Aiwanger-Skandal (Er darf bleiben)

Erinnerungen, die einen hohen emotionalen Gehalt haben, bleiben eher und länger im Gedächtnis als Episoden mit wenig oder gar keiner emotionalen Bindung. Deshalb empfiehlt die Lerntheorie auch, Inhalte, die unbedingt gelernt und reproduziert werden sollen, mit emotionalen Bildern zu verknüpfen. Diese Regel habe ich in allen meinen Prüfungen erfolgreich angewendet (Literatur: Regula D Naef, Rationeller Lernen lernen)

Aiwanger widerspricht sich hochgradig, wenn er auf "Erinnerungslücken" rekurriert (er hat ja, eigener Angabe zufolge, sogar "vergessen" wie das antisemitische Hetzblatt in seinen Tornister kam) auf der anderen Seite aber auf eine der 25 Söder-Fragen folgendes raushaut:


"Mein Bruder und ich standen unter Schock. Die Vorstellung eines Polizeibesuchs im Elternhaus hat mir Angst gemacht. Mein Bruder war selbst im Nachhinein über den abscheulichen Inhalt beschämt und hat die Sache sehr bereut.(...) Der Vorfall war ein einschneidendes Erlebnis für mich. Er hat wichtige gedankliche Prozesse angestoßen."

Und an einen Vorfall mit solch gravierenden emotionalen Verwerfungen will sich Aiwanger auf einmal nicht bzw. nur bruchstückhaft erinnern können? Wen will er verarschen?

Der Typ lügt wie gedruckt Putin. :rolleyes:
 
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An dieser Stelle nochmals:
Nun, das sagt Annette Seidel-Arpacı, die RIAS-Chefin.
Im Beitrag heißt es:
Seidel-Arpacı: Ich habe das mit Erstaunen gelesen. Für Antisemitismus ist es nicht entscheidend, dass Juden immer wortwörtlich als Juden vorkommen. Antisemitismus funktioniert auch als ein Denkmuster in Chiffren.

In dem Flugblatt kommen eindeutig NS-Gewaltfantasien vor. Es ist eine Verherrlichung der nationalsozialistischen Verbrechen sowie eine Schoa-relativierende Fantasie und damit zugleich eine Verhöhnung der ermordeten Juden ("Schoa" ist das hebräische Wort für den Holocaust, Anm.d.Red.). Das ist für mich ganz eindeutig antisemitisch, insbesondere auch, wenn man den Antisemitismus als den Kern der NS-Ideologie versteht.
Es tut mir leid, aber eine sachliche Begründung, weshalb sie das so sieht, bleibt aus.
Für sie persönlich ist das Flugblatt ganz eindeutig antisemitisch.

Aber gequält, getötet und verbrannt wurden nicht ausschließlich jüdische Mitbürger in den KZs, sondern auch Menschen anderer Glaubensrichtungen und Nationalitäten sowie alle, die als Verfassungsfeinde oder als unwertes Leben galten.
Siehe:

Das Flugblatt nimmt Bezug auf Auschwitz und Dachau und spricht von "Vaterlandsverrätern".
Es gibt weder offensichtliche noch verdeckte gezielte Hinweise auf die jüdische Kultur bzw. Bevölkerung und ihre Verächtlichmachung.

So furchtbar und geschmacklos dieses Flugblatt auch ist, man sollte sich wenigstens bemühen, bei den Fakten zu bleiben.


Gestern hattest Du noch diesen Link gepostet:
Darin findet man keine Hinweise, dass die alleinige Nennung des Verbranntwerdens (Shoah / Holocaust) auf einen antisemitischen Tenor schließen lassen.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das drückt meines Erachtens
umso mehr die Abscheu aus, die der Verfasser das Flugblattes vor den "Verrätern" hat
und ebenso auch die Abscheu, die er für die Naziverbrechen von damals empfindet.
Wenn ich aber das Flugblatt von 1988 lese, sehe ich DARIN nichts
von Antisemitismus, Judenfeindlichkeit, Naziverherrlichung et
Ich bitte dich! Wenn da u.a. vom "Freiflug" durch den Schornstein des "Vergnügungsviertels Auschwitz" die Rede ist, dann ist das schlicht völlig kranke Scheiße, die nun wirklich keinen Spielraum für Interpretationen lässt.
 
Aber gequält, getötet und verbrannt wurden nicht ausschließlich jüdische Mitbürger in den KZs, sondern auch Menschen anderer Glaubensrichtungen und Nationalitäten sowie alle, die als Verfassungsfeinde oder als unwertes Leben galten.
Und was heißt das? Sollen sich die Juden mal nicht so aufregen, schließlich wurden auch andere umgebracht?
 
Als ich das Flugblatt gelesen habe, dachte ich, es könnte noch sein, dass das übelste, rabenschwarze Satire ist.
Also das Gegenteil dessen, was man darin liest, sondern eine übertriebene (? naja) Darstellung nationalsozialistischer
Propaganda, nach dem Motto " So ein Flugblatt hätte es da geben können".
Nach dem Statement von Aiwanger aber glaube ich das nicht mehr...wenn es so wäre, hätte er das ja sagen können.
Geht gar nicht, auch Söder dazu geht gar nicht.
 
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Nö, es geht um die Behauptung, das Flugblatt sei antisemitisch. Das ist es aber nicht.
Es ist faschistisch bzw. nationalsozialistisch.
Hallo! Jemand zuhause? Was soll der kranke Müll, den du hier verbreitest???
Nicht zu fassen!
Selbstverständlich war und ist diese Hetzschrift antisemitisch.
Denn - Lauscher aufgespannt, offenbar hast du im Geschichtsunterricht gepennt - die überwältigende Mehrheit der Inhaftierten und Vergasten in Auschwitz waren Juden.

Die während des Zweiten Weltkrieges europaweit gefangen genommenen Menschen wurden per Bahn in das KZ Auschwitz deportiert, etwa 90 % waren Juden.

Ich frage mich was daran "satirisch" sein soll, wenn man "Vaterlandsverrätern" -klassisch faschistischer Sprachgebrauch- eine Erbrechung androht, die man 6 Millionen Juden zukommen hat lassen. Deine comments werden nur noch von @Yogurette getoppt, die sich zu der Behauptung versteigt, das Flugblatt wäre sogar eine Anklage gegen die Nazis.

Wenn man schon meint, man müsse dieses Dreckswerk mit eine Humorsorte in Verbindung bringen, dann doch wohl mit der Rubrik "So lacht der Nationalsozialist".
 
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