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Vom Irrsinn der Spiritualität!

Dieses Thema im Forum "Gesellschaft und Politik" wurde erstellt von Laws, 12. Februar 2014.

Status des Themas:
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  1. Laws

    Laws Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. Februar 2014
    Beiträge:
    3.158
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    Hallo, ich habe mir einige Gedanken über die Esoterik oder Spiritualität im allgemeinen gemacht, da ich denke, dass sie in vielerlei Hinsicht in die falsche Richtung läuft. Ich möchte niemanden angreifen oder behaupten es wäre so, wie ich es hier dargestellt habe. Vielleicht wollt und könnt ihr mir sagen, ob ihr es ähnlich seht, oder wo ich mich eurer Meinung nach irre. Das hier soll keine Belehrung oder so etwas sein, sondern so etwas wie ein Brainstorming, eine gemeinsame Arbeit, bei der ich, so wie ich denke auch selbst viel lernen kann.




    "Was ist Versenkung? Was ist Verlassen des Körpers? Was ist Fasten? Was ist Anhalten des Atems? Es ist Flucht vor dem Ich, es ist ein kurzes Entrinnen aus der Qual des Ichseins, es ist eine kurze Betäubung gegen den Schmerz und die Unsinnigkeit des Lebens. Dieselbe Flucht, dieselbe kurze Betäubung findet der Ochsentreiber in der Herberge, wenn er einige Schalen Reiswein trinkt oder gegorene Kokosmilch. Dann fühlt er sein Selbst nicht mehr, dann fühlt er die Schmerzen des Lebens nicht mehr, dann findet er kurze Betäubung. Er findet, über seiner Schale mit Reiswein eingeschlummert, dasselbe, was Siddhartha und Govinda finden, wenn sie in langen Übungen aus ihrem Körper entweichen, im Nicht-Ich verweilen. So ist es, o Govinda."
    Aus Herman Hesse´s Siddartha

    Das eigene Ich: Wahrheit? Fiktion? Eine Last oder einfach nur eine unausweichliche Tatsache? Warum haben wir so ein unglaublich schlechtes Verhältnis zu uns selbst, schämen uns, verleugnen unsere Taten, oder streben nach immer mehr? Unser jetziges Dasein scheint eine Qual, eine Last zu sein, aus der es sich zu befreien gilt. Unzählige Spiritisten, Esoteriker, NewAge-Anhänger, erzählen von der Last des Hier und Jetzt, dass erst im göttlichen, in höheren Spähren Glück und Freiheit verspricht.

    Immer mehr Angebote überlaufen inzwischen den spirituellen Markt der Glückseligkeit. Meditation, Channeling, Lichtnahrung, Telekinese, Telepathie, Levitation, Erleuchtung und vollkommene Befreiung vom dem quälende Ich, dem Menschsein, dem beschränkt sein. Unzählige von uns, sind inzwischen davon überzeugt, auf dem Pfad der Erleuchtung zu wandeln, sind in Kontakt mit Geistern, Engeln oder ihren Geistführern. Ich selbst bezweifle dabei nicht einmal, dass es solche Dinge gibt und ich nehme Channeling, also den Kontakt mit fremden Welten, Geistern, oder was auch immer das ist, nicht auf die leichte Schulter, immerhin sind nicht gerade wenige aufgrund dessen, in einer geschlossene Anstalt gelandet. Doch meine Frage lautet, warum sind wir so verrückt danach, dieser, unserer Realität zu entfliehen, und vor allem, brauchen wir dies alles tatsächlich, um hier und jetzt zu leben, um im hier und jetzt Entscheidungen treffen zu können?

    Oder ist es nicht eher so, dass wir mit all diesen Dingen, mit dem Versuch Erleuchtung zu erlangen, mit irgendwelchen Geistführern in Kontakt zu kommen, uns vor der Verantwortung drücken, genau davor zu fliehen, vor dem Hier und Jetzt. Im Hier und Jetzt zu leben, heißt doch nichts anderes, als sich seiner Probleme bewusst zu sein und sich ihnen zu stellen. Doch wir alle, tun wirklich alles, um genau das zu vermeiden. Egal ob wir wir verrückt meditieren, oder uns in einem Computerspiel verlieren.
    Wir sind eine Gesellschaft, die nicht einmal die grundlegendsten, die fundamentalsten Regeln des Zusammenlebens beherrscht. Wir sind nicht dazu in der Lage, ernsthafte Konflikte gewaltlos zu lösen, kennen weder das Prinzip der bedingungslosen Liebe, noch die wahre Bedeutung von Fairness und Toleranz, doch wir alle wollen jetzt sofort in göttlichen Spähren, in göttlicher Liebe, in absoluter Freiheit schweben, wo sich all unsere Problem mit einem Schlag auflösen werden.

    Diese ganzen Konzepte der Spiritualität, der Esoterik, der Religionen im allgemeinen, kommen mir manchmal vor wie Ausflüchte, wie der Versuch vor, sich vor seinen Aufgaben, vor seinen eigenen, persönlichen Problemen zu drücken. Diese Welt befindet sich in einem katastrophalen Zustand, egal ob es um das Finanzsystem, unsere Umwelt, oder um unseren Geisteszustand geht. Doch anstatt, sich mit diesen Problemen auseinanderzusetzen, suchen wir Trost und Führung, versuchen uns davor zu retten, was auf uns zukommt, versuchen davonzulaufen, wie kleine Kinder, die ihre Augen verschließen, und glauben, das wenn ich die Gefahr nicht sehe, sie mich dann auch nicht sieht.
    Eckhart Tolle, z.B. beschreibt, dass all unsere Probleme in dieser Welt einzig und alleine auf unser Ego, auf unsere Gedanken, die wir nicht sind, zurückführen lässt. Wir sind formlos, von göttlicher Gestalt, und just indem Moment, wo sich die Menschheit um die Kraft der Gedanken bewusst wird, werden sie auch gleich wieder verteufelt. Laut ihm, müssen wir davon ablassen, vom eigenen Ich loslassen, unsere Identifikation mit dem illusionären Ich überwinden. Ironischerweise, ist vieles davon wahr, aber diese Verallgemeinerungen, dieses Denken, alles lässt sich nur auf dieses eine Problem reduzieren, ist einfach lächerlich. Natürlich haben wir in dieser Welt das Problem, dass wir uns zu sehr, mit unseren Rollen, mit den Dingen, Berufen usw. identifizieren. Zu glauben, dass ich etwas besseres bin, weil ich mehr Geld besitze, oder einen höheren Schulabschluss besitze, ist für mich geradezu grotesk. Aber zu behaupten, dass jeder Schmerz, und jedes Leid nur auf unser Denken zurückgeht, dass kann ich nicht gutheißen. Wenn wir uns zu sehr mit den Dingen um uns herum identifizieren, uns zu sehr daran klammern, dann klar, sobald wir diese Illusionen verlieren, wird dies durch unser Denken eine sehr schmerzhafte Erfahrung. Dinge sind Dinge und wenn ich davon überzeugt bin, dass mein Auto, mein Selbst widerspiegelt, werde ich alles tun, um es nicht zu verlieren. Aber was, wenn wir einmal den Härtefall nehmen, dass das eigene Kind entführt wird, und man als Eltern fast umkommt vor Sorge. Soll man dann einfach sagen, es wäre egal? Es spiele keine Rolle, es sind nur meine Gedanken, die mir schmerzen zufügen? Das ist nicht mein Kind, und es hat seinen eigenen Pfad oder Weg gewählt? Oder ist es nicht die Verbindung zu unserem Kind, die Einheit mit diesem Menschen, und das Wissen, oder Unwissen, was alles mit ihm passiert nicht der Grund für unsere Qual? Einfach sein Ich aufgeben? Einfach sagen, es spielt keine Rolle, einfach alles herunterschlucken? Damit propagiert man Herzlosigkeit, Skrupellosigkeit und Barbarei. Damit propagiert man eine Trennung, wo Einheit herrschen sollte, Gleichgültigkeit, wo Herz gefragt ist.
    Das Ego, das Ich, ist auch ein entscheidender Antrieb des Überlebens, in dieser Welt. Hätte ein Löwe kein Ego, würde er nicht jagen gehen, sich nicht vermehren wollen und somit aussterben. Das eigene Ego, lässt uns auch in eine Abwehrhaltung gleiten, wenn wir angegriffen werden. Also ist es erstaunlich, dass ein Eckhart Tolle, bei Opra Winfrey ins amerikanische Fernsehen gelangt, das nachweislich von den Eliten beherrscht wird, die unseren Verstand benebeln und uns alle beherrschen wollen? Wollen sie unser Ego zerstören, damit wir uns alles gefallen lassen, damit wir alles zulassen? Ich sage dazu ganz klar nein. Mein Ego ist ein Teil von mir, und es wird auch immer eines bleiben.

    Man sollte durchaus unterscheiden, zwischen den Dingen um uns herum, die wir zwar brauchen, aber mit denen wir uns nicht identifizieren sollten, und dem Leben. Leben, wie die Natur, unsere Mitmenschen, die Tierwelt sind ein Teil von uns, und wir sind ein Teil von ihnen. Und dieser Teil spielt eine entscheidende Rolle. Es spielt eine Rolle, ob unser Planet zerstört wird, es spielt eine Rolle, dass Menschen unsägliches Leid erdulden müssen. Es spielt eine Rolle, wenn jeden Tag, tausende von Kindern verhungern, vergewaltigt, oder getötet werden. Es ist ein unhaltbarer und absolut inakzeptabler Zustand, der unsere voll Aufmerksamkeit und unser Handeln verdient. Wir alle sind verantwortlich für diese Welt und wir alle können etwas unternehmen, aber solange wir weiterhin in göttlichen Spähren umherwandern, kümmern wir uns nicht um die wesentlichen, die wirklich wichtigen Dinge im Leben. Gedankenlesen, Telekinese oder Erleuchtung, sind erstrebenswerte Ziele, wenn wir uns um unsere Problem gekümmert haben, wenn wir die Verantwortung für die Dinge übernommen haben, die wirklich wichtig sind, wie die Tatsache, dass wir unsere Kinder mit unserem Fernsehen und unseren Handys zerstören, dass wir die Umwelt und die Menschheit vernichten, wenn wir weiterhin auf unser Konsumverhalten bestehen usw. Wir haben es in der Hand, doch noch immer drücken wir uns davor etwas zu unternehmen.

    Der Psychologe Erich Fromm sagte einstmals, dass eines der größten Probleme des Menschen darin liege, sich seiner eigenen Beschränktheit, seiner Unwissenheit und seines eingeschränkten Handlungsspielraumes bewusst zu sein. Wie kleine Kinder bestehen wir immer noch darauf, dass ein Vater - bei der Religion Gott - da sein muss, der mich behütet und beschützt, der mich belohnt oder bestraft, je nachdem wie ich mich verhalte. Unsere gesamte Welt, egal ob in einer Firma, bei unserem Staat, oder der Justiz beruht auf diesem Glauben, auf diesem Selbstbild des Menschen. Unsere Aufgabe ist es aus diesem infantilen Stadium zu entkommen und endlich einmal erwachsen zu werden. Wenn wir uns unserer eigenen Fähigkeiten bewusst werden, können wir viel mehr erreichen, als wir uns vorstellen können. Auch ohne Telekinese oder Telepathie. Wir alle könnten diese Welt verändern, wenn wir endlich einmal aufhören würden, darauf zu warten, dass dies einmal eine bessere Welt wird, oder bis endlich einmal der "richtige" Zeitpunkt gekommen ist. Wirkliches Selbstbewusstsein entsteht aus der Fähigkeit, seine eigenen Probleme aus eigener Kraft zu lösen. Diese ganzen Praktiken, die uns durch die Esoterik angeboten werden, sind wie Abkürzungen, als ob man den Mount Everest mit einem Hubschrauber bezwingt, der einen einfach nach "oben" fliegt. Ein Schreiner, der einen guten Schreibtisch bauen kann, kann dies, weil er es lange geübt hat und viel Erfahrung besitzt, genau wie ein Musiker, der ein Instrument beherrscht. Wenn "Gott" zu uns kommen würde, und uns einfach so die Fähigkeit gäbe, Klavier wie ein Meister zu spielen, so würden wir nie stolz darauf sein können, weil wir absolut nicht dazu beigetragen haben, weil wir es nicht aus eigener Kraft, aus eigenem Willen gelernt haben. Wir hätten keine Erfahrungen darin gesammelt, was es heißt zu lernen, einmal zu scheitern um wieder aufzustehen. Und ich denke, dass der Mensch mit vielen Dingen, wie der Lichtnahrung oder dem Channeling einfach überfordert ist und noch lange nicht so weit ist, solche Dinge zu verstehen, geschweige denn, sie zu beherrschen. Es geht darum eine echte Persönlichkeit zu werden, und wie soll das funktionieren ohne mein Ich? Wir sind mehr als wir denken, aber so wie wir alle einst ein Baby waren und gewachsen sind, genauso werden wir, wenn es soweit ist eines Tages wieder in die sogenannten höheren Sphären übergehen, aber dann auch mit dem nötigen Wissen und der Erfahrung, die uns dazu befähigen, damit umzugehen.

    Hören wir endlich damit auf, uns selbst schlecht zu machen, dieses Leben schlecht zu machen, es gibt so vieles, wofür es sich zu kämpfen lohnt, wofür es sich zu leben lohnt, auch mit unseren Beschränkungen. Wir sind hier, und wir leben nun einmal in dieser Welt, versuchen wir das Beste daraus zu machen! Hören wir endlich auf zu jammern, dass wir hier sind und fangen endlich einmal damit an zu leben.
     
  2. Lichtpriester

    Lichtpriester Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    28. April 2012
    Beiträge:
    19.109
    Ja, dann mach. Hör auf, dir so lange Gedanken zu machen, bis dir vor lauter Im-Kreis-Drehen schwindlig wird und fang an zu leben. Spiritualität ist einfach, ob mit oder ohne Channeling, usw. Wer glaubt, alle Praktiken ausprobieren, alle Lehren studieren zu müssen, um Erleuchtung zu erlangen, läuft einem Phantom hinterher, das er nie erreichen wird.

    Also... lass die Gedanken an Erleuchtung los, und sie wird dich irgendwann erreichen. Und dazwischen füllst du deine Tage mit LEBEN. :)

    Willkommen! ;)

    LP
     
  3. flori776

    flori776 Neues Mitglied

    Registriert seit:
    1. Februar 2012
    Beiträge:
    948
    Ort:
    salzburg
    auf diesen ganzen text kann ich nur eins sagen: herzlich willkommen in diesem forum.
    mfg
     
  4. ente

    ente Mitglied

    Registriert seit:
    14. Oktober 2012
    Beiträge:
    543
    wir?

    du vielleicht.

    ich sitze gerade in rotterdam am hafen und mache kaffeepause während ich unser schiff für die nächste greenpeaceaktion wieder fit mache.

    nein stimmt nicht.
    ich sitze gerade zuhause, habe mein antidepressivum bereits im bauch, labe mich an mayonaise-wurstsalat und budweiser bier und denke mir, mei der bursch/das mädel hat einen wirklich scharfen verstand, der/die könnt echt was verbessern auf unsrer welt.
    also hau rein alter/alte, tu was, machs besser als ich.

    ;)


    ps:

    berufsvorschläge:

    mitglied der esoterikforumsmobbingbrigade :)D)
    alten/krankenschwester/pfleger
    präsident der u.s.a.
    eisverkäufer (der die leutz vom sein im hier und jetzt abhält)


    nein ernsthaft.
    du machst dir wichtige gedanken.:)
     
  5. terramarter

    terramarter Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    5. Januar 2012
    Beiträge:
    2.512
    (du bist ja süß, ente :->)
     
  6. winnetou

    winnetou Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    7. August 2008
    Beiträge:
    2.551
    Ort:
    n.ö.
    Werbung:
    zuerst kommt das jammern, dann kommt die erleuchtung.
    nur wenn wir an uns selbst arbeiten, verändert sich die welt
    die energien eines neuen bewusstseins durchdringen alle beziehungen.

    lg winnetou:)
     
  7. ente

    ente Mitglied

    Registriert seit:
    14. Oktober 2012
    Beiträge:
    543
    das versüßt mir den tag.:)
     
  8. Yogurette

    Yogurette Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    14. Juli 2009
    Beiträge:
    5.266
    Ort:
    Kassel, Berlin
    Vielleicht wollt und könnt ihr mir sagen, ob ihr es ähnlich seht, oder wo ich mich eurer Meinung nach irre...

    gut, mal sehn, wie weit ich damit komme (rein von der Menge her).
    hab deine Sätze lila gemacht, ist sonst so ne Arbeit ...


    "Was ist Versenkung? Was ist Verlassen des Körpers? Was ist Fasten? Was ist Anhalten des Atems?
    Es ist Flucht vor dem Ich,.......


    laß die Leute, die sowas machen wollen, es machen,
    zwingt dich ja keiner dazu - und mich auch nicht.


    Das eigene Ich: Wahrheit? Fiktion? Eine Last oder einfach nur eine unausweichliche Tatsache?

    ein Geschenk? :)


    Warum haben wir so ein unglaublich schlechtes Verhältnis zu uns selbst, schämen uns, verleugnen unsere Taten, oder streben nach immer mehr?

    mögliche Antwort: weil wir angenommen (also nicht abgelehnt) werden wollen.
    drum heißt es ja immer so schön: nimm dich an, so wie du bist. :)
    mit verleugnen oder schämen ist niemandem gedient und nix geholfen,
    weißt du doch, und auch "immer mehr" ist nicht der Hit.
    was ist denn an dir zum Beispiel so schröcklich, daß du es ablehnen mußt?


    Unser jetziges Dasein scheint eine Qual, eine Last zu sein, aus der es sich zu befreien gilt.
    Unzählige Spiritisten, Esoteriker, NewAge-Anhänger, erzählen von der Last des Hier und Jetzt, dass erst im göttlichen, in höheren Spähren Glück und Freiheit verspricht.


    hattest du mal einen Nierenstein oder nen vereiterten Zahn?
    will sagen, klar bedeutet die körperliche Existenz auch (!) Leid,
    aber ganz bestimmt nicht NUR.


    Immer mehr Angebote überlaufen inzwischen den spirituellen Markt der Glückseligkeit.....

    stimmt. und das ist im Supermarkt oder Kaufhaus auch nicht anders.
    was für dich ist nimm, den Rest verwirf. :)


    .. warum sind wir so verrückt danach, dieser, unserer Realität zu entfliehen, und vor allem, brauchen wir dies alles tatsächlich,
    um hier und jetzt zu leben, um im hier und jetzt Entscheidungen treffen zu können?


    da bin ich ganz deiner Meinung, wäre nur mit diesem "wir" vorsichtiger.
    ich gestehe Anderen zu, für eine Weile von irgendwas fasziniert zu sein,
    von dem sie im Grunde selber schon ahnen, daß es nicht das Wahre ist,
    aber sie müssen eben selber dahinterkommen, und das kommt dann schon.
    ich bin auch so´n Verfechter des "es ist immer Jetzt". :) nice to meet you.


    Oder ist es nicht eher so, dass wir mit all diesen Dingen, mit dem Versuch Erleuchtung zu erlangen,
    mit irgendwelchen Geistführern in Kontakt zu kommen, uns vor der Verantwortung drücken, genau davor zu fliehen, vor dem Hier und Jetzt.


    hast du schonmal eine Botschaft von deinem Geistführer erhalten?
    hat der was von fliehen oder sich drücken gesagt? glaub ich nich.


    Im Hier und Jetzt zu leben, heißt doch nichts anderes, als sich seiner Probleme bewusst zu sein und sich ihnen zu stellen.
    Doch wir alle, tun wirklich alles, um genau das zu vermeiden. Egal ob wir wir verrückt meditieren, oder uns in einem Computerspiel verlieren.


    sicher, für alles gibt es ein gesundes Maß, ein Zuviel und ein Zuwenig.
    es ist nichts verkehrt daran, sich (mal) zu verlieren, denn den Verstand
    und die Kontrolle ständig dominieren zu lassen, das tut einfach nicht gut.
    du kannst weltverloren Computerspielen und trotzdem deine Dinge tun.
    es läßt sich letzten Endes ALLES vereinbaren. isn´t it fantastic? :)


    Wir sind eine Gesellschaft, die nicht einmal die grundlegendsten, die fundamentalsten Regeln des Zusammenlebens beherrscht.
    Wir sind nicht dazu in der Lage, ernsthafte Konflikte gewaltlos zu lösen, kennen weder das Prinzip der bedingungslosen Liebe, noch die wahre Bedeutung von Fairness und Toleranz,


    find ich übertrieben, aber dir ging es wohl auch eher darum, eine Tendenz aufzuzeigen.


    doch wir alle wollen jetzt sofort in göttlichen Spähren, in göttlicher Liebe, in absoluter Freiheit schweben, wo sich all unsere Problem mit einem Schlag auflösen werden.

    meinst du?
    mein Eindruck ist, daß ganz viele Menschen recht gern hier auf der Erde leben.
    ein resigniertes "ich will nicht mehr leben" meint oftmals "ich will SO nicht mehr,
    bringe aber nicht die nötige Zuversicht auf, daß es ANDERS werden kann."


    Diese ganzen Konzepte der Spiritualität, der Esoterik, der Religionen im allgemeinen, kommen mir manchmal vor wie Ausflüchte,
    wie der Versuch vor, sich vor seinen Aufgaben, vor seinen eigenen, persönlichen Problemen zu drücken.


    du wiederholst dich.

    hab jetzt keine Lust mehr. ich spiel jetzt erstmal noch ein bischen,
    dann häng ich die Wäsche zum trocknen auf und dann koche ich.

    LG
    Y.
     
  9. Laws

    Laws Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    12. Februar 2014
    Beiträge:
    3.158
    Hallo, ich danke dir erst einmal für die ausführlich Antwort, ich finde die Reaktionen insgesamt sehr spannend, und für mich zeigt es wie unsere Gesellschaft so tickt. Ich wollte nur noch einmal auf deine Aussage hier eingehen.

    Wir sind eine Gesellschaft, die nicht einmal die grundlegendsten, die fundamentalsten Regeln des Zusammenlebens beherrscht.
    Wir sind nicht dazu in der Lage, ernsthafte Konflikte gewaltlos zu lösen, kennen weder das Prinzip der bedingungslosen Liebe, noch die wahre Bedeutung von Fairness und Toleranz,

    find ich übertrieben, aber dir ging es wohl auch eher darum, eine Tendenz aufzuzeigen.

    Ich wollte damit vor allem ausdrücken, wie sehr wir uns dem Konkurrenzdenken hingegeben haben, dass zumindest ein sehr großer Teil von uns vollkommen davon überzeugt ist, den Anderen übertrumpfen zu müssen, um sich selbst aufbauen zu können. Egal ob im Sport oder im Berufsleben, in der Schule oder unter Geschwistern.
    Als man z.B. den Aborigines das Fußballspielen beibrachte, spielten diese immer solange bis es unentschieden stand, erst dann war für sie das Spiel vorbei, für sie war das Prinzip von Gewinner und Verlierer vollkommen unverständlich, doch bei uns gibt es unzählige Spiele, wie Schach, Dame, selbst scheinbar harmlose Kartenspiele, in denen es nur darum geht, den Anderen zu schlagen, um sich selbst zu erhöhen um sich auf kosten des Nächsten gut fühlen zu können.
    Außerdem möchte ich noch darauf hinweisen, dass wir momentan auf eine ganz massive und äußerst gefährliche Diktatur zulaufen. Wolfgang Schäuble, hat wortwörtlich gesagt, dass er nur noch den einen Weg sieht, die volle Souveränität Deutschlands an die EU abzutreten. Außerdem werden durch das Freihandelsabkommen unglaubliche Probleme auf uns zukommen, wie gentechnisch veränderte Lebensmittel oder das Fracking. Wir wissen, dass wir die Welt zerstören, dass wir so nicht weitermachen können und doch verschließt jeder die Augen davor, und will nichts mehr davon wissen. Das ist für mich eine Gesellschaft die aufgegeben hat. Der Widerstand ist noch viel zu gering und ich denke das wir nicht nur damit anfangen müssen neu zu denken, sondern auch massiv anders handeln und leben müssen. Sich zu sehr auf die Spiritualität zu verlassen, ist nicht ohne Gefahr, denn viele unserer Probleme sind einfach weltlicher Natur.
     
  10. Bougenvailla

    Bougenvailla Sehr aktives Mitglied

    Registriert seit:
    20. September 2011
    Beiträge:
    6.999
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    Dann lass es doch, wenn es zu viel Arbeit ist!

    Es ist anderen gegenüber rücksichtslos die zitieren möchten und jetzt doppelte Arbeit haben wie Du siehst.
     
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