Ich habe derzeit eine Phase, wo ich sehr mit meinem Schicksal hadere.
Wenn ich mir mein Horoskop anschaue, und meine Anlagen, finde ich das alles nur bäh, doof, langweilig.
Je mehr ich es verstehe, desto mehr nervt mich meine Aufgabe in diesem Leben.
Und ich wünsche mir, jemand anders zu sein.
Kämpfe gerade darum, mich damit abzufinden, dass ich eben bin, wer ich bin.
Aber es bereitet mir schlaflose Nächte.
Kennt ihr das, dass ihr neidisch auf die Horoskope anderer schielt, weil die so viel spannendere Anlagen haben?
Wie geht ihr damit um?
Klar, sowas kenne/kannte ich auch. Warum ist das so, warum kann ich nicht einfach...
Hat bei mir keinen Horoskop-Bezug, aber natürlich würde ich in gewisser Weise auch gerne anders sein. Letztlich bin ich nicht so intelligent und fleißig (letzteres auch wegen Depressionen) wie ich es gerne sein wollte, aber vor allem ist es nicht gerade einfach so autistisch und/oder sozialphobisch (oder was auch immer, aber ich war leider nie normal) zu sein. Damit habe ich mir speziell und anderen teilweise auch keinen Gefallen getan. Und irgendwann ging dann auch noch der Glaube weg, daran was ändern zu können, was es danach noch schwieriger machte. Natürlich könnte es sein, dass es hätte klappen können, eventuell ginge es immer noch irgendwie (aber wäre garantiert nochmal um einiges schwerer, und ich schaffte es ja selbst damals in besserer Verfassung nicht), aber ich sehe es natürlich auch so, dass ich nicht wirklich die passenden Anlagen habe hier gut klar zu kommen. Wenn ich hier allein herumsitze fühle ich mich nicht unbedingt gut und auch allein, aber zu viel Sozialität stresst mich dann auch wieder deutlich. Und dazu bin ich ständig blockiert, und hatte eben keinen (langfristigen) Erfolg.
Nichtsdestotrotz habe ich seit der Telepathie-Sache früher quasi eine positive Identität (statt nur gemobbter Außenseiter), war dadurch dann speziell in der Lage eine Verbindung zu anderen aufzubauen (da sind andere möglicherweise auch neidisch auf mich, aber denke nicht, dass irgendwer meine ganze Problematik haben und tauschen wollte), Fitness lässt mich körperlich lebendig fühlen, und habe immer noch Spaß an Dingen, die ich alleine machen kann (wie Programmieren einer Evolutionssimulation).
Denke nicht, dass irgendwer objektiv eine Aufgabe hat, aber alles zusammen reicht es im Moment für mich, ist über einer roten Linie, wo man selbstdestruktive Gedanken bekommt, nicht dass ich jetzt glücklich wäre natürlich. Keine Ahnung ob das in Zukunft immer gut geht. Falls man mich dazu nötigt, irgendeinen Job zu machen, der meine Entfremdung zuspitzt, falls mich Bedauern verzehrt wenn ich nochmal älter werde, oder irgendeine Krankheit und/oder Alter auch noch meine Identifikation mit meinem Körper (damit habe ich keine Probleme) zunichte macht. Ab einem gewissen Alter und Gesundheitszustand sehe ich natürlich kein Problem mit Suizid, aber solange habe ich noch vor hier zurecht zu kommen.
Insofern akzeptiere ich wohl mehr oder weniger meine Realität. Habe es auch geschafft nicht negativ neidisch zu sein. Wenn bin ich mehr melancholisch, als verbittert oder negativ anderen gegenüber. Aber gut, ich gehe auch nur ins Bett, wenn ich wirklich müde bin. Sonst gibt es auch schnell ein destruktives Kreisen, und schlafe dann sowieso nicht ein. Teilweise ist es also am besten nicht zu viel darüber nachzudenken, zumindest nicht ständig (gerade habe ich ja
Und wenn jetzt irgendwer mit einem Anti-Autismus (nehmen wir an, dass ist der Grund) Medikament kommen würde... Keine Ahnung, ich würde da vielleicht befürchten nicht mehr ich selbst zu sein. Insofern würde ich mich mit einer kompletten Neuaufmachung auch nicht so wohl fühlen.
LG PsiSnake