Mitgefühl ist ja aber dennoch ein Gefühl. Wer oder was empfindet dieses denn und wem gegenüber? Wenn ich erkenne (falls ich es recht verstanden habe), daß es nichts gibt, außer ein reines, klares Bewußtsein und alles andere Illusion ist - wem gilt dieses Mitgefühl? Vor allem wenn im Prinzip nichts weiter existieren soll, außer "Gott", "Buddha", "das Licht", "man selbst als Gott" - und wie es noch alles benannt und bezeichnet wird.
Vermutlich ist es wirklich so, wenn man nicht die Gnade empfängt, durch einen Erleuchteten Einsicht zu bekommen, wird es einfach abstrakte Theorie bleiben. Oder auf ewige Meditationspraxis hinauslaufen, die einem vielleicht dann und wann ein wenig was vermittelt.
Solange aber Mitgefühl bestehen bliebt, muß es ja sowas wie ein "Ich" und "Du" geben.
Es gibt beides. Sowohl das Mitgefühl das sich auf der dualistischen Vorstellung von ich und du und der Trennung von den beiden gründet als auch das erleuchtete Mitgefühl das diesen Dualismus nicht hat.
Stell dir das so vor, der verblendete Geist produziert mithilfe von Gier, Hass und Unwissenheit diese Mauer auf zwischen scheinbar verschiedenen Lebewesen und erhält diese aufrecht. In dem Zustand gibt es ein Mitgefühl das von einem scheinbar vorhandenen Ich zu einem scheinbar von mir getrennten Du geht.
Nimmt man nun die Barriere weg ist es nicht mehr nötig speziell Mitgefühl zu haben weil ja durch den Wegfall der Trennung und Gefühlen wie Gier und Hass ein automatisch vorhandenes Gefühl von Nähe zu allen anderen Lebewesen entsteht. Das wäre dann die nicht-duale Liebe
