Das unsichtbare Schiff

Was wäre der Gegenbeweis?

MIr fällt nichts ein. Weder dafür, dass das Leben einen Sinn hat, noch dafür, dass es vollkommen sinnlos ist, existieren mir bekannte Sichere Anzeichen.

Ohne Ironie: Ich finde es beruhigend, wenn eine Kompetenz aus dem Gebiet der Wissenschaft zugibt: "Wir wissen nicht!!!"

Das wirst Du in der Wissenschaft häufig hören, denn ohne diesen Satz wäre Forschung auch sinnlos.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, daß bei einer dieser Sprengungen ein Lexikon entstünde???

Wie Du Dir sicher denken kannst: Ich weiß es nicht. Genausowenig wissen es aber die Leute, die diese Wahrscheinlichkeit mit der Lebensentstehungs-Wahrscheinlichkeit vergleichen. Und die kennen genausowenig die Wahrscheinlichkeit der Entstehung von Leben, zumal sie das mit einem zufälligen Prozess vergleichen ohne weitere steuernde Mechanismen zu erwägen.

Ich kenne viele Schätzungen über die Wahrscheinlichkeit der Lebensentstehung. Sie reichen von "Auf jedem Planeten mit dauerhaft flüssigem Wasser entsteht zwangsläufig Leben" bis "Es braucht sehr viele günstige Umstände, damit sich die Chemie zu Lebensformen weiter entwickelt." Die Wahrheit wird wohl irgendwie dazwischen sein.

Der Vergleich mit einer Druckerreiexplosion hinkt aber gewaltig. Es spielen zwar Zufallsprozesse eine große Rolle, aber dennoch kann daraus etwas geordnetes entstehen. Dazu mal einen kleinen Exkurs in die Chemie: Man nehme 1 Liter Sauerstoffgas und 2 Liter Wasserstoffgas. Das mische man und entzünde das Gemisch. Es gibt einen lauten Knall und man hat: Wasser (mit winzig kleinen Anteilen Wasserstoffperoxid und Rest-Wasserstoff sowie -Suaerstoff). Wieso haben sich in so großer Mehrheit jeweils ein Sauerstoffatom und zwei Wasserstoffatome zusammengetan? Woher "wussten" sie, wo sie sich anlagern dürfen und wo nicht?

Wenn ich hier den Vergleich der Druckerreiexplosion benutzen würde, würde ich erwarten, dass ich eine riesiege Anzahl möglicher Moleküle bekommen würde. Der Anteil an Wasserstoffperoxid wäre wesentlich höher. Ebenso hätte ich abgedrehte Moleküle wie 3 Sauerstoff- und 2 Wasserstoffatome miteinander im Verbund. Wieso habe ich sie nicht? Die Antwort: Sie waren kurzzeitig da, sind aber wieder zerfallen; sie sind instabil, und die Atome verscuhen rum, bis sich stabile Moleküle bilden.

Ebenso ist es mit allen chemischen Prozessen. Und die ersten Moleküle des Lebens sind so irgendwie entstanden. Und auf diese Weise entwickelte es sich weiter. Die Evolution ist ja auch ein ähnlicher Prozess, nur, dass hier "Stabilität der Moleküle" durch "Lebensfähigkeit des Organismus" zu ersetzen ist.

Eine Druckerreiexplosion mit diesem zusätzlichen selektiven Mechanismen übertragen könnte durchaus etwas "sinnvolles" zustande bringen. Die durcheinanderfliegenden Teile würden zusammenstoßen, und jenachdem, wie stabil oder "sinnvoll" das Ergebnis ist, würden sie wieder auseinanderfliegen bis sie mit weiteren Teilen zusammenstoßen. So sieht keine vernünftige Explosion aus.

Fazit: Ich kenne weder die Wahrscheinlichkeit, dass auf einem Planeten mit dauerhaft flüssigem Wasser Leben entsteht (und ich glaube, diese Wahrscheinlichkeit kennt niemand genau). Ich kenne auch nicht die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Druckerrei-Explosion ein Lexikon entsteht. Diese beiden Prozesse kann man aber nicht vergleichen, weil gewisse chemische und biologische Mechanismen, die in der molekularen Vielfalt doch eine gewisse Ordnung schaffen und die Chemie durchaus zu "Leben" hindrängen, bei der Explosion einer Druckerrei nicht vorhanden sind. Das wird von den Leuten, die diesen Vergleich ziehen gerne ignoriert (fälschlicherweise). Insofern ist die Entstehung von Leben doch wahrscheinlicher als der spontane Lexikondruck.

(desweiteren dauert eine Druckerrei-Explosion einige Sekunden, während das Leben Jahrmillionen Zeit hatte, sich zu bilden).

Bist du dein Gehirn?

Möglicherweise. Ich glaube es zwar nicht, aber mir fällt kein feststellbarere Unterschied ein, den ich untersuchen könnte um zu schauen, ob ich nur mein Gehirn bin, oder ob meine Persönlichkeit nicht noch weitere Anteile besitzt.

Muggle schrieb:
Zu deinen anderen Argumenten fällt mir im Moment nicht viel ein. Wenn ich sage, du wirst in den nächsten 20 Jahren kein Date mit Daisy Duck haben, würdest du vielleicht antworten: "Stimmt- es ist sehr unwahrscheinlich, aber man kann ja nie wissen."

Wieso glaubst Du, dass ich das sagen würde? In der Tat würde ich Dir da nur zustimmen.

Zunächst einmal: Weißt Du, wie wahrscheinlich die Entstehung von Leben ist? Und rechne mal nicht nur vereinfacht mit gesprengten Druckerreien, sondern rechne mal die ganzen Mechanismen (chemische und biologische), die ich oben beschrieben habe, mit rein. Viel Spaß!

Desweiteren gibt es im Menschen irgendwie eine psychologische Grenze von Wahrscheinlichkeiten, ab der etwas als Unmöglich bezeichnet wird. Was bedeutet es, wenn ich sage: "Etwas geschieht mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/1000."? Das bedeutet, dass das untersuchte Ereignis in durchschnittlich einem von 1000 Versuchen eintritt. Wenn ich genügend viele Versuche zur Verfügung habe, treten mit ziemlicher Sicherhait auch Ereignisse ein, die einzeln betrachtet eine Wahrscheinlichkeit von 1:100000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000000
besitzen (oder noch geringer). Nur so viele Versuche haben wir selten. So viele Druckerreien gibt es einfach nicht.

Als "unmöglich" kann man getrost etwas bezeichnen, was auch nach Einbeziehung der Anzahl der Versuche noch verschwindend unwahrscheinlich ist. Aber die meisten beziehen die Anzahl der Versuche nicht mit ein. Das steckt irgendwie in der Psychologie der Menschen mit drin, das zu vergessen oder zu ignorieren.

Es gibt auf der Welt verschwindend wenig Frauen, die "Daisy Duck" heißen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine Frau anspreche, die diesen Namen trägt, ist verschwindend gering... weit geringer als 1:500. Auch, wenn ich ein Power-Dater wäre und in 20 Jahren 500 Dates hätte (Das wären alle zwei-drei Wochen eines...), so bleibt die Wahrscheinlichkeit gering, dass da eine Daisy Duck darunter ist.

Wenn Du jetzt auch noch die Daisy Duck aus dem Comic meinst, so sinkt die Wahrscheinlichkeit noch weiter, weil ich nicht auf Enten stehe und sie insofern auch nicht zu einem Date einladen würde, sollte ich sie mal sehen. :D (da würde ich auch eher auf Haluzinationen tippen und den nächsten Psychiater aufsuchen :escape:)

Gesamt-Fazit:
  • Wir wissen nicht, wie wahrscheinlich die Entstehung von Leben ist, aber sie ist wahrscheinlicher als ein spontaner Lexikondruck bei einer Druckerreiexplosion.
  • Bei Wahrscheinlichkeitsbetrachtungen ist immer auch die Anzahl der Versuche zu berücksichtigen, was leider gerne unter'n Teppich gekehrt wird.

Viele Grüße
Joey
 
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Ich bin eben eingebunden im System der illosorischen Raumzeit. Wir haben die Vorstellung, dass Kausalität in eine bestimmte Richtung fliesst. Wenn es anders wäre, hätten wir keinen Grund diese Diskussion zu führen. Tatsächlich hat aber noch nie Jemand etwas in der Vergangenheit erlebt. Alles was wir über die Vergangenheit aussagen können basiert auf Erinnerungen. Das aber ist ein metaphysisches Phänomen. Genauso verhält es sich mit der Zukunft. Hat je ein Mensch die Zukunft erlebt ? Die Illusion hält sich so hartnäckig weil wir der Raumzeit anhaftend Veränderungen messen. Wenn man sich vom materialistischen Realismus verabschiedet hat, verliert natürlich auch die objektive Zeit ihre Gültigkeit, denn Raum und Zeit bedingen sich einander. Ein Zeitfluß ist ohne Materie nicht möglich.

Mal ein kleiner Exkurs über die Zeit (noch bevor ich essen gehe und danach arbeite, was ich eigentlich jetzt schon sollte... aber mir kribbelt es so in den Fingern...): Man stelle sich eine rollende Billardkugel vor. Diesen Film lasse man dann rückwärts laufen. Welche Richtung ist die Richtige? Das lässt sich ohne Markierungen auf der Filmrolle nicht feststellen. Eine von links nach recht rollende Billardkugel ist genauso oft wie eine von recht nach links rollende. Die meisten kleinen Prozesse, die wir kennen, sind so zeitumkehrbar. Alle? Nein; zwei physikalische Prinzipien (eines ist leicht zu verstehen, das andere nicht) weigern sich, der Zeitumkehr gerecht zu werden.

  • Entropieerhöhung: Wenn ich anstelle einer Billardkugel eine Tasse filmen würde, die auf dem Boden zerbricht, so wäre es in der tat einfach im nachhbinein die richtige Richtung der Filmrolle herauszufinden; auch ohne markierungen.
  • In der Elementarteilchenphysik kann man zeigen, dass es simple Prozesse (auch ohne Entropieerhöhung) geben muss, bei denen diese Zeitumkehrsymmetrie ebenfalls verletzt ist, d.h. bei denen die Umkehrreaktionen anders aussehen. Soclhe Elementarteilchen-Prozesse hat man zwar noch nicht gefunden (ist auch irrsinnig schwer danach zu suchen), aber es gibt gute Argumente, dass es sie geben muss. (bei Interesse kann ich mal darüber etwas mehr schreiben).

Der mir hier wichtige Punkt ist aber die Entropie. Denken im Gehirn erhöht auch die Entropie (ist ja ebenso eine chemische und physikalische Reaktion mit vielen beteiligten Komponenten). Das einprägen von Erinnerungen ist auch so ein Prozess. Darum erinnern wir uns an die Vergangenheit und nicht an die Zukunft.

In diesem Zusammenhang ist wieder der Effekt der Unschärferelation interessant. Die Position eines Teilchens im Raum lässt sich umso exakter feststellen, je weniger man die Zeit dabei beachtet und je genauer wir einen Zeitpunkt messen wollen, umso mehr müssen wir die Position des Teilchens vernachlässigen. Wir müssen also die Grundlage jener Existenz ignorieren, dessen vorhandensein wir feststellen wollen.

Was ist denn das für eine Unschärferelation. Die Unscharferelation von Heisenberg macht das mit Ort und Impuls eines Teilchens. Es gibt noch weitere Variablen-Paare, deren gemeinsame Vorhersage analoge Unschärfan aufweist; eines dieser Paare ist Energie und Zeit. Aber Ort und Zeit sind kein Problem. Deine Ausführungen da sind schlicht falsch.

Die Raumzeit zieht sich damit selbst den Boden unter den Füßen weg. Unter dem Aspekt der Nichtlokalität einer physischen Realität komme ich nicht umhin die erlebte Materialität als metaphysisch zu betrachten. Wenn nur ein Sockel, bestehend aus einer der 4 Dimensionen, nicht Stand hält, so muß das Gebäude einstürzen. Die Wirkung der Zeit stellen wir durch Veränderungen fest. Die Ursache der Zeit aber ist im Bewußtsein zu suchen.

Einspruch! Was spricht dagegen, dass das Bewusstsein ein Prozess ist, der auch von der Zeit abhängt? Ein Mensch, der mit annähernd Lichtgeschwindigkeit fliegen würde, denkt auch langsamer. Die Zeit steuert in diesem Fall das Bewusstsein und nicht umgekehrt. Denken und Gedächtnis sind Prozesse, die sowohl der Zeit als auch der Entropieerhöhung unterworfen sind. ich sehe keinen feststellbaren Grund, warum das Bewusstsein darüber stehen sollte. (Wenn wir jetzt wieder die Seele postulieren, so würde die wahrscheinlich schon drüber stehen. Aber auch, wenn ich daran glaube... hier geht es darum, was wir wissen)

Viele Grüße
Joey
 
Hallo Joey!

Unsere Erfahrung sagt uns, daß nach einer Explosion Unordnung entsteht.
Nun entstand nach der ersten und wohl größten Explosion überhaupt, dem Urknall, der Kosmos. Und Kosmos heißt soviel wie Ordnung.
Es ist die vollkommendste Ordnung überhaupt, und was uns als Chaos erscheint ,ist Ordnung auf einer Ebene, die wir nicht verstehen.
Das nach der Explosion einer Buchhandlung die Ordnung eines Lexikons entsteht, oder noch besser, die Ordnung einer math. Reihe von eins bis einer Million, würden wir wohl völlig ausschließen.
Die Frage, ob dem Kosmos und unserer Existenz ein geistiges Prinziep zugrunde liegt, ist damit sicher nicht beantwortet, aber die Indizien scheinen erdrückend.
Wie auch immer;
Zur Wahrheit führt kein Weg.
Die Wahrheit muß entdeckt werden,
aber es gibt keine Formel für ihre Entdeckung.
Was formuliert ist, ist nicht wahr.
Du mußt das Wagniss auf Dich nehmen,
ins Unbekannte vorzudringen,
und dieses Unbekannte bist Du selbst.
Also mußt Du Dich auf die Reise machen,
um Dich selbst zu entdecken,
aber nicht nach einem vorgefassten Plan
oder einer Schablone,
denn dann entdeckst Du nichts.
Entdeckung bringt Freude,
die immer neu geboren wird.
Selbserkenntnis ist der Beginn der Weisheit,
in deren gelassener Stille
das Unermeßliche fühlbar wird.
 
Hallo Reisender!

Unsere Erfahrung sagt uns, daß nach einer Explosion Unordnung entsteht.
Nun entstand nach der ersten und wohl größten Explosion überhaupt, dem Urknall, der Kosmos. Und Kosmos heißt soviel wie Ordnung.
Es ist die vollkommendste Ordnung überhaupt, und was uns als Chaos erscheint ,ist Ordnung auf einer Ebene, die wir nicht verstehen.
Das nach der Explosion einer Buchhandlung die Ordnung eines Lexikons entsteht, oder noch besser, die Ordnung einer math. Reihe von eins bis einer Million, würden wir wohl völlig ausschließen.
Die Frage, ob dem Kosmos und unserer Existenz ein geistiges Prinziep zugrunde liegt, ist damit sicher nicht beantwortet, aber die Indizien scheinen erdrückend.

Ich finde die Indizien nicht so erdrückend. Wie in der Chemie und Biologie gibt es auch im Kosmos Mechanismen, die diese Strukturen entstehen lassen. Ornung aus dem Chaos. Und auch mit dieser Ordnung nimmt die Entropie (Unordnung) ständig zu. Es gibt da keinen Widerspruch zum zweiten Haupsatz der Thermodynamik. Wie wahrscheinlich die Strukturbildung ist, kann ich nicht abschätzen.

Es ist aber schon beeidruckend, wie fein abgestuft einige Naturkonstanten untereinander sind. Wären sie nur leicht anders, sähe das Universum vollkommen verschieden zu dem aktuellen aus. Da muss nicht unbedingt ein Plan dahinter stecken; es gibt gute Vorschläge, wie das planlos entstanden sein könnte.

Man stelle sich z.B. eine Pfütze aus Wasser vor. Sie kann einerseits vollkommen beeindruckt sein, wie gut die Mulde zu ihrer Form passt. Sie kann aber auch sehen, dass ihre Form von der Muldenform abhängt. Genauso wäre in einem anderen Universum mit anderen Naturkonstanten (und solche Paralelluniversen werden von einigen Physikern auch postuliert - das aber bitte nicht mit der Viele-Welten-Deutung der QM verwechseln). In einem Universum mit anderen Naturkonstanten sähen wir vielleicht anders aus (oder es gäbe kein Leben). Die Parameter bestimmen die Form und nicht die Form die Parameter.

Wie auch immer;
Zur Wahrheit führt kein Weg.
Die Wahrheit muß entdeckt werden,
aber es gibt keine Formel für ihre Entdeckung.
Was formuliert ist, ist nicht wahr.
Du mußt das Wagniss auf Dich nehmen,
ins Unbekannte vorzudringen,
und dieses Unbekannte bist Du selbst.
Also mußt Du Dich auf die Reise machen,
um Dich selbst zu entdecken,
aber nicht nach einem vorgefassten Plan
oder einer Schablone,
denn dann entdeckst Du nichts.
Entdeckung bringt Freude,
die immer neu geboren wird.
Selbserkenntnis ist der Beginn der Weisheit,
in deren gelassener Stille
das Unermeßliche fühlbar wird.

Das sind wirklich schöne Sätze; das sage ich völlig ohne Ironie. Ich will nicht behaupten vollkommen unvoreingenommen zu sein; ich denke mal, das kann niemand von sich wirklich behaupten. Und in der Meinungsbildung spielt doch immer eine Menge Psychologie (Stolz, Angst) eine Rolle, auch (und vielleicht sogar vor allem) bei denen, die es bei anderen anprangern.

Ich habe da mal einen guten Satz gelesen: "Jeder sollte wissen, unter welchen Vorraussetzungen er seine Meinung revidieren würde." Bis auf das ich Sätze, die mit "Man sollte..." oder schlimmer noch "Jeder sollte..." beginnen, eigentlich auf den Tod nicht ausstehen kann, so birgt dieser Satz doch eine gute Grundlage zu sehen, wo man dogmatisch ist: Nämlich in den Punkten, wo man selbstehrlich "unter gar keinen Umständen" antworten würde. Es gibt da ein paar Punkte, wo ich das antworten würde.

In dieser Diskussion habe ich mir auch schon überlegt, was mich von Muggles Meinung überzeugen würde. Da gibt es durchaus Punkte. Die werde ich hier aber nicht nennen; die müsst Ihr selber finden, falls es Euer Ziel ist, mich überzeugen zu wollen.

Viele Grüße
Joey
 
Hi Sunnygirl

Um die Giftigkeit von Knollenblätterpilzen als Realität anzuerkennen, müßtest du also erst selbst welche essen im Sinne der Nachprüfbarkeit?

Präkognition ist für dich also nur insofern "real", als sie sich erfüllt?
Und Präkognition könnte nicht die Wahrnehmung einer von vielen Realitäts-Wahrscheinlichkeiten sein?

Beispiel: Du hast eine Vision, daß die dir nahestehende Person X auf einer bevorstehenden Reise mit ihrem Auto auf der Autobahn tödlich verunglückt. Deshalb warnst du die Person X. Person X glaubt dir, und tritt die Reise nicht an und rettest ihr damit wahrscheinlich das Leben.
War deine Präkognition also unreal, weil sie sich nicht erfüllt hat?

LG
A.

.

Hi Abraxas

Wenn ich eine Vision habe, wo jemand auf einer Autofahrt tödlich verunglückt, dann ist eine Warnung absolut sinnlos. Denn er wird nicht auf mich hören. Wenn er es täte, würde meine Vision sich anders gestalten, nämlich, dass da eine Gefahr besteht, ich es jedoch verhindern kann. Meine Präkognitionen zeigen nicht Zukunftsmöglichkeiten, sondern das, was effektiv passieren wird, inklusive meiner Warnung. Trotzdem würde ich natürlich warnen, wenn ich die Möglichkeit dazu habe.

Aber ich kenne genug Leute, welche alles Mögliche befürchten und träumen und wo sich nichts davon erfüllt. Ich kann also nicht von mir auf andere schließen. Außerdem kommt es auch immer auf den Kontext an, ob die Vision richtig verstanden wird.

Bei keiner meiner Wahrnehmungen muss ich beim Nachprüfen mein Leben riskieren, also ist Dein Beispiel vom Knollenblätterpilz nicht so ganz stimmig für mich. Klar, dass ich Warnungen anderer grundsätzlich ernst nehme, außerdem bestätigt mir mein Hellwissen, ob es stimmt oder nicht. Wenn nicht, ziehe ich immer den sicheren Weg vor, ich bin ein vorsichtiger Mensch und gehe nur ungern Risiken ein.
 
@ Joey:

Wenn ich deine Argumentation richtig verstanden habe, zielt sie darauf hinaus, dass man bei den Wahrscheinlichkeitsberechnungen nicht einfach das vorgefundene Ergebnis zur Grundlage nehmen kann, sondern auch alle in der Vergangenheit aufgetretenen potentiellen Alternativen berücksichtigen muß. Die Realität könnte also auch eine ganz andere sein. Somit wird die Unwahrscheinlichkeit einer bestimmten beobachteten Konfiguration durch die Menge ihrer potentiellen Varianten aufgehoben. Nun ist es aber so, dass wir für die Explosion einer Druckerei die Existenz der Druckerei vorraussetzen müssen. Ungachtet meiner Meinung, dass die Welt so sein muß wie sie ist, weil der Sinn dieser bestimmten Konstelation sonst nicht aufrecht erhalten werden könnte, stellt sich noch die Frage, ob etwas ausserhalb des Bewußtseins in der Lage ist Materie zu erschaffen und ob, wenn Materie aus dem Bewußtsein entsteht, selbst etwas anderes als Bewußtsein sein kann. Die Urknalltheorie ist auf die Wahrnehmung einer Ausdehnung des Universums zurückzuführen. Nehmen wir mal die Ausdehnung als objektive Realität an, so stellt sich noch immer die Frage nach dem Ursprung der manifestierten Materie, die den Anfang bildet. Die Anfangsmaterie kann aus nichts anderem entstehen als aus Energie. Wenn sich Energie in Materie umwandelt, was so viel bedeutet, als das sich die Energie in einen anderen Zustand versetzt hat, so hat sich also das Bewußtsein zu dem manifestiert, was wir als Materie bezeichnen. Aus diesem geboren und bestehend aus seinen Elementen.

Ich will noch einen draufsetzen und den Bogen zum Multiversum spannen. Sofern ich dich richtig verstanden habe ist es nur logisch, dass wenn man eine unendliche Anzahl von Versuchen zu Grunde legt am Ende irgendwas herauskommen muß. Nun ist es also so entstanden wie wir es vorfinden. Müsste aber nicht bei einer Unendlichkeit der Versuche auch eine Unendlichkeit der Ergebnisse entstehen ? Ist es wirklich anzunehmen, dass nur eine Realität es geschafft hat sich zu manifestieren, obwohl die Anfangsbedingungen und Konstelationsmöglichkeiten sich ins unendliche erstrecken und können wir dann tatsächlich noch die von uns erlebte Wahrheit als die einzig manifestierte Wirklichkeit betrachten oder ist es nicht wesentlich logischer diese Wirklichkeit dem kollektiven Bewußtsein unserer Raumzeit zuzuschreiben, der eine unendliche Zahl von Abwandlungen entgegenstehen ?


.......und zur Zeit:

Die Zeit ist abhängig vom Standpunkt der Betrachtung. Die Vorstellung von einer Zukunft ist nicht mehr oder weniger als ein durch das Bewußtsein hervorgerufenes Gedankenkonstrukt. Der heutige Tag mit all seinen Gegebenheiten ist demnach das Ergebnis des manifestierten Bewußtseins von Gestern. Was aber bedeutet Gestern, Heute und Morgen in einer lineraren Folge wenn die Betrachtung von einem Punkt des Zeitpfeils ausgeht, der nicht mit der Gegenwart identisch ist ? Aus der Zukunft betrachtet leben wir in der Vergangenheit und aus der Vergangenheit betrachtet leben wir in der Zukunft und der Moment der Gegenwart löst sich in der Unendlichkeit seiner Verkürzung auf.
 
Übrigens, wenn das Gehirn als Sitz des Bewußtseins betrachtet werden soll und dieses in Zusammenarbeit mit der Fleischmasse ohne Wechselwirkung mit einer übergeordneten Einheit in die Lage versetzt werden soll einen Gedanken zu fassen, so dürfte es einem Käse wohl nicht schwer fallen, sich antriebslos zum Bahnhof zu rollen.
 
Übrigens, wenn das Gehirn als Sitz des Bewußtseins betrachtet werden soll und dieses in Zusammenarbeit mit der Fleischmasse ohne Wechselwirkung mit einer übergeordneten Einheit in die Lage versetzt werden soll einen Gedanken zu fassen, so dürfte es einem Käse wohl nicht schwer fallen, sich antriebslos zum Bahnhof zu rollen.

Irgendwie seh ich in diesem Vergleich keine Logik. Du vergleichst ein Gehirn mit einem Käse?
 
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Irgendwie seh ich in diesem Vergleich keine Logik. Du vergleichst ein Gehirn mit einem Käse?

Warum denn nicht ? Dieser Vergleich ist noch untertrieben. Wenn man die Komplexität der Fleischmasse unter der Schädeldecke ohne Wechselwirkung mit dem Über-Ich betrachten will, wäre es dem Käse ein leichtes das Kunststück des Rollens zu vollbringen. Diese eine Fähigkeit, das "Rollen zum Bahnhof" ist im Vergleich zu dem was das Gehirn für uns leistet ein Witz. Die Struktur eines Stück Käses setze ich also in Realtion zur Struktur des Gehirns. Wie kompliziert strukturiert müsste ein Stück Käse sein um überhaupt irgendwas anderes zu vollbringen als einfach nur zu sein und was müssen da erst in einem Stück Fleisch für Prozesse wirken um zu denken, zu sprechen, zu träumen, zu riechen, zu schmecken, sich zu verlieben, Wut und Trauer zu empfinden, sich zu langweilen oder Schach zu spielen ?
 
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