Christoph schrieb:
Mein Job, liebe Mara, ist: ständig Ungereimtheiten zu hinterfragen. Aber das kann jemand, die sich mit Aufstellungsarbeit nicht auskennt, nicht wissen. Es sei dir also nachgesehen. Und Angst macht mir das in keinster Wiese, wenn ich arbeite. Aufsteller, die Angst haben vor dem, was sich zeigt, sollten die Finger davon lassen.
nein christoph...
auch therapeuten dürfen ängste und zweifel haben. nobody is perfect. ist das der grund, warum du die tür so panisch zuhälst ? glaubst du, du könntest danach nicht mehr als aufsteller arbeiten ?
hellinger hat den gleichen zugang wie ich. und ja. natürlich ist man dann angriffen ausgesetzt. genau von den leuten, denen es angst macht. die sich alles rational erklären müssen. dabei ändert sich das gar nicht. es bleibt erklärbar und auch nachweisbar. denn genauso wie du eine wirkung in deinen aufstellungen siehst, so sehe auch ich jeden tag die wirkung in meinem umfeld. nur das ich es mir erklären kann.
Das "Warum" ist noch nicht hinreichend erforscht, als dass ich dir, liebe Mara, da eine schlüssige und wissenschaftlich saubere Erklärung geben könnte. Es gibt da Modelle von Sheldrake, Dürr und anderen, die das erklären könnten. Mahr spricht vom "systemischen Feld". Aber es ist hinreichend erforscht, DASS die Erfahrungen der Stellvertreter valide sind (s.a. Höppner, 2000). Mir reicht, dass es wirkt, wenn es in einer Aufstellung mehr oder weniger eine Lösung gibt. und auch wenn nicht, wirkt etwas. Auch diese Wirkungen sind bereits erforscht und nachgewiesen.
ich wollte keine wissenschaftliche erklärung, christoph. ich möchte wissen, wie DU es dir erklärst. was sagt dein gefühl ? wie fühlt es sich für dich an, wenn du siehst, wie menschen über eine höhere ebene (als die des verstandes - ist es doch, oder ?) miteinander kommunizieren UND es auch noch wirkt ? ist es denn nicht GEISTIG, was da passiert ? SEELISCH ? und wenn ja - was ist geist und seele für dich ?
Wenn es einen ganz erheblichen und auch von außen beobachtbaren Unterschied in den automatischen und unbewussten Befindlichkeiten und Mikroverhaltensweisen der Stellverteter macht, wenn ein abgetriebenes Kind (ohne dass gesagt wird, dass es sich um dieses handelt) dazustellt, dann ist das für mich valide.
Und wenn nach der Integration so eines Kindes im realen, äußeren System nachgewiesene Wirkungen auch auf Unbeteiligte gibt, die bei der Aufstellung nicht dabei waren oder gar von ihr wissen, dann ist das für mich ebenfalls valide. Dann hat es vorher - vor der Lösung - auch eine Wirkung der Abtreibung bzw. Tötung auf die Familie gegeben, wenn sich diese in der Aufstellung gezeigt hat. Und die wird in der Aufstellung genau überprüft.
christoph, du hast ja recht. natürlich hat es eine wirkung. das bestreitet doch auch niemand und gerade an menschin kannst du es doch wunderbar sehen. JA ... es hat eine wirkung und eine fatale noch dazu und ja ... es entsteht eine todessehnsucht und ja - auch die nachfolgenden kinder übernehmen diese todessehnsucht. warum tun sie das ? warum hat es eine wirkung ?
Ich kenne eine Mutter, die hat sich für das Leben eines solchen Kindes entschieden und ist sogar dabei, ihren Frieden mit dem Vater des Kindes zu machen. DAS hat Größe! Das finde ich viel spiritueller, als so manche abtreibende Meditationsweltmeisterin und vermeintliche Geistreisende hier! So jemand, wie diese Mutter, dient dem Leben! Und das Schönste für das Kind: sie macht kein großes Aufhebens davon!
ja christoph. das ist wohl das endliche ziel, das uns vorschwebt. so sehr zu glauben, zu vertrauen, das wir alles annehmen können, was uns begegnet, was zu uns kommt. ich war auch lange so, bis ich feststellte, das ich mich dadurch unnahbar machte. wir sind alle menschen und wir haben alle fehler und erst als ich lernte meine fehler anzusehen und zu aktzeptieren habe ich die liebe kennengelernt. es hat was mit "mensch" sein zu tun. solche menschen, wie du sie da oben beschreibst gibt es immer wieder. nimm mutter theresa. sie sollen uns zeigen wozu menschen fähig sein können. als vorbild - wie jesus. aber er hat nie gesagt: seid wie ich, sondern er sagte: folgt meinem weg. damit ist gemeint, das wir versagen dürfen, wir dürfen fehlbar sein, wir sollen nur immer wieder den willen haben, zu werden, zu wachsen ... wir sollen nicht aufgeben ...
mehr nicht. alles andere empfinde ich als unmenschlich.
Auch hier hat das Kind sein Leben geopfert - bzw. es wurde von der Mutter geopfert - damit die Mutter leben kann. Und damit das danach geborene Kind leben konnte. Beide, Mutter und Geschwister des toten Kindes haben ihr Leben nun auf Kosten des Lebens dieses Kindes. Und das hat selbstverständlich Wirkungen.
ja solange wie nicht gesehen wird, das das kind sich freiwillig in diese position gebracht hat, aus einer höheren liebe heraus. was glaubst du denn meint hellinger damit wenn er die menschen sagen läßt: "ich habe es aus liebe getan"?
So manche weitere Äußerungen, die ich hier lesen musste und die sich auf "berechtigte Gründe" für eine Abtreibung beziehen, lesen sich wie eine Liste von Gründen für die Euthanasie im 3. Reich. Was da nicht alles als "unwertes" Leben angesehen wird!
die eltern entscheiden sich nicht für eine abtreibung weil das kind als "unwert" empfunden wird, sondern weil SIE SELBST sich der situation nicht gewachsen fühlen, wie auch immer ...
Auch die Vorstellungen, dass das Leben erst nach der Geburt eintrete, sind -zumindest mit dem Blick auf die Wirkungen - einfach absurd!
es ändert nichts an der wirkung, weil die wirkung nicht von dem kind ausgeht, sondern von den lebenden. die lebenden zeigen die wirkung, nicht das abgetriebene embryo.
Und werde keine Mutter, die ein Kind getötet hat, deswegen verurteilen. Das steht mir gar nicht zu! Auch nehme ich keine moralische Position dazu ein. Ich bleibe mit meiner persönlichen Bewertung ob das "gut" oder "böse" ist, ganz neutral und beschränke mich auf den Blick auf die Wirkung.
das ist nicht die wahrheit.
Somit spreche ich von den Wirkungen, wie sie sich bisher zeigen. Und ich spreche davon, dass es sein kann, dass man wenn es einer Mutter, die sich für die Tötung ihres Kindes entschieden hat, u.U. ebenso nichts mehr tun kann, wie für eine Mörderin. Das muss sich jede klar machen, die vor so einer Entscheidung steht.
aus meiner sicht und erfahrung (

) möchte ich diese aussage gerne relativieren. die familienaufstellung mag nichts mehr tun können. andere schon. es reicht ein mensch der liebt und annimmt und da ist und begleitet und dann kann auch dieser frau geholfen werden und auch dem vater, der machtlos daneben stehen mußte und hilflos zurückblieb.