Zokora
Sehr aktives Mitglied
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Wundervoller Beitrag!Die Situation war die, dass knapp 3 Monate davor meine langjährige Lebensgefährtin ums Leben gekommen war und ich an dem Tag, an dem ich dieses erste Loslasserlebnis hatte, durch den Wald geirrt bin und dann irgendwie der Gedanke da war, dass mein restliches Leben wohl nur noch aus Trauer um sie bestehen wird. Und dann plötzlich so "ja, aber was spricht denn dagegen? Her mit der Trauer, das ist die Fortsetzung der Liebe bzw. das was davon geblieben ist (hab ich eben in dem Moment so empfunden), also geb ich mich dem jetzt einfach hin, anstatt mir da selbst leid zu tun, weil ich so traurig bin." Und irgendwie war diese Erkenntnis so großartig, dass alles gestrahlt hat und es mir tagelang deutlich besser gegangen ist. (Dauerhaft hat das damals zwar noch nicht sein können, dazu war das Unglück noch viel zu kurz her, aber das mit "restliches Leben nur noch Trauer" hat sich netterweise trotzdem nicht bewahrheitet).
Und das lässt sich auch in anderen Situationen innerer Kämpfe anwenden. Wenn Gedanken da sind, die man nicht mag, dann einfach deren Anwesenheit akzeptieren, anstatt mit Gewalt zu versuchen, sie wegzudrängen. Genau so verlieren sie ihren Schrecken.
So, für heut bin ich dann aber mal draußen. Nachterl!![]()
So war es mit meinen traumatischen Erinnerungen. Es war ein ständiger Kampf gegen sie, gegen die Emotionen, gegen mich. Das Gefühl, oder auch die Gewissheit, dass sie mein Leben bestimmen und alles zerstört haben und immer zerstören werden. Erst als ich den Kampf loslassen konnte, konnte ich die Erinnerungen als nicht rückgängig zu machen akzeptieren, die Emotionen zulassen, es in meinen Lebenslauf integrieren. Was mich in gewisser Weise befreite. Denn durch den Verlust des Kampfes konnte ich daran arbeiten und endlich wieder Pläne machen, nach vorne sehen, Möglichkeiten zulassen. Es ist ein für mich essentieller Schritt in der Behandlung gewesen.
So auch in alltäglichen Begebenheiten, wie gegen gewisse Muster in mir selbst kämpfen, sie als nicht vorhanden leugnen, es nicht sehen wollen. Wie bei einer nicht akzeptierten Depression, oder nicht wahrhaben wollenden chronischen Erkrankung, wenn man seine eigenen Grenzen überschreitet, usw.
Und deshalb denke ich, dass sich viele Therminologien auch übersetzen lassen. Weil vieles das Gleiche meint, nur anders Gestaltet daherkommt.