Ernährungsratgeber - ein paar allgemeine Gedanken dazu

Im Bezug auf die Blutgruppe war eigentlich klar, dass sie regelmäßig zum Anlass genommen wird, um Produkte an den Mann zu bringen und abergläubische Überzeugungen profitorientiert zu verbreiten. Immerhin rankten sich schon ewig schöne und schauderhafte Mythen um das Blut. Noch heute wird menstruierenden Frauen teilweise geraten keine Lebensmittel einzuwecken.
Bezüglich der Blutgruppendiät fiel mir direkt auf, dass der Leser des Buches (egal welche Blutgruppe) in hohem Maß Nettigkeiten über sich lesen kann, die er seiner Blutgruppe zu verdanken hat. Auch ich freute mich spontan als ich las, dass ich ein äußerst geringes Risiko hätte an Brustkrebs zu erkranken. Und die wenigen Erkrankten würden fast nie daran sterben. Nur wenn sehr spezielle Umstände vorliegen würden, könnte es zu Todesfällen kommen.... Allerdings sah man, bei Licht betrachtet, dass diese erstaunlichen Dinge niemals belegt, aber häufig widerlegt wurde. Menschen wurden anhand ihrer Blutgruppe bestimmte Charaktereigenschaften zugeordnet- aber so weit ich weiß, ist es nie jemandem gelungen, Menschen mittels Befragung eine Blutgruppe passend zuordnen zu können.
 
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:ROFLMAO:

Dazu fallen mir Smartwatches ein. Sind sie Fluch oder Segen? Man darf sie halt nicht allzu Ernst nehmen. Ich jedenfalls liebe meine Uhr aber wirklich nach und mit ihr leben? Nein, das mache ich nicht. Tracke logischerweise nicht alles.. und wenn meine Uhr nach einer ausgiebigeren Einheit auf der Matte nach Bewegung ruft - kostet es mir ein Lachen... :LOL:

Bedenklich finde ich jedenfalls Trink-Apps... wo wir bei der Sinnhaftigkeit von Ratgeber wären... oder unser Gesundheitsministerium, das Anfang Sommer mit einer Kampagne - richtiges Verhalten bei Hitze, insbesondere ausreichend Trinken - in die Öffentlichkeit ging... da frage ich mich schon, brauchen wir das wirklich?

Nein, das brauch es glaube ich nicht wirklich. Alleine schon den erhobenen Zeigefinger, man müsse mindestens zwei Liter Wasseram Tag trinken, finde ich overkilled und unnötig. Das eigene Durtsgefühl ist da wirklich meist ein brauchbarer Indikator, wann man wieder wie viel trinken sollte. Und es ist kein Drama, wenn das mal auf weniger als zwei Liter an einem Tag werden.
Es ist bekannt, dass das Durstgefühl bei älteren Menschen nachlässt, so dass diese manchmal dann doch zum dehydrieren neigen. Da kann es sinnvoll sein, dass sie sich ab und zu ans Trinken erinnern lassen. Aber auch dazu brauch es keine Extra-App oder Smartwatch.

(Eine Smartwatch habe ich noch nicht. Aber so technikverliebt und verspielt wie ich bin, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch mein Handgeleng davon geziert wird. Zum Trinken oder Laufen wird sie mich aber nicht auffordern dürfen)

Sehr gut (y) Freut mich, dass du mit Interverallfasten so tolle Ergebnisse erzielt hast. Kenne es aus meiner Familie. Jemand meinte, dass sich durch 16/8 die Blutwerte verbessert haben. Nur ich frage mich, lag oder liegt es tatsächlich an der so oft angepriesenen Zellerneuerung oder aber schlicht an der Tatsache, da durch das geschmälerte Essensfenster weniger Nahrung aufgenommen werden konnte..?

Wie auch immer, eine tolle Sache jedenfalls!

Ich (als Laie) vermute, dass es ganz einfach die verminderte Kalorienzufuhr ist gepaart damit, dass der Körper dann ab und zu in den Fettverbrennungs-Modus rutscht, wenn man eben ein paar Stunden/Tage am Stück nichts isst. Ich habe auch den Eindruck, dass die Verdauung etwas runder läuft... aber das ist nur mein rein subjektives Gefühl. Alles weitere - Blutwerte, Zellteilung etc. - ist mir persönlich ehrlich gesagt ziemlich egal, und ich glaube nicht, dass darin der tolle Mechanismus liegt. Es klingt zwar sehr wissenschaftlich und verkauft sich deswegen sehr gut... ist es aber schlussendlich alleine wegen solcher Theorien noch nicht.

Ich fahre den 5-2-Modus, also 2 Fastentage pro Woche. Der Grund ist, dass ich ein ziemlich undisziplinierter Mensch bin. Die Disziplin täglich auf 16 Fastenstunden zu achten, könnte ich nicht dauerhaft aufbringen, zumal ich z.B. ab und zu gerne Abends noch etwas snacke o.ä. Die zwei Fastentage pro Woche kriege ich dagegen recht gut hin. Über diese Tage kann ich mich mit dem Gedanken: "Morgen darf ich wieder." hinwegretten. So eine zweitweilig geplante Disziplin mit dem Wissen, dass es eben nur zeitweilig ist, kriege ich dann gut hin. Falls an einem Abend eines Fastentages mir der Magen zu stark in den Kniekehlen hängt, mache ich mir ein Ei - Protein aber keine Kohlenhydrate.

Und egal, ob es wissenschaftlich etabliert wird oder nicht: Auch dafür lohnt es sich dann letztendlich NICHT ganze Bücher zu schreiben oder Apps zu programmieren. Wenn man daraus einen sinnvollen Ratgeber machen wollte, würde eine Din-A4-Seite oder ein kleiner Flyer vollkommen ausreichen, auf dem dann steht: "Es gibt folgende Modus-Optionen, such Dir aus, was Deinem Disziplin-Typ am besten entspricht, also was für Dich am wenigsten anstrengend klingt. Achte in den Fastenphasen auch drauf, dass jegliche Kohlenhydratzufuhr - also auch zuckerhaltige Getränke wie Fruchtsäfte oder Milch - dabei unterbunden werden sollte, also in diesen Zeiten nur Wasser und ungesüßter Tee/Kaffee zumTrinken ok sind.
 
Gespickt wird das gerne z.B. mit dem Narrativ, dass die Menschen früher, wo das nicht so üblich war, angeblich viel gesünder waren o.ä.
ein Buch, das ich interessant finde, ist von Weston Price, Nutrition and physical degeneration.
Ein Zahnarzt, der durch die Welt gereist ist und die Zähne von Naturvölkern fotografiert hat und im Vergleich dazu die Zähne von Städtern, also der "Zivilisation".
Interessanterweise hatten die "Naturvölker" weit gesündere Zähne als die "zivilisierten".
Sogar in der Schweiz (Vergleich der Zähne der Kinder aus einem abgelegenen Tal und der Zähne der Kinder aus einer Stadt in der Schweiz).

Er hat sich halt Gedanken darüber gemacht, als Zahnarzt, der ständig die schlechten Zähne der Patienten gesehen hat, wie die Völker früher damit zurechtgekommen sind.

Das Buch ist hier online gratis zu lesen


kennt das jemand von euch?
 
ein Buch, das ich interessant finde, ist von Weston Price, Nutrition and physical degeneration.
Ein Zahnarzt, der durch die Welt gereist ist und die Zähne von Naturvölkern fotografiert hat und im Vergleich dazu die Zähne von Städtern, also der "Zivilisation".
Interessanterweise hatten die "Naturvölker" weit gesündere Zähne als die "zivilisierten".
Sogar in der Schweiz (Vergleich der Zähne der Kinder aus einem abgelegenen Tal und der Zähne der Kinder aus einer Stadt in der Schweiz).

Er hat sich halt Gedanken darüber gemacht, als Zahnarzt, der ständig die schlechten Zähne der Patienten gesehen hat, wie die Völker früher damit zurechtgekommen sind.

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kennt das jemand von euch?
 
(Eine Smartwatch habe ich noch nicht. Aber so technikverliebt und verspielt wie ich bin, ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis auch mein Handgeleng davon geziert wird. Zum Trinken oder Laufen wird sie mich aber nicht auffordern dürfen)

Na dann, als Technikfan wirst du sicher Spaß haben damit :)

Ich fahre den 5-2-Modus, also 2 Fastentage pro Woche. Der Grund ist, dass ich ein ziemlich undisziplinierter Mensch bin. Die Disziplin täglich auf 16 Fastenstunden zu achten, könnte ich nicht dauerhaft aufbringen, zumal ich z.B. ab und zu gerne Abends noch etwas snacke o.ä. Die zwei Fastentage pro Woche kriege ich dagegen recht gut hin. Über diese Tage kann ich mich mit dem Gedanken: "Morgen darf ich wieder." hinwegretten. So eine zweitweilig geplante Disziplin mit dem Wissen, dass es eben nur zeitweilig ist, kriege ich dann gut hin. Falls an einem Abend eines Fastentages mir der Magen zu stark in den Kniekehlen hängt, mache ich mir ein Ei - Protein aber keine Kohlenhydrate.

Ah okay.. puh dann bewundernswert. Glaube, würde das nicht schaffen. Da käme mir 16/8 eher gelegen...
 
Ich mache Intervallfasten schon seit vielen Jahren. Da gabs den Begriff noch gar nicht. :D

Aus dem einfachen Grund, weil ich irgendwann festgestellt habe, dass ich besser schlafe, wenn ich abends nicht mehr esse.
Und nachdem ich morgens auch nichts essen mag, hat es sich automatisch so eingependelt, dass ich im Zeitraum zwischen ca. 11 Uhr und 16 Uhr esse und dazwischen nichts.

Ob sich das positiv auf meine Gesundheit auswirkt, weiß ich nicht.
Meine Blutwerte (die regelmäßig kontrolliert werden) sind mit Ausnahme von leicht erhöhtem Cholesterin, alle ok.
V.a. hab ich trotz meines Alters und leichtem Übergewicht keinen erhöhten Blutzucker!
 
Interessanterweise hatten die "Naturvölker" weit gesündere Zähne als die "zivilisierten".
Sogar in der Schweiz (Vergleich der Zähne der Kinder aus einem abgelegenen Tal und der Zähne der Kinder aus einer Stadt in der Schweiz).

Das behauptete der besagte Zahnarzt. Daran, dass das wahr ist, gibt es erhebliche Zweifel, da er unwissenschaftlich und voreingenommen vorging.

Er hat sich halt Gedanken darüber gemacht, als Zahnarzt, der ständig die schlechten Zähne der Patienten gesehen hat, wie die Völker früher damit zurechtgekommen sind.

Und durch diese Gedanken gibt es heute noch Menschen, die denken dass sie Karies ohne zahnmedizinische Behandlung "heilen" könnten (nicht selten ohne den Bogen zur bösen Pharmaindustrie zu schlagen) - die Schmerzen wegzubetäuben und Synthetik in den Körper zu implantieren käme nicht in Frage....
 
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ein Buch, das ich interessant finde, ist von Weston Price, Nutrition and physical degeneration.
Ein Zahnarzt, der durch die Welt gereist ist und die Zähne von Naturvölkern fotografiert hat und im Vergleich dazu die Zähne von Städtern, also der "Zivilisation".
Interessanterweise hatten die "Naturvölker" weit gesündere Zähne als die "zivilisierten".
Sogar in der Schweiz (Vergleich der Zähne der Kinder aus einem abgelegenen Tal und der Zähne der Kinder aus einer Stadt in der Schweiz).

Er hat sich halt Gedanken darüber gemacht, als Zahnarzt, der ständig die schlechten Zähne der Patienten gesehen hat, wie die Völker früher damit zurechtgekommen sind.

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kennt das jemand von euch?

Ich kenne das Buch nicht, habe mir aber eben durch das Inhaltsverzeichnis und Überfliegen einzelner Kapitel ein (vielleicht nur vorläufiges) Bild davon gemacht. Es ist, wie es mir so weit bisher erscheint, ein gutes Beispiel dafür, was ich im Eingangspost auch schon kritisiert habe.

Wahr ist: Karies ist eine Zivilisationskrankheit. Das ist aber soweit ich weiß schon ziemlich lange etabliert und bekannt. So weit erzählt er nicht viel Neues

Aber er geht WEIT über die Betrachtung der Zahngesundheit hinaus. Er betrachtet dann plötzlich auch die allgemeine physische, psychische und auch "moralische" Gesundheit, und auch die Fötus-Entwicklung. Auch das alles mit dem Narrativ gespickt: "Bei den Naturvölkern ist und früher war das alles viel besser." - z.B. anhand der Beobachtung, dass sie ja keine Gefängnisse hätten u.ä. Diese Beobachtung alleine bzw. seine Schlussfolgerungen daraus, die ich sehen konnte, finde ich schon fragwürdig. Und das alles führt er irgendwie großanteilig auf die Ernährung zurück. Sein letztes Kapitel beginnt er so dann mit

Zitat: IF THE observations and deductions presented in the foregoing chapters are exerting as controlling an influence on individual and national character as seems to be indicated, the problem of the outlook for our modern civilization is changed in many important aspects. One of the most urgent changes in our viewpoint should be to look upon the assortment of physical, mental and moral distortions as due, in considerable part, to nutritional disturbances in one or both parents which modify the development of the child, rather than to accepted factors in the inheritance.

Weitere Einflussfaktoren und ebenfalls sehr gravierende Unterschiede in der Lebensweise und in der Soziologie der Gruppen (Massenpsychologie) etc. schaut er sich soweit ich es im Überfliegen erkennen konnte, nicht wirklich an.

Auch er beruft sich auf und zitiert im ganzen Buch viele wissenschaftliche Studien und Werke. Die Fragen, der man da in einem detailierten Blick nachgehen müsste wären:
Wie selektiv ist die Auswahl seiner Quellen?
Sagen die Quellen wirklich auch das aus, was er ihnen zuschreibt oder aus ihnen Schlussfolgert?
 
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