Wiedergeburt im Buddhismus

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Einswerden mit der Leere ist also demnach dieses Gewahrwerden von der tatsächlichen transzendentalen Natur unseres Bewusstseins.
📚:unsure:

Den Versuch einer Sinnentleerung halte ich für nicht besonders glücklich.
Die elementare Aufgabe des Gehirns liegt nicht darin, nichts zu tun,
sondern das ständige Lösen von Aufgaben.

Immer wenn innerhalb von 5 Minuten keine wesentlichen Informationen
eingehen, schaltet das Gehirn in einen scheinbaren Ruhemodus.

Tatsächlich beginnen jedoch in diesem Modus die eigentliche Arbeiten,
dem Ordnen und Optimieren der Gedanken. Mit der Botschaft von einer
Sinnentleerung beginnt somit ein innerer Kampf gegen Windmühlen.

Deshalb ziehe ich es bei Meditationen vor, dem Gehirn eine Aufgabe zu
geben, mit der es sich in eine gewisse Richtung/Ziel bewegen kann.

Merlin
.
 
Ja, was verstehst du unter "transzendental"?
Ja, sehr gute Frage und nicht leicht zu beantworten!
Also grundsätzlich würde ich es heute mit Kants Transzendentaler Philosophie gleich setzen.
Das ist jetzt etwas, wo viele nicht mehr mitreden können, dafür muss man schon sehr weit in die Philosophie eingetaucht sein und sowas gelingt ja erst nach etwa 10 Jahren relativ intensiver Beschäftigung.

Transzendental meint also nichts "übersinnliches" im klassisch esoterischen Sinn - hier würde ich der Esoterik ein "leichtes metaphysisches Missverständnis" unterstellen, das im Alltag zwar vertretbar ist, aber der philosophischen Analyse wohl eher nicht standhalten kann.
Transzendental meint hier "die Bedingungen unserer Erfahrung betreffend", noch konkreter "die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis betreffend".

Wenn ich jetzt also einen Versuch starte, das Kantsche "transzendentale" mit dem esoterischen zu verknüpfen:
die Esoterik geht quasi davon aus, dass unser Leben im Schoße unseres Selbst stattfindet. Ich würde mit Kant etwas konkretisieren wollen: ledigilich unsere Erkenntnisse basieren auf unserem Selbst, nicht jedoch "Leben". Das metaphysische Missverständnis der Esoterik liegt hier in dem, was unter "Leben" verstanden werden soll. Damit meine ich, dass hier die Esoteriker oft ihre Position, was sie mit "Leben" meinen, nicht eindeutig beschreiben.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ja, sehr gute Frage und nicht leicht zu beantworten!
Also grundsätzlich würde ich es heute mit Kants Transzendentaler Philosophie gleich setzen.
Das ist jetzt etwas, wo viele nicht mehr mitreden können, dafür muss man schon sehr weit in die Philosophie eingetaucht sein und sowas gelingt ja erst nach etwa 10 Jahren relativ intensiver Beschäftigung.
Da kann ich auch nicht mitreden, hab' nur ab und zu ein paar Zeilen von Kant gelesen.

Die Frage hat sich mir gestellt, weil du vom "Gewahrwerden von der tatsächlichen transzendentalen Natur unseres Bewusstseins" geschrieben hast.
Im Buddhismus ist das Bewusstsein dasjenige, das alles erfährt. Wenn es z.B. ein Gefühl erfährt, fühlt es selber nicht, wenn es Gedanken erfährt, denkt es selber nicht. So ist es im Grunde unberührt, transzendental im landläufigen Sinn.

"Leere" bedeutet im Theravada insbesondere leer von einem Ich. Das Bewusstsein ist nur Bewusstsein und kein Ich, auch die darin erscheinenden Phänomene sind nur eben diese Phänomene (Körper, Denken, Fühlen, Wollen) und kein Ich. Aufgrund von Unwissenheit und Begehren entsteht der Eindruck 'Ich bin bewusst, ich fühle usw.' Diese angenommene Identität ist die Ursache von Leid aller Art. Mit der Praxis des achtfachen Pfades erlischt allmählich die Unwissenheit und eine wirkungsvolle Übung ist das bloße Beobachten der Phänomene. Mir scheint was du geschrieben hast, ist dem sehr ähnlich.
 
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Mir scheint was du geschrieben hast, ist dem sehr ähnlich.
Ja, das scheint sich nicht zu widersprechen. Letztlich dient die Philosophie dann nur für ein paar Detailfragen... sowas wie ein Unterschied zwischen "leugnen" und "verleugnen" exakt zu bestimmen, usw. Aber im großen und ganzen "sind wir im selben Bild".
 
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