ramalon
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Das nennt sich Prägung und übernommene Werte. Glaube ist nicht hilfreich, sondern eine Fixierung. Im Grunde haben wir einen freien Teil in uns, und der wird durch den Glauben ans Kreuz genagelt.Ok, das geht auch ohne Emotion.
Ich behaupte inhaltlich das Gegenteil. Unsere Gesellschaft braucht Rituale und den Glauben. Zu sehen ist das spätestens bei unseren Pubertierenden, die in naturverbundenen Gesellscchaften nicht allein gelassen werden beim Schritt des Erwachsenwerdens und zum mündigen Stammesvertreter (-vertreterin) rituell geweiht werden und Verbindung zu ihrem Totem o.ä. knüpfen, also auch über das Physische hinaus eingebunden werden. Bei uns findet das nur noch bruchstückhaft über die Konfirmation oder Jugendweihe statt, wo der Segen eher finanzieller Natur scheint. Ich war letztens bei der Konfirmation meiner Nichte, wo eine moderne Pastorin versuchte, originell zu sein. Das war kein magisch-religiöser Akt, da war nichts heilig oder weihevoll. Anschließend gab meine Schwester ein Vermögen für ein teures Restaurant für sämtliche Gäste aus und meine Nichte bekam von uns reichlich Geld und Geschenke. Kein Wunder, das eine große Zahl in dem Alter erhebliche Probleme hat. Dieses Gerüst bietet keinen Halt mehr. Es braucht etwas religiös eingebundenes sinnstiftendes, etwas heiliges. Nicht jeder muss anschließend so tief einsteigen wie der eine oder andere im Forum, aber es braucht über die Ratio hinaus den Anker in eine Welt hinter dieser Welt und das bietet auf magische Weise eine -gesunde- Rückbindung zum „Göttlichen“. Das fehlt und ist nichts schädliches, wenn die religiösen Vertreter den magischen Akt der Übertragung beherrschen (würden). Eine gesunde Liebe zur Kultur mit den Respekt zu anderen Kulturen und eine gesunde Liebe zum Göttlichen mit dem Respekt für alternative Herangehensweisen sind oder wären ein guter Halt, der eben nicht schadet sondern Hilfe bietet.
Ich war von Kindesbeinen an bis ca. einem Alter von 25 Jahren mehrfach die Woche in einer Kirchengemeinde und mir hat es gut getan. Anschließend stieg ich in die Welt hinter der physischen Welt tiefer ein, das muss nicht jeder haben (eigentlich ging ich bereits mit 14 Jahren in die Esobuchhandlung und war bereits ergänzend unterwegs. Dort gab Bücher von Franz Alt und weiterer Autoren mit C.G. Jung-Texten. Anschließend erklärte die pubertierende Rotznase ihren Eltern die Wechseljahre. Ich muss unerträglich gewesen sein)
Meine Zeit war die 70er Genration, die pubertierenden Jugendlichen, eine Zeit der Veränderung. In meiner Kindheit war noch Gewalt an den Schulen normal, war man anderer Meinung, hatte eine eigene Meinung, dann setzte es Prügel. Die 70er Generation hatte sich gegen diese alten Zöpfe aufgelehnt, ansonsten wären die Frauen heute noch das Heimchen am Herd, des Mannes untertan. Es wurde die Obrigkeitsgläubigkeit abgelegt, der Kirche der Einfluss genommen, das alte Denken wurde in Frage gestellt. Heute regen sich die Menschen darüber auf, das die moslemische Frauen mit einem Kopftuch rumrennen. In meiner Kindheit machten es alle Frauen, denn es war für Frauen unschicklich ohne Kopfbedeckung rumzulaufen, und wurden als Huren eingestuft. Wer ohne Trauschein zusammenlebte war ein Aussätziger der Gesellschaft, wurde gemieden usw.
So hatte zu meiner Zeit, die große Anzahl von pubertierender Jugendlicher zur Folge, das sich die Gesellschaft änderte, weil sie diese in Frage stellte.
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