Nächtliche Pollutionen treten im Allgemeinen im vierten Viertel der Nacht auf. Die, die es gewohnt sind, zwischen 3 und 4 Uhr morgens aufzustehen, und die, die ihren Tag mit Japa (Mantrameditation) und Meditation beginnen, können daher kein Opfer von nächtlichen Pollutionen werden. Mache es dir zur Angewohnheit, jeden Morgen um 4 Uhr aufzustehen. Schlafe möglichst auf einer rauhen Unterlage. Benutze am besten rauhe Matten. Schlafe auf der linken Seite. Erlaube dem Sonnen-Nadi, Pingala, während der Nacht durch das rechte Nasenloch zu atmen. In medizinisch bedingten Fällen, schlafe bis zur Genesung auf dem Rücken.
Es gibt auf jeder Seite der Wirbelsäule einen Energiekanal. Der linke wird als Ida bezeichnet und der rechte als Pingala. Diese sind zwei der drei wichtigsten Energiekanäle (Nadis), subtile Kanäle, die das Prana (Lebensenergie) leiten. Im Ida Nadi bewegt sich die Mondenergie, im Pingala Nadi die Sonnenenergie. Ida (Mondenergie) ist kühlend, Pingala (Sonnenenergie) ist erhitzend. Ida fließt durch das linke Nasenloch und Pingala durch das rechte Nasenloch. Der Mond (Ida, links) hat die Natur des Tamas (Trägheit oder Faulheit) und die Sonne (Pingala, rechts) die Natur von Rajas (Leidenschaft oder Aktivität). Gift hat Eigenschaften der Sonne und Nektar solche des Mondes.
Der Atem fließt 1-2 Stunden lang überwiegend durch das rechte Nasenloch. Dann ist Pingala Nadi (Sonne, Leidenschaft) aktiv. Anschließend fließt der Atem 1-2 Stunden lang überwiegend durch das linke Nasenloch. Dann ist Ida Nadi (Mond, Trägheit) aktiv. Man ist emsig mit weltlichen Dingen beschäftigt, wenn das Prana durch Ida und Pingala fließt. Wenn die Sushumna (Zentralkanal in der Wirbelsäule) aktiv wird, ist man wie tot für die Welt und tritt in Samadhi (Überbewußtsein) ein. Ein Yogi gibt sein Bestes, um das Prana in der Sushumna, die auch als das zentrale Brahman Nadi bekannt ist, zum Fließen zu bringen.
Bist du verheiratetet, dann schlafe in einem getrennten Raum. Du solltest deiner Frau niemals erlauben, nachts deine Beine zu massieren. Das wäre eine unvorsichtige Praxis. Um den Samen zu schützen, ist es unerlässlich, die Geschlechtsteile nachts zu bekleiden. So vermeidet man nächtliche Samenergüsse und den Wachstum der Hoden. Darum trage immer ein Langoti (eine Art Tanga) oder ein Kaupin (Lendenschurz). So bekommst du keine Blasenentzündung oder eine Hodenerkrankung. Dies hilft dir, das Brahmacharya aufrecht zu erhalten. Lege dich mit einem nassen Lendenschurz ins Bett, wenn die Krankheit sehr unangenehm ist. Die Feuchtigkeit saugt die Gifte aus dem Körper.
Es ist für den Brahmachari sinnvoll, hölzerne Sandalen zu tragen. Dadurch wird der Samen konserviert, das Sehvermögen gefördert, das Leben verlängert und die Heiligkeit und der Glanz werden erhöht.
Practice of Brahmacharya