Meditation und Enthaltsamkeit

Ja und ich denke mal - auch aus eigener Erfahrung - das das genau der Sinn und Zweck des ganzen ist. Diese Energie zu verstärken, da sie heilend wirkt ...

Allerdings hat das bei mir nur in Verbindung mit einem sehr starken Liebesgefühl funktioniert. Was die reine Sexualenergie angeht, weiß ich nicht, ob das denselben Effekt hat ?

Das verstehe ich nicht ganz. Zumindest bin ich nicht sicher, was du meinst.
:)

@sat naam und bonobo:
Vielen Dank für eure lieben Worte!
Es sind aber noch gar nicht 528 Seiten ...
:)
 
Werbung:
Mit den unterschied dass Buddha das Nicht-Selbst lehrte, und die vier edlen Wahrheiten, findest Du bei Jesus auch nicht. Buddha lehrte die Wahnversiegung, die Ablösung vom Durst usw. Jesus lehrte das Selbst, den Weg zum Himmlischen Vater, also nicht die Wahnversiegung. Was Gleich war, war die Lehre der Güte und Liebe. Auch die verschiedenen Yogis hatten andere Ziele und wo ein anderes Ziel ist, ist auch der Weg anders. Vieles mag sich ähneln aber den Weg ins Nirvana hat uns nur der Buddha gezeigt.

Ich würde eher nach Gemeinsamkeiten suchen als nach Trennendem. Ob man das Selbst oder das Nicht-Selbst, ob man einen Gott oder keinen Gott lehrt, dass sind für mich eigentlich Philosophien, denen ich nicht so eine große Bedeutung beimesse. Was für mich zählt, ist die praktische Gestaltung meines Lebens.

Sicherlich gab es zwischen Jesus und Buddha einige Unterschiede. So ist es schon ein großer Unterschied, ob ich mich um Erleuchtung im Hier und Jetzt bemühe oder um den Seelenfrieden im Himmel. Da war Buddha wohl etwas realitätsnäher als Jesus. Buddhas großer Verdienst ist außerdem, dass er den Menschen die Meditation nahebrachte. Aber selbst wenn sich die Lehren von Jesus und Buddha unterschieden, so glaube ich, dass die Lebenswege, die sie beschritten, sich nicht sehr voneinander unterschieden.
 
Das verstehe ich nicht ganz. Zumindest bin ich nicht sicher, was du meinst.
:)

Naja ... eben. Du verstehst es nicht und so nimmst du einfach an, was alle annehmen :) ... es mag so aussehen, als wäre es "falsch" sich zu etwas zu zwingen, sich etwas vorzuenthalten, was man doch eigentlich so gerne haben möchte. Aber es hat was mit Verstand und Vernunft bzw. mit Willen auch zu tun. Wenn ich merke, dass mir meine Sexualität, so wie ich praktiziere nicht gut tut, dann höre ich damit auf, weil ich mir eben nicht mehr schaden will und wissen will, was da schiefläuft. So war das bei mir jedenfalls - wenn auch nicht bewußt.
Die sexuelle Energie wurde dann um so stärker, weil sie ja nicht mehr als Ventil den körperlichen Akt hatte, aber ich habe schon von jeher immer mit imaginären Partnern Liebe visualisiert - schon als Kind, das ist mir sozusagen in die Wiege gelegt worden :) ... und in Form dieser Visualisationen und dem Entzug setzte dann eine Heilung ein und ich verstand, was mir gefehlt hatte und ich konnte mich mit den Verletzungen auseinandersetzen, die tiefer gingen als ich je vermutet hätte. Und wo ich schon mal dabei war, bin ich einfach immer weiter gegangen und hab immer tiefer gegraben und bin immer mehr in diese Liebesenergie getaucht - was aber in meinem Fall die sexuelle Energie nie hat abflauen lassen - nur veränderte sich die Visualisation vollständig mit der Zeit. Die Liebe wirkte eben und transformierte immer mehr die selbstzerstörerischen Elemente/Teile in mir. Heilte sie und setzte sie als Liebe, Sanftmut, Zärtlichkeit wieder frei ...

Ich kann das noch nicht halten im Reallife. Ich falle immer noch zurück, aber dennoch merke ich in allen Bereichen diese Heilung.

Deshalb meine Aussage: ES ist eben vielleicht genau das Sinn und Zweck der Enthaltung, dass sich die Energie verstärkt, um auf andere Art und Weise genutzt werden zu können. Wie auch immer ... ;)
 
Im Unvergänglichen - im Nirwana wird auch die Lehre nicht mehr existieren, oder doch ?

mara, Thai hatte schon einmal darauf hingewiesen, dass das Nirvana nicht unbedingt irgendein Himmel ist, sondern ein Zustand, nämlich der Zustand der Erleuchtung.

Wenn du wüßtest, wie oft ich das schon versucht habe, aber es geht einfach nicht. Nicht ein Wort bleibt haften - die Buchstaben verschwimmen mir vor den Augen und jeder Satz - egal wie oft gelesen - verliert jeglichen Sinn. Mein Buddha in mir will das nicht. Wer bin ich, ihm zu widersprechen ;)

Da sagst du etwas Wahres. Auch mir geht es jedesmal so, wenn ich den Palikanon lese. Das ist fast so, als ob ich ein chinesisches Buch vor mir hätte. Der Palikanon ist sehr mühsam zu lesen, finde ich jedenfalls.

ich vergleiche das mit der Bibel und ich bin der Meinung, dass die Erleuchteten schon ihre Gründe haben, nichts aufzuschreiben, sondern aufschreiben zu lassen, weil sie wissen, dass es im Grunde nicht in Worte gefasst werden kann, das Wesentliche. Deshalb ist meine Meinung, dass jeder Mensch, der nicht Buddha selbst ist, nicht die Worte so aufschreiben kann, wie sie gemeint sind/waren ... man kann es nur erfahren, nicht erlesen ... man muss es erfahren, um zu verstehen.

In diesem Punkt habe ich eine etwas andere Meinung. Ich glaube schon, dass man den Weg zur Erleuchtung sehr gut in Worte fassen kann. Es ist eigentlich schade, dass das so wenige getan haben. Ich glaube auch, dass die "Erleuchtung" nicht so ungewöhnlich ist, dass der normale Mensch sie nicht verstehen würde. Das Problem liegt wohl eher darin, dass der normale Mensch sich gar nicht dafür interessieren würde, weil er zu sehr in seinen Verhaftungen gefesselt ist.
 
mara, Thai hatte schon einmal darauf hingewiesen, dass das Nirvana nicht unbedingt irgendein Himmel ist, sondern ein Zustand, nämlich der Zustand der Erleuchtung.

Ja. So hab ich das auch verstanden, denk ich :confused: - ich glaube es liegt daran, dass wir unterschiedliche Vorstellungen davon haben, ob dieser Zustand beständig ist oder nicht. Wenn man natürlich glaubt, so wie du ja sagst, dass man diesen Erleuchtungszustand jederzeit wieder verlieren kann, dann muss ich auch in dem Zustand weiter an der Lehre festhalten. Ich glaube das nicht, und deswegen war mein Gedanke, dass danach auch die Lehre ihre Bedeutung verliert und somit vergänglich ist.

Ich glaube, die Erleuchtung ist das SEIN im Unvergänglichen. :)

Da sagst du etwas Wahres. Auch mir geht es jedesmal so, wenn ich den Palikanon lese. Das ist fast so, als ob ich ein chinesisches Buch vor mir hätte. Der Palikanon ist sehr mühsam zu lesen, finde ich jedenfalls.

Wenn du mE erfahrungsgemäß aufgeholt hast, wird es sicher leichter sein zu verstehen, was da steht. Das unterscheidet uns eben auch: Ich mache eine Erfahrung und lese dann was und denke: Ja, logo. So war das und das meinen die also damit, die schlauen Gelehrten. Du liest und versuchst dann die dem entsprechende Erfahrung zu machen. Das ist ein schwerer Weg finde ich ... die Bedeutung der Worte entschlüsseln sich eben mE erst mit der eigenen Erfahrung dessen, was da beschrieben steht. Oder ?

In diesem Punkt habe ich eine etwas andere Meinung. Ich glaube schon, dass man den Weg zur Erleuchtung sehr gut in Worte fassen kann. Es ist eigentlich schade, dass das so wenige getan haben. Ich glaube auch, dass die "Erleuchtung" nicht so ungewöhnlich ist, dass der normale Mensch sie nicht verstehen würde. Das Problem liegt wohl eher darin, dass der normale Mensch sich gar nicht dafür interessieren würde, weil er zu sehr in seinen Verhaftungen gefesselt ist.

Na also ich finde schon dass unheimlich viele Leute mittlerweile sich mit solchen Themen befassen und gerade der Buddhismus hat doch enormen Zulauf, vor allen Dingen mit dem aktuellen Dalai Lama an der Spitze, oder ?

Warum eigentlich, Opti, ist es dir wichtig, dass viele Menschen diesen Weg einschlagen. Welche Ursache hat das ? Worum geht es dir da persönlich. Hat Liebling da recht und die Einsamkeit spielt eine Rolle ? Ich kenne das jedenfalls so, und es gibt viele schlaue Menschen, die das schon in Worte gefaßt haben. Was hilft dir die Erleuchtung - mal so frei übersetzt - wenn du dann ganz allein in deinem Paradies - bzw. im Nirwana hockst ... ;)
 
... Die Liebe wirkte eben und transformierte immer mehr die selbstzerstörerischen Elemente/Teile in mir. Heilte sie und setzte sie als Liebe, Sanftmut, Zärtlichkeit wieder frei ...

Ich kann das noch nicht halten im Reallife. Ich falle immer noch zurück, aber dennoch merke ich in allen Bereichen diese Heilung.

Deshalb meine Aussage: ES ist eben vielleicht genau das Sinn und Zweck der Enthaltung, dass sich die Energie verstärkt, um auf andere Art und Weise genutzt werden zu können. Wie auch immer ... ;)

Verstehe ich richtig, dass sexuelle Kraft durch Enthaltsamkeit in höhere spirituelle Kräfte umgewandelt wird?
 
Werbung:
...was aber in meinem Fall die sexuelle Energie nie hat abflauen lassen...

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Und genau aus diesem Grunde, mag ich auch diese visualisierten erotischen Praktiken nicht. Im Prinzip ist das so ähnlich in der Tantrapraxis, wenn man diese Techniken zusammen mit einem Partner praktiziert.

Man heizt die Erotik gewissermaßen immer wieder von neuem an. Das beinhaltet nicht nur die Gefahr, dass man den Motor eventuell nicht mehr rechtzeitig stoppen kann und man über's Ziel hinausschießt, sondern auch, dass das Begehren immer wieder auf's neue stimuliert wird und der Hunger auf neue (erotische) Sensationen erhalten bleibt.

So aber bleibt man immer weiter in der sexuellen Verhaftung. Das Karussel dreht sich und dreht sich ohne Unterlass und kommt nicht zum Stillstand. Für mich ist aber der Stillstand das eigentliche Ziel.
 
Zurück
Oben