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meinem lieben papa tschüß gesagt

Dieses Thema im Forum "Trauer" wurde erstellt von Ernchen, 7. Dezember 2007.

  1. Ernchen

    Ernchen Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2007
    Beiträge:
    14
    Ort:
    Uckermark
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    hallo,

    ich habe gerade meinem papa tschüß gesagt. er ist im januar 2005 mit 49 jahren an einem herzinfarkt gestorben.

    er war für uns unser fels in der brandung, der immer alles geregelt und im griff hatte. wenn wir mal n problem oder fragen hatten, er wußte immer eine lösung.
    als mein bruder 2001 mit 21 jahren tödlich verunglückte, war er es, der uns zeigte, wie wir weiterleben konnten mit dem schmerz.

    bis er dann 2005 selber ging. wir mußten unser haus verkaufen, meene mutter mußte ihr geschäft aufgeben. uns ist unser ganzes leben um die ohren geflogen und dazu kam dann noch der unerträgliche schmerz.

    ich habe dat alles verdrängt und praktisch seinen "job" übernommen. ich habe den hausverkauf abgewickelt und die geschäftsaufgabe, ich habe den papierkram gemacht und mich mit ämtern auseinander gesetzt, damit meene mutz und meene schwester abgesichert waren. ich hab mich um meene schwester wegen schule gekümmert, hab mit lehrern gesprochen u.s.w.
    ich hab mich um meene mutz gekümmert, weil sie sich eene zeitlang das leben nehmen wollte. und dann bin ich noch, wohne ca. 60 km von meener mutz entfernt, in mein leben gezwitscht und bin arbeiten gegangen.

    dat alles habe ich ca. 2 jahre lang so gemacht. ich hab mir eingeredet, dat ich ja trauer, bin ja auch schließlich auf den friedhof gegangen.

    doch dann wollte mein körper nicht mehr, obwohl laut untersuchngsergebnissen alles in ordnung war und es kamen die panikattacken.

    ich mußte mir eingestehen, dat ich nicht mehr so stark bin.hab dat alles als schwäche und versagen empfunden. also begab ich mich in therapie und hab angefangen zu trauern.

    heilig abend vor einem jahr bin ich zum ersten mal wirklich auf dem friedhof bei papa gewesen, die male davor, hab ich mich am tor abgestellt und es ist nur die hülle von mir am grab gewesen. an diesem abend hab ich zum ersten mal realisiert, das er tot ist, und er nicht mehr zurückkommt, ich hab zum ersten mal den unendlichen schmerz gefühlt. seitdem hab ich mich auch damit beschäftigt, was nach dem tod ist, vorher war ich ratlos. jetzt weiß ich, dass er auf der anderen seite ist bei meinem bruder und den anderen aus unserer familie, die schon gegangen sind. dieses wissen hat mich schon beruhigt und das wissen, dass es ihm gut geht.

    aber mir ist heute abend bewußt geworden, beim lesen hier im forum, dass ich ihn noch nicht losgelassen habe. ich hab mir so sehnlichst gewünscht, das er nochmal zu mir kommt im traum und mir sagt, dass es ihm gut geht. aber bis jetzt ist das noch nicht geschehen. er ist so plötzlich gegangen, dass ich mich nicht verabschieden konnte auch konnte ich ihm nicht sagen, dass ich ihn liebe.

    doch vorhin plötzlich hatte ich ein gefühl, welches von tief innen kam und ich schaute sein bild an und hab tschüß gesagt, ich habe ihm gesagt, wie sehr ich ihn liebe und das ich stolz auf ihn bin, dass ich stolz bin seine tochter zu sein und ich habe mich für alles bedankt, was er mir für mein leben mitgegeben hat.
    ich hab mich von ihm verabschiedet und jetzt spüre ich eine innere ruhe obwohl mir vorher nicht bewußt war, dass ich unruhig war.

    auch wenn ich mich verabschiedet habe, weiß ich, dass er weiterlebt in meinem herzen und das er über uns wacht.

    ich küsse dich mein lieber papa.

    das mußte ich mir jetzt von der seele schreiben. ich bin wirklich froh, dass es dieses forum gibt, auch wenn ich nicht oft etwas schreibe, aber dieses forum, hat mir schon sehr geholfen und dafür bin ich allen sehr dankbar.

    LG
    Ernchen
    :flower2:
     
  2. DieWaldfee

    DieWaldfee Aktives Mitglied

    Registriert seit:
    1. Juli 2007
    Beiträge:
    1.445
    Hallo liebe Ernchen,

    ich möchte dir hier .. jetzt auf diesem Weg alles Liebe und Gute für dein weiteres Leben wünschen!

    Bestimmt war für dich die Zeit auch nicht einfach... zu trauern.. aber auch den ganzen "Papierkram" zu erledigen...

    Schaue auf dich, gebe acht auf dich und höre auf dich.

    Ich wünsch dir vom Herzen
    alles Liebe,
    Waldfee
     
  3. Ernchen

    Ernchen Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2007
    Beiträge:
    14
    Ort:
    Uckermark
    liebe waldfee,
    ich danke dir für die netten worte.

    bin dabei zu lernen auf mich zu hören, wenn ich dat mal nicht tue, dann meldet sich mein körper wieder mit den psychosomatischen beschwerden.

    aber ich habe auch mitbekommen, dass es schön ist, auch mal was für sich zu tun und kann es manchmal schon richtig genießen und fühle auch wieder etwas dabei, auch positives:)


    LG
    Ernchen
     
  4. SandyEngel

    SandyEngel Guest

    Hallo Ernchen,

    laß dich mal ganz fest drücken !

    ich habe große hochachtung vor dem, was du alles geleistet hast!!!!

    ich weiß, wovon ich spreche, denn ich habe ähnliches erlebt. mein mann und meine mutter starben vor einigen jahren innerhalb von nur 2 monaten und da gabs auch eine menge an papierkram, wohnungsauflösungen, und dazu noch eine firmenliquidierung. und neben all dem schmerz ging ich noch arbeiten.

    heute wundere ich mich manchmal, woher ich die kraft für das alles genommen habe.
    ich fand mich in vielem, was du geschildert hast, wieder. zum trauern hatte ich nicht viel zeit. der schmerz kam erst viel später, da aber mit voller wucht.
    als dann auch noch mein sohn starb, dachte ich zuerst, das überleb ich auch noch. ich hab ja schon gewissermaßen übung im trauern, und so dachte ich, ich könnte auch gleich wieder arbeiten gehn und weitermachen, die pflicht ruft ja schließlich.
    und dann kam der totale zusammenbruch mit panikattacken und kreislaufproblemen.....dir wird das alles sehr bekannt vorkommen.

    ja, heute, nach 2 jahren, gehts mir wieder ganz gut. natürlich ist die zeit vor weihnachten sehr belastend, aber das geht auch vorüber

    die sache mit dem loslassen ist eine schwierige, ich weiß. aber letztendlich kann man nur dann lebenswert weiterleben, wenn man den blick nach vorne richtet. wir vergessen unsere lieben ja nicht, sie leben in uns und unserer liebe zu ihnen weiter, aber wir lassen sie weiterziehen, damit auch wir unseren weg weitergehen können.

    ich wünsche dir ganz viel kraft, freude und zuversicht für dein weiteres leben. dein vater ist bestimmt sehr sehr stolz auf dich!

    alles liebe
    Sandy
     
  5. Ernchen

    Ernchen Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2007
    Beiträge:
    14
    Ort:
    Uckermark
    hallo sandyengel,

    danke, dat tut gut so liebe worte zu lesen.

    es hilft mir auch schon immer ungemein, wenn ich weiß, dat ich nicht alleine mit meinem schmerz bin.

    sei ganz lieb gegrüßt sandyengel

    Ernchen
    :flower2:
     
  6. Engelchen83

    Engelchen83 Mitglied

    Registriert seit:
    28. November 2007
    Beiträge:
    35
    Ort:
    Österreich
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    Hallo Ernchen!

    Deine Worte haben mich echt sehr gerührt! Wie du das alles gemeistert hast, Hut ab!!

    Ich kann dich nur zu gut verstehen, da meine Oma am 21.11.2007 verstorben ist. Ich habe das im Moment noch gar nicht richtig realisiert, dass meine Oma nicht mehr nach Hause kommt.

    Ich wünsche dir für dein weiteres Leben viel Kraft!!

    Fühl dich gedrückt
    engelchen :engel:
     
  7. Ernchen

    Ernchen Neues Mitglied

    Registriert seit:
    2. Oktober 2007
    Beiträge:
    14
    Ort:
    Uckermark
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    hallo engelchen83,

    ich danke dir für deine lieben worte und wünsche dir und den anderen
    auch viel kraft, gerade in der weihnachtszeit :) .

    LG
    Ernchen
    :flower2:
     
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