde, so dass der Stoffwechsel zum erliegen kam.
Und der Anästhesist war so unfähig das er dies nicht bemerkt hat? Und auch kein anderer Arzt aus dem Team? Wieder die Frage wie wahrscheinlich das ist?
Das kommt darauf an, wie groß die Lebenszeichen sind, die der Patient in der Lage ist zu geben. Ich weiß es nicht; Du wahrscheinlich auch nicht. Ich vermute, dass das nicht nur mit der Fähigkeit des Anästhesisten zu tun hat.
Während der einen Stunde und acht Minuten in der Pams Kreislauf und Gehirntätigkeit auf Null war.
Und ich vermute, der Schädel wurde vor dieser Zeitspanne aufgesägt; ebenso fand der von Reynolds gehörte Dialog über den Aderlass auch vorher statt.
Irrtum. Das würde allenfalls das Gespräch wegen der Beinarterie und die Form der Säge erklären. Alle anderen Beschreibungen z.B. des OP-Saals und die Ereignisse mit bereits Verstorbenen erklärt dies nicht.
Die Erinnerungen an die Verstorbenen könnte sie zu jeder Zeit beim Aufwachen geträumt haben. Das ist keine verifizierbare Erinnerung, der ein Zeitpunkt zugeordnet werden kann.
Ich weiß nicht, wie speziell der OP-Saal eingerichtet war, wieviele OP-Säle sie vorher gesehen hat, und wie genau sie die weitere Einrichtung abgesehen von der Knochensäge beschrieben hat.
Denn selbst wenn man all Beschreibungen der OP auf ein mögliches Wach-Bewusstsein abwälzt erklärt das alles noch nicht die anderen Erinnerungen. Selbst wenn das alles Halluzinationen waren, bleibt die Frage wie sie entstanden und wie sie gespeichert wurden.
Beim Aufwachen geträumt?
Also ich denke immer noch, das er nur krampfhaft einen Ausweg sucht um nicht von seinem Weltbild abrücken zu müssen.
Möglich, aber nicht zwingend. Denn aus wissenschaftlichem Standpunkt ist seine Argumentation völlig korrekt. Sie wird erst angreifbar, wenn verifizierte Wahrnehmungen von Reynolds nachgewiesenermaßen während der Zeit stattfanden, in der sie kalt und blutleer war. Das muss nichts mit Dogmatismus zu tun haben. Bei einigen Wisenschaftlern ist so ein erhalten zwar Dogmatismus (Wissenschaft als Ersatzreligion sozusagen), aber bei weitem nicht bei allen, die so argumentieren.
Dabei ist völlig egal was wir beide darüber denken, er kann damit nicht leben und kann es nicht akzeptieren. Man muss sich auch ein paar Gedanken zu den Konsequenzen so einer Veränderung im Weltbild machen. Es kann nämlich gut sein, das Woerlee zu den Leuten gehört, die ihr ganzen Leben auf einmal als Sinnlos empfinden, nur weil sich eine der Rahmenbedingungen verändert. Ich kann mir gut vorstellen, das dies Woerlee eine wortwörtlich Höllenangst einjagt.
Klar, eine so fundamentale Änderung des Weltbildes, ein derart starker Paradigmenwechsel... das verkraftet die Psyche nicht leicht. Dennoch muss das nicht für Woerle gelten. Wie ich schon sagte: Vom Standpunkt wissenschaftlicher Methodik ist sein Artikel sauber. Er zeigt, wie er die Erlebnisse von Reynolds deutet mit Hilfe bekanntem Wissen im Rahmen eines naturalistischen Weltbildes, und er zeichnet ein plausibles Bild. Sein Bild kann angegriffen werden, wenn man ihm falsche Vorraussetzungen nachweisen kann.
Dafür ist wirklich der genaue Zeitpunkt wichtig, wann Pam Reynolds Körper abgekühlt wurde, wann das Blut abgelassen wurde, und wann der körperliche Stoffwechsel zum erliegen kam. Diesen Zeitpunkt muss man mit den verifizierten Erinnerungen von Pam Reynolds vergleichen. Wenn das wirklich alles geschah, bevor der Schädel aufgesägt wurde, wäre Woelee wiederlegt, weil seine Prämisse, dass Pam Reynolds aufgewach ist, dann unmöglich wird. Er geht zum Zeitpunkt der verifizierten Erinnerungen aber nur von einer normalen Narkose aus, von der immer wieder Menschen mittendrin aufwachen... noch nicht einmal notwendigerweise ganz... die Körperlähmung bleibt erhalten, und die Denkfähigkeit ist auch nicht unbedingt voll da.
Viele Grüße
Joey