Wahrnehmung und Stimmigkeit

Folgendes (hypothetisches) Zahlenbeispiel:

50% aller Steinbock-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Wassermann-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Fische-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Widder-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Stier-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Zwillinge-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Krebs-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Löwe-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Jungfrau-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Waage-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Skorpion-Geborenen sind Frühaufsteher.
50% aller Schütze-Geborenen sind Frühaufsteher.

Ist in dieser Welt noch die Behauptung "Krebs-geborene haben Tendenzen/Anlagen dazu Frühaufsteher zu sein" gerechtfertigt, wo sich doch keinerlei Korrelation zwischen Sternzeichen und bevorzugtem Aufstehzeitpunkt feststellen lässt?

Wäre es gerechtfertigt, diese Behauptung in den Auswahlprozess für Bewerber auf eine Stelle, wo früh aufstehen erwünscht ist, einzubeziehen?

da fehlen noch die die glauben, weil sie *Sternzeichen*-Geborene sind, sind sie tatsächlich Frühaufsteher und stehen deshalb früher auf.
 
Werbung:
Und warum sind astrologische Deutungen nicht reine Willkür?

Ich wusste natürlich, dass die frage kommen würde.
Ich kann es dir nicht sagen, Joey, weil ich keine beweise haben. Ich kann höchstens behaupten, dass es mehr 'system' (gleiche regeln werden angewendet) hat, eben, weil es praktiziert wird, weil es akzeptanz findet, weil ich fische/krebse typen öfters 'erkenne'. Oder vielleicht liest ein Graphologe in einem grossen bogen beim G eine bestimmte charaktereigenschaft heraus, weil sich diese bei dieser konstellation schon mehrfach gezeigt hat.
So, wie ich die karten legen könnte, nachdem ich ein gespräch geführt habe und dann die 'karten befragen' könnte. Letztlich würden die zutage bringen, was sich intuitiv in mir verbirgt und was ich während des gesprächs unterbewusst aufgenommen habe. Man könnte vergleichsweise auch aus der hand lesen, etc. All diese methoden sind aber weniger akzeptiert, zu 'esoterisch' und deshalb m.e. noch willkürlicher, weil man sich auf nichts oder weniger geeinigt hat (beim handlesen besteht meines wissens jedoch die einigkeit darüber, dass ein unterbruch in der lebenslinie einen prägenden lebenseinschnitt anzeigt, z.b. krankheit, schwere krise, etc.).
Wenn du nachsiehst, was man dem krebs z.b. für charaktereigenschaften nachsagt, wirst du irgendwo finden, dass er u.a. empfindsam/empfindlich/sensibel ist, im grunde eine grundannahme, auf die man sich - aufgrund was auch immer (sternestand?) geeinigt hat.
Für mich nimmt die willkür in dem masse ab, wie man sich bei einer bestimmten methode auf grundannahmen einigt, die man bei aussagen dann alle gleich berücksichtigt.
Aber du wirst der willkür nicht ganz herr, denn es geht nicht um wissenschaftlich nachweisbare und überprüfbare methoden, sondern um etwas was über erfahrung, intuition, empathie, sensibilität, etc. funktioniert und deshalb - trotz allfällig gemeinsam übernommener grundannahmen - auch störanfällig ist und bleibt.

Es gibt sehr vieles, was in der Gesellschaft breite Akzeptanz fand oder noch findet, was aber Blödsinn ist.

Das ist richtig. Allerdings wird es durch die akzeptanz eben angewendet und ist oft legitim. Da spielt es eben keine rolle, dass es eigentlich blödsinnig ist.

Und wie ist der Eindruck entstanden? Sind Dir solche Merkmale auch aufgefallen, bevor Du das Geburtsdatum kanntest?

Ich habe mich vor langer zeit einmal mit sternzeichen befasst. Kenne allerdings nur ein paar, die mir vom typ geblieben sind. Fisch, krebs, widder, jungfrau, waage, steinbock. Das sind tierzeichen in meinem umfeld (freunde/familie), menschen, die ich gut kenne.
Als ich vor ein paar jahren an einer weiterbildung war, traf ich auf eine frau, die mich in ihrer art an die tierkreiszeichen krebs und fisch erinnerte. Es stellte sich heraus, dass sie krebs war. Ich kannte das geburtsdatum nicht.
Ich finde schon, dass man manchmal typische merkmale erkennen kann, die den tierkreiszeichen zugeschrieben werden, zumindest bei den tierkreiszeichen, die ich besser kenne. Allerdings ist es meines wissens so, dass der Aszendent ein tierkreiszeichen beeinflussen kann. So ist es ev. schwieriger, einen krebs zu erkennen, wenn er einen widder Aszendenten hat, etc. Zudem hat auch die prägung und das umfeld einen einfluss auf ein tierkreiszeichen.
Ich bin eigentlich die falsche person für diese fragen, weil ich mich nicht fundiert auskenne.

Ja, so würde ich auch vor-sieben, wenn ich Arbeitgeber wäre oder sonstwie darüber Verantwortung hätte. Ich bin selbst Legastheniker (merkt man vielleicht manchmal), aber bei einer Bewerbung kann man schon erwarten, dass das Schreiben auch von ein paar Korrektur-Programmen und anderen Menschen begutachtet wird.

Nun, man kann am motivationsschreiben halt ablesen, wie motiviert jemand betreffend des jobs ist. Wer probleme mit der grammatik hat, kann sich hilfe holen, sodass man auch die ernsthafte intention eines bewerbers sieht.

Den noten hingegen messe ich etwas weniger wichtigkeit zu, wenn das motivationsschreiben einnehmend ist.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Es gibt entweder extrem nette oder das Gegenteil.

Wir brauchen alle Orientierung, Meditation, Organisation, Aufgaben die zu unserer sicher nicht einheitlichen Kapazität passen, und zwar Jenseits der Dualität.

Verfolgen wir unseren Schriftverkehr, und der ständigen Aufwertung der verschiedenen Ich-Mittelpunkte, dann gibt es eben Argumente die sich vertragen und welche die wo anders ansetzen wollen.

Das Problem ist nicht die Dualität selbst denn es ist klar dass es in schlichten
Diskussionen ohne Drang für die wichtigen Themen rasch selbst Klarheit zu haben, mehr braucht als die drei primären Kräfte. positiv, negativ und neutral.

Wir brauchen Aspekte die zur Siebenfaltigkeit gehören, eine Zacken mehr, als die Unentschlossenheit die von der Symbolik der Zahl sechs kommt.
 
Wir brauchen alle Orientierung, Meditation, Organisation, Aufgaben die zu unserer sicher nicht einheitlichen Kapazität passen, und zwar Jenseits der Dualität.

Verfolgen wir unseren Schriftverkehr, und der ständigen Aufwertung der verschiedenen Ich-Mittelpunkte, dann gibt es eben Argumente die sich vertragen und welche die wo anders ansetzen wollen.

Das Problem ist nicht die Dualität selbst denn es ist klar dass es in schlichten
Diskussionen ohne Drang für die wichtigen Themen rasch selbst Klarheit zu haben, mehr braucht als die drei primären Kräfte. positiv, negativ und neutral.

Wir brauchen Aspekte die zur Siebenfaltigkeit gehören, eine Zacken mehr, als die Unentschlossenheit die von der Symbolik der Zahl sechs kommt.


Meine Symbole sind auf jeden Fall Penta- und Novagramm
 
Hallo Joey,

Wenn jemand behauptet, astronomische Konstellationen würden mit Personeneigenschaften korrelieren, müsste dies meiner Meinung nach auch wissenschaftlich nachprüfbar sein. Wenn hingegen jemand sagt, dass ihm das Nachdenken über astronomische Konstellationen eine kreative Eingebung übersinnlichen Ursprungs gibt, die den Charakter einer Person beschreibt, ist dies keine Aussage über Naturgesetze, sondern über eine übersinnliche Fähigkeit. In diesem Fall würde ich wiederholen, dass es neben deinen Vermutungen in manchen Fällen auch noch möglich sein könnte, dass diese übersinnliche Fähigkeit existiert, aber nicht mehr funktioniert, wenn sie richtig genau beobachtet wird (also eine Statistik gemacht wird). Die Quanten verhalten sich, wenn sie in einem Experiment beobachtet werden, ja auch anders als ohne Beobachtung.
Die kreative Eingebung könnte theoretisch auch auf der Beobachtung der analysierten Person beruhen, ohne wirklich übersinnlich zu sein.

Die Frage ist aber, wieso man viele andere Weltmodelle mit betrachten soll. Welchen Sinn hat es?

Die verschiedenen Ansätze von Weltmodellen erfordern eigentlich alle noch Zusatzannahmen und man kann nicht mal durch Ockhams Rasiermesser eines favorisieren. Was würdest du von einer Beurteilung eines Sachverhalts halten, wenn dabei ausschliesslich nur ein idealistisches Weltbild als Grundlage genommen wird? Ich fände es genauso wenig angebracht wie wenn man ausschliesslich ein materialistisches Weltbild zur Hand nähme.

Der Grund, auch andere Weltbilder miteinzubeziehen, liegt im Ziel, die Allgemeingültigkeit einer Schlussfolgerung zu erhöhen.
Beantwortet dies deine Frage?

Für die Beurteilung deiner Gedankenexperimente macht dies folgenden Unterschied:
1. Unter dem materialistischen Weltbild hat ein Hellseher keine paranormale Fähigkeit, wenn er im Experiment versagte und Störvariablen ausgeschlossen werden konnten.
2. Unter einem anderen Weltbild kann es sein, dass ein Experiment überhaupt keine Aussage über die Fähigkeit des Hellsehers macht.
3. Die Weltsicht, dass die Logik schlussendlich falsch ist, stellt zumindest in Frage, ob das Versagen im Experiment eine logische Schlussfolgerung über die Fähigkeit des Hellsehers erlauben könnte. Logik kann zwar im Bereich der üblichen Wissenschaft funktionieren, muss dies aber nicht im Bereich der Paranormalität.
Wenn man hingegen verschiedenste Weltbilder berücksichtigt, führt das Versagen des Hellsehers im Experiment zur Schlussfolgerung, dass die A-Posteriori-Wahrscheinlichkeit, dass der Hellseher paranormale Kräfte hat, geringer ist als die A-Priori-Wahrscheinlichkeit vor dem Experiment. Denn mindestens unter dem materialistischen Weltbild ist die Fähigkeit des Hellsehers falsizifiziert. Diese Schlussfolgerung finde ich allgemeingültiger als eine der ersten drei Schlussfolgerungen.

Noch ein paar Gedanken zur Frage, ob eine Theorie mit dem Term "null mal die Stimmung des Formelanwenders" oder die Theorie mit dem Term "drei mal die Stimmung des Formelanwenders" wahrscheinlicher ist:
Naja, durch den Faktor 0 verschwindet halt der Einfluss dieser Variable aus der Theorie. Mit dem Faktor 3 wäre der Einfluss der Stimmung des Formelbetrachters drin... allerdings wäre dieser Einfluss dann auch wieder wissenschaftlich überprüfbar. D.h. diese beiden Theorien beschreiben einen Umstand nicht gleich gut.
Klar ist das Resultat der beiden Formeln verschieden, falls die Stimmung nicht immer auf dem Nullpunkt ist. Aber wenn beide Formeln keine ganz korrekte Vorhersage liefern, könnte es sein, dass beide einen Sachverhalt gleich gut beschreiben. Bei einem bestimmten Sachverhalt könnte das Resultat einer Formel etwas zu hoch und das Resultat der anderen Formel etwas zu tief sein.

In der Naturwissenschaft wird doch davon ausgegangen, dass das heutige Universum eher aus dem "Nichts" entstand anstatt aus dem "Alles", also der Summe von allen erdenklichen Dingen? Nehmen wir mal an, es wäre logisch, zu sagen: Wenn ein Universum aus dem "Nichts" entsteht, dann ist ein Universum mit wenig Materie oder wenig Information wahrscheinlicher als ein Universum mit viel Materie oder viel Information. Und ein "Nichts" ist a priori (bevor man über die Existenz unseres Universums Bescheid weiss) eine wahrscheinlichere Realisierung eines Universums als die Realisierung eines Universums, das mehr ist als ein "Nichts". Denn ein "Nichts", das aus dem "Nichts" entsteht, verletzt den Energieerhaltungssatz weniger als ein Universum mit Materie, das aus dem "Nichts" entsteht.

Man könnte noch einwerfen, dass es ein Denkfehler ist, anzunehmen, eine starke oder mehrmalige Verletzung des Energieerhaltungssatzes wäre unwahrscheinlicher als eine geringe oder einmalige Verletzung... schliesslich wird der Energieerhaltungssatz schon durch eine winzige Verletzung negiert. Dann kommt es auch nicht mehr darauf an, wie oft oder stark er noch verletzt wird. Aber lassen wir das beiseite. Ohne Berücksichtigung dieses Einwurfs ist die Nicht-Existenz der Rolle einer weiteren Variable grundsätzlich wahrscheinlicher als die Existenz der Rolle dieser Variable. Unter dieser Vorstellung ist eine Theorie mit "plus null mal die Stimmung" wahrscheinlicher als die Theorie mit "plus drei mal die Stimmung".

Das heutige Universum könnte sich aber auch aus einem "Alles" herauskristallisiert haben, also aus einer Art Brei, in welchem alle möglichen Dinge gleichzeitig vorhanden waren. Dieses "Alles" enthält nicht nur alle möglichen materiellen Dinge, sondern auch alles denkbare Übersinnliche sowie unendlich grosse Zusammenhänge von allen möglichen Variablen. Auch hier halten wir es nicht für einen Denkfehler, zu sagen, ein kleiner Verlust von Energie bzw. Information des Universums wäre wahrscheinlicher als ein grosser. So kann man hier sagen, dass für ein realisiertes Universum die A-priori-Wahrscheinlichkeit (bevor man unser Universum kennt), grösser ist, dass eine Variable eine unendlich grosse Rolle spielt, als dass sie gar keine Rolle spielt.

Stellen wir uns aber vor, dass ein "Nichts" und ein "Alles" als Ursprungsversionen des Universums gleich wahrscheinlich sind und es nur diese beiden Möglichkeiten gibt, nichts dazwischen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Stimmung des Formelanwenders eine unendlich grosse Rolle spielt, ist unter dieser Annahme, bevor man von unserem realisierten Universum weiss, gleich gross wie die Wahrscheinlichkeit, dass die Stimmung keine Rolle spielt.
Ist das nachvollziehbar?

Noch anders wird die Einschätzung, wenn man die Vorannahme trifft, dass die Spannweite der theoretisch möglichen Rolle der Stimmung von "nicht vorhanden" bis "unendlich gross" reichen könnte, und dass die Wahrscheinlichkeit für jede Möglichkeit auf dieser Skala gleich gross ist, tatsächlich in unserer Welt realisiert worden zu sein. Unter diesen Vorannahmen ist die Wahrscheinlichkeit einer Theorie mit "plus null mal die Stimmung" gleich wahrscheinlich wie die Theorie mit "plus drei mal die Stimmung". Eine analoge Annahme könnte man über die Anzahl Engel in unserem Universum treffen. Eine Theorie, welche die Variable über die Anzahl Engel auf "null" setzt, ist dann a priori nicht wahrscheinlicher als eine Theorie, welche die Existenz von genau fünf Engeln beschreibt. Wenn jemand nun viele Jahre lebt und nie einen Engel trifft, ist für ihn die A-Posteriori-Wahrscheinlichkeit grösser, dass es keine Engel gibt, als dass es fünf Engel gibt. Wenn einer hingegen eine Vision mit fünf Engeln hat, die ihm extrem bedeutend vorkommt, hat die Theorie mit fünf Engeln für ihn schnell mal eine deutlich höhere A-Posteriori-Wahrscheinlichkeit als die Theorie mit genau null Engeln.

Das mit den Grundannahmen ist ein reines Ratespiel. Warum sollte man a priori, bevor man das Wissen über die Existenz und Gestalt unseres Universum berücksichtigt, ausgerechnet annehmen, eine Variable spiele keine Rolle, anstatt anzunehmen, dass jede erdenkliche Ausprägung der Rolle dieser Variable, von null bis unendlich, gleich wahrscheinlich ist? Oder zumindest, dass die Existenz der Rolle dieser Variable gleich wahrscheinlich ist wie die Nicht-Existenz?

LG Sheila
 
Ich wusste natürlich, dass die frage kommen würde.
Ich kann es dir nicht sagen, Joey, weil ich keine beweise haben. Ich kann höchstens behaupten, dass es mehr 'system' (gleiche regeln werden angewendet) hat, eben, weil es praktiziert wird, weil es akzeptanz findet, weil ich fische/krebse typen öfters 'erkenne'. Oder vielleicht liest ein Graphologe in einem grossen bogen beim G eine bestimmte charaktereigenschaft heraus, weil sich diese bei dieser konstellation schon mehrfach gezeigt hat.

Der Punkt ist ja, wenn solche Konstellationen zwischen Schriftbild oder Planetenstellungen und Charakter wirklich da wären - also in dem Beispiel der Bogen im G vermehrt eine gewisse Charaktereigenschaft aufzeigen würde - wäre der wissenschaftlich saubere Beleg dieser Behauptung kein Problem.

Die Anhänger schreiben ja imme4r, wie toll sie sich alleine schon durch die Sternzeichen-Deutungen beschrieben finden, wieviel sie es auch in ihrem Umfeld schon erlebt haben, dass es passt etc. Wenn man dann allerdings auch nur einen simplen Test verschlägt, ist die Horoskop-Deutung plötzlich Mega-Kompliziert, und diverse Dinge sollen dann die behaupteten Korrelationen glattbügeln. Ja, was denn nun?

So, wie ich die karten legen könnte, nachdem ich ein gespräch geführt habe und dann die 'karten befragen' könnte. Letztlich würden die zutage bringen, was sich intuitiv in mir verbirgt und was ich während des gesprächs unterbewusst aufgenommen habe.

Als so eine Gedanken-Begleitung kann ich Kartenlegen ja auch durchaus akzeptieren. Es ist dann analog zum Münzwurf bei schweren Entscheidungen. Das Ergebnis des Wurfes bzw. welche Karten gelegt werden, ist egal. Durch Deine vorherigen Eindrücke interpretierst Du entsprechend. So eine Art Cold Reading.

(...) Wenn du nachsiehst, was man dem krebs z.b. für charaktereigenschaften nachsagt, wirst du irgendwo finden, dass er u.a. empfindsam/empfindlich/sensibel ist, im grunde eine grundannahme, auf die man sich - aufgrund was auch immer (sternestand?) geeinigt hat.

Und, wenn das stimmen würde, würden sich in einer Gruppe von Krebsen anteilig mehr empfindsame menschen zu finden sind, als in Sternzeichen, denen man das nicht nachsagt. Das ist eine solche behauptete Korrelation. Und, wenn Leute behaupten, sie würden das auch immer wieder in ihrem Umfeld erkennen können, so wäre - sollte der Eindruch aus mehr basieren als auch selektive Wahrnehmung und Suggestion - diese Korrelation auch wissenschaftlich sauber belegbar. Ohne diese Korrelation macht die Aussage keinen Sinn, und die Stimmigkeiten, von der die Anhänger berichten, sind eben nicht überzufällig da.

Astrologie-Anhänger reden sich dann da gerne raus, dass das Horoskop ja eine komplexe Angelegenheit sei, und die Planetenstellungen untereinander sich beeinflussen etc. Das ist natrürlicih praktisch:

Astrologe: "Sie sind Krebs, also neigen sie, dass sie empfindsam sind..."
Klient schaut skeptisch
Astrologe: "Ah, ich sehe: Sie haben Planet X in Haus Y. Das macht diese Neigung wieder wett."

Wenn individuel erstellt Horoskope überzufällig stimmig wären, könnte man auch aus mehreren angebotenen Horoskopen das richtige für den betreffenden Klienten aussuchen - entweder der Kllient selbst, oder was weiß ich, wer diese Abgleich macht. Und auch mindestens einen solchen test hat es gegeben - mit negativem Ausgang.

Das ist richtig. Allerdings wird es durch die akzeptanz eben angewendet und ist oft legitim. Da spielt es eben keine rolle, dass es eigentlich blödsinnig ist.

Und ist Kritik an diesem Vorgehen entgegen der Akzeptanz dann nicht auch legitim?
 
Wenn jemand behauptet, astronomische Konstellationen würden mit Personeneigenschaften korrelieren, müsste dies meiner Meinung nach auch wissenschaftlich nachprüfbar sein. Wenn hingegen jemand sagt, dass ihm das Nachdenken über astronomische Konstellationen eine kreative Eingebung übersinnlichen Ursprungs gibt, die den Charakter einer Person beschreibt, ist dies keine Aussage über Naturgesetze, sondern über eine übersinnliche Fähigkeit.

Und, wenn diese Fähigkeit existieren üwrde, ließe sich auch das wieder wissenschaftlich belegen.

(...)Der Grund, auch andere Weltbilder miteinzubeziehen, liegt im Ziel, die Allgemeingültigkeit einer Schlussfolgerung zu erhöhen.
Beantwortet dies deine Frage?

Der Punkt ist aber der, dass Du so keine allgemeingültigen Schlussfolgerrungen ziehen kannst. Du wirst immer ein Weltmodel finden, in dem eine Behauptung entgegen aller "materialistrischer" Evidenz trotzdem wahr ist oder umgekehrt.

Noch ein paar Gedanken zur Frage, ob eine Theorie mit dem Term "null mal die Stimmung des Formelanwenders" oder die Theorie mit dem Term "drei mal die Stimmung des Formelanwenders" wahrscheinlicher ist:

Klar ist das Resultat der beiden Formeln verschieden, falls die Stimmung nicht immer auf dem Nullpunkt ist. Aber wenn beide Formeln keine ganz korrekte Vorhersage liefern, könnte es sein, dass beide einen Sachverhalt gleich gut beschreiben. Bei einem bestimmten Sachverhalt könnte das Resultat einer Formel etwas zu hoch und das Resultat der anderen Formel etwas zu tief sein.

Tja... dann sieht man aber wieder, dass der Faktor Null die Stimmung des Formelbetrachters aus der Theorie als Variable rausstreicht.

In der Naturwissenschaft wird doch davon ausgegangen, dass das heutige Universum eher aus dem "Nichts" entstand anstatt aus dem "Alles", also der Summe von allen erdenklichen Dingen?

Nein. Wir wissen nicht, wie und woraus das Universum entstand. Es gibt ein paar Vorstellungen (z.B. von den String-Theorien geliefert), aber klarer Konsenz in den Wissenschaften gibt es da noch nicht.

Das mit den Grundannahmen ist ein reines Ratespiel. Warum sollte man a priori, bevor man das Wissen über die Existenz und Gestalt unseres Universum berücksichtigt, ausgerechnet annehmen, eine Variable spiele keine Rolle, anstatt anzunehmen, dass jede erdenkliche Ausprägung der Rolle dieser Variable, von null bis unendlich, gleich wahrscheinlich ist? Oder zumindest, dass die Existenz der Rolle dieser Variable gleich wahrscheinlich ist wie die Nicht-Existenz?

Eine Variable jetzt nicht mit einzubeziehen, bedeutet ja nicht, dass das für alle Ewigkeit so gilt. Sollten Versuche zeigen, dass diese variable mit einbezogen werden muss, so wird das geschehen. Vorher gibt es allerdings keinen starken Grund dafür.
 
Werbung:
Und, wenn diese Fähigkeit existieren üwrde, ließe sich auch das wieder wissenschaftlich belegen.
Eben nicht zwangsläufig. Nur unter dem materialistischen Weltbild, sonst nicht unbedingt.

Der Punkt ist aber der, dass Du so keine allgemeingültigen Schlussfolgerrungen ziehen kannst. Du wirst immer ein Weltmodel finden, in dem eine Behauptung entgegen aller "materialistrischer" Evidenz trotzdem wahr ist oder umgekehrt.
Genau. Und das materialistische Weltbild ist trotz der Möglichkeit von Alternativerklärungen immer noch das Beste von allen?
Eine Schlussfolgerung, die nur das materialistische Weltbild berücksichtigt, hat eine geringe Gültigkeit als eine, die auch diverse andere Möglichkeiten berücksichtigt. Es sei denn, du hältst das materialistische Weltbild für wahrscheinlicher als alle anderen Weltbilder zusammen. Dies wäre aber eine willkürliche Annahme.
Eine absolute Allgemeingültigkeit ist nie zu erreichen, das ist klar, deshalb sprach ich auch davon, die Allgemeingültigkeit zu "erhöhen".

Eine Variable jetzt nicht mit einzubeziehen, bedeutet ja nicht, dass das für alle Ewigkeit so gilt. Sollten Versuche zeigen, dass diese variable mit einbezogen werden muss, so wird das geschehen. Vorher gibt es allerdings keinen starken Grund dafür.
Dieser Entscheid beruht entweder auf der A-Priori-Annahme, dass das Universum aus dem Nichts entstand, oder (bei anderen A-Priori-Annahmen) auf einer A-Posteriori-Wahrscheinlichkeit nach mehreren Jahren Lebenserfahrung in unserem Univesrum.
Was trifft auf dich zu?
 
Zurück
Oben