Da es hier ja auch um Leerheit geht wäre es vielleicht interessant sie noch einmal näher zu beleuchten um dann ein Lichtreich und vor allem das Diesseits neu zu betrachten.
Am besten doktort man dazu erst mal nicht an der ersten Auffälligkeit herum: Diesseits – Jenseits. Also kann der Dualismus erst mal Dualismus bleiben.
Wenn Leerheit, haben die Erscheinungen keine aus sich heraus existierende Natur. Das ich wäre nicht aus sich heraus existierend. Wie kann es aber trotzdem sein, jeder sieht es doch.
Wie kann ein Auto einen überfahren, es aber keine aus sich heraus existierende Natur haben?
Weil es bedingt sein kann. Vier Räder, ein Motor, Lenkrad, usw usf... die Summe der Teile, ergibt das Auto. Unter ganz gewissen Voraussetzungen und Bedingungen, die unendlich zurückreichen und unzählbar sind, verhält sich eine Form ganz eigen. Wie ein Auto. Nichts am Auto besitzt die Natur Auto, nur das Zusammenspiel aller Komponenten ergibt das Auto. Selbst die Komponenten, Räder, Motor, Lenkrad, besitzen keine eigene Existenz, sondern entstehen nur bedingt. Keine Wesen das verortet werden könnte.
Das gleiche mit dem Ich. Wo ist der Wesenskern, die Seele? Das Zusammenspiel von Herz und Gehirn, von Muskeln und Gelenken usw... usf... die runter gebrochen aus Gewebe und weiter runter gebrochen Teilchen und Wellen und weiß der Kukuck was noch alles bestehen, weißt keinerlei Wesenskern, Ich, Seele usw usf... auf.
Jede Form, alles was man sehen und anfassen kann, alles was entsteht, alles was es gibt, das alles ist in Abhängigkeit entstanden durch verschiedenes Zusammenspiel anderer Dinge und Ursachen.
Das Bewusstsein selbst ist dieser Prozedur unterworfen, was einigen Menschen bitter aufstößt, die nach dem „Tod Gottes“ (zumindest dem Niedergang der Religionen), alles was sie haben auf das Bewusstsein als rettende Instanz gesetzt haben.
Alles was einen Menschen umgibt, ist Produkt von unendlich vielen vorangegangenen Prozessen.
Plötzlich ist aus diesem Fluß Bewusstsein da und dieses funktioniert sehr lustig, denn das „Ich“ zum Beispiel ist ja eindeutig da. Aber es ist in Abhängigkeit entstanden, wie alles andere auch.
Man kann sich leicht vorstellen, wie es jetzt etwas als absolut betrachten kann, irrtümlich und alles andere was in diesem Moment ist ignoriert.
Wenn man die Bedingungen zurück verfolgt wird man wohl beim Urknall die erste Bedingung für das Werden vermuten, was ja auch unter Wissenschaftlern weit vertreten ist. Das Problem dabei, nach dem rationalen Verständnis muss auch dort eine Bedingung sein, dh. vor dem Urknall muss es eine Bedingung gegeben haben die ihn erst bewirkte. Es sei denn, Ursache und Wirkung würden da nicht zählen.
Der eine oder andere kann jetzt schlussfolgern, das muss Gott gewesen sein, aus dem Lichtreich.
Aber auch ein Lichtreich, kann, wenn man denn die Leerheit ableiten möchte, nicht ohne Bedingungen sein, die es erst erschaffen, denn alles was ist weißt auf die Natur des abhängigen Entstehens auf.
Hier ergibt sich aber auch das Problem dass der rationale Verstand seine Grenze erreicht.
Neben dem Problem, dass ein Lichtreich mit großer Wahrscheinlichkeit keine eigene aus sich heraus existierende Natur besäße, kommt für das Bewusstsein mit dem ignorieren der Bedingungen und dem ignorieren des bedingten Entstehens das Problem der Trennung mit der Wirklichkeit des Momentes zustande. Quasi: Erstmal sterben, dann zu Gott, dann kann man immer noch sehen und verstehen.
Das macht das Sein zu einem traurigen Ort, in dem die Aktienkurse so real sind wie Glück und Leid. Bedingungen über Bedingungen mit Irrtümern über Irrtümern die dazwischen absolute Entitäten verteilen, die weder rational, noch bewusst erfahren werden und etwas absolutes Starres aus dem Sein machen.
Die Dinge die entstehen, sei es Hass und Leid oder Depression und Hoffnungslosigkeit, zeugen vom gleichen bedingten entstehen wie ein Auto (als von Menschen erkannt und erschaffenes) oder ein Planet ( der vor dem Menschen schon war, logischerweise).
Nun spielt auch noch die verdammte Psyche mit hinein. Wozu? Weil Psyche etwas ist, das bedingt entsteht. Keine Frage nach dem Warum oder Wieso! Ganz wichtig. So ist die Welt. Aber warum?
Warum, warum? Versuchst der Mensch damit nicht bloß die Bedingungen zu ignorieren, oder kann er nicht anders?
Die eigene Verantwortung rückt langsam näher. Einem Körper der reagiert, ein Bewusstsein das erkennt und versteht, und Bedingungen die Konsequenzen durch taten haben. Taten aber durch Verständnis und Bewusstheit begrenzt sind.
Die Tür, die Türklinke, das Fenster, die Wand, der Computer, der Bildschirm, das Auto und das Ich beinhalten die Leerheit. Die Tür beinhaltet die Abwesenheit „Natur von Tür“ denn erst die Bedingungen machen sie dazu.
Holztür, Stahltür, Glastür, Durchgang, schließen, öffnen, die Eigenschaften sind Bedingt. Keine wirkliche Natur von Türklinke, Fenster, Wand, Computer, Bildschirm, Auto und Ich. Nur bedingt entstanden.
Wäre da jetzt aber ein Sein welches Leerheit wäre, wäre es somit seine eigene Bedingung. Diese kann weder entstehen, da es keine vorige Bedingung gibt, und nicht vergehen, weil es die einzige Bedingung ist auf die sie zurückfallen würde. Damit müsste sie unendlich zurück reichen und unendlich voran reichen. Nicht entstanden, nicht vergänglich.
Hier verabschiedet sich der rationale Verstand dann vollends. Herzlichen Glückwunsch.
Unendlich vorangegangene, vergangene Bedingungen, unendliche, folgende, noch kommende Bedingungen. Ein ewiger Fluss der immer nur Gegenwärtig ist.
Wozu also abschweifen in die Vergangenheit und Zukunft, wozu abschweifen ins Diesseits und Jenseits. Alles ist bereits hier und wunderlich sind die Bedingungen sowie das Potenzial.
Das Abenteuer ist bereits. Es war, und es wird sein. Aber vor allem ist es. Das Wunder ist in diesem Moment.
Manch ein Mensch wäre lieber ein Gott, verständlich, würde lieber als Geist herumfliegen können und die menschlichen und irdischen Bedingungen gerne überwinden, aber wozu, wenn er doch an die Ewigkeit glaubt. Welch eine Zeitverschwendung in diesem einen begrenzten, vergänglichen Leben?!
Bedingungen machen ein Leben, erleben, zur Qual! Warum?
Bedingungen machen es zum absoluten Wunder! Warum?
So wunderschön das menschliche Potenzial ist, so grausam es auch sein kann, ich glaube es gibt keinen Grund zur Sorge. Ob man sich irrt oder nicht, was macht das in der Unendlichkeit?
Das Finanzamt ist nicht realer als Gott. Gott ist nicht realer als der Moment.
Augen auf und durch. Bewusst werden, mit allem Potenzial das dem Menschen innewohnt, welches viele, unzählbare Bedingungen brauchte um zu entstehen.
Viele Wege führen in die Bewusstheit und in das Verständnis. Auch der Glaube führt aus gewissen Bedingungen in andere vielleicht günstigere Bedingungen.
Nur zu etwas absoluten kehren oder zurückkehren, diese Motivation ist es mMn. die alles so wie es sich zeigt, wie es erscheint und dessen Funktion ignoriert.
Die Motivation zu entdecken halte ich für wichtiger als den Willen. Durch bedingtes entstehen ist die Motivation mMn. tiefer als der Wille. So reicht es die Motivation bewusst zu machen und der Wille wird folgen.
Damit wünsche ich Allen, viele klare Momente und ruhe im Geist.