Affirmationen

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Es gibt ein Buch von Anselm Grün, das heißt "Einreden", das finde ich sehr gut im Vergleich zu vielen Laber-Selbsthilferatgebern, obgleich er einen christlichen Hintergrund hat. Davon kann man ja abstrahieren:

KI:
"Der Begriff „Einreden“ beschreibt nach Grün Gedanken oder Impulse (wie Selbstzweifel, Ängste oder Urteile über andere), die von außen oder aus unserem Unterbewusstsein in uns „einfließen“ und uns lähmen können. [1, 2]
Hier sind die zentralen Kernpunkte seines Buches zusammengefasst:
  • Die Macht der Gedanken: Ob wir uns in Lustlosigkeit, Depressionen oder Ängste hineinreden, hängt maßgeblich davon ab, welche Gedanken wir zulassen. Wer sich beispielsweise permanent einredet „Ich kann das nicht“, blockiert seine eigenen Fähigkeiten.
  • Die Lehre der Wüstenmönche: Die alten Wüstenväter unterschieden zwischen dem plötzlichen Auftauchen eines Gedankens und der Zustimmung zu diesem Gedanken. Wir können nicht verhindern, dass negative Gedanken entstehen, aber wir sind dafür verantwortlich, wie wir darauf reagieren.
  • Negative „Einreden“ erkennen: Grün rät dazu, die eigenen Gedanken bewusst zu beobachten, zu analysieren und sie ehrlich zu hinterfragen (z.B. „Stimmt das, was ich mir da gerade einrede wirklich?“). usw.
Der Punkt ist ja der, warum es uns oft schlecht geht, hat ja sehr häufig ebenfalls mit Einreden zu tun.
Nämlich Aussagen über uns oder die Welt, die uns mal "einegredet" wurden von Eltern o.a.
Daher, Einreden/Affirmation haben immer schon gewirkt auf uns, fragt sich nur wie.
Wir nennen das jetzt "Glaubenssätze", aber ich finde diesen Begriff "Einreden" besser, weil es nicht
so in Stein gemeißelt klingt.
Da tut man doch ganz gut daran, sich Neues und Besseres "einzureden", um sich das alte "auszureden."😉
 
Darum geht es ja auch nicht, sich etwas schön zu reden oder sich einzureden, dass Tee lecker ist, wenn er einem nicht schmeckt. Wozu denn auch, da macht man sich einen anderen Tee.

Aber manche brauchen eben etwas Verstärkung des Positiven, für sich selbst, gegen ihre Ängste, für ihr Urvertrauen, was vllt angegknackst ist, um den Fokus bei Problemen und Krankheiten wegzulenken von Sorgen/Negativität etc.
Die stehen halt nicht mit so einem Selbstbewusstsein und Selbstverständlichkeit in der Welt.
Und wo die Aufmerksamkeit ist, da fliesst die Energie hin, so ist es halt.
Der eine fährt mit Sorgen an einen See, geht spazieren, dann gehts ihm besser, dem anderen helfen Affirmationen,
weil er da grade nicht hin kann aus gesundheitlichen Gründen oder er hat das Geld nicht "einfach mal was ganz Schönes zu machen" oder oder.
Ist ja nur eine Möglichkeit von vielen.
Manche Leute können sich auch nicht vorstellen, dass es Lebenssituationen gibt, wo jemandem nur der Geist als Ort bleibt grade, um überhaupt irgendwo anzusetzen, dass er sich besser fühlen kann.

Mir ist durchaus klar, dass es Menschen gibt, die solche Glaubenssätze brauchen und sie sich diese deshalb auch regelmäßig vorsagen.
Ich denke nur, dass es nicht funktioniert, wenn man das, was man sich da vorsagt, nicht ohnehin schon zumindest ansatzweise verinnerlicht hat.

Es wird als Verstärkung funktionieren, wenn einem nach einer gut gelungenen Aktion der Gedanke kommt - Super! Hab ich gut gemacht. Das hat perfekt geklappt! So eine Selbstbestärkung ist sicher gut für das Selbstbewusstsein und kann es stärken. Aber die kommt auch aus Überzeugung.

"Ich sag mir jetzt ganz oft vor, dass ich gut bin und selbstbewusst, damit ich es auch werde"- Nein, das wird nicht klappen. Weil die Überzeugung fehlt. Wenn man sich das oft genug vorsagt, kann es schon sein, dass man irgendwann glaubt, man wäre selbstbewusst. Man wird aber schnell bei Gelegenheit merken, dass man es nicht wirklich ist.
Man glaubt es nur zu sein, weil man es so oft gehört hat.

Der Kopf kann schon unterscheiden, was echt ist und was nicht.
 
Die Macht der Gedanken: Ob wir uns in Lustlosigkeit, Depressionen oder Ängste hineinreden, hängt maßgeblich davon ab, welche Gedanken wir zulassen. Wer sich beispielsweise permanent einredet „Ich kann das nicht“, blockiert seine eigenen Fähigkeiten.
Und nein, das heißt natürlich nicht, dass man sich klinische Depressionen oder Angsterkrankungen mal eben "ausreden" könnte.
Aber es heißt ebenfalls nicht, dass das nicht für Betroffene hilfreich sein kann.
 
Ich auch. Affirmationen mögen teilweise harmlos sein - aber oft eben auch nicht. Wenn z.B. jemand der sehr krank ist voller Überzeugung an dem Satz festhält "Ich gewinne Energie und werde gesund" - und vom Arzt erfährt, dass die Therapie kurativ nicht mehr möglich ist. Oder noch schlimmer: Jemand der sehr krank ist, sich nicht in Behandlung begibt, sondern daran glaubt, er würde mit der "richtigen Einstellung" gesund werden. Um sich dann, bei ausbleibender Heilung, vorzuwerfen, dass man nicht "positiv genug geglaubt habe".

"Ich bin gut vorbereitet und bestehe die Prüfung" ist vergleichsweise harmlos. Aber es wäre ein Wunder gewesen, wenn keine Autoren in der Alternativmedizinecke suggerieren würden, mit den richtigen Affirmationen könnte man den Krebs besiegen.

"Ich bin gut vorbereitet und bestehe die Prüfung" funktioniert aber auch nur dann, wenn ich mich auch tatsächlich gut vorbereitet habe. Ansonsten erkennt der Kopf sofort die Lüge ...
 
Ich denke nur, dass es nicht funktioniert, wenn man das, was man sich da vorsagt, nicht ohnehin schon zumindest ansatzweise verinnerlicht hat.

Es wird als Verstärkung funktionieren, wenn einem nach einer gut gelungenen Aktion der Gedanke kommt - Super! Hab ich gut gemacht. Das hat perfekt geklappt! So eine Selbstbestärkung ist sicher gut für das Selbstbewusstsein und kann es stärken. Aber die kommt auch aus Überzeugung.
Aber man muss irgendwo anfangen. Und meistens hat mangelndes Selbstbewusstsein, s.o. Beitrag#94, damit zu tun dass es selbst einem eingeredet wurde, also mit Suggestionen von außen, häufig über Jahre.
Und für deine Verstärkung braucht es eine gelungene Aktion o.ä., das sollte nicht nötig sein bei guten Selbstbewusstein, dass man abhängig ist von dem Gelingen von Etwas.
 
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