B
Brummbär
Guest
Na ja, Brummbär,
vielleicht sollte ich da auch wieder beschreiben, wieso ich darauf komme. Es gibt in meinem Leben eigentlich nur drei Menschen, denen ich das Prädikat "hochspirituell" verleihen würde. Einer davon ist meine Großmutter (längst verstorben, keineswegs reich, allerdings gesund bis auf eine lebenslange Schwerhörigkeit), eine andere z. B. mein langjähriger Kampfsportmeister. Wenn ich mal in Schwierigkeiten geriet oder nicht weiter wusste oder rebellierte, hat k e i n e einzige dieser Personen gesagt: Das ist dies oder das, das ist schlecht oder Mangel oder irgendsowas. Sie haben mich an keiner einzigen Stelle korrigiert, wenn ich etwas sagte (so erfuhr ich, was Respekt heißt!). Sondern mir höchstens Fragen gestellt. Als ich beispielsweise schon nahezu pleite war und bei einer Unterredung mit dem Kampfsportmeister mich darüber beschwerte, dass die Einstellung des Bewusstseins auf Reichtum überhaupt nicht funktionierte, fragte er (es ist Jahre her, deshalb kann ich es hier durchaus mal mitteilen): "Fühle mal in dich hinein: War es das Bewusstsein eines Reichen oder eines, der auf dem Weg ist? Und warum willst du überhaupt Geld haben? Wozu brauchst du Geld?"
Wahnsinnig interessant, weil er mich auf die eigentliche Spur brachte. Und ich fühlte mich total ernst genommen in dem, was ich gesagt hatte, und an keiner Stelle runtergemacht oder in eine Schublade geschoben. Vor mir stand ein echter Mensch und kein Nachbeter von Rezeptbuch-Floskeln.
Die Seele nämlich interessiert es nicht, ob einer so oder so viel Geld hat. Die Seele interessiert ein bestimmtes Gefühl, das sie im Körper erleben will. In diesem Fall könnte es z. B. entweder das Gefühl der Ordnung sein (Rechnungen bezahlen) oder auch das der Freiheit (jederzeit alles zu tun zu können, was einem beliebt). Und als wir so weit waren: "Gibt es Möglichkeiten, dieses Gefühl (Freiheit) zu erleben ohne Zusatzmittel?" Die gab es. Ich merkte, das Janis Joplin recht hatte, wenn sie sang: Freedom is just another word for nothing have to lose. Ich war frei, mich so zu geben wie ich war. Da ich nichts zu verlieren hatte, brauchte ich nirgendwo zu liebedienern, mich nirgends anzubiedern oder zu befürchten, dass mir irgendetwas Übles geschehen würde.
Weiterhin kam der Hinweis, dass es verzerrt wäre, meine (Pleite-)Situation zu bewerten (als negativ). Sondern als wunderbare Chance zum Neuanfang zu betrachten, in der ich alten Ballast schon abgeworfen hatte, der mich künftig nur behindern würde.
Bei diesem Menschen hätte ich mir überhaupt nicht vorstellen können, dass er zu mir sagt: "Du hast Mangeldenken."
In meinen Ohren klingt das immer wie: "Hau ab, du stinkst. Du hast keine Eintrittskarte ins Reich Gottes."
Mein Kampfsportmeister (und eigentlich auch schon meine Großmutter) lehrte mich, dass "positiv" und "negativ" eine simple duale Fiktion ist, eine Wertung eben. Dass alles, was ist, einfach nur IST.
Der göttliche Punkt (der Ort, an dem alles für mich von selbst geschieht) aber liegt genau in der Mitte zwischen den Schützengräben und interessiert sich nicht für sie.
Ich bin bestenfalls ein Schüler, ein Suchender, aber einer, der schon viel Herrliches und Wundervolles erlebt hat. Was Leute, die den Menschen einen Weg zeigen wollen, lehren, interessiert mich insgesamt und in jeder Hinsicht. Aber seit ich in dieser Hinsicht so viel auf der körperlichen Ebene (das gräbt sich stark ins Bewusstsein) erlebt habe und manchmal geradezu Hochgefühle in den scheinbaren Tiefen meines Lebens erfuhr, höre ich nicht mehr auf Lehrer, die sich für Schützengräben interessieren.
Herzliche Grüße,
nanabosho
jepp, so in der Art kann ich es sehen, wenn ich wollte, u. ich will es
Wobei es m.E. schon eine Eintrittskarte ins Reich Gottes gibt, die aber nur in der Liebe zu finden wäre, wobei Liebe ja auch nicht gleich Liebe ist. Aber es versteht sich da von selbst, meine ich, das ich damit die Göttliche Liebe meine..
Irgendwo hab ich mal gelesen, das man nicht anhand dessen beurteilt wird, wieviel man gelesen hat, sondern wie viel man geliebt hat (so in etwa) Ist irgendwie logisch, den was hilft es jemanden, der Kochbücher verschlingt, und seien sie noch von so hochwertigen Profiköchen, man wird deswegen kein Guter Koch, wenn man drin liest, u draus zitiert. Sondern eher, wenn man selber kocht, u. durch die Individualität des einzelnen bekommt sogar das beste Gericht eine individuelle persönliche Note, die man in Büchern gar nicht finden kann.
Negativ u. positiv ist einfach da, klar. In gewisser Weise kann man sich entscheiden, will ich mehr den positiveren Weg gehen, ohne das negative zu ignorieren, oder nicht - die goldene Mitte wäre da wirklich angebracht.
Doch manche glauben, der Weg in die Erleuchtung wäre der Weg , wo alles nur so rosig, blumig - kurz positiv ist, u. das womöglich ohne viel Anstrengung, ohne viel kampf mit sich.
Aber das ist ein Irrtum, u. dazu gibt es in der Natur viele Beispiele, und du als Kampfsportler weisst es ja auch, das es ein harter kampf ist u. bleibt, das man immer trainieren muss, u. eventuell der Beste zu werden u. zu bleiben. Und ich denke mir, das es sicher nicht immer so lustig u. fröhlich ist, zu trainieren. Aber wenn man das Ziel vor Augen hat, dann kann man es schaffen, ohne das man sagt "ich bin ein Meister des Kampfsportes, allein durch Lesen von Büchern eines Bruce Lee usw.." ja, das wäre doch völiger Irrsinn.
Und geistig genommen, ist es ebenso. Da kann man sich zwar den eigen Weg zurechtmalen, wie er einem passt, ob er dann allerdings wirklich zum Ziel führt, ist eine andere Frage, eher nicht sag ich mal, wenn der Weg nur "alles positiv u. vor allem nur mit Weisheiten ohne Tat zu betrachten.
in diesem Sinne.,,




