Brummbär;3422459 schrieb:
na da hast aber eine eigenartige Vorstellung vom Himmelreich, den da kommen nicht die rein, die nur deswegen brav sind, weil sie was kriegen, und sich verbiegen, nicht zweifeln, nö im Gegenteil. Sondern eher die Menschen, die Lieben , wahrhaftig, u. wenn mancher auch zweifelt u. nicht immer ganz artig ist.. aber das ist eine andere Geschichte.
Aber dein Beispiel gefällt mir. Den das man sich im Feuer verbrennen kann, das trifft für alle zu, selbst für jene, die meinen, das Feuer sei kalt u. wäre harmlos..
Das ein Giftiger Pilz giftig bleibt, auch wenn ich ihn mir geniesbar vorstelle, das jeder im Wasser ertrinkt, wenn er untergeht.. usw..
Vielleicht habe ich heute nicht viel Forengelegenheit, Brummbär,
aber hierauf werde ich mal noch Bezug nehmen.
Das "Himmelreich" war für mich nur ein Beispiel. Das in den Rezeptbüchern versprochene Reich, dass man sich selbst mit den "positiven" Gedanken bauen kann, meine ich damit. Und ich glaube, dass man das kann. Aber ich glaube auch, dass alles Wachstum ist, Entwicklung. Das beobachte ich in der Natur und eigentlich überall. Wer von 0 auf 100 in zwei Sekunden startet, kann gelegentlich damit prahlen, hat aber bald mächtige Reifenschäden. Oder wer sich mit dem Hubschrauber auf Anhieb auf den Gipfel des (Erfolgs-)Olymps tragen lässt, ist nur selten lange oben. Ein Baum aber, der geruhsam und Zentimeter um Zentimeter wächst, steht immer fester und hält immer stärkeren Stürmen stand.
Es gibt Leute, die über glühende Kohlen gehen oder über glühende Lava sogar (z. B. Serge Kahili King, dessen Ausspruch unter meinen Beiträgen steht). Die wenigsten können das einfach von Geburt an, sondern sie haben sich für den Weg eines Kahunas (hawaiian. Schamanen) entschieden und im Laufe einer Menge von Jahren gelernt, wie es geht, sich mit dem Feuer vertraut gemacht, sich mit ihm verbunden und es am Ende total zugelassen. (Klingt schwer nachvollziehbar, aber da ich auf anderer Ebene - im Kampfsport - ähnliche Übungen machte, weiß ich, was daran ist.)
Das Potenzial steckt tatsächlich in jedem von uns. Aber nur wenige sind zum Extremspagat fähig, die meisten müssen lange üben. Und wer übt, den nervt es, wenn ständig gemahnt wird: Dort besser denken, da besser fühlen, dort nicht hinsehen... usw. usw.
Das Dumme ist: Es kommt nicht wirklich d a r a u f an. Sondern darauf, dass ich glücklich werde, rundum mit mir im Reinen bin. Und man kann die Probe auf's Exemple machen:
Nahezu j e d e r fühlt sich am wohlsten, wenn er
1. sich
so annehmen kann und angenommen fühlt, wie er im Augenblick der Gegenwart gerade i s t (auch wenn es mittellos wäre oder krank oder einsam) und
2. das Besondere leben kann, was in ihm steckt (Talente, Fähigkeiten, Neigungen).
Es hat durchaus Sinn, sich bezüglich Punkt 2 zu befragen bzw. ihn anzusteuern. Oder sagen wir: Die Giraffe ist am glücklichsten, wenn sie ihren langen Hals ausstrecken kann und wäre tief unglücklich, wenn sie über Eisschollen watscheln müsste...
Die Schwierigkeit, in der viele von uns stecken, ist die gottgleiche Geltung, die wir dem Geld zumessen, so dass wir meinen, wir könnten uns am leichtesten verwirklichen, wenn wir mehr davon hätten. Das ist ein Umweg, der uns obendrein zum Vergleich (mit anderen) verführt. Es tut aber der Giraffe nicht gut, wenn sie sich mit einem Pinguin vergleicht. Es tut ihr indessen wahnsinnig gut, wenn sie das voll auslebt, was eine Giraffe ausmacht. Und die Menschen und Tiere ringsum haben daran ihre Freude.
Die Orientierung, die in den Büchern nicht oder maximal unterschwellig gegeben wird, ist die der eigenen inneren Stimme, der Instanz in mir, die weiß, was für mich im gegenwärtigen Augenblick stimmig ist und passt. Nur ich selbst kann das wissen, auch kein überirdisches Wesen oder Engel oder Medium. Dann erkenne ich auch - früher oder später - den geheimen Sinn, der in jeder (ausnahmslos
jeder) Situation steckt. Und ich gerate auf meinen - ureigensten - Weg. (Vgl. Udo Lindenberg: Und ich mach mein Ding...) In den meisten Fällen wird es geschehen, dass, je mehr ich mich total mit diesem meinem persönlichen Weg identifiziere, auch das Nötige (in Form von Geld, Liebespartner u.ä.) zu mir fließt. (Vgl. auch W. Hauffs Märchen DAS KALTE HERZ.)
Es ist also keineswegs sinnvoll oder geraten, eine Giraffe in einen Pinguin zu verwandeln.
Herzliche Grüße,
nanabosho