Unabhängig davon, wie man "dafür" oder "dagegen" sein könnte, kann ich aus der Erfahrung und Beobachtung der Wirkungen von Abtreibung, wie sie sich in vielen Aufstellungen und im richtigen Leben gezeigt hat, sagen, dass die Abtreibung in der Seele auf gleiche Weise wie ein Mord wirkt.
Wer einen Menschen tötet, der hat meist das Bedürfnis nach Ausgleich und danach, bei dem Getöteten im Grab zu liegen und ihm ebenbürtig zu werden.
Gerade dort, wo sich jetzt empörtes Geschrei erheben wird, kann das besonders der Fall sein - nur (weil verdrängt hinter der sekundären Empörung) absolut unbewusst und damit sehr machtvoll.
Sowohl die Mutter, als auch manchmal der Vater, als auch spätere Kinder sind von den Folgen erfasst. Viele sterben zum Ausgleich oder geraten in Not aus unbewusstem Sühnebedürfnis. Ich habe viele Frauen gesehen, die bei keinem anderen Mann mehr wirklich bleiben konnten als Sühneversuch. (Sie signalisiert z.B. ständig: "Bei mir sind die Kinder nicht sicher" Oder sie werden immer wenn es ernst wird, wütend auf die Männer und verachten sie. Keiner ist angeblich "gut genug" usw.) Ich habe welche erlebt, die es in den Tod zu ihrem Kind zog.
Und ich habe selbst in meinem eigenen Leben gefunden, welche Wirkung es haben kann. Selbst wenn es gegen den Willen des Vaters geschehen ist. Die letzte Entscheidung trifft immer die Frau. Sie hat die Verantwortung mehr noch als der Mann.
Eine Empfehlung abzugeben angsichts der Tatsache, dass Sühne nicht "funktioniert" - versucht sie doch Geschehenes ungeschehen zu machen und damit zu tilgen/leugnen - erscheint mir sehr schwer.
Was ich aber sicher sagen kann: Abgetriebene müssen - mit Blick auf die Wirkung für spätere Kinder - unbedingt mitgezählt werden und einen Namen haben, wenn man die späteren Kinder schützen will. Sonst kann es sein, dass es eines von denen - in Vertretung des getöteten Kindes - in den Tod zieht, damit die Mutter bleiben kann.
Auch ist zu würdigen, dass das getötete Kind den Eltern (und insbesondere der Mutter!) das Äußerste geschenkt hat aus Liebe: sein Leben. Das muss anerkannt werden. Und so muss das Kind gewürdigt sein. Und dann schaue man darauf, wieso so ein Kind getötet wird: meistens einfach nur, weil das Leben ohne dieses Kind den Eltern bzw. der Mutter einfach bequemer war. Niemand muss heute bei uns mehr wegen eines Kindes alles aufgeben. Doch derBlick wird auf den Verlust von Bequemlichkeiten gerichtet, anstatt auf das Kind. (Und dann wird besonders gern die Verantwortung mit pseudospirituellen Argumenten, wie:"Das Kind hat es doch so gewollt", verwischt. So reden Täter oft.) Was für ein Preis für einen Egoismus!
Und was ich beschrieben habe, gilt ebenfalls bei Kindern, die "aus Vergewaltigungen entstanden sind". Was für eine furchtbare Unterscheidung und Abwertung ihres Lebens - ja des lebens überhaupt!!! Wenn ich so entstanden wäre, dann wäre ich dankbar, dass das Leben sich so machtvoll seine Bahn gesucht hätte, damit ich leben kann! Ein doppelter Dank an beide Eltern, dass sie das auf sich genommen haben, damit ich lebe, das ist da angebracht!
Oder seid ihr für die Euthanasie aller, deren Leben so begann? Ich denke sogar: wie -unter welchen Umständen - das eigene Leben entstanden ist, das geht das Kind gar nichts an! Wer so etwas dem Kind erzählt, der versündigt sich an ihm und seinem Leben. Vieleicht ist er sogar mit Schuld an einem Selbstmord. denn das Leben um diesen Preis zu nehmen, das ist schwer. Wer das kann, der hat eine besondere Kraft.
Besser: das Kind da heraus lassen.
Zum Schluss noch einmal für die Empörten: ich habe damit keinerlei Stellungnahme moralischer Art abgegeben. Ich habe die Wirkungen beschrieben, wie sie sich mir - und anderen - bisher gezeigt haben. Und ich verurteile niemanden, die/der eine Abtreibung vorgenommen hat. Das steht mir nicht zu.
Jeder muss selbst wissen, was er tut und wie er die Folgen trägt oder es seinen Kindern zumutet, das für ihn zu tun.
Ich selbst würde nach meinen eigenen Erfahrungen niemals einer Abtreibung eines Kindes von mir zustimmen.
Christoph