Woran glaubt Ihr nicht?

Ganz saloppe Gegenfrage: Wieso glauben so viele User sich darüber ein negatives Urteil erlauben zu können, dass Wissenschqaftler die ihnen liebe Behauptung nicht akzeptieren? Warum liest man hier so einige Male: "Das haben die verbohrten Wissenschaftler noch nicht anerkannt, dass ..."?

Weil einfach klar ist wie Kloßbrühe, und Du selbst hast es zig Mal geschrieben, dass Wissenschaft sich doch ständig selbst korrigiert. Was zur Folge hat, sie hat schon sehr viele Dinge angeblich als belegt und wahr herausgefunden, die sich im Nachhinein als falsch herausgestellt haben.

Also ist es einfach Unfug zu behaupten, die Wissenschaft liegt immer richtig. Und der Wissenschaft somit eine übergewichtete Stimme verleihen zu wollen. Wer das tut, dem geht es wirklich nur darum zu missionieren und damit bloß niemand glaubt, was wissenschaftlich noch nicht belegt wurde. Wobei ja diese Belege sich selbst beständig korrigieren, es also eine ganze Reihe an Falschbehauptungen in der Wisenschaft selbst gibt.

Das hat durchaus was von: Glaubt der Wissenschaft, sie hat immer Recht, auch wenn klar ist, dass das überhaupt nicht stimmt.

Leute, die sich der Wissenschaft bedienen, um ihre eigenes Glaubenssystem zu verteidigen und die Mitmenschen überzeugen wollen, verhalten sich genauso wie religiöse Menschen, die dann ihren Gott hernehmen, der unergründlich ist, aber immer Recht hat. Ein Stellvertreterverhalten also. Ich schiebe vermeintliches Mächtiges vor, in der Hoffnung, wen damit zu beeindrucken. Und so, wie es dann als Nicht-Abwertung formuliert wird, wird dann gesagt: Dann weine nicht, wenn die Wissenschaft dich nciht ernst nimmt, sagt der religiöse: Mein Gott wird dir deine Sünden und Fehlgläubigkeit vergeben.

Es sind aber beides Abwertungen. Und Angriffe.

Sich über die Grenzen der Wissenschaft zu unterhalten und was alles noch nicht herausgefunden wurde ist keine Abwertung, sondern entspricht der Wirklichkeit. Man weiß sehr wohl wie oft Wissenschaft Irrtümer produziert und sich selbst korrigiert, es ist eben keine Instanz die immer Recht hat und mit der man, wie mit einem Gott, drohend winken kann.

LG
Any
 
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Ääähm, Joey, Du bist doch eher Spezialist für Dunkle Materie und kein Evolutionsprofi - nur mal so angemerkt. Worin also unterscheidet sich Dr. Dürr von Dir im Bezug auf die Evolutionstheorie? Außer vielleicht von der wissenschatlichen Stellung jetzt.

Von der wissenschaftlichen Stellung war Dürr sogar ettliche Stufen über mir in der Karriereleiter. Er war unbestritten ein sehr guter Physiker. Dürr darf auch Stellung zur Evolutionstheorie beziehen - das darf jeder. Allerdings, wenn er dabei Argumente verwendet/andeutet, die von vielen Evolutionsbiologen schon öffentlich und deutlich entkräftet wurden, so hilft das argumendum ad autoritatem "Aber Dr. Dürr, ein bekannter Physiker, hat gesagt ..." nicht viel weiter.
 
Für dich ist halt Dawkins die Referenz. Muß ja nicht jedem gefallen *g*. Was chemische Evolution betrifft, da ist die betreffende Wissenschaft ja noch nicht allzu weit ... - was mich allerdings langsam etwas wundert ist, daß offensichtlich immer wieder die Evolutionstheorie thematisiert wird ... - im Esoforum *lol*
 
Für dich ist halt Dawkins die Referenz. Muß ja nicht jedem gefallen *g*. Was chemische Evolution betrifft, da ist die betreffende Wissenschaft ja noch nicht allzu weit ...

Richtig.

Wissenslücken sprechen aber nicht a priori gegen die ganze Theorie, und müssen auch nicht sofort Anlass sein, sie mit diversen Zusatzpostulaten zu füllen.
 
Nun hast Du einen Biologen, der die Evolutionstheorie anzweifelt. Und weiter?

Die Evolutionstheorie beinhaltet immernoch keine "erwürfelte" Entstehung. Derartige statistische Rechnungen gehen immer noch an der Evolutionstheorie vorbei.
er zweifelt die evolutionstherorie eben nicht an. er ist zwar auch bekennender christ und glaubt an einen gott (was ich nicht tue) aber seine argumente muss man erst entkräften können :)
evolution ist die allmähliche veränderung der vererbbaren merkmale einer population von lebewesen von generation zu generation....dies geschieht durch natürliche selektion (unterschiedliche überlebensrate...) sexuelle selektion und gendrift.
stimmt das für dich so?
ok und jetzt versuch die evolutionstheorie bei der entstehung der ersten lebenden zelle anzuwenden - vor der ersten zelle hat keine "vermehrung im biologischen sinn" stattfinden können, es gab weder sex noch populationsgenerationen noch gendrift noch "überlebensraten" da vor der ersten lebenden zelle ja - heureka - noch kein leben gab (wenn der evolutionäre ansatz als richtig angenommen wird).
die "erwürfelte entstehung der ersten lebenden zelle" ist somit etwas was stattgefunden haben muss bevor evolution überhaupt ins spiel kommen konnte. folglich ist deine behauptung dass derartige statisische rechnungen an der evolutionstheorie vorbei gehen zwar durchaus richtig aber es ist eben auch die statistische rechnung richtig weil es vor dem "leben" auch noch keine "evolution des lebens" geben kann und es deshalb grundfalsch wäre evolutionsmechanismen in diese rechnung einzubauen.
und wenn du chemische evolution einbauen willst - aber bitteschön - was baust du dann ein? die "wissenslücken"?
 
ein Zitat daraus, damit es auch die mitkriegen die den Artikel nicht lesen (wollen):

“Wie so oft … kommen wir Menschen dabei wieder in die alte Versuchung: Gelingt es uns einmal, einen kleinen Zipfel der „Wahrheit“ zu erhaschen, dann meinen wir in diesem Zipfel gleich die einzige und ganze Wahrheit zu sehen. Wir betrachten das ganze Weltgeschehen nur unter dieser einen neuen Einsicht und zwängen, was nicht so recht passen will, mit Intelligenz, Schlauheit, Eloquenz, doch auch mit unbewusster oder bewusster Mogelei und Gewalt in dieses Korsett.”
 
er zweifelt die evolutionstherorie eben nicht an. er ist zwar auch bekennender christ und glaubt an einen gott (was ich nicht tue) aber seine argumente muss man erst entkräften können :)

Er zweifelt die "Makroevolution" an (bei Wikipedia nachzulesen). Und, wenn seine Argumente auch das "erwürfeln" beinhalten, so sind sie schon entkräftet.

evolution ist die allmähliche veränderung der vererbbaren merkmale einer population von lebewesen von generation zu generation....dies geschieht durch natürliche selektion (unterschiedliche überlebensrate...) sexuelle selektion und gendrift.
stimmt das für dich so?

Jain. Evolution setzt sogar schon früher ein. Das Grundgerüst ist Reproduktion, Mutation und Selektion. Das kalppt sogar schon mit einzelnen Molekülen. Da kommen wir dann vor den Zellen zur "chemischen Evolution", wo - wie Sobekl korrekt anmerkte - noch große Wissenslücken bestehen. Die sprechen aber nicht a priori dafür, diese unbedingt mit Zusatzpostulaten füllen zu müssen.

(...) die "erwürfelte entstehung der ersten lebenden zelle" ist somit etwas was stattgefunden haben muss bevor evolution überhaupt ins spiel kommen konnte.

Nein. Auch das war ein Prozess, der ebenfalls auf Reproduktion, Mutation und Selektion beruhte. Wie der im Detail aussah, ist noch Gegenstand der aktuellen Forschung, aber es ist immernoch nicht so, dass behauptet wird "es war eine Zelle plötzlich da"

folglich ist deine behauptung dass derartige statisische rechnungen an der evolutionstheorie vorbei gehen zwar durchaus richtig aber es ist eben auch die statistische rechnung richtig weil es vor dem "leben" auch noch keine "evolution des lebens" geben kann und es deshalb grundfalsch wäre evolutionsmechanismen in diese rechnung einzubauen.

Die Mechanismen der Evolution funktionieren eben auch schon mit Molekülen, Makromolekülen etc. Wie gesagt, an der "chemischen Evolution" wird noch fieberhaft geforscht. Da nun zu sagen, dass davor eben erqwürfelt werden "muss", ist falsch.

und wenn du chemische evolution einbauen willst - aber bitteschön - was baust du dann ein? die "wissenslücken"?

Die Wissenslücke muss eben nicht gleich ein Anreiz dafür sein, sie ausufernd füllen zu müssen und zu sagen, dass die Mechanismen erst später einsetzen etc.
 
Er zweifelt die "Makroevolution" an (bei Wikipedia nachzulesen). Und, wenn seine Argumente auch das "erwürfeln" beinhalten, so sind sie schon entkräftet.



Jain. Evolution setzt sogar schon früher ein. Das Grundgerüst ist Reproduktion, Mutation und Selektion. Das kalppt sogar schon mit einzelnen Molekülen. Da kommen wir dann vor den Zellen zur "chemischen Evolution", wo - wie Sobekl korrekt anmerkte - noch große Wissenslücken bestehen. Die sprechen aber nicht a priori dafür, diese unbedingt mit Zusatzpostulaten füllen zu müssen.



Nein. Auch das war ein Prozess, der ebenfalls auf Reproduktion, Mutation und Selektion beruhte. Wie der im Detail aussah, ist noch Gegenstand der aktuellen Forschung, aber es ist immernoch nicht so, dass behauptet wird "es war eine Zelle plötzlich da"



Die Mechanismen der Evolution funktionieren eben auch schon mit Molekülen, Makromolekülen etc. Wie gesagt, an der "chemischen Evolution" wird noch fieberhaft geforscht. Da nun zu sagen, dass davor eben erqwürfelt werden "muss", ist falsch.



Die Wissenslücke muss eben nicht gleich ein Anreiz dafür sein, sie ausufernd füllen zu müssen und zu sagen, dass die Mechanismen erst später einsetzen etc.

“Wie so oft … kommen wir Menschen dabei wieder in die alte Versuchung: Gelingt es uns einmal, einen kleinen Zipfel der „Wahrheit“ zu erhaschen, dann meinen wir in diesem Zipfel gleich die einzige und ganze Wahrheit zu sehen. Wir betrachten das ganze Weltgeschehen nur unter dieser einen neuen Einsicht und zwängen, was nicht so recht passen will, mit Intelligenz, Schlauheit, Eloquenz, doch auch mit unbewusster oder bewusster Mogelei und Gewalt in dieses Korsett.”
 
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