Meditation und Enthaltsamkeit

Verstehe ich richtig, dass sexuelle Kraft durch Enthaltsamkeit in höhere spirituelle Kräfte umgewandelt wird?
Ich würde eher sagen umgekehrt.
Wenn man sexuelle Kraft in höhere spirituelle Kräfte umwandelt, entsteht daraus in einem Entwicklungsprozeß Enthaltsamkeit.

Aber das wird allgemein hier so gesehen, wie du es als Frage formuliert hast. Deswegen enstehen ja hier die seltsamsten Stilblüten sexueller Unterdrückung.
Vorreiter für diese geniale Idee waren diese religösen Fanatiker westlicher Glaubensrichtungen.
 
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Verstehe ich richtig, dass sexuelle Kraft durch Enthaltsamkeit in höhere spirituelle Kräfte umgewandelt wird?

Also wenn mich ganz konkret fragst: Nicht so einfach und nicht automatisch. Ich weiß aber nicht, ob es zb. Unterschiede zwischen Mann und Frau zb. gibt. Bei mir hat das nur funktioniert in Verbindung mit einer starken visualisierten Liebe, einer bedingungslosen Liebe (und darin enthalten dann auch der sexuelle Akt - logo.)

Höhere spirituelle Kräfte. Hm - da muss ich jetzt für mich mal definieren was das ist und sage: Ja. Genau das ist es, was ich zur Zeit ganz stark erlebe ... ein Gefühl von Liebe, Angenommensein, Gehaltenwerden ... und das aus mir selbst heraus (Eigenliebe). Also ohne eine Entsprechung im Außen, nach der ich aber immer noch suche und die ich ersehne. Das will ich keinerfalls verschweigen oder leugnen :) ...
 
Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Und genau aus diesem Grunde, mag ich auch diese visualisierten erotischen Praktiken nicht. Im Prinzip ist das so ähnlich in der Tantrapraxis, wenn man diese Techniken zusammen mit einem Partner praktiziert.
Man heizt die Erotik gewissermaßen immer wieder von neuem an. Das beinhaltet nicht nur die Gefahr, dass man den Motor eventuell nicht mehr rechtzeitig stoppen kann und man über's Ziel hinausschießt, sondern auch, dass das Begehren immer wieder auf's neue stimuliert wird und der Hunger auf neue (erotische) Sensationen erhalten bleibt.
So aber bleibt man immer weiter in der sexuellen Verhaftung. Das Karussel dreht sich und dreht sich ohne Unterlass und kommt nicht zum Stillstand. Für mich ist aber der Stillstand das eigentliche Ziel.

Ich bin noch nicht am Ende meines Weges, Opti. ;)

Im Moment ist es so, dass ich spüre, wie sich die Visualisation verändert. War es früher ein normaler herkömmlicher Sexueller Akt - also rein-raus-gedönse, so überwiegt jetzt immer mehr die Liebe, die Zärtlichkeit und das Bedürfnis "sich" einfach nur nah zu sein, sich zu fühlen ... der Akt an sich tritt in den Hintergrund und ist nur noch Mittel zum Zweck.
Immer öfter erlebe ich nun auch eine "Lustlosigkeit" und erbitte selbst in der Meditation den Akt nicht zu vollziehen, sondern einfach mich nur diese Liebe/Zärtlichkeit spüren zu lassen. Das genügt mir dann vollauf. Die beim visualisierten Akt freigesetzten Energien nerven mich manchmal mächtig, weil sie aufwühlen, energetisieren eben und ich sie in Bilder umsetzen muss, weil es sonst schmerzt.

Lange Rede - kurzer Sinn. Wenn ich mir diese Entwicklung anschaue, dann sehe ich es darauf rauslaufen, dass der Akt an sich immer mehr an Bedeutung verlieren wird und zurücktreten wird. Die Liebe wird in den Vordergrund treten ... es ist eine Energie, die am Herzchakra in mich "eintritt" - sehr warm ist und mich leicht macht.
 
So kommt mir das auch vor, allerdings bin ich nicht sicher, ob da etwas "umgewandelt" wird.
:)
Umgewandelt ist auch ein blödes Wort.
Es ist eben die Frage welchen *grundwissen* du selbst darüber hast. Das ganze findet über deine Chakren statt. Und da geht es darum die energien vom untersten zum obersten chakra durchzuleiten.
Und jedes chakra schwingt auf einer anderen Energieebene. Dazu muß diese Energie entsprechend transformiert werden.
Das ist aber erst dann möglich, wenn die chakren entsprechend gereinigt und geöffnet sind, bevor ein Energiefluß stattfinden kann.
Die meisten gehen davon aus, das man nur die Energie aufstauen (sich der Sexualität enthalten) muß um dann da irgendwie durchzubrechen.
Meist geht dann der *schuß* aber nach hinten los. Und was dabei rauskaommt sieht man ja.
 
Ich glaube, die Erleuchtung ist das SEIN im Unvergänglichen. :)

Ich glaube, Erleuchtung wird im Allgemeinen viel zu hoch stilisiert. Erleuchtung ist etwas ganz natürliches. Schau dir an, welche Seligkeit kleine Kinder besitzen. Das ist für mich Erleuchtung.

Auch die meisten Tiere sind sicherlich erleuchtet. Höre dir einmal die Vogelstimmen im Frühling an, wenn die Vögel aus dem Süden zurückkehren. Da klingt pure Seligkeit aus den Vogelkehlen. Oder schau dir an, wie freudig Hunde uns jedesmal begrüßen. Bei Tieren ist diese Seligkeit zwar unbewusst, aber sie ist meistens vorhanden. Darum würde ich die Seligkeit nicht im Unvergänglichen ansiedeln. Sie kommt uns nur so weit entfernt vor, weil wir uns so weit von ihr entfernt haben.

Ich muss gestehen, ich lese gar nicht so viel im Palikanon. Mir ist das zu anstrengend. Ich lese lieber Bücher über den Buddhismus. Thai hat im Bücherthreat ja zwei tolle Links reingestellt.

Bücher über Buddhismis 1
Bücher über Buddhismis 2

Na also ich finde schon dass unheimlich viele Leute mittlerweile sich mit solchen Themen befassen und gerade der Buddhismus hat doch enormen Zulauf, vor allen Dingen mit dem aktuellen Dalai Lama an der Spitze, oder ?

Vom Dalai Lama habe ich bisher noch nichts gelesen. Der Dalai Lama gehört ja auch eher zum Tibetischen Buddhismus. Ich aber interessiere mich eher für den Theravada Buddhismus bzw. für den Yoga.

Warum eigentlich, Opti, ist es dir wichtig, dass viele Menschen diesen Weg einschlagen. Welche Ursache hat das ? Worum geht es dir da persönlich. Hat Liebling da recht und die Einsamkeit spielt eine Rolle ? Ich kenne das jedenfalls so, und es gibt viele schlaue Menschen, die das schon in Worte gefaßt haben. Was hilft dir die Erleuchtung - mal so frei übersetzt - wenn du dann ganz allein in deinem Paradies - bzw. im Nirwana hockst ... ;)

Es ist mir deshalb wichtig, weil ich denke dass diejenigen, die über gewisses Wissen oder über gewisse Erfahrungen verfügen, auch in der Pflicht stehen, dieses Wissen weiter zu geben. Das haben Jesus und Buddha sicherlich genau so gesehen, obwohl ich mich natürlich nicht mit ihnen gleichsetzen kann. Andere wiederum haben es anders gesehen. Vielleicht sehe ich es eines Tages auch anders. Wer weiß.

Einsamkeit kenne ich heute nicht mehr. Das war in früheren Jahren einmal ein Thema für mich.
 
Ja. So hab ich das auch verstanden, denk ich :confused: - ich glaube es liegt daran, dass wir unterschiedliche Vorstellungen davon haben, ob dieser Zustand beständig ist oder nicht. Wenn man natürlich glaubt, so wie du ja sagst, dass man diesen Erleuchtungszustand jederzeit wieder verlieren kann, dann muss ich auch in dem Zustand weiter an der Lehre festhalten. Ich glaube das nicht, und deswegen war mein Gedanke, dass danach auch die Lehre ihre Bedeutung verliert und somit vergänglich ist.

Es ist vielleicht so, dass es niemanden gibt der Erleuchtet werden könnte. Es hat nie einen Erleuchteten gegeben. Buddha hat nie die Erde betreten. (Ich geh jetzt Näherungsformen durch, weil mit Worten ausdrücken kann man es ja nicht, sagen die.) Es ist nie etwas passiert.
Das ich als das du dich zu denken gelernt hast wird vielleicht weitermachen, aber was ist mit dem das das alles Ist? Das ist nie berührt worden. (auch nicht durch die größte Liebe, auch nicht durch den größen vergewaltigungsschmerz.)
 
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Mir scheint, man ann das auf verschiedenen Ebenen wahrnehmen. Ein Kontakt mit einer Gottheit, zum Beispiel, kann eher grob-körperlich oder auch sehr transzendent erfolgen.

:) ja ... das werd ich wohl akzeptieren müssen :( ... :D


Ich denke, ich kenne beides und es war eine Entwicklung, was ich auch sehr bemerkenswert finde. So als ob man etwas materialisiert, sozusagen - erst sehr transzendent und dann immer grobstofflicher ...

*hihi* - jetz red ich schon wieder gegen die Vorstellung, gell ... tut mir leid, ich sag nur, was ich erlebe *grinsgrins* ...
 
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