Wäre Krebs schon lange heilbar?

  • Ersteller Ersteller Luckysun
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Wir bräuchten gar nicht so weit und exotisch vor allem aber auch unrealistisch auszuholen. Nehmen mir zB. Stephen Hawking... er leidet an dieser an sich todbringenden Krankheit und hat "zufälligerweise vermutlich" genau jenen Defekt, den 10% der an ALS erkrankten Menschen haben und mit vielerlei medizinischen Anstrengungen doch noch überleben können. Oder ist er es schlicht wert, gerettet zu werden, während andere eben nun mal nicht diesen Wert haben und dem Tode geweiht sind?

Tarbagan, wenn ich richtig erinnere, dann hattest du Medizin studiert, bist dann wegen der Geldfrage zu Jura gewechselt und letztlich nochmals wegen der Geldfrage zur Pharmazie... (ich vermute hier im juristischen/kaufmännsichen/betriebswirtschaftlichen Sektor der Pharmazie)...

Stell dir vor, das gesamte Gesundheitswesen würde verbeamtet werden... meinetwegen führte man noch einen neuen Beamtenstatus genau darauf zugeschnitten an- durchaus auch im Hinblick der Verantwortung und Leistung-, die dieser Wissenschaftsbereich mit sich bringt... sprich durchaus deutlich höher honoriert als andere Beamte- aber eben doch in den Verdienstmöglichkeiten eingeschränkt... würde dich dieses Studium immer noch interessieren? Wenn nein, wieso nicht und wenn ja, wieso?
Nein, ich hab nie Medizin studiert. Zuerst Pharmazie, dann Jura. Allerdings war mir von Anfang an klar, in welche Richtung ich gehen wollte, und dass ich niemals Apotheker sein würde. Und ja, das Studium würde ich in deinem Szenario immer noch machen, weil mich das Thema beschäftigt seitdem ich etwa 13 bin. Ich würde aber mit ziemlicher Sicherheit nicht in Deutschland arbeiten (bzw. wäre nicht hierher zum studieren gekommen), sondern in die Schweiz gehen oder nach Asien oder nach Amerika. Das liegt in erster Linie daran, dass ich nie (wieder) für den Staat arbeiten möchte.

Wenn doch, wie du sagst, Ressourcen wegen ihrer Endlichkeit nicht in unendlicher Menge verteilt werden können, müsste sich doch dieser Umstand entweder durch das WirtschaftsKapital einszueins spiegeln, denn Geld ist ja nichts anderes als genau dieser Ressourcenersatz ODER ABER konkret aushebeln lassen, denn Geld ist ja nichts anders als genau dieser Ressourcenersatz!! Und Letzteres ginge definitiv, einfach durch Umverteilung.... Ersteres ginge durch Einkommensbeschränkung in den Superlativen des Wirtschaftssystems. Und zusammengenommen wäre mit der Umsetzung dieses Bewusstseins auch sogar ein denkbar unrealistisches Beispiel wie das von dir hier angebrachte durchaus finanzierbar... (wobei sich dein Beispiel eben alleindaher nicht eignet, weil für eine Krankheit mit derartig hohem Seltenheitswert erst gar nicht in diesen Tiefen geforscht würde, aber das nur am Rande).


Das Gesamtsystem krankt einfach an der Wurzel....
Genau, man könnte natürlich das System "aushebeln", indem man alles staatlich reguliert. Damit wird man aber, so glaube ich, das gesamte Gesundheitssystem kaputtmachen. Denn wir leben in einer globalisierten Welt, und gerade bei Medikamenten, die relativ frei exportiert, importiert und/oder reimportiert werden können, sind hier fast keine Grenzen gesetzt.

Vielleicht hast du oben schon gelesen, wie sich etwa petrov und andere darüber beschwert haben, dass immer mehr von der Pharmaindustrie ins Ausland, in Länder wie Indien oder China, verlagert würde. Nicht nur die Produktion, auch die Forschung. Woher glaubst du, kommt das? Was, glaubst du, bedeutet das für die Zukunft der deutschen Pharmaindustrie, wenn die BRD die gesamte Branche verstaatlicht und alles strengstens reguliert?

Alles hat seinen Preis. Und diesen Preis kannst du nur soweit aushebeln, wie deine Jurisdiktion reicht. Ich will dir mal noch ein konkretes Beispiel nennen: die Bezahlung von Ärzten ist in Deutschland sehr streng reguliert. Die von Juristen hingegen nicht so streng.
Das führt dazu, dass mein ehemaliger Chef (Jurist) sich 1000€ die Stunde bezahlen lassen darf, aber z.B. der beste, erfahrendste Kardiologe des ganzen Landes keinen Cent mehr verlangen darf als irgendein x-beliebiger Kollege, der gerade eine Praxis aufgemacht hat. Das führt außerdem dazu, dass ohnehin jeder Arzt, unabhängig von seiner Befähigung, immer den Maximalsatz in Rechnung stellt. Und das führt wiederum dazu, dass ich als Privatperson mehr Möglichkeiten habe, auf die Qualität meiner Rechtsvertretung Einfluss zu nehmen als auf die Qualität meiner Gesundheitsversorgung. Das ist ziemlich absurd.
 
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Generell zum Thema am Patienten verdienen: verdienen kann man nur solange wie der Patient lebt. Gäbe es ein günstiges Medikament gegen Krebs mit 100% Heilerfolg, wäre das für die Pharmaindustrie viel gewinnbringender den Patienten zu heilen, denn im Laufe des Lebens geben die Menschen hier für die "alltäglichen" Medikamente wie Kopfwehtabletten und Schnupfenspray bei weitem mehr aus als man mit einer einmaligen Chemotherapie verdienen kann, und sei diese noch so teuer.
 
Generell zum Thema am Patienten verdienen: verdienen kann man nur solange wie der Patient lebt. Gäbe es ein günstiges Medikament gegen Krebs mit 100% Heilerfolg, wäre das für die Pharmaindustrie viel gewinnbringender den Patienten zu heilen, denn im Laufe des Lebens geben die Menschen hier für die "alltäglichen" Medikamente wie Kopfwehtabletten und Schnupfenspray bei weitem mehr aus als man mit einer einmaligen Chemotherapie verdienen kann, und sei diese noch so teuer.

Nicht ganz richtig, diese Sichtweise. Verdienen kann man nur am KRANKEN Menschen. Ein Mensch der gesund wäre, wäre keine Einkommensquelle. Daher enden die Bemühungen der Pharmaindustrie meistens bei Medikamenten, die den Status-Quo lediglich stabilisieren, aber keine (endgültige) Heilung bringen. Dazu kommt, dass die Symptombehandlung der Medizin bei sehr vielen Krankheiten keine wirkliche Heilung ermöglicht, und daher auch hier das Verdienen einsetzt.
Verdienen für die Pharmaindustrie ist immer = Dauermedikamentierung.
Das deckt sich auch oft mit den Wünschen des Sozialsystems ... lieber eine billige OP und nachher billige Medikamente, als eine oder mehrere teure OP's, die aber endgültige Heilung bringen würde. Kurzsichtig und zum Schaden des - meistens - Kassenpatienten. Was alles gehen würde sieht man dann im privatmedizinischen Bereich.
 
Genau, der Patient als unbelastbares Opfer der bösen Kritiker, dem man die Wahrheit lieber verschweigt.
Auweia!
Einen Patienten als zu bequem an sich selbst zu arbeiten hinzustellen, finde ich allerdings auch etwas zu kurz gegriffen und darüber hinaus auch recht übergriffig.
 
Einen Patienten als zu bequem an sich selbst zu arbeiten hinzustellen, finde ich allerdings auch etwas zu kurz gegriffen und darüber hinaus auch recht übergriffig.
Warum übergriffig?
Die Überzahl der Patienten gibt die eigene Verantwortung gerne ab.
Und auch wegen dieses Phlegmas funktioniert das System auf genau diese Weise.

Jeder kann doch selbst entscheiden, ob er sich mit dieser Sicht identifizieren möchte. Oder nicht.
 
Ich glaube kaum, dass ein Patient sich hinsetzt und wartet, dass die Medizin allein wirkt. Man muss schon den Willen, die Krankheit zu besiegen, mitbringen. Diesen Willen bringt jedoch auch keine Psychotherapie wie von dir angeraten.
 
Ich glaube kaum, dass ein Patient sich hinsetzt und wartet, dass die Medizin allein wirkt. Man muss schon den Willen, die Krankheit zu besiegen, mitbringen.
Dafür muss man aber erst mal die tiefe Ursache die Erkrankung erkennen und begreifen wollen!
Sich selbst reflektieren, Unangenehmes aushalten und Diagnosen in Frage stellen.
Der Wille steht vor allem anderen.
Eine Psychotherapie deckt diese Dinge "nur" auf.

Meinst du wirklich, dass alle dazu bereit sind? ;)
 
Ich weiß nur für mich, dass ich für sämtliche Krankheiten keine Zeit habe. Ich mache mehr als mein halbes Leben Therapie, da habe ich keine zeit, noch weitere Erkrankungen zu behandeln.
 
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bislang habe ich noch immer geschafft, Krankheiten mit meinem Willen zu besiegen, allerdings nur die rein körperlichen.
 
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