Ich betrachte das Konzept an sich nicht als Problem. Ein Glaubensbekenntnis, eine Philosophie, ein Weltbild gehören zwar zu den Konzepten, aber was Konzept und Sein so fundamental trennen kann ist nicht ein Konzept sondern mMn. das konzeptionelle Denken an sich.
Dieses ist vollkommen vom Verstand erschaffen. Im Gegensatz zu Glaubensvorstellungen ist es darüber hinaus, was die Realität bestimmt. Eine Realität, die nicht aus sich selbst heraus existiert.
Egal welchen Gegenstand ich nehme, ich finde keine eigene Natur darin. Keine wirkliche aus sich selbst heraus bestehende Entität, kein Wesen. Der Bildschirm auf den ich gerade Blicke, ist ein Konzept, das aus unzähligen anderen „Gegenständen“ und „physikalischen Gesetzen“ funktioniert. Er ist aber Leer von Bildschirm. Der Verstand erkennt das Konzept und ein Bildschirm ist mehr als Real, da würde doch jeder Zustimmen. Genau das ist das konzeptionelle Denken, in dem Wirklichkeit ähnlich wie ein Traum funktioniert.
Der Traum macht Bilder obwohl ich im Bett liege und Schlafe. Der Bildschirm wird Teil der Wirklichkeit, der Realität weil der Verstand ihn als Teil der Existenz begreift.
Bei genauerem Hinsehen, ist er aber erstens nur bedingt existent, zweitens nicht wirklich aus sich heraus und drittens hat er keine eigene Natur, die malt ihm der Verstand.
Nun ist es ein großer unterschied dieses durch eine analytischen Betrachtung zu erkennen oder dieses Konzept zu durchbrechen.
Durchbrechen bedeutet hier Anwenden. Anwendung der Bewusstheit, erkennen und handeln.
Dies zu erleben ist mit der analytischen Betrachtung dann ganzheitlich.
Die Anwendung, das durchbrechen des Konzeptes, macht nämlich etwas. Es zeigt etwas über die Natur, sobald das konzeptionelle denken durchbrochen ist.
Es fällt zb. auf das unkonzeptionell die Natur in ständiger Bewegung und Veränderung ist. Alles in ihr. Physisch und sogar psychisch.
Ein Blick aus dem Konzeptionellen heraus sagt noch viel mehr über die Realität, sie ist immer Jetzt, während Konzepte ziemlich genau vorhersagen können was morgen passiert. Nie mit absoluter Sicherheit aber jeder kennt prognostizieren von Morgen oder das Erinnern an Gestern. Nur geschehen diese immer Jetzt und sind bedingte Prognosen.
Zeit ist bedingt und nicht dem Bewusstsein entspringend, eine verschiedene Anzahl von Bewusstseinsmomenten die als gesamter Faden einen Zeitraum bilden, durch Erinnerung und durch Prognosen und Erwartungen.
Dies alles zu erleben, nicht analytisch zu verstehen sondern sich darüber Bewusst zu sein verändert das ganze Sein. So passieren also die ganze Zeit über Dinge, die vom Verstand völlige Entität bekommen und so die Wirklichkeit vorgaukeln, die nicht wirklich aus sich heraus besteht sondern vom Verstand erschaffen. In Mythen sogar intersubjektiv.
Das Bewusstsein ohne Färbung vom konzeptionellen Denken, verändert das Sein sogar so sehr, dass es Menschen gar nicht wahrhaben möchten. Wenn man hier einmal auf Platons Höhlengleichnis Bezug nehmen möchte wird die Schlagkraft deutlich, was das gewohnte konzeptionelle Denken für Auswirkungen hat.
Betrachtet man die Schatten in Platons Gleichnis als konzeptionelles Denken, ist dies eine sehr aufschlussreiche Geschichte, denn die ganze Entität, sämtliche Eigenschaften die etwas bekommt und sämtliches Empfinden dass dabei entsteht, ist bei genauerer Betrachtung nichts als Schatten einer Erscheinung.
Das Höhlengleichnis nach Platon – imago nuntiorum (uni-leipzig.de)
Das einzige was mir häufig negativ auffällt ist, dass Menschen, die entweder analytisch oder ganzheitlich diese „Leerheit“ erfahren haben die Konzepte, konventionellen Wahrheiten oder bedingten menschliche Mythen, auch sinnvolle, beginnen zu leugnen und als Illusion abzutun.
Bedingt mag es einem Traum ähneln, und darin wird man die Natur und das bedingte entstehen und werden wohl niemals in Gänze erfassen können, da es ja ein Teil davon ist, ABER es gibt keinen Grund es zu leugnen, wenn man es durchbrochen hat.
Welchen Sinn hat es, meine Staatsbürgerschaft oder Postleitzahl zu leugnen, auch wenn ich das Konzept dahinter ganzheitlich erlebe? Gar Keinen, denn es ermöglicht das Zusammenleben mit Menschen und meine eigene Existenz in diesem System. Stabilisiert sich also die Bewusstheit, macht es nichts sich in den Konzepten zu bewegen. Darum meine ich sind die Konzepte nicht der Grund der Illusionen sondern das konzeptionelle Denken an sich.
Eine Gefahr die ich sehe ist aber, aus der Leerheit ein Konzept zu machen, bzw. die Leerheit zu einem Konzept bzw sie konzeptionell zu leben! Dadurch würde ich mich in gleicher Weise im konzeptionellen Denken bewegen, es nicht bemerken nur jetzt vollkommen der bedingten Realität verrücken, quasi verrückt sein.
Letztlich kommt dann so etwas raus wie: Nichts hat mehr eine Bedeutung. Alles ist Gleichgültig, nichts lohnt sich mehr. Ganz im Gegenteil, verlieren Konzepte eventuell ihre Bedeutung, was sich aber offenbart, etwas das wirklich existiert, ist aber alles andere als Bedeutungslos, Gleichgültig oder anders nihilistisch. Ich glaube das Basteln sich Menschen zusammen, die zu Viel Lesen und zu wenig erfahren, so dass sie alles mögliche Zusammenführen und vermischen. So das Gleichmut und die Unwichtigkeit der Konzepte (in Betracht und Relation zum Bewusstsein und die wirkliche Natur) geleugnet und unwichtig gemacht werden, was bedingt falsch ist.
Aus meiner Sicht eine ganz verwirrte und falsch assoziierte Schlussfolgerung.
Aber nun ja, was willste machen.