pps. für mich finde ich es dann halt ehrlicher, wenn wer sagt: Du, ich glaube das nicht und will damit nix zu tun haben.
Er scheint sich trotz seiner Skepsis für parapsychologische Themen zu interessieren. Ganz pauschal scheint er so vorzugehen, dass er zunächst einmal Indizien oder Beweise für eine aufgestellte Hypothese oder Behauptung sucht, bevor er ihr seinen Glauben schenkt - dieses Vorgehen ist doch erst einmal nicht zu beanstanden, oder? Würdest Du denn einfach ALLES glauben, was irgendjemand aussagt?
Ein Beispiel: Nehmen wir an, ich habe einen Bekannten. Eines Tages erzählt mir diese Person, sie habe des Nachts Zombies gesehen, die plötzlich über das Haus gesprungen seien. Er sei sich auch 100%ig sicher, dass er all dies nicht geträumt habe und dass es reale Untote gewesen seien.
Würderst Du diese Geschichte ohne jeden Beleg von seiner Seite glauben? Ich muss bekennen, dass es mir ausgesprochen schwer fiele, da es Erklärungen gibt, die wahrscheinlicher sind:
1. Er lügt, um sich vielleicht meine Aufmerksamkeit zu verschaffen.
2. Er litt unter Halluzinationen oder täuschte sich anderweitig.
Diese beiden Erklärungsansätze sind meines Erachtens wesentlich wahrscheinlicher, als dass er tatsächlich die von ihm erwähnten Zombies sah.
Wenn man nach dem Sinn des Lebens sucht und dabei den diversen Religionen begegnet, muss man im Grunde auch eine Entscheidung treffen, oder nicht? Doch wonach richtet man selbige aus, wenn Evidenzen und gute Gründe kein Kriterium eines solchen Entschlusses darstellen? Meiner Meinung nach schließen sich viele Religionen und Ideologien gegenseitig aus, sodass nicht alle zugleich wahr sein können, da es zu Dissonanzen käme. Signum der Wahrheit ist jedoch die absolute Widerspruchsfreiheit (auch wenn man das angesichts der Resultate spezieller quantenphysikalischer Experimente eventuell auch anzweifeln kann).
Auch in der Medizin gibt es solche Situationen. Auf einmal wird mir eine Tumorerkrankung diagnostiziert, die einen hohen Maliginitätsgrad aufweist. Nun heißt es handeln. Ich beginne, mich über die Erkrankung zu informieren und stoße dabei auf vielzählige Behandlungsoptionen, die von den konventionellen Methoden der evidenzbasierten Medizin (Chirurgie, Chemotherapie, Strahlentherapie, Antiangiogenese, Immuntherapie usw.) bis zu verschiedenen komplementärmedizinischen Verfahren reichen (Misteltherapie, Homöopathie, Heilfasten, Krebsdiäten, germanische neue Medizin usw.).
Wonach würdest Du Deine Entscheidung ausrichten? Du hast vielleicht keine Zeit mehr, um mit allem "Deine eigenen Erfahrungen zu machen". Und vielleicht wären manche der genannten Therapieansätze sogar kontraproduktiv (meines Wissens kann das z. B. bei der Misteltherapie der Fall sein, wenn man damit Krebserkrankungen des lymphatischen Systems - wie z. B. die Hodgkin-Krankheit - behandeln will, da der immunstimulierende Effekt hier eventuell auch die Tumorproliferation fördern könnte). Wäre es da nicht sinnvoll, der Therapiemethode zu vertrauen, die eine empirische Basis hat? So kann man indirekt von der "Erfahrung" anderer profitieren. Das Positive: Die Erfahrungen, die Krebspatienten mit den allopathischen Behandlungskonzepten machten, sind sogar auf wissenschaftlicher Basis bestätigt. Es sind also keine Einzelerlebnisse, die von den betroffenen Einzelpersonen auch fehlinterpretiert werden können.
Sicherlich kann man einwenden, dass man eine schulmedizinische Therapie ja mit einer alternativmedizinischen Behandlung kombinieren könne, sofern man alles mit dem behandelnden Arzt/Onkologen abgesprochen habe. Jedoch gibt es eben Heiler, die dezidiert von konventionellen Verfahren abraten (Hamer, Breuß).